Apps gegen Einsamkeit: So bleibst du vernetzt und triffst neue Leute

8 Minuten
Viele Menschen sind allein, noch mehr sind außerdem einsam. Als ein Teil des Problems werden Smartphones angesehen, die Menschen zwar vernetzen, aber nicht persönlich mit Mitmenschen in Kontakt treten lassen. Doch jede Situation hat zwei Seiten: Wie lassen sich Smartphones also zum sozialen Vorteil nutzen und können Leute zur Geselligkeit anregen?
Freundinnen Symbolbild
Bildquelle: Unsplash

Wird einem Mensch zu wenig Zuneigung, Liebe und Aufmerksamkeit zuteil, wird er krank – sowohl physisch als auch psychisch. Moderne Studien offenbaren immer wieder die Konsequenzen sozialer Isolation und zeigen, dass sich Einsamkeit beispielsweise auf das Herz-Kreislauf-System, die Lebensdauer oder auch das Körpergewicht auswirken.

Ein entscheidender Unterschied ist zwischen Einsamkeit und Alleinsein zu machen. Während man sich in der Regel bewusst dafür entscheidet allein zu sein und Zeit mit sich selbst zu verbringen, entsteht Einsamkeit durch ein teils kompliziertes Konstrukt aus äußeren wie inneren Einflüssen.

Viel entscheidender ist letztlich die Frage: Wie kannst du und jeder deiner Mitmenschen das Smartphone dazu nutzen, mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben?

Das Smartphone, dein Freund und Helfer

Jedes Gerät hat Stärken und Schwächen. Verbraucher können den Teufelskreis umkehren, die geselligen Seiten des Smartphones herauskitzeln und für sich nutzen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten, diese „soziale Seite“ zu interpretieren. Auf der einen Seite stehen die bekannten sozialen Medien wie Facebook, Instagram oder Messenger-Dienste wie WhatsApp, Telegram und Co. Tag für Tag steht man mit Freunden und fremden Menschen in Kontakt, tauscht sich aus.

Um aus seiner eigenen Welt und vor allem der Komfortzone ausbrechen zu können, sind persönliche Treffen mit Menschen, die man kennt, jedoch essenziell. Deswegen stehen auf der anderen Seite primär Apps, die Nutzern helfen können, mit anderen Menschen dauerhaften und offline verlässlichen Kontakt aufzubauen – virtuell und in der Realität.

Freunde gesucht – und per App gefunden

Für Menschen der jüngeren und mittleren Generation ist das Angebot am umfangreichsten, beziehungsweise scheint es generell einfacher zu sein, auf das vorhandene Angebot zuzugreifen. Die nächstliegendste Lösung, um das Smartphone zum Vergesellschaften zu nutzen, sind Apps. Abseits von Tinder und anderen vermeintlichen Dating-Apps findet man sowohl im Google Play Store als auch Apples App Store einige Anwendungen, die sich das „Freunde finden“ auf die Fahne geschrieben haben.

Ist man neu in einer Stadt, ist es sinnvoll, Leute aus dergleichen Umgebung zu suchen. Dazu eignen sich unter anderem Apps wie „Bumble“ (Play Store/App Store), „Spontacts“ oder auch „Meet5“ (Play Store/App Store). Die Apps sind darauf ausgelegt, mit potenziellen Freunden etwas zu unternehmen. Was genau, ist der Fantasie der Nutzer überlassen: Von Grillen, Kino über Sport bis hin zu Spaziergängen ist alles möglich. Das Prinzip funktioniert im Grunde wie bei anderen Social-Media-Kanälen auch: Man muss sich anmelden und ein Profil anlegen, ein Foto hochladen und in einem Steckbrief sich selbst ein wenig beschreiben. Andere Nutzer können bei Interesse private Nachrichten schreiben und bei Unklarheiten Fragen stellen.

Je nach Vorhaben können Nutzer Filter einstellen, um die Suche zu spezifizieren. Wer ein bestimmtes Event plant, kann dieses auch einstellen, sodass andere Nutzer sich dieses Vormerken können. Bumble, Spontacts und Go Crush haben den Vorteil, dass sie eine bereits recht große Community vorweisen können. Die Chance ist dementsprechend größer, Menschen auf gleicher Wellenlänge kennenzulernen.

Städte und Nachbarschaft

Die App „Nebenan.de“ (Play Store/App Store) hat sich explizit auf Nachbarschaften fokussiert. Man zielt darauf ab, Nachbarn in direkter oder unmittelbarer Umgebung zusammenzubringen. Nicht nur Freundschaften sind das Ziel, sondern auch Hilfsprojekte. Letzteres können beispielsweise die Vermittlungen von neuen Wohnungen, Gartenpflege oder Ähnliches sein. „Nebenan“ kann innerhalb Deutschlands eine große Community vorweisen, was die Suche nach neuen Kontakten einfacher gestaltet. Alternativ bietet „Nextdoor“ ein ähnliches Konzept.

Eine weniger persönliche, aber dennoch übersichtliche Alternative bietet die App „meineStadt.de“. Dort finden sich Informationen zu Events, Restaurants sowie Cafés und allgemeine Details zur jeweiligen Stadt. Auch wenn sich über meineStadt.de keine direkten Kontakte knüpfen lassen, so findet man dennoch Treffpunkte.

