Asus Zenbook Duo UX482: Ultrabook mit zwei Displays im Test

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Auf Schreibtischen gehören zwei Bildschirme schon fast zur Basisausstattung. Mit dem Zenbook Duo versucht Asus diesen Vorteil ins kompakte Notebook zu bringen. Doch was bringt ein solches Implantat? Wir zeigen es dir im Test des Exoten.
Asus Zenbook Duo
Asus Zenbook DuoBildquelle:

Dass das Asus Zenbook Duo UX482 ein besonderes Notebook ist, siehst du ihm auf den ersten Blick nicht an. Von außen betrachtet fällt höchstens auf, dass das Gehäuse etwas keilförmiger gezeichnet ist als bei den meisten Konkurrenten. Die Außenmaße von 32,4 x 22,2 x 1,7 cm und ein Gewicht von 1,6 kg sind nicht ungewöhnlich und lassen erst recht keine Besonderheiten vermuten. Der blaugrüne Farbton weicht angenehm vom üblichen Grau ab. Beibehalten wird jedoch die für Zenbooks typische Kreisstruktur auf dem Deckel. Dieser bietet dem Display einen enormen Schutz und lässt sich nur minimal verwinden. Der Metallkorpus ist nicht nur schick, sondern auch hochwertig verarbeitet.

Unterm Ersten versteckt: ein zweiter Bildschirm

Das Highlight des Notebooks offenbart sich mit dem Aufklappen des Bildschirms, der mit einer Diagonale von 14 Zoll und einer Full-HD-Auflösung im konventionellen 16:9-Seitenverhältnis aufwartet. Oberhalb der Tastatur wird ein zweites, halb so großes Display (1.920 x 515 Pixel) mit dem Aufklappen des Hauptbildschirms um sieben Grad angewinkelt. Die Scharniere arbeiten durch die Bank weg gut. Die Stabilität des Zweitdisplays überzeugt auch dann, wenn du es mit beiden Händen belastest.

Beide Anzeigen basieren auf der IPS-Technologie, reagieren auf Berührungen und unterstützen die Nutzung eines digitalen Stifts, der ebenfalls zum Lieferumfang gehört. Es handelt sich allerdings nicht um die gleiche Sorte von Display. Der Hauptbildschirm glänzt mit einer hohen Helligkeit und einer Pantone-zertifizierten Farbdarstellung, was Grafiker freut. Der kleinere Bildschirm kann an dieser Stelle nicht mithalten. Der Farbeindruck wird durch den vergleichsweise niedrigen Anstellwinkel beeinträchtigt – ein paar Grad mehr wären noch drin gewesen, ohne das große Bild zu stören. Auch die Auflösung könnte höher sein.

Ein zweites Display – wozu?

Auf dem Schreibtisch haben sich längst mehrere Bildschirme und Ultra-Wide-Displays durchgesetzt. Darauf kannst du jeweils unterschiedliche Anwendungen komfortabel gleichzeitig nutzen. Die Oberflächen mancher Programme, insbesondere im Multimediabereich, kannst du so organisieren, dass die funktionalen Teile von der Bearbeitungsebene getrennt sind. Das Arbeiten mit einem klassischen Notebook ist in so einem Fall aus ergonomischer Perspektive nicht optimal.

Zweites Display des Asus Zenbook Duo
Zweites Display des Asus Zenbook Duo

Das kleinere Display des Zenbook Duo lässt sich als zusätzliche Erweiterung des Desktops nutzen. Wie bei einem üblichen Dual-Screen-Setup können auf diesen Browser-Tabs, Anwendungen oder auch nur Teile dieser geschoben werden, sodass beim eigentlichen Arbeitsbereich mehr Platz zur Verfügung steht.

Ein Versprechen, das in der Praxis hält?

Mit technischen Spielereien auf Kundenfang zu gehen ist keine neue Idee. Doch Asus gelingt mit dem Zenbook Duo tatsächlich mehr. Als Nutzer werden explizit Mediengestalter angesprochen. Bei Bildbearbeitungs-, Videoschnitt- und Audiosoftware kann das Hauptdisplay zur eigentlichen Arbeit genutzt werden, während Werkzeuge, Ebenen, Timelines und mehr auf den Zweitbildschirm wandern. Das schafft viel Platz. Auch wenn du bei deiner Büroarbeit viele kleine Tools neben deiner eigentlichen Anwendung nutzt, profitierst du. Und per Tastendruck lassen sich die Bildschirme tauschen. Die Arbeit mit zwei Anwendungen parallel stößt aufgrund der niedrigen Höhe des Zweitdisplays an Grenzen.

Manches ist jedoch zudem noch etwas holprig. So lassen sich beispielsweise Inhalte von groß zu klein per Drag & Drop verschieben, nicht jedoch wieder zurück. Hierfür wird eine Softwaretaste benötigt. Ein stets angezeigter Einstellungsassistent soll den Funktionsumfang im Allgemeinen und die Möglichkeiten des zweiten Bildschirms im Besonderen vergrößern. Allerdings geht das ganze etwas hakelig von der Hand.

