Huawei Matebook X Pro (2022): Neuauflage überzeugt mit Detailverbesserungen

6 Minuten
Der überarbeitete Huawei-Klassiker übernimmt viel von seinem Vorgänger, überzeugt aber mit Änderungen im Detail, etwa bei der Integration von Display und Hardware. Vom Vorgänger wurde jedoch die geringe Flexibilität beim Display übernommen.
Huawei Matebook X Pro (2022)
Huawei Matebook X Pro (2022)Bildquelle: Matthias Wellendorf

Das neue Matebook X Pro ist unverkennbar ein Huawei-Notebook. Auf den ersten Blick ist der Unterschied zum Vorgänger einmal mehr nicht gerade leicht auszumachen. Das grundlegende Design hat Huawei nicht angefasst. Die minimalistische Form haben die Chinesen lediglich in einem neuen Blauton lackiert. Auf den zweiten Blick zeigen sich kleine Veränderungen bei Details. Das Touchpad schließt randlos an der Gehäusekante ab. Der Displaydeckel wurde mit einer Gummierung überzogen, die besser vor den üblichen Gebrauchsspuren im Alltag schützen soll.

Leichtgewicht auf Kante genäht

Die Qualität der Verarbeitung gibt wenig Anlass zur Beschwerde. Huawei-typisch erfolgt die Integration der Komponenten mit wenig Rand. Das trifft nicht nur auf das Touchpad, sondern auch auf den Bildschirm zu. Mit 31 x 22,1 cm ist das Notebook entsprechend kompakt. Der 1,7-cm-Abstand zwischen Tasten und Seitenkanten wurde für die Lautsprecher genutzt. Trotz dessen lässt sich der Unterbau auch unter hohem Druck nicht verwinden, allerdings macht sich das Gehäuse mit leisen Geräuschen bemerkbar. Der Deckel kann erwartbar mit dieser Stabilität nicht mithalten. Seine Widerstandsfähigkeit gegenüber Verwindungen ist zwar nicht schlecht, allerdings lässt sich das Display recht leicht durchdrücken. Wer es darauf anlegt, kann auch kleine Wellen auslösen.

Zu berücksichtigen gilt an dieser Stelle, dass die Neuauflage im Vergleich zum Vorgänger deutlich abgespeckt hat. Das Matebook X Pro bringt nur noch 1,28 Kg auf die Waage.

Huawei Matebook X Pro (2022)
Fingerabdsruckscanner in der Power-Taste, Touchpad bis zum Rand

Huawei Matebook X Pro: Kleines Plus beim Display

Im Vergleich zu seinem direkten Vorgänger ist bei der Neuauflage des Matebook X Pro ein etwas größeres Display mit einer Diagonale von 14,2 Zoll verbaut worden. Gleichzeitig steigert sich die Auflösung des Panels, das – Huawei-typisch – auf der LTPS-Technologie basiert. Die Bildinhalte zeigt der Laptop nun mit 3.120 x 2.080 Pixeln an, das Seitenverhältnis von 3:2 wurde beibehalten. In der Premium-Variante erreicht das Display eine Bildrate von guten 90 Hz.

Nicht nur die formalen Werte des Bildschirms sind vielversprechend, auch die Darstellungsqualität überzeugt. Dies beginnt mit der matten Ausführung der Oberfläche, die sich angenehm aufs Arbeiten auswirkt. Daneben gefallen die knackigen Farben und Kontraste sowie die Lichtstärke der Hintergrundbeleuchtung, die ein Arbeiten im Freien möglich macht.

Prozessor mit optimaler Leistungsentfaltung

Ein Intel Core i7-1260p gepaart mit einem 16 GB großen Arbeitsspeicher ist schon auf dem Papier eine Kombination, die eine gute Performance verspricht. Und Huawei hat sich bei der Integration des Chips ins Zeug gelegt, um dessen Leistungspotentiale möglichst umfassend ans Tageslicht zu fördern. So erreicht das Notebook im Geekbench mit 1.700 Punkten bei der Einzelkern- und mehr als 9.100 Punkten bei der Mehrkern-Leistung Spitzenwerte.

Mancher Konkurrent ist an dieser Stelle nicht über 7.500 Punkte hinausgekommen. Bei der Leistung der GPU gibt es hingegen keine Überraschungen. Immerhin kann sie in Verbindung mit dem 90-Hz-Display auch Spieler im Notfall zufriedenstellen. Bei höheren Auflösungen als 1080p stößt die Grafikeinheit jedoch an ihre Leistungsgrenzen.

Huawei Matebook X Pro (2022)
Die schlanken Lautsprecher in den Seiten werden ihrem Namen gerecht

SSD: 1 TB am PCIe-3.0-Interface

Das Matebook X Pro liefert beim Datenspeicher, was in dieser Klasse erwartet werden darf: Die SSD hält eine Speicherkapazität von einem Terabyte bereit. Angebunden wird sie mithilfe der PCIe-3.0-Schnittstelle und liefert Geschwindigkeiten von nahezu 3.500 MB/s beim Lesen und etwas mehr als 2.900 MB/s beim Lesen von Daten. Das sind grundsätzlich keine schlechten Werte, doch bei einem Notebook, das mehr als 2.000 Euro kosten soll, hätte es auch der nochmals deutlich schnellere PCIe-4.0-Anschluss werden dürfen, auch wenn der praktische Nutzwert begrenzt ist.

