Razer Kishi ausprobiert: So wird dein Smartphone zur Konsole

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Razer Kishi ist ein mobiler Gamecontroller für dein Smartphone. Mit ihm kannst du dein Smartphone zu einer echten Handheld-Konsole machen. Wir haben das Gadget getestet und zeigen dir unsere Eindrücke.
Bildquelle: Timo Brauer

Zusammengeklappt ist der Razer Kishi ungefähr so groß wie ein Smartphone. Über zwei kleine Ösen an der Rückseite kann man die Verriegelung lösen und den Gamecontroller auseinanderfalten.

Zusammengeklappt ist der Razer Kishi leicht zu transportieren

Auseinandergefaltet werden die beiden Hälften mit einem breiten Gummiband zusammengehalten. Nach den ersten paar Versuchen klappt das auf- und zufalten sehr schnell und ist mit wenigen Handgriffen erledigt.

Razer Kishi ohne Smartphone

Das Smartphone selbst wird via USB-C oder Lightning-Anschluss in der rechten Seite des Controllers eingesteckt und anschließend in die linke Seite gefädelt. Die Smartphone-Hülle muss dabei in den meisten Fällen abgenommen werden. Durch die recht flexible Bauweise ist Razer Kishi mit fast allen Smartphone-Größen kompatibel.

Einen integrierten Akku besitzt Razer Kishi nicht und muss daher auch nicht aufgeladen werden. Strom bezieht das Gadget direkt vom Smartphone. Einen negativen Einfluss auf dessen Akkulaufzeit konnte ich im Test nicht feststellen. Um das Smartphone während des Spielens mit Strom zu versorgen, wurde je nach Modell ein USB-C oder Lightning-Port im Gamecontroller eingebaut.

Mit einem Lightning (oder USB-C) Port an dem Controller, kann dein Smartphone beim Zocken mit Strom versorgt werden.

Razer Kishi ist hochwertig verarbeitet

Die Verarbeitung des Controllers ist wie von Razer gewohnt hochwertig. Die Tasten haben einen festen und präzisen Druckpunkt und der Controller selbst liegt mit seinen abgerundeten Kanten gut in der Hand.

Die Analog-Sticks lassen sich sogar klicken

Alle Eingabeelemente sind groß genug und wie auf einem Xbox-Controller angeordnet. Einzig die Trigger an der Rückseite haben aufgrund der kompakten Bauweise etwas weniger Travel als man es von einem „echten“ Controller gewohnt ist.

Die Bumper und Trigger Tasten an der Oberseite

So schlägt sich der Razer Kishi beim Zocken

Vom Gefühl in der Hand erinnert der Razer Kishi an eine Nintendo Switch Lite. Dank der Kabel-Verbindung mit dem Smartphone werden alle Eingaben sofort umgesetzt. Eine Verzögerung wie mit einer Bluetooth-Verbindung ist nicht vorhanden.

Bei der Spieleauswahl zeigt sich ein durchwachsenes Bild. Spiele wie Asphalt 9 und Modern Combat 5 werden perfekt unterstützt und blenden sogar die Touch-Steuerung aus. Call of Duty Mobile läuft ebenfalls gut, zeigt aber die Touch-Steuerung weiterhin an. Pubg funktioniert leider überhaupt nicht mit dem Controller. Der überwiegende Teil der von uns getestete Spiele funktionierte mit dem Razer Kishi. Jedoch kann man sich nicht bei allen Titeln darauf verlassen.

Modern Combat 5 läuft ausgezeinet mit dem Razer Kishi

Sein volles Potenzial kann der mobile Gamecontroller mit den neuen Gamestreaming-Diensten wie Microsofts Xcloud oder Googles Stadia entfalten. Mit diesen Diensten kannst du vollwertigen Konsolentitel auf deinem Smartphone zocken – Musst dafür jedoch einen Controller mit deinem Smartphone verbinden. Hier ist Razer Kishi perfekt geeignet, da du so Controller und Smartphone komfortabel halten und zocken kannst. Leider ist dies jedoch nur unter Android möglich.

Auf dem iPhone nur eingeschränkt zu empfehlen

Auch wenn sich die Android- und die iPhone-Variante des Razer Kishi bis auf den Anschluss nicht unterscheiden, kann der Controller nur unter Android sein volles Potenzial entfalten. Dies liegt hauptsächlich an zwei Gründen:

  1. Emulatoren, um alte Titel von Mobilkonsolen auf dem Smartphone spielen zu können sind unter Android viel einfacher zu installieren. So kannst du alte Nintendo DS oder Gameboy-Spiele ohne großen Aufwand auf deinem Smartphone mit Gamecontroller spielen. Das diese Möglichkeit über Apples gut kontrollierten Appstore aus lizenzrechlichten Gründen nicht funktioniert, ist jedoch nachvollziehbar. Über Umwege ist es dennoch möglich.
  2. Völlig unverständlich hingegen ist, dass Apple sich so gegen Gamestreaming-Dienste wie Microsofts Xcloud oder Googles Stadia positioniert. Beide Apps sind nur unter Android erhältlich.

Für keinen dieser beiden Gründe ist jedoch Razer verantwortlich, noch kann der Anbieter Apples Vorgehen in irgendeiner Art und Weise beeinflussen.

Razer Kishi im Test: Unser Fazit

Der Razer Kishi ist einer der besten Gamecontroller für Smartphones auf dem Markt. Dank USB-C oder Lightning-Port und variablen Gummi-Halterungen ist er zudem mit den meisten Smartphones kompatibel.

Wer viel und gerne mit seinem Smartphone Spiele zockt, die eine Controller-Eingabe unterstützen, wird, viel Spaß mit Razer Kishi haben. Auch für Emulatoren, die sonst mit einem virtuellen Controller auf dem Bildschirm auskommen müssen, ist der mobile Controller perfekt geeignet. Einen richtigen Mehrwert sehe ich beim Cloud-Gaming, da man hier zwangsweise auf einen Controller angewiesen ist und sein Smartphone so zu einer Switch für echte Konsolen-Titel machen kann.

Persönlich ist mir der Nutzen an meinem iPhone zu gering – Wenn Apple sich jedoch erbarmt und Gamestreaming von Xcloud und Co. auch auf dem iPhone funktionieren, wäre es mir die Investition wert. Mit einem Preis von 89,99 für die Android- und 109,99 Euro für die iPhone-Variante ist der Razer Kishi Controller nicht gerade günstig. Für echte Spiele-Fans jedoch ein tolles Gadget.

Pros des Razer Kishi im Test

  • top verarbeitet
  • klein und mobil
  • muss nicht geladen werden
  • große Spieleauswahl
  • perfekt für Gamestreaming

Contras des Razer Kishi im Test

  • relativ teuer
  • auf dem iPhone aktuell leider nur begrenzt nutzbar

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Bildquellen

  • Razer Kishi zusammengebaut: Timo Brauer
  • Razer Kishi ohne Smartphone: Timo Brauer
  • Razer Kishi Ladeport: Timo Brauer
  • Razer Kishi Steuerung: Timo Brauer
  • Razer Kishi Steuerung: Timo Brauer
  • Razer Kishi beim Zocken: Timo Brauer
  • Razer Kishi: Timo Brauer
  • Razer Kishi: Timo Brauer
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