Netzausbau bei 1&1: Das ist zum Start von LTE und 5G bekannt

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Es ist so weit: 1&1 Drillisch kann mit dem Aufbau seines eigenen Handynetzes beginnen. Neben der Telekom, Vodafone und Telefónica wird es dann einen vierten Netzbetreiber geben. Wir zeigen dir, was schon jetzt zu dem Netz bekannt ist und wo der Ausbau beginnen wird.
1&1 United Internet Symbolbild
Bildquelle: United Internet

1&1 Drillisch startet einerseits bei Null, hat also kein eigenes Mobilfunknetz. Andererseits startet man aber auch nicht bei Null. Denn der Start eines eigenen 1&1 Netzausbaus ist von langer Hand geplant. Was der Anbieter außerdem schon mitbringt, ist ein großer Kundenstamm von mehreren Millionen Nutzern, die man mittelfristig in das eigene Netz bringen kann. Sie befinden sich derzeit im O2-Netz. Doch darum soll es hier gar nicht gehen. Denn der Anbieter bringt noch mehr mit.

Das Glasfasernetz

Zu 1&1 Drillisch gehört auch die 1&1 Versatel. Versatel war einst ein eigenständiger Anbieter, der in weiten Teilen Deutschlands Glasfasernetze aufgebaut hat. Nach eigenen Angaben verfügt der Anbieter über 49.500 Kilometer Glasfasertrassen in 250 deutschen Städten. Dieses Netz, das heute unter anderem für die Anbindung von Geschäftskunden genutzt wird, wird 1&1 nutzen, um die Sendemasten anzubinden.

Die Frequenzen für den 1&1 Netzausbau

Stand heute hat 1&1 Drillisch zwei verschiedene Frequenzbereiche zur Verfügung. Das sind die „klassischen“ 5G-Frequenzen um 3,5 GHz. Und bis Ende 2025 kann der Anbieter Frequenzen im Bereich um 2,6 GHz nutzen. Diese sind aufgrund verschiedener EU-Auflagen eine Überlassung von Telefónica. Erst ab 2026 kann man Frequenzen im Bereich um 2,1 GHz nutzen.

Was bedeutet das für den 1&1 Netzausbau? Faktisch kann es bis Ende 2025 das eigene Handynetz von 1&1 Drillisch nur in Großstädten geben. Denn die verfügbaren Frequenzen haben nur eine Reichweite von wenigen hundert Metern. Um eine Innenabdeckung zu erreichen, müssen die Sendemasten zudem sehr nah beieinanderstehen. Das Durchdringen von Wänden ist mit diesen Frequenzen schnell kompliziert.

Erst ab 2026 ist dann damit zu rechnen, dass 1&1 Drillisch sein Netz auch in ländlichere Gebiete bringt. Die 2,1 GHz-Frequenzen sind die bisherigen UMTS-Frequenzen. Entsprechend kann auch die Abdeckung zwar deutlich besser, aber nicht überragend sein.

Bei künftigen Frequenz-Vergabeverfahren wird 1&1 Drillisch weitere Frequenzen einkaufen müssen.

Die Auflagen

Nimmt man das bestehende Glasfasernetz und die möglichen Frequenzen und kombiniert sie mit den Auflagen der Bundesnetzagentur zum Netzaufbau, dann ist schnell klar, wo das Netz starten wird. Denn bis Ende 2022 muss 1&1 Drillisch 25 Prozent der deutschen Haushalte mit seinem Netz versorgen können. Also etwas mehr als 10 Millionen Haushalte. Das Netz wird also in Metropolen wie Berlin, München, Hamburg und dem Ruhrgebiet starten. Weitere deutsche Städte mit einer hohen Haushaltsdichte sind wahrscheinlich. Dass man zusätzlich 1.000 Standorte mit 5G versorgen muss, ist im Vergleich zur Abdeckung mit den genannten Frequenzen fast das kleinere Problem.

Das Roaming

Empfang wirst du mit 1&1 Drillisch aber in ganz Deutschland haben. Denn 1&1 Drillisch hat ein Abkommen über National Roaming mit O2 abgeschlossen. Sprich: Dort wo das neue LTE- beziehungsweise 5G-Netz nicht zur Verfügung steht, wird sich das Handy in das O2-Netz einbuchen. Hier steht dann allerdings nur LTE (sowie GSM) zur Verfügung. Kein 5G.

1&1 Netzausbau: Der Zeitplan

Bis Mai 2021 arbeitet 1&1 den National-Roaming-Vertrag mit Telefónica im Detail aus. Nach Angaben von Konzernchef Ralph Dommermuth startet man dann im Sommer mit dem 1&1 Netzausbau. Es ist aber zu erwarten, dass ganz viel Papierkram wie Verträge mit den möglichen Standorten und Anträge bei der Bundesnetzagentur bis dahin schon erledigt werden.

Erste Sendemasten, die über einen Teststandort hinaus gehen, sind für den Sommer zu erwarten. Mit einem Start des Netzes für die kommerzielle Nutzung, also dass auch du das Netz nutzen kannst, kann – wenn alles gut läuft, nach unserer Einschätzung gegen Ende des Jahres gerechnet werden.

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