Readly im Test 2022: Das Netflix für Magazine und Zeitungen?

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Readly bietet das, was sich Kritiker vieler Paywalls schon lange wünschen. Einen Zugang, mit dem du die Premium- und Plus-Artikel vieler Zeitschriften direkt im Original lesen kannst. Ganze Magazine sind abruf- und direkt lesbar.
Readly App auf einem Smartphone und einem Tablet
Readly gibt's für Smartphones, Tablets und im WebBildquelle: Wordsmattr

Wer sich nicht im Vorhinein festlegen will, welche Zeitschrift er in einem Monat lesen will oder gleich mehrere Favoriten unter seinem oder ihrem präferierten Lesestoff hat, der sollte einen Blick auf Readly werfen. Readly vereint tausende Zeitschriften und Zeitungen unter einem Zugang. Dabei stellt Readly die Plattform und den Zugang zum Archiv, ist selbst aber nicht der Urheber der Artikel und Zeitschriften. Es gibt also keine „Originals“ wie bei Netflix. Ansonsten sind sich die Angebote – jedes für seinen Bereich – recht ähnlich.

Readly App: So funktioniert die Lese-Flat

Readly gibt es als App für Smartphone und Tablet sowie zum Abrufen im Web. Der Zugang bietet eine mannigfaltige Auswahl an Zeitschriften diverser Bereiche, darunter echte Fachliteratur, internationale Angebote sowie einige Tageszeitungen. Du kannst via Touchscreen digital durch die Zeitungen blättern, wild durchstöbern oder einzelne Artikel in einer optimierten Online-Ansicht öffnen.

Readly-App auf einem Tablet
Die Readly-App ist schlicht strukturiert – du kommst schnell ans Lesen.

Der Zugang kostet 11,99 Euro pro Monat (erster Monat gratis) und beinhaltet einen Family-Account. Das heißt – und hier ist auch die Organisation des Abos sehr Netflix-verwandt – du hast einen Haupt-Zugang und erstellst unter diesem Deckmantel bis zu 5 Profile, mit denen Freunde und Verwandte ebenfalls Zugriff haben und parallel lesen können. Die einzelnen Profile lassen sich per PIN schützen. Ein Jugendschutz lässt sich für die Profile einschalten. Allerdings nur per Web-Oberfläche – nicht in der Account-Verwaltung der App.

Die Einrichtung geht schnell vonstatten. Wenige Einstellungsmöglichkeiten und eine grundlegend intuitive Bedienung der App lassen dich schnell zum Lesen kommen. Die Unterteilung in Genres, Top-Empfehlungen aus der Community und dem eigenen Bereich, der sich mit Downloads und algorithmisch vorgeschlagenen Inhalten füllt, ist sinnvoll und lässt dich schnell durch die App steigen.

Readly Erfahrungen: Dann lohnt sich der Zugang

Rund 12 Euro pro Monat – das ist Monat für Monat eine Stange Geld. Ähnlich viel kosten Streaming-Dienste und der Handyvertrag. Warum also noch so ein Abo, das sich in der Gesamtrechnung langsam läppert?

Wirfst du einen realistischen Blick auf die Inhalte, erkennst du schnell, dass die Printprodukte – vor allem im Bereich der Fachzeitschriften – gerne mal 6 bis 8 Euro pro Monat kosten. Die 1- bis 2-Euro-Zeitschriften der Yellow Press (davon sind ebenfalls viele enthalten) sind eben nicht alles. Allerdings bist du bei Readly nicht festgelegt und kannst dir selbst ein Best-of zusammenstellen, Tagespresse lesen und hast vor allem Zugriff auf ein unschätzbar großes Archiv – ganz ohne Barrieren und Zahlungsschranken. So stellst du dir aus Reise-Illustrierten komplette Reiseführer zusammen und ersetzt mit den hunderten Ernährungs- und Essens-Magazinen ganze Kochbücher. Dabei bleibst du immer am Zahn der Zeit.

Abo jederzeit kündbar

Da das Readly Abo jederzeit kündbar ist, lohnt es sich auch nur temporär – etwa für Urlaubsmonate. Aber auch für Pendler ist das Abo unter Umständen lohnenswert. Woran es dem Abo etwas fehlt, ist die Ausgewogenheit der Zeitungs-Auswahl. Mit „Welt“, „Bild“ und „Rheinischer Post“ sind zwar einige große Blätter mit dabei, gerade die lokale Auswahl kann aber auch noch größer ausfallen. Vermutlich sind immer noch zu viele Verlage von ihren eigenen Bezahlschranken-Modellen überzeugt und finden erst nach und nach Gefallen an Modellen wie Readly.

