Huawei Matebook 16: Schnelle Hardware, großer Bildschirm & mehr als nur Office

6 Minuten
Das neue Matebook 16 gefällt mit einer schlanken Silhouette und einem großen Display. Im Inneren sitzt ein dicker AMD-Prozessor, der auch für anspruchsvolle Aufgaben genügend Ressourcen parat hat. Doch reicht das für eine gute Note im Test?
Touchpad des Huawei MateBook D16
Touchpad des Huawei MateBook D16Bildquelle:

Huawei-Notebooks sind durch die Bank weg schick gestaltet, auch das Matebook 16. Sonderlich viel Mühe gibt sich der Hersteller dennoch nicht. Das Design wird ohne größere Abwandlungen bereits seit Jahren genutzt – ähnlich konsequent wie Apple, dem optischen Vorlagengeber. Das gilt etwa für den Kantenschliff des Korpus oder die Positionierung der Boxen, die in der Tastatur versteckte Webcam und der Power-Taste mit dem integrierten Fingerabdruckscanner.

Huawei: Ein Design für alle Laptops – für alle Zeiten

Dabei ist das Huawei Matebook 16 schlank geschnitten. Die Bauhöhe liegt bei nur 1,8 cm, die Grundfläche misst 35,1 x 25,5 cm. Schon der schlanke Rahmen rund um den Bildschirm unterstreicht: Viel weniger geht zurzeit nicht mehr. Dazu passt auch das Gewicht von knapp 2 kg, das für einen Laptop dieser Größenordnung als niedrig durchgeht.

Die Verarbeitungsqualität schließt nahtlos an den optischen Eindruck an. Die aus Aluminium gefertigte Schale zeigt keine Schwächen bei der Stabilität. Selbst der Deckel spendet dem 16 Zoll großen Bildschirm einen guten Schutz. Das Display lässt sich weder verdrehen noch durchdrücken und auch das Scharnier, mit dem das Ganze an den Unterbau gekoppelt wird, bietet einen guten Stand.

Huawei Matebook 16

Das Display des Huawei Matebook 16: 3:2 in groß

Huawei setzt bei seinen Notebooks seit jeher auf ein Seitenverhältnis von 3:2, das sich aufgrund der großen Bildschirmhöhe insbesondere bei produktiven Anwendungen auszeichnet. Um bei einer Diagonale von 16 Zoll eine hohe Bildqualität zu bewerkstelligen, setzt der Hersteller auf eine Auflösung von 2.520 x 1.680 Pixeln, was einer Pixeldichte von 189 ppi entspricht. Dementsprechend hoch ist die Detailschärfe des IPS-Panels. Dank eines Kontrastverhältnisses von 1.500:1 sowie eine 100 Prozent Abdeckung des sRGB-Farbraums sind Kontraste gut und die Farbdarstellung gefällt mit lebendigen, aber nicht übertrieben grellen Farben.

Dicker Prozessor, keine dezidierte GPU

Um bei Ressourcen-hungrigeren Anwendungen genügend Leistungsreserven bereitstellen zu können, setzt Huawei beim Matebook 16 auf einen leistungsstarken Prozessor aus dem AMD-Angebot: Der Ryzen 7 5800H mit einer TDP von 35 W verfügt über acht CPU-Kerne, die mit einem Basistakt von 3,2 GHz bis zu 16 Threads parallel abarbeiten können. Der maximal mögliche Takt wird mit 4,4 Ghz angegeben. CPU-seitig gibt es an der Leistungsfähigkeit nichts zu beanstanden. Die etwa im Geekbench ermittelten Werte liegen rund 10 % über denen, eines Intel Core i7-10870H, der seine Potenziale zuletzt im Medion Erazer Beast X20 unter Beweis stellen musste. Im anwendungsorientierten PCMark 10, sind die Ergebnisse auf gleichem Niveau.

Huawei Matebook 16 
Display:16 Zoll, IPS, (2.520 x 1.680 Pixel)
Prozessor:AMD Ryzen 7 5800H
Grafik:AMD Vega 8
Arbeitsspeicher:16 GB DDR4
Datenspeicher512 GB, NVMe-SSD
Anschlüsse:2x USB Typ-C, 2x USB Typ-A (3.2 Gen 1), HDMI 2.0, 3,5-mm-Klinke
Drahtlos:WLAN 6 (ax), Bluetooth 5.1
Akku:84 Wh, Lithium-Polymer
Lieferumfang:Netzteil
Abmessungen:35,1 x 25,5 x 1,8 cm
Gewicht:1,99 kg
Betriebssystem:Microsoft Windows 10 Home
Preis:1.199 Euro

Als Bremse wirkt beim Huawei Matebook 16 eher die integrierte Radeon-GPU. Die AMD Vega 8 – die Zahl im Namen deutet es an – verfügt über acht Cluster und kann es damit nicht mehr mit Intels Xe-Grafik in der höchsten Ausbaustufe aufnehmen. Leistungstechnisch liegt die AMD-Grafikeinheit damit zwischen den integrierten Xe-Lösungen, die Intel bei seinen aktuellen Core i5 und i7 bietet. Dennoch ist der Chip insgesamt performant genug, um auch bei anspruchsvollen Spielen zu bestehen. Selbst Call of Duty ist flüssig möglich, wenn das Rendering auf 60 fps heruntergeregelt wird.