‎meinestadt.de - lokale Suche
‎meinestadt.de - lokale Suche

In der ganzen Welt unterwegs

Menschen mit anderer Herkunft, die Freunde aus ihrem Heimatland suchen, oder Leute, die generell lieber internationale anstatt nationale Freundschaften schließen wollen, werden mit „MeetUp“ bedient. Die App versprüht internationale Atmosphäre und hat ein Allerweltspublikum in petto. Geboten werden hauptsächlich Stammtische sowie Treffen mit Leuten, die Beispiel im Ausland arbeiten.

‎Meetup: Lokale Gruppen/Events
‎Meetup: Lokale Gruppen/Events
Entwickler: Meetup
Preis: Kostenlos+
Meetup: Lokale Events
Meetup: Lokale Events
Entwickler: Meetup
Preis: Kostenlos

Eine lockerere und unverbindlichere Art, Leute kennenzulernen, bietet die Reise-App „Couchsurfing“ (Play Store / App Store). Mitglieder finden nicht nur eine Übernachtungsmöglichkeit, sondern machen auch neue Bekanntschaften mit den jeweiligen Hausbesitzern.

Apps für Hunde-Liebhaber, Sportler und Frauen

„Twindog“, „FriendsUp“ und „Buddy“ sind sehr spezifische Apps, die den Fokus auf ein bestimmtes Interesse legen. Hundefreunde, die mit ihren Vierbeinern Gassi gehen, kommen auch offline des Öfteren mit anderen Hundehaltern leicht in Kontakt. Wer es aber darauf anlegt, kann mit der App „Twindog“ nachhelfen. Kurzerhand kann ein Profil des Hundes erstellt werden, sodass der Erstkontakt nur über das Tier als solches läuft, indem man sich über sein Tier unterhält. In einem weiteren Schritt können daraus auch Gassi-Bekanntschaften entstehen.

Die App „FriendsUp“ spricht indes mit den dort angelegten Themen gezielt Frauen an. Freundinnen für den Kaffeeklatsch, einen Café-Besuch oder einen Mädelsabend werden gesucht. Kontaktiert werden können Nutzerinnen über private Nachrichten oder auch Gruppenchats. Wie auch bei anderen Apps lassen sich Events und Treffen über die App organisieren.

friendsUp – Beste Freundinnen finden
friendsUp – Beste Freundinnen finden
Entwickler: friendsUp
Preis: Kostenlos

Ein einfacher wie auch gesunder Aufhänger, um sich mit anderen Menschen zu verabreden, ist Sport. „Buddy“ hilft dabei. Obwohl Buddy nur auf Englisch verfügbar ist, will man Nutzer für jegliche Sportart begeistern – vom Populärsport wie Fußball, Basketball oder Tennis ist bis hin zu Brennball und Tischtennis nahezu alles dabei. Der Lieblingssport wird in den Vordergrund gestellt. „Runclique“ und „Cyclique“ zielen auf die klassischen Jogger und Fahrradfahrer ab. Die Apps vermitteln bestimmte Laufeinheiten an Nutzer, die andere Sportler in der App inseriert haben. Alle Apps suchen Termine und Treffen im Umkreis des jeweiligen Nutzers, was das Freundschaften schließen realistisch macht.

Überschaubares Angebot für Senioren und Kinder

Das Angebot, das besonders auf die Bedürfnisse älterer Menschen eingeht, hält sich in Grenzen. Vor allem, wenn es darum geht, mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben. Stattdessen gibt es viele Apps, die das Leben erleichtern sollen und Menschen über Sachverhalte informieren. Alternativ bieten sich Apps wie „KAMA“ an, die aber nur online Kontakt mit Familienmitgliedern oder Freunden herstellt. Die App ist wie ein Fotobuch aufgebaut, in dem andere Nutzer Fotos, Briefe oder Videos abspeichern können.

Ähnlich sieht es bei Apps für Kinder aus: Lernangebote oder Spiele gibt es wie Sand am Meer. Um mit anderen Kindern in Kontakt zu treten, eignen sich Smartphones für die Kleinsten wohl eher nicht. Nicht zuletzt deswegen, weil immer die Gefahr besteht, dass Fremde Schindluder betreiben und Eltern das Einverständnis für ihre minderjährigen Zöglinge geben müssen.

Raus aus der Einsamkeit

Die entsprechenden Angebote, die gegen Einsamkeit wirken sollen, nehmen aber immer mehr zu. Einen ersten Schritt in diese Richtung machten wohl oder übel auch Dating-Apps, nun gefolgt von jenen Anwendungen, die Freunde vermitteln wollen. Die genannten Apps sind in der grundlegenden Version kostenlos und somit frei zugänglich. Meist schalten In-App-Käufe mehr Funktionen frei, wodurch unter anderem diverse Filteroptionen zielführend arbeiten.

Den entscheidenden Unterschied macht letztlich immer die Verabredung, die man offline hat. Die Möglichkeiten, die online geboten werden, können Verbraucher dafür zu ihrem Vorteil nutzen. Es liegt wortwörtlich in deinen Händen, deinen Schatten zu überspringen, Ängste hinter dir zu lassen und deine Komfortzone zu verlassen.

Deine Technik. Deine Meinung.

1 KOMMENTAR

  1. Ich habe mit einigen der Apps Erfahrung. In letzter Zeit habe ich mit Go Crush immer bessere Erfahrung gemacht. Die Community scheint zu wachsen und die APp wird regelmäßig geupdatet. Friendsup ist für Frauen super!

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen