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Die Dyson-Blamage: 500-Euro-Zahnbürste schon defekt? Warum Kunden jetzt leer ausgehen

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Knapp 500 Euro für eine brandneue elektrische Zahnbürste ausgeben und nach wenigen Sekunden ist sie bereits kaputt – genau diese Enttäuschung haben kürzlich einige Kunden nach dem Kauf der Dyson CameraJet erlebt. Was das für Betroffene und Kaufinteressierte bedeutet.

Knapp 500 Euro für eine brandneue elektrische Zahnbürste ausgeben und nach wenigen Sekunden ist sie bereits kaputt – genau diese Enttäuschung haben kürzlich einige Kunden nach dem Kauf der Dyson CameraJet erlebt. Laut Hersteller sind es nur wenige, die eine womöglich betroffene erste Charge erstanden hatten. Dennoch ist das Modell auf der offiziellen Webseite nicht mehr zu bekommen – offiziell aufgrund der hohen Nachfrage. Was das für die Betroffenen und noch interessierte Kunden zu bedeuten hat.

Die Dyson-Blamage: Was ist passiert?

Dyson hat Anfang September großes Aufhebens um sich gemacht – und zwar mit der Präsentation seiner ersten Zahnbürste: der Dyson CameraJet. Die elektrische Zahnbürste hat eine integrierte Kamera, die mithilfe von KI Zahnzwischenräume in Echtzeit erkennt und dort einen gezielten Strahl Mundspülung abgibt. Nicht weniger als eine völlig neue Art der Zahnreinigung hatte der Hersteller angestrebt – doch das Ergebnis sieht anders aus.

Einige Kunden, die die mit 479 Euro hoch bepreiste Zahnbürste sofort gekauft hatten, sind nun enttäuscht. Denn zahlreiche Fehlfunktionen bis hin zu einem vollständigen Defekt traten bei einigen schon in den ersten Sekunden der Nutzung auf, wie Kunden auf Reddit mitteilen. In den meisten Fällen ist Wasser, das ins Batteriefach eindringt, der Grund dafür. Für ein Gerät, welches dem alltäglichen Kontakt mit Wasser eigentlich standhalten sollte, ist das eine absolute Blamage. Manchen seien allerdings bereits defekte Exemplare, etwa mit einem undichten Tank, geliefert worden. Bei anderen gab es offenbar Probleme mit den Ladekabeln.

Auch von eher schleppender Kommunikation mit dem Kundenservice ist die Rede. So würden zunächst Ersatzgeräte angeboten, doch die gibt es aktuell nicht. Erst nach langem Hin und Her hätten einige Betroffene endlich eine Retoure anleiern können. Auf eine Erstattung warten dennoch einige, wie zahlreichen Kommentaren auf Reddit zu entnehmen ist. Nicht wenige fordern einen offiziellen Rückruf seitens Dyson. Doch der Hersteller reagiert anders.

Was sagt Dyson zu den Vorfällen?

Gegenüber The Verge erklärt das Unternehmen, dass lediglich bei „einer kleinen Anzahl der ersten Geräte ein Problem mit einem Bauteil aufgetreten sein könnte“. Man habe die betroffenen frühen Chargen bereits ausfindig gemacht und wolle „alle notwendigen Maßnahmen“ ergreifen, um die Kunden zu unterstützen.

Gleichzeitig jedoch ist die CameraJet gerade einmal zwei Wochen nach Marktstart nicht mehr auf den offiziellen Webseiten von Dyson verfügbar – weder in Deutschland noch in den USA, noch in UK oder Frankreich. Die Erklärung von Dyson: Lieferengpässe. Man wolle die Produktion jedoch hochfahren und bald nachliefern. Ein vermeintlicher Widerspruch? Das wäre zu diesem Zeitpunkt bloße Spekulation – die Dyson mit einem konkreten Rückruf im Keim ersticken könnte. Dies tut das Unternehmen allerdings nicht.

Warum ein Rückruf für alle Seiten die beste Lösung wäre

Ein Rückruf würde allen Kunden die notwendige Sicherheit geben. Nicht nur die Betroffenen hätten so einen garantierten Anspruch auf Ersatz oder eine Erstattung. Auch für zukünftige Kunden würde man so Klarheit schaffen, welche Chargen problemlos gekauft werden können und welche nicht. Denn laut dem oben genannten Reddit-Forum besteht grundsätzlich ein großes Interesse an einer funktionierenden CameraJet – kam die innovative Zahnbürste doch zunächst super an. Doch ohne die Gewissheit, welche Chargen/Seriennummern betroffen sind, würde sich nun wohl kaum noch einer ein Modell kaufen – wenn sie denn überhaupt noch verfügbar wären.

So wäre auch für Dyson selbst ein Rückruf taktisch klug: einerseits, um den weiteren Verkauf zu garantieren, andererseits, um das eigene Image zu kitten. Allerdings müsste man sich dafür eingestehen, dass das Problem größer ist als bisher behauptet (wenn es denn so umfassend ist, wie es die Kundenbeschwerden glauben machen). Bis dahin allerdings müssen sich betroffene Kunden weiterhin mit dem Kundendienst herumschlagen. Und potenzielle Kunden können nur warten, bis die CameraJet wieder verfügbar ist.

Was Kunden jetzt tun können

Du hast eine kaputte Dyson CameraJet zu Hause? Dann solltest du dich umgehend an den Kundenservice von Dyson wenden, wenn du das nicht schon getan hast. Beweisvideos und ‑fotos können immer helfen. Allerdings solltest du die Zahnbürste nicht mehr benutzen und vom Ladegerät trennen. Mit Wasser im Batteriefach ist nicht zu spaßen. Falls es doch zu einem Rückruf kommen sollte, bewahre bestenfalls noch den Beleg und die Verpackung auf – für alle Fälle.

Du hättest gerne eine Dyson CameraJet, kannst sie aber aktuell nirgends kaufen? Dann musst du abwarten – und solltest es am besten auch nach erneuter Verfügbarkeit tun. Bis Dyson den Wasserdefekt geklärt und die betroffenen Chargen ausfindig gemacht hat, wäre es taktisch unklug, zuzuschlagen. Warte lieber, bis das Problem behoben wurde und es sicher ist, dass du mit deinem Kauf keine erneute Enttäuschung erfährst.

Eine vertane Chance – ein Kurzkommentar

Schade für die betroffenen Kunden und diejenigen, die sich bereits auf den Kauf der CameraJet gefreut hatten. Schade auch für Dyson: eine wirklich innovative Produktidee nach sechs Jahren Entwicklung feierlich auf den Markt zu bringen und dann das. Pure Enttäuschung auf allen Seiten. Womöglich hätte Dyson gut daran getan, die CameraJet noch ausgiebiger zu testen. Vielleicht hätte man dann die Problematik rechtzeitig entdeckt und beheben können. Doch das werden wir nun wohl nie erfahren.

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