Musik zum Anfassen? Diese Kopfhörer versprechen den "Great British Sound"

6 Minuten
Gute und gleichzeitig bezahlbare Kopfhörer zu finden ist nicht einfach. Mit den Melomania Touch wollen die britischen Audio-Experten von Cambridge Audio es aber schaffen. Wir haben die In-Ear-Kopfhörer getestet und sind überrascht.
Cambridge Audio Melomania Touch In-Ear-Kopfhörer
Cambridge Audio Melomania Touch In-Ear-KopfhörerBildquelle: Blasius Kawalkowski / inside digital

Der Markt für Kopfhörer platzt aus allen Nähten. Neben Modellen bekannter Marken wie Sony, JBL oder Sennheiser fluten zusehends unbekannte Unternehmen aus Fernost den Markt mit In-Ear-Kopfhörern zu teils absurd niedrigen Preisen. Doch es gibt auch Traditionsunternehmen, die sich seit über 50 Jahren mit Audio und HiFi-Systemen auseinandersetzen und nun ebenfalls den Markt der In-Ear-Kopfhörer für sich entdecken. Dazu gehört neben Klipsch auch Cambridge Audio. Wie der Name bereits verrät, kommt der Hersteller aus dem englischen Ort Cambridge. Auf dem HiFi-Markt ist die Marke seit 1968 bekannt. Im Bereich von In-Ear-Kopfhörern hingegen ist sie eher ein Neuling. Mit den Melomania Touch verspricht man jedoch den „Great British Sound“. Wir haben die Kopfhörer getestet.

Passform, Tragekomfort und Bedienung der Kopfhörer

Kopfhörer zu finden, die perfekt ins Ohr passen, ist gar nicht so einfach. Cambridge Audio hat eigenen Angaben zufolge die Melomania Touch mithilfe von Datenpunkten von über 3.000 Paar Ohren entwickelt. Sie sollen damit das Nonplusultra in Sachen sicherer Komfort sein. Dem Lieferumfang liegen sechs Ohrpolster in unterschiedlichen Größen und drei verschieden großen „Ohrflossen“ bei. Diese Ohrflossen sorgen dafür, dass die Kopfhörer nicht aus den Ohren herausrutschen. Hat man die Kombination aus Flossen und Silikonaufsätzen gefunden, die am besten zu den eigenen Ohren passen, sitzen die In-Ear-Kopfhörer fest im Gehörgang. Und auch nur dann bekommt man die optimale Soundqualität. Daher: unbedingt alle Möglichkeiten ausprobieren.

Dank vielen Silikon-Aufsätzen und Ohrflossen sitzen die In-Ear-Kopfhörer gut in den Ohren.
Dank vielen Silikon-Aufsätzen und Ohrflossen sitzen die In-Ear-Kopfhörer gut in den Ohren.

Die Steuerung von Musik erfolgt über die Touchflächen an beiden Kopfhörer. Daher leitet sich auch der Name Melomania Touch ab. Die Bedienung ist so simpel wie einfach. Einmal tippen pausiert die Musik, zweimal Tippen und ein Lied wird übersprungen. Tippen und halten sorgt dafür, dass die Lautstärke erhöht (rechts) oder vermindert (links) wird. Dreimal tippen und man gelangt in den Transparenz-Modus. Dazu aber später mehr. Auch Anrufe lassen sich mit einem Tippen annehmen und beenden. In der dazugehörigen Melomania-App lassen sich einzelne Befehle oder auch die gesamte Ohrhörersteuerung ausschalten.

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Großartiger britischer Klang?

Neben dem Tragekomfort ist bei einem Kopfhörer vor allem eines wichtig: der Klang. Mit einem 7-mm-Treiber samt optimierter Graphen-Membran und einem Hochleistungs-Audiomodus in Verbindung mit aptX- und AAC-Audio-Codecs verspricht Cambridge Audio vollmundig ein „herausragenderes Klangbild“.

Toller Klang, auch wenn das gewisse Etwas fehlt
Toller Klang, auch wenn das gewisse Etwas fehlt

Sitzen die beiden Kopfhörer perfekt in den Ohren, ist der Klang harmonisch und kraftvoll, enthält eine natürliche Feinzeichnung und bietet enorm viele Details. Kein Frequenzbereich ist übertönt und die Bässe sind weder zu heftig noch zu lasch. Stimmen werden hervorragend von Instrumenten getrennt. Bei maximaler Lautstärke kommt es nur selten zur Verzerrung. Mit dem Equalizer in der Melomania-App, die es sowohl für Android-Smartphones als auch fürs iPhone gibt, lassen sich die Frequenzen ziemlich gut an den jeweiligen Musikgeschmack anpassen. Satte Bässe sind ebenso möglich wie ausgearbeitete Höhen.

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Im Großen und Ganzen ist der Klang für einen 120 Euro teuren Kopfhörer wirklich gut. Manch einem dürfte er bei dem einen oder anderen Stück etwas zu hallig sein. Und freilich gibt es Modelle, die eine größere Bühne bieten und einen räumlicheren Klang erzeugen. Diese bekommt man dann aber nicht für 120 Euro, sondern muss eher das Doppelte auf den Verkaufstresen hinblättern.

