Surface Go 3: Microsofts Einsteiger-Tablet macht eine gute Figur - nur nicht beim Preis

6 Minuten
Das kleinste Microsoft-Tablet punktet mit klassischen Surface-Eigenschaften: In einem hochwertigen Gehäuse sitzt ein sehr gutes Display. Der Preis ist jedoch mit Blick auf das mäßige Innenlebens gesalzen.
Microsoft Surface Go 3
Microsoft Surface Go 3Bildquelle:

Das Microsoft Surface Go 3 markiert den Einstieg in die Surface-Welt, ist aber schon äußerlich kein Billigheimer. Das schicke Metallgehäuse ist auf den ersten Blick ein Surface. Das gilt auch für die Verarbeitung, die durchweg hochwertig ist. Alles sitzt bombenfest, der in die Rückseite integrierte Ständer ist stufenlos verstellbar und arbeitet tadellos, wenn auch etwas schwergängig. Das 10,5-Zoll-Display mit Gorilla-Glas-3-Überzug wird von einem 1,1 cm starken Rand eingefasst. Das ist zwar nicht ganz so schick, sorgt aber dafür, dass kleine Stürze nicht zu kapitalen Schäden führen.

Die solide Machart erfordert ihren Tribut bei Abmessung und Gewicht. Mit 245 mm × 175 mm ist die Grundfläche schon recht ausgewachsen. Gleiches gilt für die Bauhöhe von etwas mehr als 8 mm und das Gewicht von 544 g. In der Hand wirkt das Go 3 jedoch nicht wie ein unhandlicher Brocken.

3:2-Display mit satten Farben und knackigen Kontrasten

Beim Display findet sich ein weiteres Merkmal, das typisch für die Surface-Serie ist: Das Seitenverhältnis von 3:2 sorgt für angenehmes Arbeiten und Surfen. Weiterhin kann es mit einer hohen Darstellungsqualität punkten. Die Detailschärfe ist dank einer Auflösung von 1.920 x 1.280 Pixeln gut, die Farben wirken satt, aber nicht überzeichnet. Das Kontrastverhältnis ist mit 1.500:1 ordentlich.

Microsoft Surface Go 3
Knackige Farben, gute Kontraste, viel Präzision – nur die Oberfläche könnte für Nutzer*innen mit Wurstfingern besser optimiert sein

Prozessor: Seltener Core i3 gepaart mit schwacher GPU

Der Prozessor des Surface Go 3 gehört zu den schwächeren Exemplaren aus dem aus Hause Intel: Der i3-10100Y verfügt über zwei CPU-Kerne, die mit einer Taktgeschwindigkeit von 1,3 GHz einsteigen und bei 3,9 GHz ihr Limit erreichen. Dank der HyperThreading-Technologie können sie außerdem zwei zusätzliche virtuelle Kerne simulieren. Im Alltag ist das Tablet damit erstaunlich flott unterwegs, bleibt aber hinter leistungsstärkeren Modellen deutlich zurück: So liegt die Einzelkernleistung im Geekbench etwa auf der Hälfte eines i5-1135G7, bei Mehrkernanwendung kommt der Chip gerade mal auf ein Drittel der Performance.

Auch die Intel UHD 615 ist nicht gerade für ihre Performance bekannt und kann in dieser Kategorie nicht mit den GPUs von Apple mithalten. Die Leistung des Prozessors ist insgesamt aber spürbar höher als die eines schlichten ARM-SoCs, die in so manchem Chomebook stecken. Erinnert sei hier an das ASUS Chromebook CM3.

Der 8 GB große Arbeitsspeicher hilft dem Intel-Chip zwar nicht zu schnell an Grenzen zu geraten, dennoch nutzt Microsoft die sich bietenden Sparpotentiale: Der RAM entspricht dem LPDDR3-Format, das getrost als veraltet bezeichnet werden darf.

Microsoft Surface Go 3
Außen hui, innen naja

Verbaute SSD kaum schneller als ein eMMC-Modul

Im Surface Go 3 steckt eine NVMe-SSD mit einer Speicherkapazität von 128 GB. Das ist nicht wirklich üppig, aber mit Blick auf die Klasse kann (noch) nicht mehr erwartet werden. Weniger berauschend ist Geschwindigkeit des Speichers. Beim sequentiellen Lesen von Daten wird eine Geschwindigkeit von knapp 1.650 MB/s erreicht. Beim Schreiben sind nicht mal 400 MB/s drin. Die SSD ist damit kaum schneller als das eMMC-Modul der günstigeren Konfiguration.

Akku des Microsoft Surface Go 3: Wenig Kapazität, begrenzte Laufzeit

Die klassischen x86-Chips haben ihre Schwierigkeiten hinsichtlich des Energieverbrauchs mit ARM-SoCs mithalten zu können. Kommt dann noch ein kleiner Energiespeicher hinzu, sind die Laufzeiten nur verhalten. Das gilt leider auch für das Surface Go 3 mit seinem 28-WH-Akku. Nach einer Stunde im Browser sind bereits 25 Prozent der mitgeführten Reserven verbraucht, auf den Rennstrecken von Asphalt 9 zeigt der Akku noch einen Restwert von 45 Prozent an. Für einen ausgedehnten (Spiele-)Abend auf der Couch ist das zu wenig, und auch bei längeren Sessions in der Schule oder Uni sollte das Ladekabel griffbereit sein.

