Windows 11 Systemanforderungen: Das muss dein PC können

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Seit über zehn Jahren haben sich die Systemanforderungen von Windows kaum geändert. Fast jeder PC konnte mühelos von Windows 7 auf 8 und später Windows 10 upgraden. Mit Windows 11 erhöht Microsoft die Minimalanforderungen jedoch deutlich und stellt so viele relativ neue PCs aufs Abstellgleis.
Windows 11 mit hohen Anforderungen: Das muss dein PC können
Windows 11 mit hohen Anforderungen: Das muss dein PC könnenBildquelle: Microsoft

In diesem Beitrag zeigen wir dir, was dein PC können muss, um Windows 11 zu installieren und welche Möglichkeiten du hast, deinen bestehenden PC aufzurüsten.

Windows 11 Systemanforderungen im Überblick

Zuerst eine kurze Übersicht, welche technischen Daten dein PC oder Laptop vorweisen muss. Im Laufe des Beitrags gehen wir auf die einzelnen Punkte detaillierter ein. Um Windows 11 zu installieren, benötigt man laut Microsoft:

  • einen unterstützten 64-Bit Prozessor mit mindestens 2 Kernen und 1 GHz Leistung
  • 4 GB Arbeitsspeicher
  • 64 GB Festplattenspeicher
  • ein TP-Modul Version 2.0
  • eine DirektX 12 kompatible Grafikkarte oder APU
  • Bildschirm mit 1280 x 720 Pixeln und mindestens 9 Zoll
  • eine bestehende Internetverbindung (nur Windows 11 Home)

Prozessor: Viele alte Modelle fliegen raus

Mit Windows 11 streicht Microsoft die Liste der unterstützten Prozessoren ordentlich zusammen. So werden Intel Core i Prozessoren der 7. Generation oder älter sowie die erste Ryzen-Generation nicht mehr unterstützt. Eine Liste mit allen unterstützen AMD- und Intel-Prozessoren findest du bei Microsoft. Als Faustregel gilt: Alle Modelle, die vor 2017 auf den Markt gekommen sind, sind raus.

Um nachzusehen, welcher Prozessor in deinem PC oder Notebook steckt, kannst du mit der Tastenkombination WIN+I die Einstellungen öffnen. Unter dem Punkt „System“ und dann „Info“ siehst du den verbauten Prozessor. Möglicherweise kannst du Windows 11 auch installieren, wenn dein Prozessor nicht auf dieser Liste steht. Insbesondere ältere Intel Core i5 oder i7 sollten mühelos in der Lage sein, Windows 11 auszuführen. Möglich, dass du hier nur auf einige Features wie die Unterstützung von Android Apps verzichten musst. Bevor du auf ein neues Modell umsteigst, solltest du den Release von Windows 11 im Herbst abwarten.

Windows-Einstellungen
Prozessor, Systemtyp und RAM im Überblick

Ganz wichtig ist hingegen der Systemtyp, den du auf derselben Seite in den Einstellungen einsehen kannst. Hier sollte „64-Bit-Betriebssystem, x64-basierter Prozessor“ stehen. X32-basierte Prozessoren sind definitiv raus. Wenn nur das Betriebssystem 32-Bit ist, müsstest du Windows komplett neu installieren.

Arbeitsspeicher und Festplatte: Windows 11 will mehr Platz

Auch wenn die aktuelle Vorab-Version von Windows 11 nur unwesentlich mehr Platz auf der Festplatte benötigt, sind die Mindestanforderungen gestiegen. So benötigst du für Windows 11 mindestens 4 Gigabyte Arbeitsspeicher und eine 64 Gigabyte große Festplatte. Das bedeutet jedoch nicht, dass du 64 Gigabyte freien Speicher brauchst. Lediglich die Gesamtgröße der C-Festplatte sollte 64 Gigabyte oder mehr betragen.

Um den Speicherplatz deines Computers zu überprüfen, gehst du in den Windows Explorer (das Dateiprogramm) und klickst in der linken Seitenleiste auf „Dieser PC„. Für die Installation benötigst du voraussichtlich rund 15-25 GB freien Speicher. Dieser wird nach Abschluss der Installation wieder freigegeben und nicht dauerhaft belegt. Den Arbeitsspeicher (kurz RAM) kannst du genau wie den Prozessor in den Einstellungen einsehen.