Kleiner Akku kurze Laufzeit

Im Matebook X Pro steckt ein Energiespeicher, der eine Kapazität von 60 Wh bereitstellt. Allem Anschein nach musste Huawei an dieser Stelle etwas Tribut für das flache Gehäuse zahlen, denn richtig groß ist das nicht. Das zeigt sich auch bei den Laufzeiten. Nach einer Stunde im Browser sind bereits 30 Prozent der mitgeführten Reserven verbraucht.

Huawei Matebook X Pro (2022)
Display:14,2 Zoll, LTPS, 3.120 x 2.080 Pixel
Prozessor:Intel Core i7-1260P
Grafik:Intel Iris Xe
Arbeitsspeicher:16 GB, LPDDR5
DatenspeicherSSD, PCI 3.0, 1 TB
Kamera1080p
Anschlüsse:4x USB Typ-C (2x Thunderbolt 4), Klinke
Drahtlos:WiFi 6E, Bluetooth 5.2
Akku:60 Wh
Lieferumfang:Netzteil, USB-A-Adapter
Abmessungen:31 x 22,1 x 1,6 cm
Gewicht:1,28 kg
Betriebssystem:Windows 11 Home
Preis:2.199 Euro

Huawei Matebook X Pro: Nur noch USB Typ-C

Einer der großen Kritikpunkte an vielen der kompakten Huawei-Notebooks war stets die Anzahl an Ports. Huawei hat sich an dieser Stelle die Kritik offensichtlich zu Herzen genommen. Denn bei der Neuauflage des Matebooks X Pro hat der Hersteller nachgebessert. Gleich vier USB-Steckplätze im Typ-C-Format finden sich in den schlanken Seiten. Die zwei Anschlüsse auf der Linken unterstützen Thunderbolt 4. Der Flexibilität am Schreibtisch kommt das natürlich nicht entgegen, doch immerhin legt Huawei einen einfachen Adapter in die Kiste, mit dem ein klassischer USB-Typ-A-Anschluss bewerkstelligt wird.

Für das kabellose Einbinden von Peripherie genauso wie den Netzwerkzugriff setzt Huawei auf Intels AX211-Modul, das den Bluetooth-5.2-Standard beherrscht und auf der Basis der WiFi-6E-Spezifikation das Surfen im Netz erlaubt.

Huawei Matebook X Pro (2022)
Zwei links, zwei rechts: USB Typ C muss reichen

Touchpad bis zum Rand

Das Matebook X Pro soll nicht zuletzt im Arbeitsalltag als ständiger Begleiter überzeugen. Und so integriert Huawei eine dementsprechend sehr gut funktionierende Tastatur. Sie überzeugt vor allem mit einem spürbaren Tastenhub. Auch das mittig platzierte Touchpad gefällt nicht nur optisch. Mit einer Fläche vom 12 x 8,3 cm nutzt es die sich bietenden Platzverhältnisse optimal aus. Die Funktionalität ist sowohl hinsichtlich der Reaktionsfreude als auch der Präzision ohne Fehl und Tadel.

Gleiches gilt im Prinzip auch für den Touchscreen. Allerdings bleibt hier eine grundsätzliche Kritik bestehen: Der Bildschirm lässt sich nicht einmal um 180° nach hinten klappen – geschweige denn um 360°. So kannst du das Notebook im Zweifelsfall auch nicht als Tablet nutzen.

Im Alltag freuen sich Nutzer über die veränderte Positionierung der Kamera. Bisher konnte diese per Knopfdruck aus der Tastatur gefahren werden, nun ist sie – wie sonst üblich – in den Display-Rahmen gezogen. Das hat den Vorteil, dass sich hier der Platz für die weiteren Sensoren findet, um eine Gesichtserkennung zu ermöglichen.

Fazit zum Huawei Matebook X Pro

Wirklich viel hat sich bei der Neuauflage des Matebook X Pro nicht getan. Warum auch? Das Notebook konnte mit seinen Qualitäten schon zuvor überzeugen und die vorgenommenen Änderungen steigern diese weiter. Etwa durch das verringerte Gewicht des Gehäuses, mit einer optimal integrierte Hardware und einem hervorragenden Display, das die Steigerung der Auflösung gar nicht nötig gehabt hätte. Auch die Speicherausstattung ist ordentlich.

Huawei Matebook X Pro (2022)Wertung
Design / Verarbeitung109
Display1513
Prozessor2015
Speicher108
Akku und Verbrauch105
Tastatur54
Anschlüsse107
Preis / Leistung2012
Gesamt10073

Es lassen sich aber auch Haare in der Suppe finden: Der begrenzte Aufstellwinkel des Displays ist unschön, schließlich finden sich in diesem Segment durchaus Konkurrenten, die einen Tablet-Modus unterstützen. Und schließlich ist die Schnittstellenausstattung einmal mehr ein Kritikpunkt. Grundsätzlich sind die vier USB-Ports ein Fingerzeig in die richtige Richtung. Künftig werden kaum noch andere Steckplätze benötigt. Bis es jedoch soweit ist, wäre eine klassische USB-Buchse genauso wie HDMI noch wünschenswert.

id-siegel-HmbXpro-prozent

Pro

  • Leicht und dennoch top verarbeitet
  • Hervorragendes Display
  • Sehr gute Integration der Hardware

Contra

  • USB-Ports ausschließlich im USB-Typ-C-Format
  • Begrenzter Aufstellwinkel des Displays
  • Nicht günstig

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein