Telefon- und Internet-Anschluss: So klappt der DSL-Anbieter-Wechsel

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Den eigenen Internetanschluss zu wechseln und einen anderen Anbieter zu nutzen, kann viel Geld sparen. Oftmals vermeiden Kunden den Wechsel aber aus Angst vor Problemen. Wir zeigen dir, wie der DSL-Anschlusswechsel reibungslos klappt.
Netzwerkkabel auf einer Tastatur
Bildquelle: Pixabay

Es gibt nicht sehr viel zu beachten, wenn du deinen DSL- beziehungsweise Internet-Anschluss zu einem anderen Anbieter wechseln möchtest. Die wenigen Aspekte, die es zu beachten gilt, sind aber enorm wichtig, damit alles fehlerfrei klappt.

Warum den Internetanbieter wechseln?

Es gibt viele Gründe, warum man den Anbieter des wechseln möchte. Die Ursachen können sein, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht stimmt, der gewählte Tarif zu teuer, der Anschluss zu langsam oder der Kunde mit dem Service unzufrieden ist. Insbesondere, wenn es um den Preis und den Service geht, sollte ein neuer DSL-Vertrag in Erwägung gezogen werden.

Wer allerdings technische Probleme mit seiner Leitung hat, sollte nach Möglichkeit die technische Basis des Anschlusses wechseln. Denn wenn beispielsweise eine DSL-Leitung von Provider A immer wieder Probleme macht, wird das vermutlich bei Provider B auch der Fall sein. Der Grund: An der Leitung ändert sich nichts. Im klassischen Festnetz nutzen beide Telefonanbieter die identische Leitung.

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Internet-Anbieterwechsel

  1. Restlaufzeit vom laufenden Vertrag und Kündigungsfrist prüfen
  2. Gründe für Wechsel formulieren und entsprechend besseren Anbieter suchen
  3. Prüfen, ob es lokale Glasfaser-Anbieter gibt
  4. Internetanbieter-Vergleich für günstigere Preise in einem DSL-Tarifrechner machen
  5. Erfahrungen bei den Nachbarn erfragen, vor allem wenn zum Kabel-Internet gewechselt wird
  6. Neuen Vertrag beim neuen Provider rechtzeitig abschicken, dabei alle Daten des alten Vertrags übernehmen
  7. Abwarten und eingehende E-Mails und Briefe genau lesen und nicht auf Rückgewinnungsanrufe des alten Anbieters eingehen
  8. Am Tag der Umschaltung für Techniker erreichbar sein
  9. Nach der Umschaltung mögliches neues DSL-Modem anstecken oder neue Zugangsdaten eingeben
  10. Mit neuem Anbieter im Highspeed-Internet surfen

10 Tipps für den einfachen Wechsel des Internetanbieters

Tipp 1: Niemals selber kündigen

Der größte Fehler bei einem Wechsel des Internetanbieters ist, wenn du deinem bisherigen Anbieter selber kündigst. Dann trägt dieser die Kündigung in sein System ein und bestellt die Leitung ab. Ein neuer DSL-Anbieter, der später den Auftrag bekommt, den Anschluss zu schalten, kann diese Leitung möglicherweise erst dann bestellen, wenn der Anschluss schon abgeschaltet ist. Eine tagelange Unterbrechung kann die Folge sein.

Wichtig daher: Die Kündigung des bisherigen Internet-Anbieters sollte immer der neue Internetanbieter übernehmen. Dieser stimmt dann mit dem bisherigen Anbieter und möglicherweise auch der Deutschen Telekom ab, an welchem Tag die Umstellung stattfindet. Auch die Telefonnummer des Anschlusses kann auf diesem Weg ganz einfach zum neuen Anbieter mitgenommen werden.

Bei der Bestellung des neuen Anschlusses sollte einerseits die Kündigungsfrist des alten Anbieters berücksichtigt, gleichzeitig aber auch noch eine Bearbeitungszeit draufgerechnet werden. Die Kündigungsfrist beträgt je nach Anbieter zwischen vier Wochen bis zu drei Monate.

Tipp 2: Auf die korrekten Daten achten

Wer den Wechsel des Anschlusses beauftragt, sollte unbedingt darauf achten, dass Name, Anschrift, Geburtsdatum und Telefonnummer exakt mit den Daten beim anderen Anbieter übereinstimmen. Es ist nicht möglich, im Zuge eines Anbieterwechsels den Anschlussinhaber zu wechseln oder andere Daten zu ändern. Der Wechsel wird abgelehnt und scheitert, da die Systeme beider Anbieter keine Übereinstimmung der Daten feststellen.