Festplatte in Windows
Falls du mehrere Festplatten hast, ist die mit dem kleinen Windows-Symbol die richtige

Im Gegensatz zu den Einschränkungen beim Prozessor sind mindestens 4 GB RAM und 64 GB Speicher wirklich das absolute Minimum, um Windows nutzen zu können. Auch Windows 10 macht mit einer schlechteren Ausstattung nur wenig Spaß. Bis auf einige sehr preiswerte Einstiegs-Notebooks, sollte der Speicher aber kein großes Hindernis darstellen. Bei Desktop-PCs und manchen Notebooks kann der Speicher sogar aufgerüstet werden. Anleitungen dazu findest du beim Hersteller oder auf YouTube.

Windows 11: Neue Features im Überblick

TP-Modul: Die Achillesferse beim Windows 11 Upgrade

Das TP-Modul (kurz TPM) ist ein Chip auf der Hauptplatine des Computers, der für verschiedene Sicherheitsfunktionen zum Einsatz kommt. Bei Notebooks ist dieser relativ verbreitet, bei Desktop-PCs hingegen eher selten. Bis Windows 10 war dieser Chip optional. Mit Windows 11 wird er hingegen zur Grundvoraussetzung.

Um zu überprüfen, ob dein PC über TPM 2.0 verfügt, drücke die Tasten WIN+R und gebe „tpm.msc“ in das Fenster ein. Nun öffnet sich ein weiteres Fenster, in dem du die TPM-Version einsehen kannst.

Wenn du dieses Feld angezeigt bekommst, ist TPM 2.0 aktiv
Wenn du dieses Feld angezeigt bekommst, ist TPM 2.0 aktiv

Alternativ bieten viele Prozessoren auch ein integriertes TPM an. Dieses kann über das BIOS-Menü unter dem Punkt TPM, fTPM oder PTT aktiviert werden. Bei ausgewählten Desktop-PCs kannst du ein TP-Modul auch nachrüsten (lassen).

Grafikkarte bereit? DirektX Version überprüfen

Um zu überprüfen, welche DirektX Version du auf deinem PC installiert hast, drücke die Windows-Taste, gebe „dxdiag“ auf der Tastatur ein und betätige die Enter-Taste. Nun öffnet sich ein Dialog, den du mit „OK“ bestätigst. Anschließend wird die DirektX-Version deiner Grafikkarte oder deines Prozessors angezeigt. Dies sollte bei den meisten halbwegs aktuellen Systemen der Fall sein.

DirektX 12 Check für Windows 11
DirektX 12 Check für Windows 11

Hardware nicht unterstützt – Was nun?

Im Gegensatz zu Windows 8 und Windows 10 bleiben bei Windows 11 viele ältere Geräte auf der Strecke. Fast alle Modelle, die vor 2017 auf den Markt gekommen sind, sind raus und können höchstens mit kostenpflichtigen Upgrades für Windows 11 bereit gemacht werden.

Doch auch ohne Windows 11 kannst du deinen alten Computer noch problemlos mehrere Jahre lang verwenden. Updates für Windows 10 sind noch bis zum 14. Oktober 2025 garantiert. Bis dahin haben betroffene Computer mindestens acht Jahre auf dem Buckel und könnten gegen ein neueres Modell ersetzt werden. Zudem kommen viele Features aus Windows 11 auch nachträglich zu Windows 10. Dazu zählt etwa der neue Store oder die überarbeitete Xbox-App. Auch die Teams-Integration könnte Microsoft noch nachreichen.

Bildquellen

  • Windows 11 Check: Prozessor: Timo Brauer
  • Windows 11 Check: Speicher: Timo Brauer
  • Windows 11 Check: TPM: Timo Brauer
  • Windows 11 Check: DirektX: Timo Brauer
  • Windows 10 Support-Ende: Bubble Pop via Unsplash
  • Windows 11 Check: Ist dein PC bereit?: Microsoft
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13 KOMMENTARE

  1. Wie wäre es mit einem Hinweis auf die diversen Linux Derivate. Damit kann man problemlos auch Uraltrechner betreiben.

    • Aktuell kann man ja noch problemlos mit Windows 10 weiterarbeiten. Den Tipp gibt es dann, wenn sich das Support-Ende von Windows 10 nähert 😉

  2. Mein Gott, war das nicht schon immer so? Windows hat immer höhere Anforderungen an die Hardware gestellt, so ist die Software-Hardware-Schraube schon seit den Achtziger Jahren unaufhörlich am Drehen. In den letzten 10 Jahren ist da nicht viel passiert, also muss es jetzt wieder! Kauft, kauft, kauft! Hardware, neue Computer – kauft! Man kann nicht über 3 Jahrzehnte dieselbe PC-Technik haben! Beim Auto seid ihr auch nicht so rückschrittlich! Immer dieser Aufriss, wenn ein neues Windows kommt. Sonst hätten wir ja jetzt noch 3.1, oder?

  3. Auch einer dieser Gründe, warum ich Windows schon vor Jahren den Laufpass gegeben habe, das ist kein Betriebssystem das ist ein ständig wachsender Moloch, unstabil, langsam, Updates dauern ewig, einfach nur schlecht!

  4. Was mich ein wenig stutzig macht, ist der Hinweis auf eine dauerhafte Internetverbindung bei Betrieb.
    Da dürften so einige Handelsreisende und Techniker so ihre Probleme mit haben. Oft genug gibt es keinen oder nur mangelhaften mobilen Internetzugang, besonders in Gebäuden.
    Ja, ich habe gelesen, dass dies wohl nur Home-Versions-Anwender betreffen soll, aber so wird der Nutzungsbereich schon sehr eingeschränkt.

    • Hey Olaf,
      In dem Beitrag ist lediglich von einer Internetverbindung beim Einrichten die Rede. So möchte Microsoft die Home-Nutzer dazu bekommen einen Microsoft-Account zu erstellen. Ansonsten kann man selbstverständlich auch offline arbeiten.

  5. Vermutlich werden die oben erwähnten Anforderungen bis zur eigentlichen Veröffentlichung wieder zurück geschraubt. Insbesondere das TPM und die Prozessorliste scheinen mir sehr vage! Microsoft will außerdem sein BS auf möglichst viele Rechner bringen, da sind solche Anforderungen, auch langfristig, eher kontraproduktiv.

  6. Irgendwie habt ihr ziemlich schlecht recherchiert:

    Die Prozessorenliste gilt, wie schon bei älteren Windows-Versionen, für Hersteller, die ihre Geräte mit Windows 11-Logo ausstatten wollen. Updates sind auch mit älteren Prozessoren möglich.

    Beim TPM wird Version 2.0 vorausgesetzt, was auch durch Firmware-Updates durch Hersteller bereitgestellt werden kann.

    Im Übrigen sind die veröffentlichten Anforderungen vorläufig und können sich noch ändern. Also sind Aussagen darüber noch mit Vorsicht zu genießen…..

  7. Ich habe kein Problem mit mehr Leistungsbedarf, aber einen i7-7700 nicht mehr unterstützen hat nichts mit ausmisten zu tun. Der Prozessor ist schneller als die meisten neuen i3 und viele i5 neuerer Art

  8. So. Damit ist jetzt Schluss mit Windows. Da ich eh meist programmiere als Hobby mache steige ich in den nächsten Jahren auf Linux um. Bin zwar etwas eingeschränkt bzw. Kann nicht mehr alles verwenden aber ca. 70% aller Programme gibt’s auch auf Ubuntu oder Debian. Tja Windows. Zuerst Die Smartphones und jetzt das Betriebssystem. Echt schade. Ich war immer so treu auch auf mein Android hab ich ein launcher der noch dem Windows phone sehr ähnlich ist.

  9. Das ist auch die Idee…
    Enteignung guter noch völlig intakter Geräte, und das in Zeiten wo immer mehr Nachhaltig gedacht werden muss…
    Gute Idee alte Geräte mit Linux auszustatten, und so noch lange ohne neue teure Hardware zu nutzen..
    Gelegenheit sich von Apple aber jetzt auch von Windows zu trennen…

  10. Ausserdem werden die Nutzer nach und Nach eh ihre Geräte austauschen… wegen der Performance oder weil es eh nicht lohnt oder nicht geht sie aufzurüsten.
    Nur das jetzt Microsoft die Nutzer zwingt neue Geräte zu kaufen… Deal mit den PC – Herstellern…. Kann man wieder Betriebssystem verkaufen… und noch reicher als ohnehin schon werden…
    PCs von 2016 ausmuster… Spinnen die…
    Halten neue PKW auch nur noch 5 – 6 Jahre…. anscheinend…. sofort verschrotten und E – Karren kaufen…

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