Blindtest: Gegen diese 3 Smartphones versagt das Huawei Mate 20 Pro

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Smartphone-Hersteller haben längst den hohen Stellenwert der Kamera im Handy erkannt. Nicht grundlos hat das Smartphone die Kompaktkamera obsolet gemacht. Doch wie schlagen sich die derzeit besten Smartphone-Kameras im direkten Vergleich? Ein Blindtest in einem der beliebtesten fotografischen Genres zeigt es.
Blindtest: Apple iPhone XS Max vs. Huawei Mate 20 Pro vs. Nokia Lumia 930 vs. OnePlus 6T

Die Kamera im Smartphone ist für viele Nutzer kaufentscheidend. Waren Fotos früher nur Erinnerungen, kommunizieren Menschen heute mit Fotos – etwa via WhatsApp oder Facebook. Und diese sollten stets möglichst atemberaubend sein. Doch ein gutes Foto ist nicht alleine das Werk der Smartphone-Kamera. Schließlich ist es nicht sie, die das Foto macht, sondern der Mensch. Die Kamera unterstützt den Fotografen lediglich – genau so wie das Licht.

Der Aufbau

Bei dem folgenden Porträtaufbau etwa kamen zwei Lampen zum Einsatz, die das Model frontal von rechts und links ausgeleuchtet haben. Zudem befanden sich die Smartphones beim Auslösen auf einem Stativ, um mögliche Wackler zu minimieren – auch wenn das bei Verschlusszeiten von etwa 1/100 Sekunde nicht notwendig gewesen wäre. Mit jedem Gerät wurden fünf Fotos geschossen, aus denen das Beste ausgewählt wurde. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Bildern jedes Smartphones waren jedoch marginal. Zudem war bei allen Geräte der Automatik-Modus aktiv und die Bilder wurden nach der Aufnahme nicht bearbeitet.

Die Smartphone-Auswahl

Nach dem Entschluss, ein Porträt aufzunehmen, musste die Redaktion aus unzähligen Smartphones auswählen. Die Wahl fiel auf die aktuellen Spitzenmodelle von Apple, Huawei und OnePlus. Hinzu kam das Nokia Lumia 930, das mittlerweile viereinhalb Jahre alt ist. Damit wollte inside handy überprüfen, inwieweit sich die Technik im Kamerabereich weiterentwickelt hat und ob ein so altes Smartphone noch immer mit aktuellen Modellen der Spitzenklasse mithalten kann. Somit trat das Lumia 930 gegen das iPhone XS Max, das Huawei Mate 20 Pro und das OnePlus 6T an. Da die Kamera des iPhone XS Max eine längere Brennweite besitzt als die anderen drei Geräte, musste das Stativ samt Smartphone etwas weiter vom Model entfernt aufgebaut werden, um einen ähnlichen Bildausschnitt zu gewährleisten. Da die Hersteller keine Angaben zur Sensorgröße machen, lässt sich die Brennweite dementsprechend nicht auf das Kleinbildformat umrechnen. Trotz unterschiedlichen Brennweiten blieb der Aufbau jedoch derselbe.

Bei Facebook hat inside handy eine Umfrage gestartet. Nutzer sollten für das Bild abstimmen, das ihnen am besten gefällt. Dabei hat die Redaktion nicht verraten, welches Foto mit welchem Smartphone aufgenommen wurde – was einen Blindtest auszeichnet.

Huawei Mate 20 Pro auf dem letzten Platz

Und die Abstimmung fiel eindeutig aus. Über die Hälfte der Stimmen (56 Prozent) gingen an das Foto oben links. Dieses wurde mit dem iPhone XS Max aufgenommen. Auf Platz zwei wählten 24 Prozent der Nutzer das Bild unten rechts, das mit dem OnePlus 6T aufgenommen wurde. Auf dem dritten Rang folgt mit 6 Prozent das Bild unten links, das aus dem Lumia 930 stammt. Den letzten Platz belegt die Kamera des Huawei Mate 20 Pro. Für das Foto oben rechts stimmten nur 4 Prozent aller Nutzer. 10 Prozent enthielten sich und gaben einen Daumen nach oben.

Obwohl bei dem Shooting der Porträt-Modus des Mate 20 Pro aktiviert war – gleich gilt übrigens auch für das iPhone XS Max und das OnePlus 6T – überzeugte das Foto aus dem Lumia 930 mehr Nutzer, das keinen solchen Modus besitzt. Dieser sorgt im Übrigen für den unscharfen Hintergrund samt Bokeh. Bei genauer Betrachtung allerdings zeigt sich, dass das Foto des Mate 20 Pro eine hohe Schärfe aufweist. Und zwar auch da, wo sie hingehört. Auf dem Bild des iPhone XS Max hingegen ist das Gesicht nicht durchweg scharf. Das fällt insbesondere an den Haaren oberhalb der Stirn auf.

Fazit

Ob eine, zwei oder drei Kameras: Es ist nicht unbedingt entscheidend, wie viele Objektive ein Smartphone besitzt. Das stellte etwa das Google Pixel 3 XL im Test unter Beweis. Auch die Software spielt eine immense Rolle. So ist das Foto aus dem iPhone XS Max deutlich wärmer als alle anderen. Beim Mate 20 Pro hingegen hat der automatische Weißabgleich nicht gut funktioniert. Das Bild hat einen Grünstich – ähnlich wie das Foto, das mit dem Lumia 930 aufgenommen wurde.

Das Foto, das mit dem OnePlus 6T aufgenommen wurde, ist im Vergleich das Beste, was die Qualität angeht. Bei dem Bild ist das Gesicht des Models dort scharf, wo es scharf sein soll. Zudem hat auch die Software eine gute Mischung beim Weißabgleich getroffen.

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Der Blindtest zeigt, dass drei Kameras nicht unbedingt besser sein müssen als zwei. Jedoch ist das Porträt nur ein mögliches Genre, das abgebildet wird. Mit der Kameraausstattung des Mate 20 Pro etwa lassen sich auch Weitwinkelaufnahmen machen. Zudem überzeugt sie mit einem beeindruckenden Makromodus. Allerdings sieht man anhand des verfehlten Weißabgleichs, dass die KI (künstliche Intelligenz) nicht unbedingt von Vorteil sein muss.

Es ist also auch eine Frage der software-seitigen Einstellungen, wie das Foto am Ende aussieht. Und beim Porträt im Kunstlicht regelt die Software des Apple iPhone XS Max den Nutzern zufolge das am besten.

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4 KOMMENTARE

  1. Ich will jetzt ja Mal nix sagen aber so eine Facebook Umfrage zu erstellen ist nicht realistisch. 50% der Leute drücken einfach nur gefällt mir und zufällig ist da dann die Aufnahme vom iPhone. Ich Wette wäre da die Aufnahme vom Huawei gewesen wäre dieses auf Platz 1 gelandet.

    • Aus diesem Grund war das „gefällt mir“ für keines der Bilder belegt. Diese Wertungen sind also gar nicht eingelossen.

  2. Facebook Abstimmung? Ganz gleich wie die Fotos geworden sind hätte ich ohne zu schauen sagen können das das Herzsmiley erster und das lachende Smiley zweiter wird. Das ist schon etwas mager… Ich habe übrigens noch das Mate 9 Pro und das seit 2 Jahren und die Bilder sehen besser aus als bei allen anderen Handys im Bekanntenkreis (Iphone X, S9+ und so weiter). Von dieser ganzen Testerei halte ich eh nicht viel, da diese so überkandidelt sind das sie nicht mehr praxisnah sind.

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