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Samsung baut das dünnste Fold der Welt, um es überflüssig zu machen

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Samsung ist am Ziel angekommen, so scheint es. Das neueste Foldable ist dünn und leicht wie ein normales Handy, die Falte besiegt und sogar der Akku scheint gelöst. Fertig? Von wegen. Dann betrat Google-Manager Rick Osterloh die Bühne und sprach von "frühen Tagen" und der Zeit nach dem Smartphone.

Zwei Stunden lang ging es auf Samsungs Unpacked-Pressekonferenz am 22. Juli um Hardware. Um drei neue faltbare Smartphones mit all ihren Megapixeln, um zwei neue Smartwatches mit ihren Sensoren und um neue, smarte Brillen. Immer mit dabei: Diverse KI-Features, die Fotos touristenfrei und E-Mails weniger nervig machen. Die Zahlen dazu sind beeindruckend: Das neue Z Fold 8 Ultra ist mit 4,1 Millimetern aufgeklappt so dünn wie kein Fold zuvor und zusammengeklappt mit 8,9 Millimetern kaum noch dicker als ein normales Top-Handy. Selbst die Displayfalte, jahrelang der wunde Punkt jedes Foldables, ist bei Streiflicht kaum noch zu erkennen.

Die Reise mit KI hat aber ein anderes Ziel. Rick Osterloh, SVP für Devices und Services bei Google, wiederholte in London das Mantra von der letzten Google I/O: Android wandelt sich vom Betriebssystem in ein Intelligenzsystem. Und Smartphones?

Rick Osterloh sprach an diesem Abend nämlich ausdrücklich von „beyond the phone“ – über das Telefon hinaus. Und wer genau hinhörte, verstand: Das Ziel dieser Reise ist kein geringeres, als Samsungs ausgefeilte Hardware eines Tages überflüssig zu machen. Die drei Foldables, die Uhren, die Brille sind nicht das Produkt. Sie sind der Übergang.

Wenn der Chip-Chef nicht über Chips spricht

Es war schon interessant, wer außer Samsung (und Jacob Batalon, aber das ist ein anderes Thema) an diesem Nachmittag sprach – und worüber. Cristiano Amon, CEO von Qualcomm, stand auf der Bühne und verlor kein einziges Wort über Taktraten oder Benchmarks. Stattdessen sprach er sinngemäß davon, dass Qualcomms Prozessoren die Basis für KI-Agenten werden. Und das sind sie auch schon: Qualcomm-Chips sitzen im Fold, in der Uhr und in der Brille.

Die Aufgabe: Die KI soll überall verfügbar sein. Osterloh wiederholte die Formel von der diesjährigen Entwicklermesse Google I/O: Aus dem „Operating System“ wird ein „Intelligence System“. Das Betriebssystem soll weg, hier kommt die Intelligenz. Konkret heißt das für die neuen Geräte: Sechs Monate Google AI Pro liegen bei jedem Z Fold und Z Flip bei, der Gemini-Agent soll über 40 Apps hinweg arbeiten, und das vorinstallierte Gemini Notebook soll am besten dein ganzes Leben organisieren.

Das Gerät wird zur Hülle

Führt man beide Auftritte zusammen, wird die eigentliche Botschaft des Abends hörbar, auch wenn Samsung sie so nie aussprechen würde. Das Gerät in deiner Hand ist nur noch die Hülle, in der die KI wohnt. Der Wettbewerb heißt nicht Fold gegen iPhone, sondern Gemini gegen Apple Intelligence.

Das erklärt auch einige Widersprüche. Warum steckt im 2.199 Euro teuren Ultra weiterhin dasselbe elende 3x-Tele mit 10 Megapixeln aus dem Jahr 2021? Warum bekommt das Flip 8 kaum ein Hardware-Update, aber jede Menge neue KI-Funktionen auf dem Cover-Display? Weil die Hardware zweitrangig wird. Das klassische Spec-Quartett aus Kamera, Chip, Display & Co. ist erschöpft, und die Branche weiß es.

Die Brille, die man nicht tragen durfte

In das Bild passt auch die neue Galaxy-Brille. Man durfte sie anfassen, in der Hand wiegen, das Scharnier bewundern, aber aufsetzen durfte sie niemand, nicht einmal vors Gesicht halten. Das nächste Kapitel ist also schon da, aber es ist noch nicht bereit. Und genau da passt Osterlohs Satz: „Today is just the beginning.“

Das ist Versprechen und Eingeständnis zugleich: Die Hardware ist fertig, aber die große, agentische KI, auf die diese ganze Neuausrichtung zuläuft, ist auch heute noch mehr Ankündigung als Alltag. Aber auch nächstes Jahr wird die Frage nicht sein, ob die 3x-Kamera jetzt 10 oder 50 Megapixel hat. Sondern ob du im Alltag überhaupt noch ständig ein Handy in der Hand hältst – oder ob die Intelligenz, für die Samsung, Google und Qualcomm an diesem Abend die Bühne bereitet haben, längst auf deiner Nase, an deinem Handgelenk oder in deinem Ohr sitzt.

Das Galaxy Unpacked 2026 wird man rückblickend vielleicht nicht als das Event in Erinnerung behalten, an dem die Displayfalte verschwand. Sondern als das, an dem das knitterfreie Smartphone aufhörte, das Ziel zu sein – und zum Weg wurde. Osterloh hat es selbst gesagt: Heute ist erst der Anfang. Mit Blick auf die aktuellen KI-Agenten muss ich allerdings auch zugeben, dass wir zum Ziel noch ein ganzes Stück zu gehen haben.

Ich habe in London im Rahmen des überMORGEN-Podcasts mit Johanna über die Samsung-Neuheiten gesprochen. Hier geht’s direkt zur Folge bei deinem Podcast-Anbieter:

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