Konzerte, Museen und Reisen: So genießt du Kultur trotz Lockdown

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Das Frühjahr 2020 war bereits durch den Lockdown und die coronabedingten Schließungen bedrückend. Nun trifft es unter anderem die Kulturbranche mit den neuen Schließungen wieder hart. Wie du Museen, Kinos und Co. trotzdem konsumieren kannst, erfährst du hier. Veranstaltungstipp inklusive.
Sofa inmitten von Gemälden
Bildquelle: Unsplash

Covid-19 ist in der zweiten Welle drastischer zu spüren als noch im Frühjahr. Zumindest, was die Fallzahlen betrifft. Der „Lockdown Light“ betrifft dieses Mal nur einzelne Branchen, darunter erneut die Kulturbranche, die 2020 so gut wie gar nicht arbeiten konnte. Kultur kannst du trotz der Schließungen genießen und nebenher teilweise Kinos, Theater und Co. unterstützen. Möchtest du dein Denkorgan als Neuling oder Liebhaber nochmal mit ein wenig Kunst und Kultur erfrischen, haben wir hier ein paar Tipps für dich.

Lockdown Light: Was ist dieses Mal anders?

Als im Frühjahr jegliche Branchen schließen mussten, in denen Menschen potenziell engen Kontakt zueinander bekommen, war die Solidarität groß. Im Netz wurden Mini-Konzerte, Vorlesungen, Partys und vieles mehr gestreamt. Kinofilme wanderten ebenfalls direkt ins Internet. Beim zweiten Lockdown ist das digitale Angebot deutlich beschränkter. Der Grund? Mutmaßlich die Aussicht auf das baldige Ende Anfang Dezember.

Einige generelle und kurzfristige Angebote gibt es dennoch. Das Beste: Egal, für welches Kultur Angebot du dich entscheidest – du sitzt immer in der ersten Reihe.

Bücher, Bücher, Bücher: Messeneuheiten bei dir zu Hause

Wie sämtliche Messen in diesem Jahr, mussten auch die Buchmessen in Deutschland abgesagt werden. Die Alternative war schnell gefunden: Man streamte unter anderem die Frankfurter Buchmesse im Netz. Hast du diese Messe samt aller Neuheiten verpasst, kannst du dir nachträglich Gespräche, Autorenprofile und brandaktuelle Literatur im Netz zu Gemüte führen. Unter anderem findest du alle Inhalte auf dem Youtube-Kanal der bpb.

Ganz aktuell findet derzeit noch die OnlineBuchmesse statt. Aussteller, Themen und Autoren sind auf einem einfach zu bedienenden Messeplan aufbereitet. Je nach Themenschwerpunkt kannst du dich virtuell durch die Messehallen klicken und so lange an einem Stand verweilen, wie du möchtest. Die OnlineBuchmesse läuft noch bis zum 8. November.

Kultur virtuell: Der Gang ins Museum

Ein „Kunst und Kultur“-Angebot findest du bei Google: Das Feature „Google Arts and Culture“. Die Funktion ist nicht neu, im Gegenteil. Allerdings nimmt man solche Angebote in der Krisenzeit ganz anders wahr. Die Museen bieten ganz unterschiedlich Ansätze und Angebote. Teilweise sind die Rundgänge interaktiv gestaltet oder werden von Musik begleitet.

Möchtest du einen Museumsbesuch unternehmen, musst du dich keineswegs auf deine Stadt oder Deutschland beschränken. Google Arts and Culture beherbergt virtuell insgesamt 2000 Museum rund um den Globus. Dabei bietet Google verschiedene Arten, wie du den Museumsbesuch gestalten kannst.

Digitaler Museumsbesuch im klassischen Sinne

Zum einen kannst du ganz unkompliziert über deinen Laptop oder via App das Museum deiner Wahl begehen. Dabei kannst du dir digitalisierte Bilder der Ausstellungsstücke ansehen. Dabei ist egal, ob es sich um ein gemaltes Kunstwerk handelt, eine Statue oder andere Artefakte.

  • Tipp: Du möchtest nach all der Kunst selbst zum Künstler werden? Die App von Google Arts and Culture bietet die Möglichkeit, Selfies und andere Fotos in Kunstwerke zu verwandeln.

Allerdings hängt es vom jeweiligen Museum ab, wie viele Ausstellungsstücke online angesehen werden können. Ganz groß vertreten ist an dieser Stelle die National Gallery of Art aus Washington DC oder auch das Rijksmuseum aus Amsterdam.

3D-Rundgang durchs Museum

Richtig plastisch wird es allerdings, wenn du eine VR-Brille besitzt. Denn deinen 3D-Rundgang bietet Google ebenfalls an. Wenn du eine VR-Brille besitzt, kannst du auch 360-Grad-Videos über Google Arts and Culture beziehungsweise YouTube ansehen. Hier kommt ein anderes Konzept zum Tragen: Anstelle von Museen sind hier vor allem Stätten des Weltkulturerbes zu sehen, wie beispielsweise Palmyra oder Petra.