Sind die Daten beim bestehenden Vertrag nicht korrekt, gab es eine Namensänderung oder ist der eigentliche Inhaber ausgezogen oder gar verstorben, müssen die Anschlussdaten zunächst beim bisherigen Anbieter korrigiert werden. Geben Kunden ihre Festnetznummer nicht im Auftrag an, so wird der Kunde seine bisherige Telefonnummer verlieren und eine neue bekommen. Die Rufnummern-Mitnahme kostet je nach Anbieter, der die Nummer abgibt, eine geringe einmalige Gebühr. In der Regel liegt diese bei etwa 10 Euro.

Tipp 3: Gleichzeitigen Umzug und Anbieterwechsel vermeiden

Wer umzieht, sollte nach Möglichkeit mit seinem bestehenden Anbieter umziehen und erst dann einen Anbieterwechsel vornehmen. Das vermeidet mögliche Fehler, die entstehen, wenn zwei Firmen und zwei verschiedene Adressen im Spiel sind. In seltenen Fällen kann es sein, dass der bisherige Anbieter in der neuen Wohnung seine Dienste nicht anbietet. Dann ist ein Anbieterwechsel unvermeidlich. Hier sollte der Kunde in jedem Fall das Gespräch mit dem neuen Anbieter suchen und den Sachverhalt ausführlich erklären.

Tipp 4: Wechsel von DSL zu Kabel oder umgekehrt prüfen

Bist du mit der Leistung seines Anschlusses unzufrieden, kann sich auch der Wechsel der Internettechnik lohnen. In den meisten Wohnungen ist neben DSL beziehungsweise VDSL auch ein Kabelanschluss vorhanden. Mit diesem ist ebenfalls ein Internetzugang möglich. Beim Wechsel zum Kabelanschluss wird die Verbindung oftmals sogar schon parallel zum bestehenden DSL-Anschluss geschaltet und erst zu einem abgesprochenen Stichtag auch die Telefonnummer übernommen.

Wer von Kabel zurück zu VDSL wechselt, bekommt diesen Vorteil der doppelten Internetleitung in der Regel nicht.

Tipp 5: Techniker in die Wohnung lassen

Wer von einem DSL-Anbieter zu einem anderen DSL-Anbieter wechselt, der benötigt in der Regel keinen Techniker in der Wohnung. Die Leitungen werden auf der Straße oder in der Vermittlungsstelle anders geschaltet, beim Kunden sind keine Arbeiten notwendig. Arbeiten am DSL-Netz nehmen grundsätzlich die Techniker der Telekom vor, auch wenn der Kunde zu einem anderen Anbieter wechselt. Oft haben die Telekom-Techniker keine Möglichkeit, den Kunden direkt anzurufen, sollte sich etwas verzögern oder Probleme auftreten.

Kunden, die von DSL zu Kabel oder von Kabel zu DSL wechseln, bekommen nahezu immer Besuch von einem Techniker. Dieser stellt sicher, dass die Leitung von der Wohnung bis zur Technik des Anbieters auch wirklich geschaltet ist.

Tipp 6: Alter Anbieter muss bei Problemen weiter versorgen

Manchmal klappt es nicht, dass die Leitung zum Stichtag umgeschaltet wird oder es gibt andere Probleme. Rein rechtlich ist der alte Anbieter in der Pflicht, den Kunden so lange weiter zu versorgen, bis der Kunde den neuen Anschluss nutzen kann. Rein technisch ist das allerdings nicht möglich, hat der Telekom-Techniker schon die Leitungen umgesteckt. Dann nämlich kann der alte Anbieter keine Verbindung mehr zu seinem Kunden aufbauen.

Sollte der Anbieter weiter versorgen, so hat dieser das Recht, bis zu 50 Prozent der bisherigen vereinbarten Kosten in Rechnung zu stellen. Das muss allerdings taggenau erfolgen.

