Kann dieser Edel-Kopfhörer mit den Spitzenmodellen von Sony und Bose mithalten?

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Neben Sony, Bose und JBL gibt es einen weiteren Kopfhörer-Hersteller mit langer Tradition: Denon. Das Unternehmen ist vor allem für seine Hi-Fi-Receiver bekannt. Mit den AH-GC30 bietet es aber auch Kopfhörer an, die mit ANC und einer langen Laufzeit punkten wollen. Der Test zeigt, ob sie es können.
Denon AH-GC30: Edel-Kopfhörer im Test
Denon AH-GC30: Edel-Kopfhörer im TestBildquelle: Blasius Kawalkowski/inside digital

Verarbeitung und Bedienung

Die Verarbeitung und die Materialauswahl des Denon AH-GC30 sind großartig. Eine Mischung aus Kunstleder für die Polster, Kunststoff und Metall lassen die Denon-Kopfhörer ziemlich edel und hochwertig erscheinen. Die Bedienung erfolgt über insgesamt fünf Tasten. Ob lauter oder leiser, ob Lieder überspringen oder pausieren, ob Akkustand prüfen, Telefongespräche annehmen oder ANC ein- und ausschalten: man vermisst hier keine Funktion.

Der Klang der Edel-Kopfhörer

Das wohl wichtigste Kriterium bei einem Kopfhörer ist aber der Klang. Die Denon AH-GC30 liefern jedoch ein eher zurückhaltendes Musikerlebnis. Der Sound ist recht spitz. Höhen treten zu sehr in den Vordergrund und Zischen wirkt vor allem auf Dauer zu penetrant. Bei klassischer Musik ist das noch durchaus in Ordnung. Bei Rock- oder Pop-Musik fehlen Dynamik und Bass. Wer audiophile Kopfhörer sucht, die einen harmonischen und natürlichen Klang mit Feinzeichnung und Detailreichtum bieten, ist hier falsch.

Darüber hinaus bewirbt Denon bei den AH-GC30 die aktive Geräuschunterdrückung, also das ANC. Doch das ist kaum spürbar. Ob ein- oder ausgeschaltet: Die Umgebungsgeräusche werden zwar aufgrund der gut abschließenden Ohrpolster ferngehalten, der ANC-Modus kann das aber kaum verstärken. Auch der Ambient-Sound-Modus, der Durchsagen von Flughafen- oder S-Bahnlautsprechern gut hörbar in die Wiedergabe einfließen lassen soll, funktioniert nur bedingt gut. Hört man nur leise Musik, bekommt man zwar die Ansage mit. Man versteht aber kaum, was die Person sagt. Pausiert man die Musik und schaltet zwischen den Modi hin und her, wird man kaum einen Unterschied zum ANC- oder dem normalen Modus wahrnehmen.

Der Klang der Kopfhörer ist zurückhaltend; das ANC könnte besser funktionieren.
Der Klang der Kopfhörer ist zurückhaltend; das ANC könnte besser funktionieren.

Schade ist, dass man den Klang nicht per Equalizer anpassen kann. Lädt man die optisch angestaubte Denon Audio App auf sein Smartphone, gibt es zwar einen Equalizer. Den kann man aber außerhalb der App nicht nutzen. Das heißt, dass man lediglich den Klang lokal gespeicherter Musik und des in der Anwendung eingebauten TuneIn-Radios verändern kann. Hört man aber Musik über einen Streaming-Dienst, muss man ohne Ton-Einstellungen zurechtkommen.

Passform und Tragekomfort der Kopfhörer

Der seitliche Anpressdruck ist gerade noch O. K. Die Kopfhörer sitzen eng auf dem Kopf und die Ohrpolster schmiegen sich gut an. Bei einem 8-stündigen Arbeitstag könnten sie aber bei dem einen oder anderen zu stramm sein und der Bügel von oben auf den Kopf drücken. Durch den relativ hohen Anpressdruck eignen sie sich aber besonders gut zum Sport. Bei schnellen und ruckartigen Bewegungen bleiben die Denon AH-GC30 an Ort und Stelle.

Die Denon AH-GC30 sitzen etwas eng, rutschen dadurch aber auch nicht vom Kopf, etwa beim Sport.
Die Denon AH-GC30 sitzen etwas eng, rutschen dadurch aber auch nicht vom Kopf, etwa beim Sport.

Gute Akkulaufzeit

Nach Angaben von Denon haben die Kopfhörer eine Akkulaufzeit von 20 Stunden. Das können wir bestätigen. Problemlos kamen wir im Test auf diese Zeit. Zudem sind die Kopfhörer innerhalb von zwei Stunden wieder voll aufgeladen. Wer wissen möchte, wie viel Restenergie noch bleibt, drückt zweimal die Telefon-Taste am linken Ohrhörer. Eine Stimme sagt anschließend auf Englisch durch, wie viel Stunden man noch Musik hören kann, ehe die Kopfhörer ans Ladekabel müssen.

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Sollte der Akku leer sein, kann man dank der mitgelieferten Klinkekabel weiter Musik hören. Vorausgesetzt, auch das Smartphone bietet einen Klinkeneingang. Eines der beiden mitgelieferten Kabel hat eine Fernbedienung mit eingebautem Mikrofon, sodass man auch bei leerem Akku weiterhin telefonieren kann.

Fazit zu den Denon AH-GC30

Denon AH-GC30 im Test

Die Denon-Kopfhörer weisen eine gute Passform auf, auch wenn sie dem einen oder anderen etwas zu eng sein könnten. Dafür eignen sie sich aber besonders gut zum Musikhören beim Sport. Etwas enttäuschend ist der zurückhaltende und zu spitze Klang. Das Active Noise Cancelling (ANC) ist im Vergleich zum normalen Modus kaum wahrnehmbar. Ebenso der Ambient-Sound-Modus, der Umgebungsgeräusche verstärken soll. Das funktioniert selbst bei leiser Musik nicht wirklich gut.

Toll hingegen ist die Verarbeitung und die Materialwahl. Die Kopfhörer sehen nicht nur hochwertig aus, sie fühlen sich auch so an. Zudem weisen die Denon AH-GC30 eine ziemlich gute Akkulaufzeit von 20 Stunden auf, die wir im Test sogar auch überschritten haben.

Dank stabilem Case und des Klappmechanismus lassen sich die Kopfhörer gut und sicher transportieren.
Dank stabilem Case und des Klappmechanismus lassen sich die Kopfhörer gut und sicher transportieren.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis – die Denon AH-GC30 kosten rund 190 Euro – könnte aber besser sein. Für 20 Euro mehr gibt es etwa die Sony WH-1000XM3, die einen deutlich voluminöseren Sound, mehr Bass und ein viel besseres ANC bieten. Wem 200 Euro ein zu großes Loch in den Geldbeutel reißen, der kann einen Blick auf die Huawei FreeBuds Studio werfen. Sie kosten knapp 140 Euro und überzeugten uns im Test mit tollem Klang und einem hohen Tragekomfort.

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