Private Ladestation fürs E-Auto: So holst du dir 900 Euro vom Staat

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Die Lade-Infrastruktur für E-Autos ist in Deutschland bislang sehr löchrig. Doch du kannst dir selbst helfen und eine private Ladestation an deinem Haus installieren. Dafür kannst du dir seit Kurzem einen Zuschuss vom Staat sichern. Wie das geht und was du beachten musst, liest du hier.
Ein schwarzes Auto lädt an einer Ladestation auf
Der Staat gibt einen Zuschuss für private Ladestationen.Bildquelle: Pixabay

Elektrisch fahrende Autos sind nicht mehr nur Zukunftsmusik, sondern schon mitten in der Gegenwart angekommen. Klassische Verbrennungsmotoren sollen in den kommenden Jahren von den Straßen verschwinden. Das Problem: Das Ladenetz im öffentlichen Raum ist bis dato mickrig. Deutschland hat hier enormen Nachholbedarf – im Detail mehr als 700.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte, wie eine Studie Ende 2020 ermittelte.

Was im öffentlichen Raum mitunter lange dauern kann, ist in Privaträumen schneller zu erledigen. Wenn du ein E-Auto besitzt oder dir eins zulegen willst, kannst du eine private Wallbox an deinem Haus anbringen. Das bedeutet: Du kannst dein E-Auto zu jeder Zeit aufladen, ohne auf eine öffentliche Ladestation angewiesen zu sein. Doch diese Investition kostet, weswegen der Staat Privatleuten finanziell unter die Arme greifen will.

Mit der Umweltprämie für Elektro-Autos kannst du dir bis zu 9.000 Euro sichern. Seit dem 24. November 2020 kannst du dich nun auch vom Staat für deine private Ladestation bezuschussen lassen. Die Staatshilfen kommen dabei offenbar so gut an, dass der Bund die Bezuschussung um weitere 100 Millionen Euro aufstockt.

„300.000 Wallboxen in gerade mal gut drei Monaten – diese enorme Nachfrage zeigt, dass wir goldrichtig liegen mit unserem Förderprogramm. Da ein Großteil aller Ladevorgänge daheim stattfinden wird, fördern wir Mietern, Eigenheimbesitzern und Vermietern den Einbau privater Ladestationen mit 900 Euro Zuschuss vom Bund“, zitiert das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) Scheuer. Die gesetzlichen Grundlagen für das Programm sind geschaffen. Doch wie funktioniert das Zuschussprogramm? Und was fördert der Staat eigentlich genau?

Private Ladestationen: Das fördert der Staat

Der Knackpunkt der Förderung ist banal wie offensichtlich: Die Ladestation muss privat und darf nicht öffentlich zugänglich sein. Dazu zählt nicht nur die Ladestation an sich, sondern auch der Anschluss sowie die „notwendigen Nebenarbeiten“ an Wohngebäuden, Garagen oder Ähnlichem für die Bereitstellung des Stellplatzes. Die entsprechende Station muss außerdem neu sein.

Voraussetzung für die Förderung ist darüber hinaus, dass die Ladestation eine Ladeleistung von 11 kW besitzt, sowie intelligent steuerbar ist, sprich mit anderen Komponenten innerhalb des Stromnetzes kommunizieren kann. Weiterhin muss die private Station ihre Ressourcen ausschließlich aus erneuerbaren Energien beziehen.

Zu beachten ist, dass das entsprechende Wohngebäude bereits bestehen muss. Wer noch baut, erhält keine Förderung. Dieser Umstand ändert sich jedoch, sobald du in dein neues Eigenheim eingezogen bist. Dann wird auch dieses als bestehendes Gebäude gewertet.

Was muss bei der Förderung beachtet werden?

Den Zuschuss für deine private Ladestation kannst du ab sofort über das Kreditinstitut für Wiederaufbau (KfW) beantragen. Die Förderung als solche funktioniert wie ein Investitionszuschuss, sodass der Förderbetrag direkt auf dein Bankkonto überwiesen wird. Der Bund setzt den Zuschuss dabei unabhängig von den Gegebenheiten auf 900 Euro an. Allerdings musst du den Antrag bei dem KfW vor der Bestellung der Ladestation im entsprechenden Zuschussportal beantragen. Das Institut ermittelt anhand folgender Kriterien, ob du die Förderung erhältst:

  • Ladestation
  • Energiemanagementsystem/Lademanagementsystem zur Steuerung von Ladestationen
  • Elektrischer Anschluss (Netzanschluss)
  • Notwendige Elektroinstallationsarbeiten (zum Beispiel Erdarbeiten)

Pro Ladepunkt kannst du den Zuschuss in Höhe von 900 Euro bekommen. Die Anzahl der Stationen, die du planst, kannst du direkt im Antrag angeben. Zu beachten ist allerdings, dass die Gesamtkosten die Förderung übersteigen müssen, da du sonst keine Förderung erhältst. Das heißt: Liegen die Gesamtkosten beispielsweise bei 700 Euro, gehst du leer aus. Liegt der Betrag bei 950 Euro oder mehr, erhältst du den Zuschuss. Zeitgleich kannst du neben der Förderung für private Ladepunkte auch weitere Bezuschussungen in Anspruch nehmen, zum Beispiel für die Installation einer Photovoltaik-Anlage oder wenn du dein Haus gegen Einbruch schützen willst.

Ist der Förderungsantrag genehmigt, musst du einige Dokumente bei dem KfW einreichen. Du musst mitunter deine Identität, die Rechnung sowie die Installation der Ladestation nachweisen. Mehr Informationen zum Prozess findest du auf dem Zuschussportal des KfW.

Wer kann bei privaten Ladepunkten bezuschusst werden?

Einen Antrag kannst du nur stellen, wenn du die Ladestation als Privatperson installieren willst. Daneben sind laut BMVI auch Wohnungseigentümergemeinschaften, Wohnungsunternehmen, Wohnungsgenossenschaften und Bauträger für die Förderung zugelassen. Anders sieht es hingegen beispielsweise bei Kirchen, Verbänden oder kommunale Körperschaften des öffentlichen Rechts aus. Diese können keinen Antrag auf Förderung stellen.

Bildquellen

  • E-Auto an einer Ladestation: Pixabay
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