Der Arbeitsspeicher ist mit einer Größe von 16 GB ordentlich dimensioniert. Erst bei wirklich Ressourcen-hungrigen Anwendungen werden Grenzen erreicht. Allerdings hast du dann eine Ebene erreicht, wo sich die Frage stellt, ob dieses Notebook noch das Richtige für dich ist.

Huawei Matebook 16

SSD im Huawei Matebook 16 merkwürdig formatiert

Eine Größe des Datenspeichers von 512 GB ist nichts, was noch Jubelstürme hervorrufen kann. In dieser Hinsicht ist die von Lite-On stammende NVMe-SSD nur noch gehobenes Mittelmaß. Das gilt auch für die Geschwindigkeit. Beim sequenziellen Lesen von Daten werden gute Transferraten von etwas mehr als 3.300 MB/s erreicht, mit rund 2.200 MB/s kann die Schreibleistung nicht ganz mithalten, langsam ist die SSD damit aber nicht.

Größeres Stirnrunzeln verursacht beim Huawei Matebook 16 die Partitionierung: Die System-Partition wird auf 120 GB festgelegt, eine zweite fürs Speichern der Daten gedachte Partition bietet 340 GB. Wer die von Microsoft vorab festgelegten Ordner für Bilder, Dokumente usw. verwenden, sorgt schnell für Überfüllung auf der System-Partition. Und eine Änderung der Speichergrößen mit der in Windows steckenden Datenträgerverwaltung sorgt dafür, dass die gespeicherten Daten gelöscht werden. Selbst im Neuzustand muss im Nachgang das Betriebssystem neu installiert werden.

Großer Akku für langes Arbeiten ohne Kabel

Um dem mobilen Arbeiten keine Steine in den Weg zu legen, setzt Huawei auf einen Lithium-Polymer-Akku mit einer Kapazität von 84 Wh. Dementsprechend ordentlich ist die Akku-Laufzeit. Nach einer Stunde im Browser sind gerade mal 13 Prozent der mitgeführten Reserven aufgebraucht. Unter Last zeigen die acht Kerne des Ryzen 7 5800H einen größeren Energiehunger. Beim Daddeln auf den Rennstrecken von „Asphalt 9: Legends“ halbiert sich die Laufzeit um exakt 50 Prozent.

Unterm Strich steht damit eine gute Akku-Leistung im Test des Huawei Matebook 16. Zumal nicht vergessen werden darf, dass der Prozessor mit einer TDP von 35 W bereits zu den energiehungrigeren Exemplaren im Notebooksegment zählt. Bei intensiverer Nutzung ist kein ganzer Arbeitstag drin, ohne dass das Stromkabel angeschlossen werden muss. Wer dem Laptop öfters eine Pause gönnt und den Prozessor nicht zu sehr beschäftigt, dürfte zumindest die 6-Stunden-Schwelle überspringen.

Huawei Matebook 16

Tasten mit wenig Popp über riesigem Touchpad

Ein angenehmes Arbeiten hängt nicht zuletzt von der Qualität von Tastatur und Touchpad ab. Doch gerade erstere kann nicht bis ins letzte Quäntchen überzeugen. Der Tastenhub ist recht kurz geraten und auch der Anschlag hätte etwas mehr Popp verdient. Nach etwas Eingewöhnungszeit können aber auch Vielschreiber gut mit den physischen Eigenschaften leben. Schwerer wiegt da – gerade für Zahlenmenschen – der Verzicht auf den Nummernblock, der den raumgreifenden Lautsprechern den Platz überlassen musste.

Das Touchpad ist mit 14 x 9,1 cm sehr groß und sorgt mit einer hohen Präzision und einem gut austarierten Klick-Mechanismus für gute Stimmung beim Schaffensprozess. Dass der Bildschirm nicht berührungsempfindlich ist, ist schade. Allerdings lässt sich eine solche Funktion bei dieser Bildschirmgröße nicht mehr ganz so einfach umsetzen.

Anschlüsse: bedarfsgerecht

Maus, Tastatur, Bildschirm, Akku und gleichzeitig das Smartphone laden – das lässt sich problemlos mit dem Matebook 16 erledigen. Insgesamt stehen vier USB-Anschlüsse bereit, von denen jeweils zwei mit einem Typ-A- und zwei mit einem Typ-C-Interface aufwarten. Sie basieren auf dem Standard 3.2 Gen. 1. Fürs Anschließen von Bildschirmen kann darüber hinaus ein HDMI-2.0-Port genutzt werden.

KategorieGewichtTestergebnis
Design / Verarbeitung108
Display1514
Prozessor2014
Speicher106
Akku und Verbrauch107
Tastatur53
Anschlüsse104
Preis / Leistung2016
Gesamt10072

Fazit zum Huawei Matebook 16

Am Matebook 16 gibt es wenig zu bemängeln, vielleicht die fehlende dezidierte Grafikkarte, die das Potenzial bei der Erstellung komplexer (Multimedia-)Inhalte noch erhöht hätte. Doch grundsätzlich lässt das Notebook wenig vermissen. Die Verarbeitung ist auf hohem Niveau, das Display gefällt und der Prozessor ist flott. Die wenigen Kritikpunkte sind leicht verschmerzbar, denn der Preis von 1.199 Euro ist für das Gesamtpaket angemessen.

Pro

  • Schickes und gut verarbeitetes Gehäuse
  • Einwandfreies Display
  • Flotte Hardware
  • Großer Akku

Contra

  • Tastatur ohne Nummernblock
  • Unpraktische Partitionierung der SSD

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