HTC 5G Hub im Test: Erfahrungen aus der Praxis

6 Minuten
Der HTC 5G Hub ist der erste Router, den es auf dem deutschen Markt für das 5G-Netz gibt. Doch er kann weitaus mehr als 5G und ist als LTE-Router auch eine echte Alternative zu einem gewöhnlichen mobilen Hotspot. Warum das so ist und was der Router taugt, zeigen wir dir.
HTC 5G Hub
Bildquelle: Tobias Dirking

Eins vorweg: Ein Gerät für die Hosentasche ist der HTC 5G Hub mit seinen Maßen von fast 13 mal 10 Zentimetern und einem Gewicht von 340 Gramm nicht. Optisch erinnert er an den Amazon Echo Show 5: Großes 5-Zoll-Display, ein mit Stoff bespannter Rahmen und eine leicht angewinkelte Bauweise zum Hinstellen des Routers. Das ist auch genau das Stichwort für den eigentlich Einsatzzweck: Er wurde als Heimnetz-Router konzipiert, ist aber mehr als das.

Heimnetz-Router und mobiler Hotspot in einem

Auf der Rückseite befindet sich ein Gigabit-LAN-Port, über den ein komplettes Heimnetzwerk angebunden werden kann. Das funktioniert entweder über einen weiteren Router, der ohnehin die Aufgaben des Heimnetz-Routings übernimmt, oder wie in unserem Test-Szenario auch ein Powerline-Adapter, der das Signal ins Stromnetz einspeist und auf diesem Weg ein WLAN-Mesh-Netzwerk in der gesamten Wohnung aufbaut. Wer auf Internet angewiesen ist, weil er etwa im Home-Office arbeitet, könnte mit dem HTC 5G Hub also ein Premium-Backup für seinen normalen Internet-Zugang installieren.

Zusätzlich verfügt das Gerät über WLAN. Bis zu 20 Geräte können mit dem Router, der mit Android 9 arbeitet, per Funk verbunden werden. Dabei kann der Nutzer bestimmen, ob der Hotspot im 2,4- oder 5-GHz-Band arbeiten soll. Angesichts der möglichen Datenraten ist hier das 5-Ghz-Band die klare Empfehlung. Unterstützt wird LAN 802.11 a/b/g/n/ac und als Besonderheit sogar 802.11ad als Ad Hoc-Variante mit enormen Datenraten. Testen konnten wir das mangels kompatiblem Endgerät aber nicht.

Android-Gerät ohne Telefon-Funktion mit Mega-Akku

Der Router basiert wie erwähnt auf Android 9 und bringt somit alle Android-Funktionen inklusive Play Store mit sich. Zwei Einschränkungen: Telefonieren kann der HTC 5G Hub nicht. Zugegeben: Es sähe auch ziemlich albern aus, sich das Teil an die Wange zu halten. Aber auch per Bluetooth ist keine Telefonie vorgesehen. Zweite Einschränkung: Nicht alle Apps funktionieren so, wie sie sollten. Sie sind teilweise schlichtweg nicht auf die Bauform angepasst. Mangels Lagesensor sind die Apps im Querformat dargestellt, auch wenn der Router steht. Einige Apps ragen über die Display-Flache hinaus. Das führte beispielsweise dazu, dass wir Opensignal nicht auf dem Router nutzen konnten, da wir die Datenschutz-Hinweise beim ersten Starten nicht bestätigen konnten.

Kommen wir zur eigentlichen Nutzung. Diese ist einerseits stationär, aber auch mobil möglich. Denn es ist auch ein 7.660-mAh-Akku verbaut. Und die Batterie leistet auch eine Menge. Zum Testen haben wir den HTC 5G Hub einen kompletten Messetag als Hotspot im Arbeitsrucksack gehabt. Dabei war mindestens ein Smartphone die ganze Zeit mit dem Router verbunden. Am Abend hatte dieser nach einem langen Tag immer noch eine Rest-Kapazität von über 50 Prozent. Da mag sich so manches Smartphone mal eine Scheibe von abschneiden.

In den Akku-Einstellungen berechnet der HTC 5G Hub, wie lange der Akku voraussichtlich noch durchhalten wird. Gewöhnungsbedürftig ist ein abschaltbares Akku-Management, das die Lebensdauer des Akkus erhöhen soll. Allerdings führt dieses dazu, dass der Akku beim Aufladen nur zu 75 Prozent geladen wird. Nicht gerade das, was man sich für einen langen Arbeitstag vorstellt. Für den stationären Einsatz aber durchaus sinnvoll.