Pro Readly

  • vielfältiges Angebot – viel günstiger als einzelne Abos
  • flache, intuitive App mit Download-Funktion
  • Family-Account mit 5 Profilen
  • unverbindlich – jederzeit kündbar

Contra Readly

  • keine Volltext-Suche durch alle Inhalte
  • größere Tageszeitungs-Auswahl wünschenswert

Kommentar

Von Michael Stupp

Readly ist für mich eine klassische Urlaubs- und Feierabend-App. Die Auswahl ist schön zusammengestellt und die echten Stärken spielt Readly dann aus, wenn man nicht damit rechnet. Nämlich dann, wenn man tief in die App blickt. Werden in der frischen App die Zeitungen angeboten, die eh jeder kennt, finden sich im Bauch der App richtige Schätze aus tiefen Fachbereichen.

Wer wissbegierig ist, sich in Themen reinfinden will, von denen er oder sie bislang keinen Schimmer hatten, der findet hier Antworten auf ungestellte Fragen und ganz neue Anreize. Readly macht dich zum Autodidakt.

Die Inspirationsmöglichkeit ist meiner Meinung nach auch die Stärke, die ein wenig über die Schwächen hinwegtröstet. Wer mit Readly die Bezahlschranken von Spiegel, Stern und SZ umgehen will, wird enttäuscht. Die Magazine und Zeitungen machen bisweilen ihr eigenes Ding und finden bei Readly nicht statt. Aber: Bei Netflix gibt’s auch nicht jeden Film zu jeder Zeit.

Durch die gute Account-Verwaltung und die Download-Möglichkeiten ist Readly ein unbedingter Tipp für lange Flüge oder Bahnfahrten. Ein wenig besser im Sinne der Relevanz-Überprüfung könnte die Suche sein. Eine Volltext-Suche in allen auf der App verfügbaren Inhalten gibt es nämlich leider nicht.

Die Zweite Meinung

Von Stefan Winopal

Stell dir vor, du bist nachts allein im Presse-Shop eingeschlossen, und kannst lesen, was du willst. Mit Readly fühlt sich das ein bisschen so ähnlich an, nur dass du den Presse-Shop in deinen Händen hältst und es auf dem heimischen Sofa auch viel gemütlicher ist. Ich habe dort mein iPad mini und mein iPhone verwendet, um die Readly-App ausgiebig zu testen.

Ähnlich wie bei anderen Content-Abos à la Netflix ist die beste Herangehensweise auch bei Readly, nicht mit einem konkreten Lesevorhaben zu starten. Alle Titel wirst du in der App leider nicht finden, gerade große Nachrichtenmagazine wie den „Stern“ oder den „Spiegel“ wirst du vergeblich suchen. Viel mehr bietet es sich an, einfach auf Entdeckungsreise zu gehen und sich von den vielfältigen Kategorien inspirieren zu lassen. Denn in der Nische liegt die Stärke dieser Lese-Flatrate. Du wirst überrascht sein, für was es alles ein Special-Interest-Magazin gibt. Deinen News-Fix bekommst du natürlich trotzdem, nämlich aus einigen regionalen und überregionalen Tageszeitungen, die die App zur Verfügung stellt.

Was mir besonders gefallen hat, ist die Möglichkeit, mit Readly auch auf fremdsprachige Publikationen zuzugreifen. Da ich somit nicht auf deutschsprachige Titel beschränkt bin, ist meine Auswahl nochmals um einiges größer – und dabei spreche ich neben Deutsch nur Englisch. Wer weitere Sprachen beherrscht, kann sich über noch mehr Auswahl freuen.

Die Readly-App lief auf meinen Apple-Geräten flüssig und einmal heruntergeladene Magazine lassen sich auch ohne Internetverbindung lesen. Perfekt für deine nächste Bahnfahrt also. Die Artikel-Ansicht ergibt gerade auf meinem Mini-iPad oder meinem Handy Sinn, also überall dort, wo die Zeitschrift im Original-Layout fummelig zu lesen ist. Doch genau das ist auch einer meiner Kritikpunkte, denn nicht alle Titel verfügen über den praktischen Lesemodus.

Mein Fazit: Wer gerne regelmäßig in verschiedenen Magazinen blättert und dabei vielfältig interessiert ist, kommt bei Readly unbedingt auf seine Kosten.

Über diesen Artikel

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Dieser Artikel ist Teil einer Kooperation mit Readly. Der Partner nimmt keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels.

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