Sonos Roam im Test: So gut ist das Mini-Lautsprecher wirklich

9 Minuten
Sonos hat mit Sonos Roam eine kleine Version des Move vorgestellt. Der Lautsprecher ist einerseits Bestandteil des Sonos-Multiroom-Systems, gleichzeitig aber auch ein mobiler Bluetooth-Lautsprecher. Wie gut wird Sonos Roam diesen Aufgaben im Test gerecht? Wir haben die ersten Erfahrungen.
Weißer Sonos Roam auf grünem Untergrund
Sonos RoamBildquelle: Thorsten Neuhetzki

Für diesen Test hat Sonos uns den Sonos Roam schon weit vor dem Marktstart zum Test überlassen. Das heißt auch, dass es im Test noch zu einzelnen Problemen kommen könnte, teilte uns Sonos bereits im Vorfeld mit. Diese gab es auch, hinderten uns aber nicht an einem Test. Falsche Produktabbildungen in der Sonos S2-Software bei der Einrichtung wie ein Sonos One statt eines Roam waren nur einer der Fehler, die aber zu verschmerzen sind.

Unseren Sonos Roam Testbericht gliedern wir in zwei Bereiche auf: Den Test des Bluetooth-Lautsprechers und den Test des Multiroom-Lautsprechers. Da wir davon ausgehen, dass sich den Sonos Roam vor allem jene Nutzer kaufen werden, die auch eine Sonos-Anlage nutzen, gehen wir auf diesen Teil verstärkt ein.

Sonos Roam als Multiroom-Lautsprecher

Zunächst einmal funktioniert der Sonos Roam wie jeder andere Sonos Lautsprecher auch. Das heißt, die Einrichtung gelingt unkompliziert über die Sonos-App (Achtung: Nur S2-Systeme), der Sound ist gut und die Bedienung einfach. Soweit so gut.

Doch einige Dinge machen den Roam besonders. So gliedert er sich beispielsweise nicht in das von den Sonos-Lautsprechern aufgespannte SonosNet ein, eine Art proprietäres, nur für Sonos nutzbares WLAN-Netz. Nein, Sonos Roam benötigt zwangsweise den Zugang zu deinem normalen WLAN-Netzwerk. Unterstützt werden dabei 2,4 und 5 GHz-Netzwerke. Die  WLAN-Daten werden bei der Einrichtung abgefragt. Als mobiler Lautsprecher hat Sonos Roam keine Netzwerkbuchse – das würde sich auch nicht gut mit Wasser vertragen, gegen dass der Lautsprecher geschützt ist.

Sonos Swap: So funktioniert das neue Feature

Sonos Roam seht aufrecht
Sonos Roam – stehend oder liegend ist ihm egal

In der Sonos-App präsentiert sich Sonos Roam als eigener Lautsprecher oder auch Raum. Du kannst ihn als Multiroom-Lautsprecher mit deinen anderen Lautsprechern koppeln. Es gibt aber auch ein neues Sound-Übergabe-System namens Sonos Swap.

Dabei übernimmt Sonos Roam die Musik des Lautsprechers, in dessen Hörweite er sich gerade befindet. Umgekehrt kann er auch deine Musik, die du durch Wohnung und Garten transportierst, per Knopfdruck an das stationäre Sonos-System übergeben. Während du durch die Wohnung läufst, kannst du Sonos Roam aufgrund seiner Bauform bequem wie einen Staffelstab in der Hand halten.

Das funktioniert per Knopfdruck. Der Roam sendet, wenn du den Play Button länger als eine Sekunde drückst, ein akustisches Signal aus, das dir signalisiert, dass der Sonos Swap eingeleitet ist. Kurze Zeit später spielt der Roam die Musik aus dem Raum, in dem du gerade warst. Auf diesem Weg kannst du beispielsweise deine Spotify-Playlist aus dem Schlafzimmer im ersten Stock mitnehmen in die Küche im Erdgeschoss, dir dort einen Kaffee machen und dich anschließend mit dem Roam auf die Terrasse setzen. Wenn du zurück in die Wohnung gehst, kannst du die Playliste, die nonstop weiterspielt, ebenfalls per Knopfdruck im Wohnzimmer weiterspielen lassen. Sonos Swap funktioniert übrigens nicht, wenn du ein TV-Signal von der Sonos Arc übernehmen oder Bluetooth-Einspielungen übergeben willst. Über die App als Multiroom-Einstellung kann der Ton aber entsprechend auf mehreren Lautsprechern abgespielt werden.

