iPhone zu langsam? So wird das Apple-Smartphone wieder schnell

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Langsame Reaktion, verzögerte Befehlsausführung und viele Verschnaufpausen. Das iPhone wird alt – oder ist nach einiger Zeit in Benutzung einfach langsam geworden. Bevor ein neues Modell her muss, können Besitzer ihr iPhone mit wenigen Handgriffen wieder schneller machen. Wir zeigen dir, wie es geht.
iPhone mit inside digital Hülle in einer Hand

Dass ein Handy im Laufe der Zeit langsamer wird, gehört zum natürlichen Prozess der Dinge. Doch die Gründe dafür sind unterschiedlich und nicht nur auf einen Verschleiß der Bauteile zurückzuführen. Ein zum Bersten voller Speicher oder anspruchsvolle Inhalte verlangsamen das iPhone. Doch bevor man die Reißleine zieht und zu einem neuen Smartphone greift, können verschiedene Tipps zu alter Schnelligkeit des iPhones verhelfen.

Schritt 1: Mehr Speicherplatz auf dem iPhone

Inhalte löschen

Hunderte, gar tausende Fotos, Videos oder auch gespeicherte Nachrichtenverläufe, die in der Galerie oder dem Archiv gespeichert sind, beeinträchtigen klammheimlich und ohne Aufsehen zu erregen die Leistung des Smartphones. Der Speicher füllt sich zusehends, sodass letztlich kaum noch Platz für andere Prozesse bleibt. Sind ältere Modelle wie das iPhone 4 und iPhone 6 oder neuere Exemplare wie das iPhone 7 oder 8 langsam, lohnt sich ein Blick in die Galerie und den Download-Ordner.

Löscht man alte oder überflüssige Inhalte vom iPhone, kann sich das im Handumdrehen positiv auf die Performance des Smartphones auswirken. Wer seine Fotos, Videos oder Dokumente trotzdem stets bei sich tragen will, kann sie beispielsweise in Apples iCloud abspeichern beziehungsweise dort hin auslagern.

Apps aufräumen

Es gibt sie wie Sand am Meer: Apps. Auf dem iPhone finden sich nicht nur vorab installierte Exemplare. Im Laufe der Zeit sammeln sich zahllose installierte Apps auf dem Smartphone, die man teils intensiv nutzt oder teils längst vergessen hat. Doch auch wenn man bestimmte Apps nicht mehr nutzt, heißt das nicht, dass sie nicht aktiv sind. Viele Anwendungen laufen permanent im Hintergrund und fressen so Energie, die das iPhone besser zum Laden von aktiv genutzten Apps gebrauchen könnte. Dementsprechend sollten Besitzer eines langsamen iPhones regelmäßig ihre Apps sichten und aufräumen.

Mit Apps einher gehen auch Widgets, die sich einfach auf dem Homescreen des iPhones anheften lassen. Sie sind allerdings wahre Speicherfresser. Deaktiviert man sie, wird erneut ein wenig Speicher frei, wodurch sich das iPhone wiederum beschleunigt.

Safari-Cache leeren

Der Zwischenspeicher von Handys, der sogenannte Cache, füllt sich stetig mit immer mehr temporären Dateien. Apps brauchen diese Daten für spezifische Funktionen, sodass sie die Dateien immer wieder aus dem Cache laden. Vor allem durch die vorinstallierte Browser-App Safari und das regelmäßige Surfen im Netz häufen sich viele Daten an, die gelöscht werden müssen. Manuell kann in den Einstellungen im Menü-Unterpunkt „Safari > Verlauf und Websitedaten löschen“ manuell Speicherplatz generiert werden. Das wirkt sich nicht nur auf die Schnelligkeit des Browsers aus, sondern auch auf die des iPhones.

Schritt 2: iPhone und iOS beschleunigen

Automatismen deaktivieren

Viele Apps synchronisieren sich automatisch. Andere lösen Hintergrundprozesse aus. Fakt ist: Werden Automatismen eingespart und manuell deaktiviert, kommt das der Performance des Smartphones zugute. Das macht sich vor allem bei älteren iPhones bemerkbar. Neuere Modelle wie das iPhone 8 kompensieren die automatische Synchronisation oder automatische Aktualisierungen besser und haben nicht so sehr mit Verzögerungen zu kämpfen.

Das bedeutet, dass man Hintergrundaktualisierungen – beispielsweise ist Facebook ein bekannter Kandidat für automatische Prozesse – ausschalten sollte. Zu deaktivierende Automatismen schließen außerdem auch Funktionen wie optische Effekte, aktive Ortungssysteme oder Safari-Mitteilungen mit ein.

Auf bald, Siri

Smarte Sprachassistenten sind nützlich – so wie auch Siri. Hat man eine Frage, hat der digitale Assistent in der Regel prompt die Antwort parat. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Apples  Sprachassistent benötigt viel Aufwand, um Befehle ausführen zu können. Nutzt man Siri also wenig bis gar nicht, kann man bei einer Deaktivierung wieder mehr Schnelligkeit generieren.

Siri lässt sich in den Einstellungen im Menü-Unterpunkt „Allgemein > Siri“ pausieren. Man muss dazu lediglich den Schieberegler hin und her bewegen. Ebenso einfach lässt sich der smarte Assistent auch wieder zum Leben erwecken.

Ähnlich verhält es sich übrigens mit der Spotlight-Suche: Ist sie dem iPhone-Nutzer ein nützlicher Helfer, verbraucht auch sie viel Leistung. In den Einstellungen lässt sich die Spotlight-Suche ebenfalls stark einschränken.

Software-Updates installieren

Dadurch, dass man sich in Apples Ökosystem in einem vergleichsweise beschränktem Umfeld befindet, ist die Update-Politik des kalifornischen Herstellers recht gut und vor allem schnell. Bringt man sein iPhone demnach auf eine neue iOS-Version wie iOS 11 oder iOS 12, können Fehler und Bugs dadurch behoben werden. Gleiches gilt im übrigen auch für App-Updates, die ebenfalls regelmäßig installiert werden sollten. Das sollten Nutzer jedoch manuell machen und nicht automatisch geschehen lassen, wenn ihr Smartphone dazu neigt, langsam zu reagieren.

Letzter Ausweg: iPhone auf Werkseinstellungen zurücksetzen

Hat man bereits nötige Handgriffe vorgenommen, die Veränderung aber ausbleibt, gibt es eine letzte Möglichkeit: Das iPhone auf die Werkseinstellungen zurücksetzen. Vorab muss dem Nutzer bewusst sein, dass dieser Vorgang sämtliche Inhalte, Apps und Konten löscht. Somit sollte man immer vorher ein Backup vornehmen und alle sensiblen oder persönlichen Inhalte auf einem PC, in der iCloud oder Ähnlichem abspeichern.

Alternativ hilft ein gänzlich neues Gerät, wie beispielsweise das iPhone XS Max oder iPhone X, das grundsätzlich mit einer neueren iOS-Version ausgestattet ist. Wer einmal ein neues Betriebssystem ausprobieren will, findet passende Pendants in der Android-Welt – beispielsweise das Samsung Galaxy Note 9 oder Huawei Mate 20 Pro. Sparfüchse können darüber hinaus auch iPhones und Android-Handys gebraucht kaufen.

Und was ist mit einem Akku-Tausch?

Auch wenn man softwareseitig die Leistung neuerer und älterer iPhones wieder beschleunigen kann, lässt sich im Endeffekt sogar über die möglicherweise verschlissene Hardware nachdenken. Vor allem ein in Mitleidenschaft gezogener Akku kann eine Leistungsbremse sein – vor allem dann, wenn die iOS-Version zu neu für den alten Akku ist.

Ob es sich lohnt, den Akku austauschen zu lassen, ist immer im Einzelfall zu klären. Nutzer können sich an der Richtlinie orientieren, dass das jeweilige iPhone nach 500 Ladezyklen immer noch knapp 80 Prozent der ursprünglichen Leistung erreichen sollte. Ist dies nicht der Fall und man gibt sein Smartphone ab, muss man sich darüber bewusst sein, dass der Tauschprozess einige Zeit in Anspruch nehmen kann.

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