Netzausbau im Mobilfunk & Festnetz: Das plant die Telekom bei LTE, Glasfaser, VDSL und 5G

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Die Telekom ist unbestritten der Anbieter, der als einzelnes Unternehmen am meisten in die Netz-Infrastruktur investiert. Laufend gibt es Meldungen zu neuen Orten, die neuerdings VDSL bekommen oder zu neuen LTE-Sendemasten. Doch wie ist die allgemeine Strategie der Telekom? Wann kommt der Glasfaser-Anschluss für alle? Wann gibt es flächendeckendes LTE und wann startet 5G?
Bauarbeiter errichten einen Kabelverzweiger für VDSL
Bildquelle: Telekom

Wer über den Telekom-Netzausbau spricht, meint entweder das Festnetz oder das Mobilfunknetz. Doch letztlich gehören beide Netze zusammen – das ist einer der großen Vorteile des integrierten Anbieters. Die Telekom kann ihre Glasfaserleitungen gleichermaßen dafür verwenden, ihre Kunde per VDSL ans Netz zu bringen aber auch die Mobilfunk-Sendemasten anzubinden. Bagger, Fräsmaschinen und Bautrupps werden 2020 vielerorts das Netz erweitern. Glasfasern wollen gespleißt, Masten einbetoniert und Antennen verschraubt werden.

Der Festnetz-Breitbandausbau der Telekom

VDSL und Super Vectoring

Jedes Jahr investiert der Netzbetreiber mehrere Milliarden Euro, um das eigene Glasfaser-Netz auszubauen. Alleine 2019 habe die Telekom 9 Millionen Haushalte mit höherer Bandbreite vorsorgt und 1,6 Millionen Haushalte technisch direkt an das Glasfasernetz angeschlossen. Dieses ist inzwischen 500.000 Kilometer lang.

VDSL-Ausbau im Fokus: Der Nahbereich wird schneller

Die Telekom hat sich lange auf den Ausbau ihres VDSL-Netzes konzentriert. Das gibt es in drei Abstufungen: VDSL mit 50 Mbit/s im Downstream, VDSL Vectoring mit 100 Mbit/s im Downstream und VDSL Super Vectoring mit 250 Mbit/s im Downstream. Den Unterschied zwischen den drei VDSL- Technologien ha ben wir dir in einem ausführlichen Hintergrundtext dargelegt.

31,3 Millionen Haushalte bekommen nach Angaben der Telekom bereits Anschlüsse mit 100 Mbit/s oder mehr. Zusammen mit den Mitbewerbern sollen weiterhin mindestens 95 Prozent der deutschen Haushalte eine Mindestdatenrate von 50 Mbit/s bekommen.

Super Vectoring ist der Turbo für Vectoring. Hier muss keine Leitung mehr neu vergraben werden. Allerdings muss das Unternehmen Technik im Kabelverzweiger austauschen. Bis Ende 2019 soll die Reichweite für Super Vectoring bei 28 Millionen Anschlüssen liegen.

Übrigens: Der Tarif für einen solchen Anschluss für schnelles Internet muss nicht aus der Produktserie Magenta Zuhause kommen. Wie beim klassischen DSL kann auch bei VDSL der Anschluss für das eigene Zuhause bei einem anderen Anbieter bestellt werden – beispielsweise bei Vodafone, O2 oder 1&1. Die günstigsten Angebote gibt es im Tarifrechner von inside digital.

Echter Glasfaseranschluss ist noch die Ausnahme

Die schnellste Anschlussart ist die echte Glasfaserleitung FTTH. Doch diese Anschlussform kommt bei der Telekom noch vergleichsweise selten zum Einsatz. Die Telekom selbst spricht von 1,6 Millionen technisch möglichen Anschlüssen, gebucht sind aber deutlich weniger. Doch künftig soll sich das ändern. Die Telekom will jährlich 2 Millionen Haushalte an das FTTH-Netz anschließen.

Derzeit erfolgt schon der Netz-Ausbau im Rahmen von kleinen und großen Glasfaser-Projekten etwa in Bautzen, Vorpommern-Rügen und Naumburg/Saale mit zusammen 142.000 Haushalten. Ab 2021 plant die Telekom, jedes Jahr zwei Millionen Haushalte direkt mit Glasfaserleitungen anzuschließen.

Wann baut die Telekom VDSL bei mir aus?

Einige Ausbaupläne, vor allem wenn sie in einem Zeitraum von einigen Monaten fertiggestellt werden, lassen sich in der Verfügbarkeits-Abfrage auf der Telekom-Webseite in Erfahrung bringen.

Der Mobilfunk-Netzausbau der Telekom

Die Ausbaupläne

Auch beim Mobilfunkausbau gilt das LTE-Netz der Telekom als Vorzeigenetz in Deutschland. Alleine 30.000 Standorte betreibe der Netzbetreiber. In den Jahren 2020 bis 2024 plant die Telekom, weitere 10.000 Sendemasten zu errichten. Das Ziel: Bis 2025 sollen 99 Prozent der Bevölkerung auf 90 Prozent der Fläche LTE nutzen können. Ende 2019 waren es 98,1 Prozent der Bevölkerung.

Mehr Kapazität mit Small Cells

Zu den Sendemasten sollen noch weitere Small Cells hinzukommen, die nur einen kleinen Bereich in Städten mit zusätzlicher Kapazität versorgen. Mit diesen kleineren „Verstärker-Antennen“ kann Netzkapazität dort erweitert werden, wo Kunden sie benötigen. Im Fokus des Ausbaus stehen Großstädte wie Hamburg, Berlin und München. Als Standorte von Small Cells dienen oft öffentliche Telefone. Zusätzlich werden in diesem Jahr Laternenmaste und Stadtmöbel als alternative Installationsoptionen pilotiert.

Warum der Netzausbau manchmal länger dauert, hat Telekom-Deutschland-Chef Dirk Wössner gegenüber inside digital erklärt.

5G der Telekom läuft

Die ersten 5G-Antennen der Telekom gingen schon im Oktober 2017 in Berlin in den Betrieb – als erste in Europa. Dabei handelte es sich jedoch nur um ein Testnetz. Seit Sommer 2019 ist die Telekom jedoch mit ihrem realen Netz für Endkunden aktiv. Inzwischen funkt das Netz mit insgesamt 450 Antennen in Berlin, Bonn, Darmstadt, München und Köln sowie Hamburg, Frankfurt und Leipzig.

Das 5G-Netz arbeitet als 5G New Radio (5G NR) arbeiten und schafft Übertragungsraten von theoretisch zwei Gigabit pro Sekunde. Praktisch sei es 1 Gigabit. Bis Ende 2020 sollen die 20 größten Städte Deutschlands mit 5G angebunden werden.  Nutzen kannst du 5G der Telekom, wenn du ein 5G-Handy und einen aktuellen Telekom-Tarif hast.

 

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2 KOMMENTARE

  1. „Ende 2019 soll die Netzabdeckung 95 Prozent der Fläche und somit 98 Prozent der Bevölkerung erreichen, bis 2020 sollen es 99 Prozent der Bevölkerung sein. Das seien etwa 90 Prozent der Fläche, so die Telekom“. Finde den Fehler 😂😂😂

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