Wer sich für antike Stätte wenig interessiert, kann auch auf Videos aus Fashion-Shows zurückgreifen. Alternativ stehen Rundgänge durch bedeutende architektonische Werke bereit, wie etwa durch die Hamburger Elbphilharmonie oder die Carnegie Hall.

‎Google Arts & Culture
‎Google Arts & Culture
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos
Google Arts & Culture
Google Arts & Culture
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos

UNESCO Welterbe digital erleben – Kultur weltweit

Die UNESCO zählt viele Orte und Gebäude zum Weltkulturerbe. Plätze, die es vor dem Klimawandel, dem Mensch und mehr zu schützen gilt. Dabei ist das Weltkulturerbe nicht nur auf ein Land beschränkt, sondern findet sich überall auf der Welt. Verreisen musst du dafür nicht unbedingt, im Gegenteil: Du kannst die Stätten auch im Internet bewundern und durch einen Gratis-Rundflug genießen. Unter anderem sind so der Aachener Dom, die Altstadt von Bamberg oder verschiedene Buchenwälder zu bestaunen. Unter unesco-welterbetag.de findest du alle Stätten in Deutschland.

Andrew Lloyd Webber: Musicals für alle

Einer der bekanntesten Musical-Komponisten unserer Zeit, Andrew Lloyd Webber, hat wegen der Corona-Krise einen eigenen YouTube-Kanal mit Namen „The Shows Must Go On!“ eröffnet. Dort zu sehen: Verschiedene Meisterwerke Webbers, der etwa durch Stücke wie „Sunset Boulevard“ bekannt ist.

Der Kanal entstand durch Zusammenarbeit zwischen Webber und den Filmproduktionsstätten Universal. Die Musical-Aufführungen sind kostenlos verfügbar – allerdings wird auch um Spenden gebeten. Denn Theater und Opernhäuser sind derzeit leer – die Kulturbranche trifft die Krise besonders hart. So will Webber alle Spenden drei gemeinnützigen Organisationen aus der Musical-Branche zukommen lassen. Genaue Informationen verrät der Star-Komponist im Kanalinfo-Video.

Konzerte im Netz

Der Kultur-TV-Sender arte bietet immer wieder im linearen Fernsehprogramm, aber auch in der eigenen Mediathek jede Menge Konzertmitschnitte an. Von Klassik bis hin zu Metal ist alles dabei. Auch in puncto Tanz, Oper und Theater wird man hier fündig.

Schon im Frühjahr bot TV Noir Konzerte von Singer-Songwritern an. Die Reihe findet normalerweise immer im Herbst statt – so wie jetzt auch. Aktuell stehen einige Live-Konzerte an – natürlich nur virtuell. Gespräche mit Gästen und Künstlern stehen nach den Auftritten ebenfalls an. Die Konzerte kannst du allerdings nicht kostenlos sehen, sondern musst Eintritt bezahlen, indem du dir ein Abonnement von TV Noir zulegst.

SEAT bietet regelmäßig die Konzert-Mittagspause um 12 Uhr an. Verschiedenste Künstler sind auf dem  YouTube-Kanal von SEAT Deutschland zu sehen und Musik ist in der Pause zu genießen. Wer abends lieber ein wenig Partystimmung und Club-Atmosphäre nach Hause holen will, kann das Angebot von „United We Stream“ in Anspruch nehmen. Unter diesem Motto legen DJs aus nationalen und internationalen Städten abends um 19 Uhr live auf. Im Nachgang kannst du die Sessions ebenfalls ansehen und -hören, unter anderem auf arte.

Die Plattform „rausgegangen“ hat seit der Corona-Krise einen Ableger gegründet: dringeblieben. Musikalisch wird hier ein buntes Potpourri geboten. Das gesamte Programm sowie die Live-Streams kannst du auf dringeblieben.de nachlesen. Allerdings musst du dich auf der Webseite registrieren, um Konzerte und Co. ansehen zu können.

Wie kann ich Künstler und Kultur in der Corona-Krise unterstützen?

In der Kultur- und Eventbranche arbeiten Millionen Menschen. Die Corona-Krise macht sie schon mehr als ein halbes Jahr fast gänzlich arbeitslos – kein Ende in Sicht. Das bringen Stars wie der Jazz-Musiker Till Brönner, aber auch Clueso und Herbert Grönemeyer hierzulande deutlich auf den Punkt.

Du möchtest dein Theater oder Kino vor Ort unterstützen? Oder deinen Lieblingskünstler? Dann bleiben dir im Prinzip hauptsächlich die Möglichkeiten, bereits gekaufte Tickets nicht zurückzugeben und das Geld nicht zurückzufordern. Auch der Kauf von Gutscheinen bringt den Kultur-Einrichtungen zumindest schon kurzfristig Geld ebenso wie Spenden. Hier und da werden auch lokale Aktionen angeboten, beispielsweise virtuelle Theaterauftritte oder Ähnliches, nach denen du Ausschau halten und teilnehmen kannst.

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