Zeitumstellung: Winterzeit bei Handy, Router & Co. richtig einstellen

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Alljährlich am letzten Sonntag im März und Oktober wird hierzulande die Uhrzeit umgestellt. Am 25. Oktober also werden die Uhren eine Stunde zurückgestellt. Doch was ist mit Handy, Smartphone & Co.? Stellen sich die Geräte automatisch um? Was musst du bei der Winterzeit-Umstellung beachten? Wir zeigen es dir.
Zwei Wecker zeigen die Zeit 2 bzw. 3 Uhr an, davor liegt Herbst- und Frühjahrsdeko
Bildquelle: Pixabay

So umstritten die Zeitumstellung auch sein mag – bis  mindestens 2021 gibt es sie noch. Im Winter gilt in Deutschland die mitteleuropäische Zeit (MEZ). Sie wird oft als Winterzeit bezeichnet, ist nach aktueller Lage der Dinger aber die Normalzeit. Im Frühling wird dann auf die sogenannte Sommerzeit umgestellt. Die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) gilt immer von Ende März bis Ende Oktober. Die EU hat vor, diese Regelung zu ändern, das EU-Parlament einer Abschaffung der Zeitumstellung für alle EU-Länder zugestimmt.

Doch der Prozess zieht sich. Eigentlich war eine Abschaffung schon 2018 geplant, inzwischen ist aber klar, dass sich die EU-Bürger noch bis zum Jahr 2021 gedulden müssen. Bis dahin wird dann wohl auch feststehen, ob Deutschland eine dauerhafte Sommerzeit bekommt oder die Normalzeit Standard bleibt. Solange gilt es aber weiterhin: Zweimal im Jahr Uhrumstellung – im Frühjahr und im Herbst. Und so heißt es eben auch im Frühjahr 2020: Alle Uhren eine Stunde vorstellen und die Sommerzeit 2020 beginnt.

Übrigens: Eine ewige Sommerzeit hieße nicht nur, dass du im Sommer abends länger Tageslicht hast, wie es derzeit schon der Fall ist, sondern auch, dass es im Winter nicht mehr ganz so früh dunkel wird. Gleichzeitig würde es im Winter aber auch später hell. Dass es im Sommer länger hell ist, war ursprünglich auch der Grund für die Einführung der Sommerzeit. Man wollte Energie sparen.

Zeitumstellung: So stellt sich das Handy automatisch um

Egal, ob Android oder iOS – Smartphones sind heutzutage in der Regel permanent mit dem Internet verbunden. Die gute Nachricht: Dieser Umstand kommt den Handys und ihren Besitzern in der Regel zugute, wenn es um die Synchronisation von Einstellungen geht. Das ist auch beim Datum und der Uhrzeit der Fall.

Die gute Nachricht also: In der Regel müssen Nutzer von Handys und Smartphones bei einer Zeitumstellung eigentlich gar nichts tun, die Geräte arbeiten automatisch. Wenn der Handy-Besitzer am Sonntagmorgen aufwacht, zeigt das Handy automatisch die richtige Zeit an. Doch es gibt Ausnahmen.

Datum, Uhrzeit und Zeitzone bei iOS und Android

Von Werk aus befinden sich die Einstellungen in den entsprechenden Menüs des jeweiligen Smartphones in der Regel auf „Automatisch“. Bei Android-Handys ist die Angaben unter „Darum und Uhrzeit“ geführt. Die Einstellung nennt sich konkret „Die vom Netzwerk bereitgestellte Zeit verwenden“. Selbiges gilt für die Zeitzone. Beim iPhone heißt die entsprechende Einstellung „Datum und Uhrzeit“. Dort befindet sich der Unterpunkt „Automatisch einstellen“. Ist diese Option allerdings nicht aktiviert, muss man die Uhr im Handy von Hand umstellen. Und auch, wer noch ein älteres Gerät wie ein Windows Phone benutzt, kann dort ein entsprechendes Feature in den Uhrzeit-Einstellungen aktivieren. Bei diesen Geräten ist es direkt im Einstellungs-Menü zu finden. Die Zeitumstellung erfolgt in der Nacht auch, wenn das Handy offline ist. Bei Apps wie WhatsApp und anderen Anwendungen ist keine Anpassung notwendig – sie greifen auf die eingestellte Uhrzeit des Handys zu.

Wer kein Smartphone, sondern ein sogenannten Feature-Phone nutzt – also im Zweifel ein reines GSM-Handy -, dessen Handy wird meistens ebenfalls automatisch umgestellt. Zumindest, wenn die Funktion nicht abgeschaltet ist. Die Zeitumstellung wurde entweder in entsprechenden Programmierungen hinterlegt oder erfolgt durch ein Signal über das Netz. Auf das offizielle Zeitsignal für Funkuhren, den DCF77-Sender, greifen Handys jedoch nicht direkt zu. Dazu bräuchten sie einen weiteren Chip, der das Langwellen-Signal empfängt. Allerdings werden die Signalgeber im Internet, auf die die Mobiltelefone zugreifen, von dem Sender beziehungsweise der Atomuhr dahinter versorgt.

Router, Fernseher, Receiver – Zeitumstellung kann wichtig sein

Auch andere, in irgendeiner Weise vernetzte Geräte stellen die Zeit in der Regel selber um. Allerdings sollte nach einer Zeitumstellung ein kurzer Uhrenvergleich durchgeführt werden – auch beim eigenen Mobiltelefon. Ist diese Umstellung aus verschiedenen Gründen nämlich nicht vollzogen worden, kann es zu Problemen und Missverständnissen kommen. Hier muss der Nutzer dann manuell eingreifen und die Zeit korrigieren. So könnten sich beispielsweise WLAN-Router zu falschen Zeiten ein- und ausschalten oder die Lieblingsserie wird vom Festplatten-Receiver auf einmal nur noch zur Hälfte aufgenommen. In der Vergangenheit gab es mehrfach derartige Fehler: beim iPhone, bei WLAN-Routern von AVM oder auch bei Smarthome-Zentralen. Sie zeigten nach der Zeitumstellung die falsche Uhrzeit an.

Wo gibt es die offizielle Zeit im Internet oder per Telefon?

Die für die offizielle Zeit in Deutschland zuständige Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig betreibt eine Internetseite, die die offizielle Zeit in Deutschland anzeigt. Sie ist unter https://uhr.ptb.de/ aufrufbar. Unter der Telefonnummer 01804 100100 betreibt die Deutsche Telekom zudem eine Zeitansage. Sie kostet aus dem deutschen Festnetz 20 Cent pro Anruf, vom Handy 42 Cent pro Minute.

Wer sich das sparen und auch nicht jedes Jahr raten möchte, wie die Zeit verändert wurde, erhält hier ein Tipp: Im Frühjahr stellt man die Zeit eine Stunde vor, im Herbst eine Stunde zurück. Als Eselsbrücke für die nächste Zeitumstellung dienen die Garten- und Balkon-Möbel: Diese werden im Frühling vor die Tür gestellt, im Herbst holt man sie zurück in die Wohnung. Übrigens: Die Winterzeit 2020/2021 beginnt in der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober 2020 und endet am 28. März 2021.

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