Akkulaufzeit und Besonderheiten der Kopfhörer

Cambrige Audio gibt für die Melomania Touch bis zu 9 Stunden durchgehendes Musikhören an. Unser Test zeigt, dass diese Angabe durchaus realistisch ist. Selbstverständlich kommt es darauf an, wie laut du die Musik aufdrehst und ob du den Transparenzmodus nutzt. Einen Arbeitstag von etwa 8 Stunden überleben die Kopfhörer allerdings problemlos. Das Case, das mit weichem Kunstleder bespannt ist, liefert Energie für weitere 41 Stunden. Und ist auch der Akku der Ladebox irgendwann einmal leer, lässt sich das Gespann per USB-C-Kabel wieder aufladen.

Das Ladecase der Cambridge Audio Melomania Touch zeigt an, wie voll der Akku noch ist
Das Ladecase der Cambridge Audio Melomania Touch zeigt an, wie voll der Akku noch ist

Was so manchem fehlen dürfte, ist ein Active Noise Cancelling (ANC). Cambridge Audio verzichtet bei dem Melomania Touch auf eine Geräuschunterdrückung. Ab einer gewissen Lautstärke (ab etwa 50 Prozent) ist das zwar vernachlässigbar. Hört man jedoch nur leise Musik, sind Umgebungsgeräusche – trotz gut abdichtender Silikonaufsätze – deutlicher hörbarer als bei Modellen mit gutem ANC, wie etwa den Sony WF-1000XM4.

Dafür bieten die In-Ear-Kopfhörer einen variablen Transparenzmodus. Dreimal auf die Touchfläche tippen genügt, und die Umgebungsgeräusche werden verstärkt. Das ist vor allem an Bahnhöfen oder im Straßenverkehr von Vorteil. Aber auch, wenn man den Partner sprechen sieht, aber nicht hört. In der App lässt sich einstellen, wie hoch die Geräusche verstärkt werden sollen.

Weich und toll gestaltet: Das Case der Kopfhörer
Weich und toll gestaltet: Das Case der Kopfhörer

Melomania Touch im Test: das Fazit

Das Touch in Namen der In-Ear-Kopfhörer steht weniger für das das Anfassen und Fühlen der Musik, sondern eher für die großen Touchflächen an beiden Steckern. Auch wenn man nicht vollends in die Musik eintauchen kann, wie das etwa bei den Klipsch T5 II der Fall ist, liefern die Kopfhörer von Cambridge Audio aber dennoch einen guten, ausgewogenen und harmonischen Klang. Mit dem Equalizer lässt sich noch deutlich mehr herausholen. Zudem passen die Melomania Touch dank vieler Silikonaufsätze und Flossen prima ins Ohr. Hat man die passenden Stücke gefunden, ist der Tragekomfort sehr hoch.

Die Akkulaufzeit von 9 Stunden genügt, um einen ganzen Arbeitstag Musik zu hören und bei Bedarf über die Kopfhörer zu telefonieren. Der variable Transparenzmodus funktioniert gut, ANC fehlt jedoch – insbesondere bei geringer Lautstärke. Für aktuell rund 120 Euro bekommt man toll verbreitete Kopfhörer in einem schönen Case, die zudem auch noch einen guten Klang und eine tolle App mitbringen.

Pro

Cambridge Audio Melomania Touch im Test
  • Gute Passform und angenehmer Sitz im Ohr
  • Toller Equalizer in der App
  • Gute Akkulaufzeit
  • Sauberer und harmonischer Klang
  • Schöne Verarbeitung

Contra

  • Kein ANC
  • Bei manchen Stücken etwas zu hallig
  • Perfekter Klang erst nach Equalizer-Anpassung in der App

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  • Cambridge Audio Melomania Touch In-Ear-Kopfhörer: Blasius Kawalkowski
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1 KOMMENTAR

  1. Avatar DerMueller

    Diese Kopfhörer sitzen tatsächlich perfekt und auch der Klang ist hervorragend. Aber leider haben sie ein paar praktische Nachteile die ich nicht akzeptieren konnte und deshalb gingen sie zurück. Erstens ist das Touch Konzept völlig unbrauchbar, bei jedem anfassen verstellt man irgendetwas ungewollt. Der „Aufmerksamkeitsmodus“ ist eine tolle Idee, Cambridge sollte sich aber mal bei den Apple AirPro anschauen wie man das richtig macht. Außerdem vergessen die Geräte immer diese Einstellung. Einstellen geht nur in der App, bei Anbindung an eine Uhr (zum Beispiel) ist die Funktion nicht verwendbar. Warum die Kopfhörer einzeln gekoppelt werden müssen entzieht sich meiner Kenntnis, das hat gravierende Nachteile wenn man die Hörer an mehreren Geräten verwendet.
    Mein Tipp an Cambridge Audio, die sollten mal praktische Tests machen und auf die Anwender hören.

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