Der HTC 5G Hub im Video

Datenübertragung per LTE und 5G: Hervorragend

HTC 5G Hub
HTC 5G Hub

Getestet haben wir den HTC 5G Hub im Telekom-Netz. Und das mit enorm guten Datenraten – nicht nur im 5G-Netz, sondern auch per LTE. Alle in Deutschland genutzten Frequenzen sind an Bord, dazu kommt 5G NR für die wenigen 5G-Netze, die wir bislang in der Bundesrepublik nutzen können. Im direkten Vergleich mit anderen 5G-Geräten schnitt der HTC 5G Hub mit seinem Snapdragon 855 und dem X50 Modem deutlich besser ab als 5G-Handys von Huawei oder Samsung an gleicher Stelle. Ein signifikant höherer Akku-Verbrauch im 5G-Netz bemerkten wir im Rahmen des Tests übrigens nicht – allerdings haben wir auch nicht unter Laborbedingungen verglichen.

Wer dank einer Datenflatrate den HTC 5G Hub richtig belastet, der lernt übrigens noch ein Feature des Routers kennen: einen Lüfter. Im Test schickten wir mehrere Gigabyte Daten als Down- und Upload über den Mobilfunk-Router. Daraufhin wurde das Gerät nicht nur angenehm warm, sondern es ertönten auch dezente Lüftergeräusche. Diese sind aber deutlich leiser, als man es beispielsweise von einem Laptop gewohnt ist und treten auch nur bei einer Dauerbelastung auf. Wirklich heiß wurde der 5G Hub von HTC nie.

Übrigens: Einen kleinen nützlichen Nebeneffekt hat die Kombination aus Play Store, kleinem Display, Bauform und Datenschnittstelle noch. Das Gerät lässt sich unterwegs auch als Mini-Fernseher einsetzen. Videos von Amazon Prime Video, TV-Streaming-Diensten oder sogar Sky sind kein Problem. Wem unterwegs langweilig ist oder wer Kinder hat, die nach ihrer Lieblingsserie quengeln, der wird diese Möglichkeit lieben. Wenn man dem Gequengel nachgeben mag.

Fazit: Top-Gerät mit Einschränkungen

Alles in allem ist der HTC 5G Hub eine gelungene Mischung aus mobilem und Heimnetz-Router, der dank seines 5G-Chips auch noch fit für die Zukunft bleibt. Einschränkungen gibt es bei der Telefonie und bei manchen Apps.

Einen Dämpfer zum Abschluss: Der Preis liegt mit 799 Euro weit über dem Budget vieler Kunden für ein solches Gerät. Erhältlich ist der HTC 5G Hub nur im Shop der Telekom – hier aber auch ohne neuen Vertrag.

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3 KOMMENTARE

  1. Was mich interessieren würde, ist, ob der HUB nur auf 20 User via WIFI begrenzt ist, oder ob das auch für den Ethernet Port gilt?

  2. Hallo,
    ich habe das Teil nun gründlich testen können, schade, dass die Magazine / Zeitschriften, die Geräte meist zu oberflächlich testen und manche besondere Funktionen, die so ein Gerät bieten soll, nicht unter die Lupe nehmen.
    – HTC-Support: Ich habe das Gefühl, dass sie ihre Geräte nicht genau kennen. Wenn ich sie auf spezielle funktionen anspreche, heisst es „das liegt nicht am Gerät sondern an den Einschränkungen der Netzbetreiber…“ und wenn ich dann schreibe, dass ich eine „offne“ SIM-Karte habe (sie ist wirklich offen / Swisscom, Business-Tarif mit CAA), dann heisst es plötzlich “ Das Gerät kann das nicht“.
    Thema VPN: Es steht in der Werbung „Easy Corparate VPN Access“, ja pustekuchen.. VPN gibts dann nur lokal auf dem Gerät. Die angeschlossenen WLAN/LAN – Geräte bekommen dann normales Internet oder gleich garnichts mehr.
    BZW: Laut Support sollen die am LAN-Port angeschlossenen Geräte „mitgezählt“ werden.
    Ich finde die IDEE des Gerätes toll! Das ganze mit Android zu betreiben birgt riesiges Potential, aber der Hersteller hat es verschlafen, dieses Potential richtig einzusetzen.
    Meine Empfehlung: Finger weg von dem Teil.
    Da ich das Gerät nun habe, werde ich abwarten, das Teil rooten zu können und dann kann ich das Gerät so einsetzen, wofür ich es ursprünglich gekauft habe.

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