Fast jeder Deutsche bekommt eine neue Kontonummer – zusätzlich zur IBAN

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Nach Kontonummer und Bankleitzahl kam die IBAN. Bald soll für fast jeden eine neue 18-stellige Kontonummer dazukommen. Und das zusätzlich zur IBAN. Der Grund ist das wohl größte Geld-Projekt in der Geschichte der EU.
Fast jeder Deutsche bekommt eine neue Kontonummer – zusätzlich zur IBAN
Fast jeder Deutsche bekommt eine neue Kontonummer – zusätzlich zur IBANBildquelle: Blasius Kawalkowski / inside digital

IBAN, Kreditkarte, Steuer-ID, PIN: Wir haben inzwischen für fast alles eine Nummer. Wer dachte, das Repertoire sei damit ausgeschöpft, hat die Rechnung ohne die Europäische Zentralbank gemacht. Die arbeitet gerade an einer weiteren Nummer für fast jeden. Offiziell geht es dabei um Datenschutz.

IBAN, DEAN, BEAN

Der Anlass ist der digitale Euro, das große Infrastrukturprojekt, mit dem die EZB künftig digitales Zentralbankgeld anbieten will, bezahlbar übers Handy und angeblich so simpel wie ein Griff ins Portemonnaie. Damit im Hintergrund nichts durcheinanderkommt, braucht jedes Konto eine eindeutige Adresse. Bei der klassischen Überweisung erledigt das die IBAN. Beim digitalen Euro übernimmt das künftig die DEAN, die Digital Euro Account Number.

Wer einem Freund fünf digitale Euro für die Pizza schickt, verschiebt technisch gesehen Geld zwischen zwei DEAN. Der Bezahlvorgang bleibt banal, die Buchhaltung dahinter nicht.

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Die DEAN besteht aus 18 Zeichen und beginnt immer mit „EU“. Danach kommen Prüfziffern, eine Kennziffer für Privatpersonen oder Unternehmen und eine 13-stellige Seriennummer. Der hintere Teil hat natürlich ebenfalls einen Namen: „Basic European Account Number“, kurz BEAN.

ein Vorteil gegenüber der IBAN

Ein Land lässt sich aus der Nummer nicht mehr herauslesen, anders als bei der IBAN. Privatpersonen bekommen genau eine DEAN, Unternehmen dürfen mehrere führen. Vergeben wird sie zentral, sobald Bank oder Zahlungsdienstleister den Kunden für den digitalen Euro identifiziert haben.

Auswendig lernen muss sie trotzdem niemand. Im Alltag reicht ein Alias, zum Beispiel die eigene Handynummer, die mit der DEAN im Hintergrund verknüpft wird. Genau das läuft bereits in einem Pilotprojekt. Der offizielle Testbetrieb soll Mitte 2027 starten.

Die Nummer hat einen politischen Zweck

Doch warum braucht Europa überhaupt eine neue Nummer? Offiziell geht es um Datenschutz und eine reibungslose Abwicklung des digitalen Euro. Dahinter steckt allerdings auch ein wirtschaftspolitisches Ziel: Europa will unabhängiger von den großen Bezahlsystemen aus den USA werden. Visa, Mastercard, PayPal, die üblichen Verdächtigen.

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Wie ernst die beteiligten Institutionen ihre eigene Terminologie nehmen, verrät ein Blick ins technische Regelwerk: Zur Pilotphase taucht die Abkürzung DEAN plötzlich als „Digital Euro Access Number“ auf und nicht als „Account Number“. Zwei EU-Dokumente, ein Kürzel, zwei Bedeutungen.

Wenn selbst das eigene Regelwerk nicht ganz eindeutig weiß, wofür seine Abkürzung steht, muss sich jedenfalls niemand schlecht fühlen, der beim ersten Lesen nur Bahnhof versteht.

Ob die Sache am Ende überhaupt in den Banking-Apps der EU-Bürger landet, hängt von noch ausstehenden gesetzgeberischen Beschlüssen ab. Bis dahin ist die DEAN eine Nummer für ein Bezahlsystem, das noch nicht einmal offiziell gestartet ist. Immerhin: Die Bürokratie war schon da.

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