Kochbox statt einkaufen: Es gibt nicht nur HelloFresh - ein Vergleich

6 Minuten
Kochboxen von Anbietern wie Hello Fresh oder Marley Spoon schicken dir komplette Mahlzeiten nach Hause. In den Boxen sind Rezepte samt aller benötigter Zutaten. Doch es gibt Unterschiede zwischen den Anbietern. Und sie sind nicht zu verwechseln mit Online-Supermärkten.
Kochbox von HelloFresh
Kochbox von HelloFreshBildquelle: HelloFresh

Der Deutsche Kochbox-Markt kennt mehrere Anbieter. Die beiden größten sind die Start-Ups Hello Fresh und Marley Spoon. Was bieten sie? Sind die eine Alternative zum Gang in den Supermarkt? Und was kosten sie?

Das Kochbox-Prinzip

Das Prinzip der Kochbox ist bei fast allen Anbietern identisch: Du schließt ein jederzeit kündbares oder pausierbares Abo ab und der Anbieter schickt dir Woche für Woche die Zutaten für deine Gerichte nach Hause. Ob du drei, vier oder fünf Gerichte bekommst, ob sie für zwei oder mehr Personen reichen sollen und ob vegetarisch oder mit Fleisch – das bestimmst du. In aller Regel kannst du dir auch die Gerichte aus einer mal mehr oder weniger großen Auswahl aussuchen. Denn was bringt dir eine leckere Champignon-Rahm-Pfanne, wenn du keine Pilze magst?

Ein paar Grundzutaten wie Salz, Pfeffer, Öl sowie manchmal auch ein Ei oder ähnliches solltest du zu Hause haben. Sie werden nicht mitgeschickt. Auch sollte deine Küche über Töpfe, Pfannen, Reiben und einen Backofen verfügen. Nur mit einer Kochplatte und einem Topf sind die Rezepte nicht kochbar.

Die Vorteile einer Kochbox

Der größte Vorteil – nicht nur in Pandemie-Zeiten: Du musst das Haus nicht verlassen, um frische Lebensmittel zu bekommen. Du sparst also Zeit – und oft auch Nerven. Doch es ist mehr als das. Denn mit den Kochboxen kochst du in der Regel Rezepte, die die dir sonst vermutlich nicht ausgesucht hättest. Denn je nach Rezept und Anbieter können spezielle, selten zu bekommende Zutaten dabei sein. Ist das nicht der Fall, hast du einen zusätzlichen Pluspunkt: Die Rezepte kannst du in aller Regel nachkochen.

Weiterer Vorteil: Du bekommst alles, was du brauchst und behältst nichts über. Denn wenn du beispielsweise für ein Rezept nur 50 Gramm Joghurt brauchst, dann schickt dir der Kochbox-Anbieter auch nur 50 Gramm. Es gibt keinen Rest, der im Kühlschrank anfängt zu schimmeln. Beim Kochen musst du dich auch nicht damit beschäftigen, erst noch die richtigen Mengen abzumessen.

Die Nachteile einer Kochbox

Sparen wirst du mit einer Kochbox nicht. Denn die Zutaten im Discounter an der Ecke zu kaufen ist deutlich günstiger, als auf den Lieferanten der Kochbox zu warten. Je nach Rezept und Anbieter können das durchaus zweistellige Prozentwerte sein.

Weiterer Nachteil: Der Müll. Viele der Zutaten sind einzeln abgepackt. Auch der Transportkarton ist letztlich Müll und Kühlwaren müssen gesondert geschützt werden. Zudem hast du keinen Einfluss auf die Qualität und Herkunft der Ware. Zwar werben einige Anbieter mit regionalen Zutaten, doch letztlich liegt das im Auge des Betrachters, was regional ist. Verpackt ein Dienst in der Nähe der holländischen Grenze seine Kisten, sind Hähnchen aus den Niederlanden dort regional. Der Münchner Empfänger sieht das sicherlich anders.

Last not least: Eine Kochbox ersetzt nicht den Gang in den Supermarkt. Denn alles, was du über diese Rezepte hinaus benötigst wie den klassischen Liter Milch, Brot oder Aufschnitt liefern die Anbieter nicht. Hierfür musst du im Zweifel spezielle Anbieter beauftragen.

Die Anbieter

Für unseren Marktüberblick haben wir uns neben Hello Fresh auch den direkten Mitbewerber Marley Spoon angeschaut. Dieser hat mit Dinnerly inzwischen sogar eine zweite Marke gestartet. Außerdem gibt es in einigen Regionen mit dem Kochhaus-Nachfolger Viani noch eine Feinkost-Alternative, die wir zumindest erwähnen wollen.

HelloFresh

Das einst in Berlin gegründete Unternehmen HelloFresh ist inzwischen mit 7.000 Mitarbeitern weltweit tätig. Das heißt aber nicht, dass du deine Lebensmittelboxen aus den USA bekommst: Verpackt und verschickt wird weiterhin in Deutschland.

Du kannst grundsätzlich aus drei Box-Arten wählen: Fleisch & Gemüse, familienfreundlich und vegetarisch. Das aber wirkt sich nur auf die Rezepte aus, die HelloFresh dir schickt, wenn du keine andere Auswahl triffst. Jede Woche kannst du aus mehr als 20 verschiedenen Rezepten auswählen. Neben vegetarischen und manchmal auch veganen Rezepten gibt es mitunter auch Fleisch und Fisch.

Jede Woche gibt es zudem die Möglichkeit, ein sogenanntes Meisterstück zu bekommen. Dieses ist in der Zubereitung deutlich aufwendiger. Zudem ist der Warenwert höher, sodass das Meisterstück einen Zuschlag kostet. Auch bei einigen anderen Rezepten verlangt Hello Fresh einen Zuschlag. Ohne Zuschläge kostet eine Box mit 3 Gerichten für zwei Personen etwa 35 Euro, es kommen 5,49 Euro Versand hinzu. Wenn du einen Thermomix besitzt, schickt Hello Fresh dir die Rezepte auch speziell für die Zubereitung in dem Multitalent.

Die Lieferung erfolgt mit verschiedenen Kurier- und Paketdiensten. Die Auswahl und die möglichen Uhrzeiten sind abhängig vom Wohnort. Für einige Zeitfenster gibt es einen Aufpreis.

Marley Spoon

Ähnlich funktioniert das Prinzip bei Marley Spoon. Mit 42,90 Euro sind die Boxen bei zwei Personen mit drei Gerichten etwas teurer, dafür fallen keine Versandkosten an. Auch hier kannst du bis zu fünf Gerichte pro Woche wählen und auf vegetarische Boxen umschwenken.

Rezeptkarten gibt es bei Marley Spoon vor allem digital. Das mag im Sinne der Umwelt vorteilhaft sein, ist beim Kochen aber unpraktisch, wenn man mit vom Kochen dreckigen Fingern auf dem Display scrollen muss. Deswegen kannst du auf Wunsch auch Karten bestellen.

Marley Spoon: Das Rezept gibt's per App
Marley Spoon: Das Rezept gibt’s per App

Wie bei Hello Fresh kannst du je nach Wohnort die Lieferung an unterschiedlichen Tagen und zu verschiedenen Uhrzeiten bekommen. So kannst du sicherstellen, dass du oder einer deiner Nachbarn zu Hause ist und du die Lebensmittel bekommst.

Du hast auch bei Marley Spoon die Wahl zwischen etwa 20 Rezepten jede Woche. Eine Vorauswahl trifft der Anbieter jede Woche, du kannst sie aber jederzeit ändern. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem deine Box in den Versandprozess geht.

Dinnerly

Dinnerly, die Zweitmarke von Marley Spoon, bezeichnet sich selbst als die erschwinglichste Kochbox in Deutschland. 6 Zutaten und 5 Schritte – so ist jedes Rezept aufgebaut. Wählen kannst du aus wöchentlich acht verschiedenen Rezepten für zwei oder vier Personen. Die Rezepte dauern höchstens 30 Minuten. Als Beispiele nennt der Anbieter Gerichte wie „Cremige Salsiccia-Nudeln mit Lauch und Spinat“ oder „Gebackene Gnocchi mit Zucchini und geriebenem Gouda“. Eine Box für zwei Personen mit drei Rezepten kostet derzeit 31,33 Euro.

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4 KOMMENTARE

  1. Avatar Linn

    „Mitunter“ Fleisch ist bei Hellofresh untertrieben, es sind bestimmt die Hälfte der Rezepte. Bei Marley Spoon kann man sich auch Rezeptkarten schicken lassen, man muss das nur extra anklicken.

    Antwort
  2. Avatar Robert

    Hallo,
    Ihr müsstet bitte mal den Text ändern, denn entgegen eurer Aussage, kann man sehr wohl gedruckte Rezeptkarten bei Marley Spoon erhalten! Ich bin selbst seit fast 1 Jahr Kunde. Über die App kann man sich entweder für oder gegen die gedruckten Karten entscheiden.
    Probiert es auch – Immer lecker!

    Antwort
  3. Avatar Siodhachan

    Man darf auch nicht vergessen: Man muss mit den Portionsgrößen eben so leben, wie sie sind. Man kann also ggf. nicht wirklich behaupten, dass man keine Reste hat. Oder eben man hat hinterher noch Hunger. Und für Kreative ist es auch nichts. Aber für Leute, die eigentlich eher nicht kochen, ist es eine super Möglichkeit, sich selbst etwas zuzubereiten. Das ist günstiger und gesünder, als bei Lieferando etc. zu bestellen. –

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  4. Avatar Martin

    Ich habe bislang HelloFresh und Marley Spoon getestet, je 4 Wochen und werde demnächst Dinnerly testen. Ich kann zwar kochen, nehme mir aber selten die Zeit, mir zu überlegen, wie ich was kombiniere oder was ich wie dafür benötige. Ich muss sagen, dass ich bei allen Boxen bislang 20-35min Kochzeit max. hatte, da man viele Schritte parallelisieren kann. Es ist meines Erachtens auch für Anfänger geeignet, um sich selbst das Kochen besser beizubringen. Große Unterschiede habe ich bislang nicht feststellen können. Die Qualität ist absolut vergleichbar. Für mich scheinen die Portionsgrößen bei Marley Spoon allerdings etwas großzügiger auszufallen. Für 2 Personen reicht hier locker für 3. Während ich Hello Fresh entweder genau passend für 2 oder sogar eher etwas geringer eingeschätzt hätte. Das bessere Fleisch hab ich bei Hello Fresh gehabt. Der Fisch hat sich nichts geschenkt. Die anderen Zutaten sind aber mMn. bei Marley Spoon qualitativ hochwertiger. Geärgert hatte mich es, das in 2 Lieferungen bei HelloFresh keine Paprika dabei war. Kompensiert wurde es das eine Mal mit einer Karotte, die super zum Gericht gepasst hat und das andere mal mit einer zusätzlichen Aubergine – was am Ende dann viel zu viel Aubergine war und das Gericht auch einseitig vom Geschmack wurde. Bei Marley Spoon hat es jetzt 3 Wochen reibungslos geklappt. Morgen kommt die Lieferung der 4. Woche. Danach bin ich leider im Urlaub, aber ich habe auch vor, Dinnerly zu testen. Ich nutze bspw. mein iPad um in der Küche Spotify zu hören. Ich finde es eher praktisch, dass man bei Dinnerly das als PDF aufrufen kann und man nicht nur die bestellten, sondern auch andere Rezepte einsehen und speichern kann. Muss aber sagen, das auch bei Hello Fresh die Rezepte von mobilen Geräten abgerufen werden können – lediglich das Speichern funktioniert hier nicht.

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