Tipp 7: Bei Problemen direkt handeln

Ein Anschlusswechsel findet in der Regel in den frühen Morgenstunden statt, wenn lediglich etwas in der Vermittlungsstelle geändert werden muss. In der Praxis kann es aber bis in die späten Abendstunden dauern, bis die Leitung funktioniert. Insbesondere dann, wenn vom langsamen DSL zu VDSL gewechselt wird, muss ein Techniker in der Nähe der Wohnung des jeweiligen Kunden arbeiten.

Erst wenn der Wechseltag verstrichen ist, lohnt sich daher ein Anruf bei der Hotline des neuen Anbieters. Kommt der Kunde hier nicht weiter, kann es ratsam sein, die Bundesnetzagentur einzuschalten. Sie konfrontiert die beiden beteiligten Anbietern mit den Problemen des Kunden und versucht, eine Lösung herbeizuführen.

Tipp 8: Notfall-Alternative zur Hand haben

Wer du beruflich auf deinen Anschluss angewiesen bist, solltest du dich in jedem Fall sicherheitshalber um einen alternativen Internetzugang kümmern. Das können beispielsweise Mobilfunk-Datenpakete sein. Auch denkbar wären öffentliche WLAN-Hotspots, die sich empfangen und nutzen lassen. Im Zweifel kann es auch helfen, die direkten Nachbarn zu fragen, ob man das WLAN-Netz ein bis zwei Tage im Fall der Fälle mitnutzen kann. Auf diesem Weg hat hast du zumindest eine Internet-Flatrate, aber keinen Festnetzanschluss zum Telefonieren.

Tipp 9: Über Anschluss-Technik und Router informieren

Oft versuchen die Internetanbieter, den Kunden einen WLAN-Router zu vermieten oder zu verkaufen. Das ist aber nur in wenigen Fällen sinnvoll und in keinem Fall notwendig. Dankt der sogenannten Routerfreiheit können sich Kunden im Handel sowohl für DSL- und VDSL-Anschlüsse als auch für Kabelanschlüsse eigene Router kaufen. Der Vorteil: DSL-Hardware können Kunden auch bei einem DSL-Anbieterwechsel behalten.

Wer einen Anbieterwechsel anstrebt, sollte sich vorher auch über die eingesetzte Technik der Anbieter und eventuelle alternative Möglichkeiten informieren. In ländlichen Gebieten beispielsweise werden zunehmend echte Glasfaser-Anschlüsse gebaut, die aber zumeist nur über wenige Anbieter buchbar sind.

Der Wechsel von DSL zu VDSL kann stabilere Internetleitungen und auch eine höhere DSL-Geschwindigkeit mit sich bringen und der Wechsel von DSL zu Kabel führt in der Regel zu schnelleren Konditionen.

Tipp 10: Die DSL-Angebote vergleichen

Wer einen Wechsel seines Anbieters plant, sollte sich in jedem Fall ausführlich informieren, wer an seinem Standort das beste Angebot hat. Der interaktive DSL-Vergleich von inside digital ist hier eine erste Anlaufstelle für einen passenden Tarif. Hier gibt es günstige DSL-Angebote aber auch Kabel-Internet-Tarife im Vergleich.

Kunden sollten dabei insbesondere auf die Kosten achten, die nach der üblichen Mindestlaufzeit von zwei Jahren entstehen. Bei einem neuen Tarif profitiert der Kunde in der Regel in den ersten Vertragsmonaten von Neukunden-Konditionen, was den Vertrag nach einem dauerhaft günstigen-DSL-Tarif aussehen lässt. Tatsächlich steigt die monatliche Grundgebühr danach oft deutlich an.

Zudem lohnt sich ein Blick auf eventuelle Zusatzangebote der DSL-Tarife wie IPTV oder aber mögliche Bundle-Angebote wie Magenta Eins. Hier gibt es Rabatt, wenn ein Kunde Internet und Mobilfunk beim gleichen Anbieter hat.

Eine Doppel-Flat ist inzwischen Standard, das heiß es gibt eine Flatrate für schnelles Internet und eine Flatrate für Telefonate ins deutsche Festnetz. Bei manchen Anbietern ist sogar eine Handy-Flatrate dabei. Ein Verzicht auf die Telefon-Flat bringt in der Regel keinen Preisvorteil.

Achten sollten Kunden auch auf Angaben wie den Upstream ihres Anschlusses oder die garantierten Mindestdatenraten. Die beworbenen Datenraten stellen nur das theoretisch maximal mögliche dar, nicht aber die tatsächlichen Datenraten.

 

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