Für Tastatur und Touchpad wird’s bei Asus eng

Ein zweites Display braucht Platz. Und weil es beim Notebook allgemein schon eng zugeht, ist beim Zenbook Duo alles noch ein bisschen enger. Dort, wo sonst Hände und Touchpad Freiraum haben, geht es hier gedrängt zu: Tasten und Touchpad wurden zu einer Einheit verschmolzen und in die untere Hälfte gequetscht. Bei letzterem stehen den Fingern lediglich 5 x 7 cm zur Verfügung; statt eines Klickmechanismus gibt es eine linke und eine rechte Taste. Ziffern und Buchstaben werden 1,5 x 1,5 cm zugesprochen, die vier Pfeiltasten sind sehr klein geraten. Das Testgerät wurde allerdings mit einer englischen Tastatur geliefert. Tastenhub und Druckpunkt sind gelungen, Vielschreibern fehlt jedoch die Handballenauflage. Auf der Couch ist bei dem ein oder anderen schnell der Bauch im Weg.

Touchpad des Asus Zenbook Duo
Touchpad des Asus Zenbook Duo

Für die Content-Erstellung gibt es unzählige Peripheriegeräte, doch beim Zenbook Duo werden die Möglichkeiten schnell knapp. Zwei USB-Typ-C-Ports, die Thunderbolt 4 unterstützen, einmal klassisches USB (3.2) und HDMI 1.4 müssen reichen. Fotografen freuen sich indes über den Micro-SD-Karteneinschub. Die Auswahl entspricht im Prinzip dem Klassenstandard, doch die angesprochenen Nutzer könnten sich hier etwas mehr erhoffen.

Was steckt noch im Asus Zenbook Duo UX482?

Das Zenbook Duo soll Nutzer ansprechen, die gewisse Ansprüche an die Hardware-Leistung stellen. Dementsprechend greift Asus auf einen der schnellsten Intel-Chips für diese Geräteklasse, den Core i7-1165G7, zurück. Für grafische Berechnungen wird in dem zur Verfügung gestellten Testgerät auf die integrierte Grafikeinheit zurückgegriffen. Wobei Asus die Iris-Plus-Xe-GPU im i7 im Vollausbau mit 96 Exection Units verbaut. Zusammen mit dem 32 GB großen LPDDR4X-Arbeitsspeicher ist das Notebook auch für anspruchsvolle Aufgaben gut gerüstet.

Und weil kreative Arbeit nicht selten zu großen Datenmengen führt, verbaut Asus auch eine NVMe-SSD mit einer Kapazität von einem Terabyte. Das Laufwerk stammt von Samsung und liefert bei Datentransfers hohe Geschwindigkeiten.

Akku: Das zweite Display fällt nicht auf

Ein zweiter Bildschirm bedeutet automatisch einen höheren Strombedarf, denn irgendwo muss das Licht herkommen. Doch im Arbeitsalltag bemerkst du diesen zusätzlichen Verbrauch kaum, denn der Hersteller hat vorgesorgt: Mit einer Kapazität von 70 Wh gehört der Energiespeicher zu den größten in dieser Klasse. Die Laufzeiten ohne Stromkabel schossen im Test zwar nicht durch die Decke, aber sie fielen auch nicht unter das Niveau von dem, was du üblicherweise bei Konkurrenten erwarten kannst, deren Akkus zumeist 15 bis 20 Prozent kleiner ausfallen. Der anvisierte Nutzer dürfte jedoch trotzdem kaum über den Arbeitstag kommen, denn die typischerweise verwendete Software sorgt für eine größere Last bei der Hardware.

Seite des Asus Zenbook Duo
Seite des Asus Zenbook Duo

Fazit zum Asus Zenbook Duo UX482

Das Zenbook Duo 482UX ist mehr als eine in den Handel gewanderte Tech-Demo. Asus hat als Notebook-Entwickler immer wieder mit der Umsetzung wegweisender Ideen geglänzt –  man erinnere sich an das Netbook. Das hier vorgestellte Konzept wird in einer wesentlich kleineren Nische auf Interesse stoßen. Dort bietet das zweite Display durchaus einen hohen Mehrwert – den du allerdings mit dem einen oder anderen Nachteil erkaufst. Vor allem der knappe Platz für Tastatur und Touchpad beeinträchtigt den Flow beim Arbeiten. Vielschreiber werden mit dem Format nicht glücklich, Content-Ersteller und Entwickler mit Reisedrang schon. Und das trotz aller Kleinigkeiten, die sich bemängeln lassen.

Pro

  • Ein Hersteller traut sich ein Experiment
  • Ein zweiter Bildschirm steigert die Möglichkeiten erheblich
  • Hochwertige Hardwareausstattung
  • Großer Akku

Contra

  • Die Beschränkungen der Peripherie durch den zweiten Bildschirm machen nicht jeden glücklich
  • Auflösung und Seitenformat des Hauptdisplay wirken altbacken

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