Microsoft Surface Go 3
Die Tastatur biegt sich stark durch, der Stift gefällt dagegen sehr gut

Flott auf dem Display, Tasten nur Behelf, Stift begeistert

Das Surface Go 3 ist zuerst ein Tablet. Und das verdeutlicht Microsoft durch eine hervorragende Touchfunktion im Display. Reaktionen des Fingers werden mit hoher Präzision und fast schon vorausschauendem Gehorsam umgesetzt.

An die Tastatur kann nicht der gleiche Maßstab wie bei einem richtigen Notebook gelegt werden. Sie ist letztlich eine Kompromisslösung. Dies beginnt schon damit, dass die Tasten aufgrund des begrenzten Platzes recht klein sind und ein Kantenmaß von gerade mal 1,4 cm besitzen. Die Ziffern und Funktionstasten sind derart nah am Bildschirm, dass versehentliche Fehleingaben nicht ausbleiben. Zudem federt die dünne Unterlage stark durch. Das Touchpad ist mit 9,9 x 5,6 cm für die sich bietenden Platzverhältnisse noch recht groß dimensioniert, die Nähe zu den Tasten führt allerdings auch hier hin und wieder zu Fehlbedienungen.

Hervorragend ist dagegen der Stift, der nicht nur gut in der Hand liegt und an einen echten Stift und nicht an einen mühsam im Gehäuse versteckten Zahnstocher erinnert. Leider findet sich dafür am Surface Go 3 keine Möglichkeit den Surface Pen am Gerät zu befestigen. Dafür begeistert seine Funktion. Insbesondere die drucksensitive Spitze gefällt, gerade beim Zeichnen und Malen.

Microsoft Surface Go 3

Fürs Arbeiten fehlen dem Microsoft Surface Go 3 Ports

Dank der Intel-Plattform ist der Zutritt zu Netzwerken nach WLAN-6-Standard kein Problem. Beim Anschließen von Peripherie stößt du schnell an Grenzen. Klar kann vieles über Bluetooth angebunden werden. Dafür wird beim Surface Go 3 der Standard 5.0 unterstützt. Dennoch benötigen viele kleine Helferlein im Alltag eine klassische Schnittstelle. Und hier hat das Microsoft-Tablet leider nicht viel zu bieten: Eine USB-Typ-C-Schnittstelle muss reichen. Fürs Laden gibt es einen zusätzlichen Anschluss. Hervorzuheben ist jedoch der SD-Kartenleser im klassischen Format, der die Flexibilität erhöht, wenn der Speicher knapp wird.

Microsoft Surface Go 3
Nicht vergleichbar mit Highend-Smartphones, doch Schnappschüsse sind akzeptabel

Kamera: Nur 8 MP und doch akzeptabel

Über den Sinn einer Kamera an einem Tablet konnte schon immer vortrefflich gestritten werden. Sie gehören zwar irgendwie dazu, doch für ein gutes Foto lag der Griff zum Smartphones schon immer näher. Das gilt auch im Falle des Surface Go 3, wenngleich die 8-MP-Kamera auf der Rückseite noch verhältnismäßig brauchbare Aufnahmen liefert. Bei guten Lichtsituationen entstehen ordentliche Bilder mit knackigen Farben und ansehnlichen Kontrasten. Auch bei schlechten Lichtverhältnissen kann sich das Ergebnis noch sehen lassen, wobei Unschärfen und Bildrauschen erwartungsgemäß zunehmen.

Fazit zum Microsoft Surface Go 3

Das Surface Go 3 ist ein gelungenes Tablet, das aber anders als sein großer Bruder, das Surface Pro 8, jedoch weniger als Notebook-Ersatz überzeugt. Es punktet mit einer gelungenen Verarbeitung und dem Display. Die Abmessungen machen es zu einem angenehmen zweiten Bildschirm auf der Couch, der Stift begeistert den Zeichner. Die Hardware-Leistung ist allerdings überschaubar. Für einfache Anwendungen steht genug Power zur Verfügung, bei höheren Anforderungen werden die Grenzen spürbar. Vor dem Kauf solltest du dir den Einsatzzweck gut überlegen, denn günstig ist das Einsteiger-Tablet von Microsoft nicht. Das getestete Topmodell kostet 679 Euro – ohne Stift und Tastatur. Das Gesamtpaket schlägt mit fast 920 Euro zu Buche.

Pro

  • Sehr gutes Display
  • Tolle Verarbeitung
  • Ausgezeichneter Stift
  • Integrierter Ständer

Contra

  • Mäßige Hardware-Performance
  • Labbrige Tastatur
  • Hoher Preis

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2 KOMMENTARE

  1. Heinz Multhaup

    Sieht gut aus

    Antwort
  2. Daniel Maehler

    Sorry aber der der das Review geschrieben hat hat wohl noch nie wirklich ein Surface Genutzt. Der Rand hat seinen Grund, nämlich das man das Ding in der Hand halten kann ohne auf dem Display zu tippen. Die Tastatur funktioniert auch Einwandfrei. Nur einen Anschluss? Dockingstation! Der Stift hält magnetisch.
    Ich hatte bisher alle Go. Die Dinger sind halt klein, dafür kann man sie wirklich überall mit hinnehmen. Beim surface pro ist das schon wieder anders. Akku Laufzeit: meins läuft rund 6h. Das passt. Kann sogar add
    Über ne Powerbank an USB C geladen werden.

    Antwort

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