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10 Millionen Rentner: 255 Euro Nachzahlung landen 2028 auf dem Konto

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Rund zehn Millionen Rentner können sich auf mehr Geld freuen. Doch bis der Zuschlag tatsächlich auf dem Konto landet, vergeht noch etwas Zeit. Wer betroffen ist, wie viel Geld es gibt und warum die Auszahlung so lange dauert, zeigt ein Blick auf die neue Regelung.
10 Millionen Rentner: 255 Euro Nachzahlung landen 2028 auf dem Konto
10 Millionen Rentner: 255 Euro Nachzahlung landen 2028 auf dem KontoBildquelle: Willfried Wende / Unsplash

Rund zehn Millionen Rentner bekommen Geld nachgezahlt. Nicht viel, aber auf einen Schlag: mindestens 255,12 Euro. Danach steigt die monatliche Rente dauerhaft. Der Haken ist der Zeitplan: Der Anspruch entsteht bereits am 1. Januar 2027. Das Geld kommt aber erst ein Jahr später.

Darauf haben Rentner lange gewartet

Das Gesetz ist längst beschlossen und verkündet. Die Verzögerung hat einen einfachen Grund: Die Deutsche Rentenversicherung muss Millionen bestehende Renten neu berechnen. Dafür braucht die Behörde ein volles Kalenderjahr. Die Rede ist von der Mütterrente III. Wer vor 1992 ein Kind bekam, erhielt bislang höchstens 30 Monate Erziehungszeit auf dem Rentenkonto gutgeschrieben. Wer 1992 oder später Mutter oder Vater wurde, bekam 36 Monate. Sechs Monate Unterschied. Allein wegen des Geburtsjahrs des Kindes.

Diese Lücke wird geschlossen. Ab Januar 2027 zählen für alle Kinder 36 Monate. Ein halbes Jahr zusätzliche Erziehungszeit entspricht einem halben Rentenpunkt. Der Name führt dabei etwas in die Irre: Auch Väter können die Zeiten angerechnet bekommen, wenn die Eltern sie untereinander aufgeteilt haben.

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Es ist die dritte Reparatur an derselben Stelle. Bis Mitte 2014 gab es für Kinder vor 1992 gerade einmal zwölf Monate, die Mütterrente I machte 24 daraus, die Mütterrente II ab 2019 dann 30. Gleichbehandlung in Raten, gestreckt über elf Jahre.

So viel Geld gibt es konkret

Ein Rentenpunkt ist seit dem 1. Juli 2026 42,52 Euro wert. Ein halber Punkt bringt damit 21,26 Euro brutto im Monat, pro Kind. Für ein ganzes Jahr summiert sich das auf 255,12 Euro. Genau diese Summe fehlt zehn Millionen Rentnern 2027 zunächst auf dem Konto und wird 2028 nachgezahlt.

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Die 255,12 Euro sind allerdings ein Bruttobetrag. Bei pflichtversicherten Rentnern greifen Kranken- und Pflegeversicherung zu. Bei einem Beitragssatz von 12,35 Prozent bleiben von der Nachzahlung rund 224 Euro. Je nach persönlicher Situation kann zusätzlich Einkommensteuer anfallen.

Die Rechnung ist außerdem konservativ. Zum 1. Juli 2027 steht die nächste Rentenanpassung an. Der Rentenwert darf per Gesetz nicht sinken. Der tatsächliche Nachzahlungsbetrag dürfte deshalb eher höher ausfallen.

Warum manche Rentner nichts bekommen

Die 255 Euro gelten für den Idealfall: Der zusätzliche halbe Rentenpunkt wird vollständig anerkannt, die Altersrente läuft spätestens seit Januar 2027 und das gesamte Jahr 2027 wird berücksichtigt.

Wer erst im Juli 2027 in Rente geht, bekommt nur die Hälfte der Jahresnachzahlung. Wer erst 2028 in Rente geht, erhält keine Nachzahlung für 2027. Die höhere Rente wird dann von Anfang an berücksichtigt.

Und dann hat die Rentenversicherung noch einen unangenehmen Punkt: Die Mütterrente III kann auf Sozialleistungen wie Grundsicherung oder Wohngeld angerechnet werden. Auch bei einer Witwen- oder Witwerrente kann sie verrechnet werden.

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Wer im Alter am wenigsten hat, merkt vom Zuschlag deshalb unter Umständen exakt nichts. Das Geld kommt an, das Amt rechnet es gegen, unterm Strich steht dieselbe Zahl wie vorher.

Was Betroffene jetzt tun müssen

Fast nichts. Wer vor dem 1. Januar 2028 bereits Rente bezieht, muss keinen Antrag stellen. Die Berechnung läuft weitgehend automatisch. Auch wer noch nicht in Rente ist, aber Kindererziehungszeiten bereits beantragt hat, muss nicht tätig werden.

Sinnvoll ist trotzdem ein Blick ins Versicherungskonto. Automatisch gutgeschrieben wird nur, was dort korrekt gespeichert ist. Wer nie eine Kontenklärung gemacht hat, sollte das nachholen.

Die Rechnung zahlt der Steuerzahler

Rund fünf Milliarden Euro pro Jahr kostet die Mütterrente III. Finanziert wird sie aus Steuermitteln. Der Bund erstattet der Rentenversicherung die Mehrausgaben über den Bundeszuschuss, weil für diese zusätzlichen Erziehungszeiten nie Beiträge geflossen sind.

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Bei der Mütterrente I und II war das anders: Die Kosten werden bis heute im Wesentlichen von den Beitragszahlern getragen. Für die Mütterrente I sind es rund neun Milliarden Euro im Jahr, für die Mütterrente II weitere 4,5 Milliarden.

Bleibt eine Zahl, die den ganzen Vorgang ziemlich gut zusammenfasst: 21,26 Euro im Monat. So viel ist ein halbes Jahr zusätzliche Kindererziehungszeit derzeit wert, wenn man es in Rentenpunkte übersetzt. Ausgezahlt wird es, sobald die Behörde alles durchgerechnet hat.

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