3 Euro mehr: 1&1 bestätigt Preiserhöhung für Bestandskunden

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1&1 dreht bei seinen Festnetzkunden an der Preisschraube. Bis zu 3 Euro mehr im Monat, wirksam schon im Oktober. Auf Anfrage von inside digital bestätigt der Konzern die Erhöhung. Die unangenehmste Frage lässt er offen.
Fähnchen mit 1&1-Logo
1&1: Preiserhöhung für DSL & GlasfaserBildquelle: 1&1

Seit Ende August verschickt 1&1 Schreiben und E-Mails, die laufende DSL- und Glasfaserverträge teurer machen. Um bis zu 3 Euro im Monat. Wirksam wird das je nach Kunde zwischen dem 1. und dem 9. Oktober 2026. Klingt nach Kleingeld, sind aber aufs Jahr gerechnet 36 Euro mehr. Und je günstiger dein Tarif war, desto härter trifft es dich prozentual. Auf einen Grundpreis von 29,99 Euro sind 3 Euro ein Aufschlag von zehn Prozent, auf 59,99 Euro nur fünf Prozent.

Diese Tarife sind betroffen

Ob dein Anschluss dabei ist, lässt sich noch nicht sicher sagen. Ein Originalschreiben liegt uns nicht vor; die konkreten Zahlen stammen von Kollegen und aus Leserberichten. So hat beispielsweise teltarif.de zwei Fälle dokumentiert: Bei 1&1 DSL 50 steigt der Grundpreis von 29,99 auf 32,99 Euro, bei 1&1 Glasfaser 300 von 39,99 auf 42,99 Euro. Weitere Berichte sprechen von einer Erhöhung beim Tarif 1&1 DSL 250 von 34,99 auf 37,99 Euro. In den Kommentarspalten und auf Reddit melden sich weitere Betroffene. Genannt werden dort auch DSL 100 und Glasfaser 1000. Letzterer steigt von 59,99 auf 62,99 Euro. Ein Kunde schreibt, ihm sei dieser Tarif mit „dauerhaft 59,99 Euro“ verkauft worden.

Auffällig ist das Muster. In allen dokumentierten Fällen sind es genau 3 Euro. Egal ob DSL oder Glasfaser. Egal bei welcher Bandbreite. Uns gegenüber spricht 1&1 dagegen von „bis zu 3 Euro“.

Und es bleibt nicht bei der Marke 1&1. Bei sim24, das zum Drillisch-Portfolio des Konzerns gehört und dessen DSL-Anschlüsse auf der 1&1-Plattform laufen, berichten Kunden von E-Mails am 31. August mit identischem Aufschlag. Einer nennt eine Erhöhung von 19,99 auf 22,99 Euro, ein anderer von 29,99 auf 32,99 Euro zum 1. Oktober. Hast du deinen Anschluss über eine der günstigen Konzernmarken gebucht, bist du also nicht automatisch außen vor.

Das sagt 1&1

Wir haben in Montabaur bei 1&1 angefragt. Der Konzern bestätigt die Erhöhung und stellt sich zunächst als der Anbieter dar, der lange verzichtet hat: „1&1 hat die Preise für Breitband-Bestandskunden viele Jahre stabil gehalten. Während Wettbewerber ihre Preise in den vergangenen Jahren teils mehrfach angepasst haben, zuletzt die Deutsche Telekom ab April 2026, konnten wir auf Preiserhöhungen bislang verzichten.“ Die Deutsche Telekom hat zum 1. April 2026 ältere DSL-Verträge um 2 Euro erhöht und betonte dabei ausdrücklich, Bestandskunden zahlten danach immer noch 2 Euro weniger als Neukunden.

Zur Begründung heißt es: „Konstant steigende Energie- und Betriebskosten sowie höhere Vorleistungspreise bei unseren lokalen Ausbaupartnern gehen allerdings auch an uns nicht spürbar vorbei, so dass wir für einen Teil unserer Bestandsverträge eine moderate Anpassung der monatlichen Grundgebühr vornehmen müssen.“

In den Kundenschreiben verweist 1&1 laut teltarif zusätzlich auf eigene Netzinvestitionen in dreistelliger Millionenhöhe pro Jahr. Uns gegenüber fällt dieses Argument weg; es bleiben Energie, Betrieb und Vorleistungen. Dazu passt die Rolle, die 1&1 im Festnetz tatsächlich spielt: Ein eigenes Zugangsnetz für Privatkunden hat der Anbieter nicht. Die Leitung bis in deine Wohnung kauft er ein, bei der Telekom, bei OXG, bei der Deutschen Glasfaser und bei regionalen City-Carriern.

Warum du künftig zahlst wie ein Neukunde

Der wichtigste Satz der Antwort: „Die Anpassung betrifft größtenteils Verträge, deren monatliche Grundgebühr unter dem Preisniveau heute neu abgeschlossener Verträge liegt. Nach der Anpassung bewegen sich diese Verträge auf einem vergleichbaren Preisniveau.“

Auf unsere Fragen hat 1&1 nur zum Teil geantwortet. So gab es keine Antwort auf die Frage, warum es offenbar auch Erhöhungen im Rahmen der Mindestvertragslaufzeit gibt. Mehrere Kunden berichten, die Erhöhung treffe sie mitten in der Bindung; einer davon habe noch neun Monate Restlaufzeit. Wir haben gefragt, ob das zutrifft und auf welche Regelung in den AGB sich 1&1 in diesen Fällen stützt. Die schwammige Antwort: „Grundsätzlich kann 1&1 im Falle eines Anstiegs von Gesamtkosten unter Beachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen Preise für bestehende Verträge anpassen.“

Offen bleibt außerdem, wie viele der 3,85 Millionen Breitbandverträge, die 1&1 zum 30. Juni 2026 gemeldet hat, überhaupt betroffen sind. Ebenso offen ist, welche Tarife und Tarifgenerationen es genau trifft, ob die Erhöhung bundesweit gilt, ob weitere Wellen folgen und was mit deinem Anschluss passiert, wenn du der Erhöhung widersprichst, ohne zu kündigen. Zu den Konzernmarken bleibt es in der Antwort bei einem Halbsatz: „Auch bei einzelnen Verträgen weiterer Konzernmarken können vergleichbare Anpassungen vorgenommen werden.“

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