Kräftiger Sound bei kompakter Bauweise

Der Sound ist angesichts der kompakten Bauweise des Toblerone-förmigen Lautsprechers durchaus beeindruckend. Durch ein automatisches TruePlay passt er seine Soundeinstellungen automatisch an die Umgebung an, in der er sich gerade befindet und optimiert so den Klang. Dazu muss das Mikrofon, mit dem sich auch die Sprachassistenz-Dienste Alexa und Google ansprechen lassen, aktiviert werden. Diese Anpassungen passieren nicht schlagartig, sodass man die Unterschiede nicht bewusst wahrnimmt. Erfolgen sollen die Anpassungen jedes Mal, nachdem du den Roam bewegt hast oder du neue Inhalte abspielst.

Nimmst du den Sonos Roam mit nach draußen und machst ihn etwas lauter, kann er problemlos deinen Garten beschallen und auch die kleine Gartenparty musikalisch untermalen. Selbst in zehn Metern Entfernung klingt die Musik noch kräftig und gut. Eine wirklich positive Überraschung im Test.

Vergleicht man aber den Sound mit einem Sonos One, so werden die Unterschiede deutlich. Obwohl der Sonos One der kleinste Lautsprecher des Sonos-Systems ist, klingt Musik auf dem One deutlich dynamischer, basslastiger und voluminöser. Ein Ersatz für einen stationären Lautsprecher kann Sonos Roam also in unseren Augen nicht sein – jedenfalls nicht, wenn man sich oft in dem Raum aufhält. Ist es hingegen die Garage, in der man ab und an mal werkelt, reicht hier auch Sonos Roam vollkommen aus. Für den Einsatz des One spricht auch, dass er ohne Sprach-Assistenz nur etwa 20 Euro mehr kostet als der Roam.

Sonos Roam als Bluetooth-Box

Die Bedienelemente des Sonos Roam
Die Bedienelemente des Sonos Roam

Der Formfaktor des Sonos Roam lädt dazu ein, ihn in den Rucksack zu werfen und im Park Musik zu hören. Per Bluetooth kein Problem. Das Koppeln geht einfach per Knopfdruck. Einziges Manko: Der entsprechende Knopf hat auch noch andere Funktionen. Drückst du ihn zu lang oder zu kurz scheitert das Koppeln.

Allerdings hatten wir im Test vermehrt Probleme damit, dem Lautsprecher erstmals Musik zu entlocken. Entweder sie spielte nicht oder war nur sehr leise zu hören. Erst das volle Aufdrehen der Soundausgabe am Smartphone entlockte Sonos Roam Musik. Doch ohne zusätzliches manuelles lauter drehen am Roam ging es nicht. Das ist durchaus riskant, vergisst man die eingestellte Lautstärke, wenn man ins heimische Sonos-Netz zurückkehrt. Dann wird der Roam zum Brüllriegel.

Mit der Vermutung, dass dieses einer der von Sonos erwähnten Software-Bugs ist, die bis zum Start noch behoben werden, konfrontieren wir die PR-Agentur mit dem Phänomen. Sie teilte im Auftrag von Sonos mit: „Der Roam synchronisiert seine Lautstärke mit kompatiblen Bluetooth-Geräten. Die Synchronisierung der Lautstärke über Bluetooth hängt von dem Gerät ab, das du zum Streamen mit Roam verwendest, und von den Bluetooth-Protokollen, die es unterstützt.“ Offenbar also kein Fehler in den Augen von Sonos – in unseren Augen aber sehr wohl ein nerviger Bug.

Auch Trueplay funktioniert unterwegs per Bluetooth. Leider nur in Kombination mit Google Assistant, was sich in unserem Test als Hindernis herausstellte. Vermutlich auch einer der Pre-Launch-Probleme. Die Kopplung funktionierte in unserem Fall nicht.

