Private Wallbox fürs E-Auto: Alles was du zum Förderprogramm jetzt wissen musst

4 Minuten
Wenn du ein E-Auto hast, kannst du es auch privat bei dir Zuhause laden. Das geht mit deiner eigenen Wallbox. Und mit den Kosten ließ der Staat dich bislang nicht allein. Wir zeigen dir, wie die Förderung bis dato aussah und wovon es abhängt, dass du auch in Zukunft 900 Euro vom Staat bekommst.
Ladevorrichtung an einem Volkswagen Passat GTE
Bildquelle: Volkswagen

Elektrisch fahrende Autos sind das Thema, das immer mehr in den Vordergrund rückt. Klassische Verbrennungsmotoren sollen in den kommenden Jahren von den Straßen verschwinden. Das Problem: Das Ladenetz im öffentlichen Raum ist bis dato mickrig. Deutschland hat hier enormen Nachholbedarf – im Detail mehr als 800.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte, wie eine Studie Ende 2020 ermittelte. Die EU-Kommission sieht hingegen einen Gesamtbedarf von über sechs Millionen Ladepunkten in Europa.

Seit dem 24. November 2020 gab es deswegen ein Förderprogramm des Staats, der dir bei dem Kauf einer privaten Wallbox mit 900 Euro unter die Arme griff. Mehrmals wurde das Budget aufgestockt, sodass letztlich 800 Millionen Euro zur Verfügung standen. Doch nun läuft die KfW-Förderung vorerst aus. Wie auf der Webseite zu lesen ist, sind die Fördergelder erschöpft, Anträge können nicht mehr gestellt werden. Der bisherige Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zog mit 1 Million Anträgen eine positive Bilanz.

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Abgesehen von den erschöpften Fördermitteln ist der Grund für das Auslaufen des Programms aber auch die Bildung der neuen Bundesregierung. Diese muss in Zukunft darüber entscheiden, inwieweit E-Mobilität gefördert wird und die KfW-Förderung für private Ladepunkte Zukunft hat.

Trotzdem: Wie funktioniert das Zuschussprogramm? Und was fördert der Staat eigentlich genau?

Private Wallbox: Das förderte der Staat 2020/21

Der Knackpunkt der Förderung ist banal wie offensichtlich: Die Ladestation muss privat und darf nicht öffentlich zugänglich sein. Dazu zählt nicht nur die Ladestation an sich, sondern auch der Anschluss sowie die „notwendigen Nebenarbeiten“ an Wohngebäuden, Garagen oder Ähnlichem für die Bereitstellung des Stellplatzes. Die entsprechende Station muss außerdem neu sein.

Voraussetzung für die Förderung ist darüber hinaus, dass die Ladestation eine Ladeleistung von 11 kW besitzt, sowie intelligent steuerbar ist, sprich mit anderen Komponenten innerhalb des Stromnetzes kommunizieren kann. Weiterhin muss die private Station ihre Ressourcen ausschließlich aus erneuerbaren Energien beziehen.

Zu beachten ist, dass das entsprechende Wohngebäude bereits bestehen muss. Wer noch baut, erhält keine Förderung. Dieser Umstand ändert sich jedoch, sobald du in dein neues Eigenheim eingezogen bist. Dann wird auch dieses als bestehendes Gebäude gewertet.

Was muss bei der Förderung beachtet werden?

Den Zuschuss für deine private Ladestation kannst du ab sofort über das Kreditinstitut für Wiederaufbau (KfW) beantragen. Die Förderung als solche funktioniert wie ein Investitionszuschuss, sodass der Förderbetrag direkt auf dein Bankkonto überwiesen wird. Der Bund setzt den Zuschuss dabei unabhängig von den Gegebenheiten auf 900 Euro an. Allerdings musst du den Antrag bei dem KfW vor der Bestellung der Ladestation im entsprechenden Zuschussportal beantragen. Das Institut ermittelt anhand folgender Kriterien, ob du die Förderung erhältst:

  • Ladestation
  • Energiemanagementsystem/Lademanagementsystem zur Steuerung von Ladestationen
  • Elektrischer Anschluss (Netzanschluss)
  • Notwendige Elektroinstallationsarbeiten (zum Beispiel Erdarbeiten)

Pro Ladepunkt kannst du den Zuschuss in Höhe von 900 Euro bekommen. Die Anzahl der Stationen, die du planst, kannst du direkt im Antrag angeben. Zu beachten ist allerdings, dass die Gesamtkosten die Förderung übersteigen müssen, da du sonst keine Förderung erhältst. Das heißt: Liegen die Gesamtkosten beispielsweise bei 700 Euro, gehst du leer aus. Liegt der Betrag bei 950 Euro oder mehr, erhältst du den Zuschuss. Zeitgleich kannst du neben der Förderung für private Ladepunkte auch weitere Bezuschussungen in Anspruch nehmen, zum Beispiel für die Installation einer Photovoltaik-Anlage oder wenn du dein Haus gegen Einbruch schützen willst.

Ist der Förderungsantrag genehmigt, musst du einige Dokumente bei dem KfW einreichen. Du musst mitunter deine Identität, die Rechnung sowie die Installation der Ladestation nachweisen. Mehr Informationen zum Prozess findest du auf dem Zuschussportal des KfW.

Wer kann bei privaten Ladestationen bezuschusst werden?

Einen Antrag kannst du nur stellen, wenn du die Ladestation als Privatperson installieren willst. Daneben sind laut BMVI auch Wohnungseigentümergemeinschaften, Wohnungsunternehmen, Wohnungsgenossenschaften und Bauträger für die Förderung zugelassen. Anders sieht es hingegen beispielsweise bei Kirchen, Verbänden oder kommunale Körperschaften des öffentlichen Rechts aus. Diese können keinen Antrag auf Förderung stellen.

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2 KOMMENTARE

  1. Heinz Multhaup

    Intessant.

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  2. Schirmer

    Am besten finde ich den Satz „… in Privaträumen schneller zu erledigen“. Nun ja, da müsste man zunächst auch einen Elektriker finden, der einem die Wallbox montiert. Ich bin Elektromeister und bei mir rufen unzählige Kunden an, welche ich aber nicht bedienen kann, da ich für vorhandene Aufträge, die Wallboxen nicht bekomme. Dank Förderung haben sich die Onlineshops kräftig eingedeckt. Selbst gekaufte installieren wir wegen der Haftungsübernahme nicht. So hat der Kunde zwar seine Wallbox im Internet erhalten, aber braucht nun einen Elektriker, der ihm die Installation bestätigt. Und nun? Übrigens, was keiner sagt: die geförderten Wallboxen müssen laut Liste der KfW, intelligent und steuerbar sein. Dies z.B. um später Steuerung durch Energieversorger zu ermöglichen. Aktuell ist dies nicht auszuführen, sondern nur in der Wallbox möglich sein. Aber irgendwann wird dies benötigt und dann kann der Geförderte dazu aufgefordert werden, die aufwendige Anbindung zu realisieren. Also erstmal glaubhaft die Wallbox umsonst bekommen, wie es ja gern beworben wird, der Aufschlag folgt noch. Mit Sicherheit!

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