Soundtechnisch unterscheidet sich die Qualität nicht von jener im Sonos-Netz, sieht man von den aktuellen Lautstärke-Problemen ab. Im Vergleich mit einer UE-Boombox der ersten Generation, die für sich stehend auch heute nach passablen Sound abspielt, ist Sonos Roam der klare Gewinner und die Boombox klingt wie eine scheppernde Blechbüchse.

Schade ist, dass es mobil keine Möglichkeit gibt, auf Einstellungen des Sonos Roam zuzugreifen. Dies geht nur über die Sonos S2-App und somit auch nur im heimischen Netz. Unterwegs zeigt dir die S2-App nur den Akku-Status an. Dass es auch anders geht, zeigen diverse Bluetooth-Boxen-Hersteller. Allerdings wären ihre Lautsprecher anders auch nicht administrierbar.

Sonos Roam – Die Test-Gesamtbetrachtung

Sonos Roam
Sonos Roam

Aufgeladen wird der Lautsprecher über USB-C oder – wenn vorhanden – über drahtloses Laden. Ein entsprechendes Netzteil liefert Sonos aber nicht mit. Weder für das drahtlose Laden, noch für das kabelgebundene. Für letzteres muss es übrigens ein Netzteil sein, das mindestens 10 Watt liefert. Ein passendes Ladegerät als Set mit dem Sonos Roam kostet 228 Euro oder einzeln 49 Euro. Ein stolzer Preis, wie wir finden. Im Test des Sonos Roam hatten wir das Ladefeld zunächst nicht zur Verfügung. Es erreichte uns so kurzfristig vor Veröffentlichung dieses Tests, dass wir davon abgesehen haben, es in den Test einzubeziehen.

Unser Testgerät kam in Weiß zu uns, zu haben ist der Soundriegel auch in Schwarz. Letzteres wäre auch unsere farbliche Empfehlung – zumindest wenn der Roam dich nach Draußen begleiten soll. Die Oberfläche der beiden Enden wirkt samtig und leicht gummiert. Schon nach wenigen Tagen und einigen Fotos, bei denen der Roam im Gras lag, setzten sich hier erste Verschmutzungen ab.

Der Akku soll bis zu 10 Stunden im laufenden Betrieb durchhalten. Das scheint angesichts unserer Tests realistisch, mehr als diese zehn Stunden darfst du allerdings auch nicht erwarten. Wenn der Akku an sein Ende kommt, signalisiert der Roam das über eine rote LED. Sie ist nicht neben der eigentlichen Benachrichtigungs LED, die über den Status des Gerätes informiert, sondern auf der anderen Seite des Riegels und sehr dezent. Insbesondere, wenn der Sonos Roam für eine schnelle Bedienung der Touch-Elemente aufrecht steht, ist die LED nicht zu sehen.

Zu beachten ist: Der Sonos Roam verbraucht auch Akku, wenn er keine Musik spielt. Er geht dann zwar in einen Standby-Modus, aus dem er schnell aufgeweckt werden kann, doch der Akkustand sinkt. In einer Nacht waren es im Test etwa 6 Prozentpunkte. Wenn du den Roam längere Zeit nicht brauchst, lohnt es sich daher, ihn richtig abzuschalten. Das geht über eine Taste neben der Ladebuchse. Dann kann er aber auch nur über diese Taste und nicht per App wieder aufgeweckt werden.

Positiv ist, dass es dem Sonos Roam nicht schadet, wenn er mal im Garten liegen bleibt und einen Regenschauer abbekommt. Er ist wasserdicht nach IP67, darf dir also sogar mal in den See oder den Bach fallen, solang er nicht zu tief sinkt. Allerdings: Swimmingpool und Meer verträgt auch dieser Lautsprecher wohl nicht.

Der Roam kann derzeit bereits vorbestellt werden und kostet 179 Euro. Angesichts dessen, dass er zwei Lautsprecher in einem ist, ist der Preis für Sonos-Nutzer angemessen. Auch wer sich einen Bluetooth-Lautsprecher kaufen und perspektivisch ein Sonos-Netz aufbauen will, sollte das Geld schon heute investieren. Wer indes nur einen Bluetooth-Lautsprecher sucht, für den bietet der Markt bessere Angebote.

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