Homeschooling: Das ist das A und O für den Lernalltag zu Hause

11 Minuten
Die Nerven liegen blank, eine einfache Regelung für den Schulalltag scheint immer noch weit entfernt. Dementsprechend muss das Homeschooling von allen Beteiligten irgendwie geschafft werden. Damit die Basis zumindest stimmt, haben wir einige Homeschooling-Tipps für Schüler und Eltern.
Zwei Jungen lernen an einem Tisch
Homeschooling: Das ist das A und O für den Lernalltag zu Hause.Bildquelle: Unsplash

Distanzunterricht, Homeschooling, Wechselunterricht – seit der Pandemie gibt es zahlreiche neue Wortkreationen, die den „neuen“ Schulalltag beschreiben. Doch egal ob Homeschooling oder nicht: Ein gut eingerichteter Lernplatz für Schüler ist generell wichtig. Worauf es bei der Einrichtung ankommt und was neben dem Lernplatz noch wichtig für den Lernalltag ist, haben wir zusammengefasst.

Homeschooling: Lernplatz richtig einrichten

1. Der richtige Stuhl

Nicht nur Erwachsene im Homeoffice, sondern auch ein Kinderrücken braucht einen ergonomischen Stuhl. Der Schreibtischstuhl sollte vor allem dann passgenau sein, wenn Kinder und Jugendliche den ganzen Tag dort lernen müssen. Der Stuhl sollte dabei vor allem den Rücken entlasten und sich an die geschwungene Form der Wirbelsäule anpassen, damit eine aufrechte Sitzposition möglich ist. Armlehnen stützen außerdem den Nacken, wenn man die Arme während des Lernens darauf ablegt. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass sie nicht zu hoch eingestellt, sondern auf ihre Körpergröße angepasst sind. Nicht zuletzt sollten die Füße auf dem Boden aufstehen können und die Beine im Idealfall einen 90-Grad-Winkel haben.

2. Schreibtisch ist nicht gleich Schreibtisch

Auch Kinder brauchen beim Lernen Ruhe und somit einen Platz – am besten in ihrem Zimmer -, an dem sie für sich allein sind. Essenziell ist hier ein guter Schreibtisch. Der sollte ausreichend Platz bieten, damit neben dem Computer auch Lernmaterialien auf dem Tisch problemlos ausgebreitet werden können. Wenn vorher jedes Mal alles verschoben werden muss, stört das beim Lernen und digitalen Unterricht, ist aber auch wenig förderlich für die Konzentration.

Wichtig ist, dass der Schreibtisch höhenverstellbar ist und an die Größe des Kindes angepasst werden kann. Viele Kinder können auch an jenen Modellen gut lernen, deren Tischplatte sich nach vorne neigen lassen. Das entlastet ebenfalls Rücken und Nacken, da sie sich beim Lesen und Schreiben nicht so sehr nach vorne beugen müssen und so eine ergonomische Sitzhaltung gefördert wird.

Neben der Arbeitsfläche bieten Schubladen unter dem Schreibtisch Stauraum für Lernbücher, Material, Stifte und Co. Hier bieten sich Rollcontainer an oder Schreibtischkonstruktionen, die bereits Schubladenfächer integriert haben. Denn ist der Lernplatz gut organisiert und aufgeräumt, lässt sich der Tag auch einfacher beginnen.

Schritt 3: Ausreichend Beleuchtung

Der Lernplatz des Kindes sollte an einem Fenster stehen, das Licht aber entweder von vorn oder der Seite auf den Schreibtisch fallen. Letztendlich sollte es beim Lernen nicht blenden und ablenken. Wenn die Räumlichkeiten das nicht zulassen, sind richtige Lampen umso wichtiger. Denn ist der Lernplatz zu dunkel, schadet das den Augen und dem Lerneffekt. Man wird schneller müde und kann sich nur schwer konzentrieren. Wer nun an eine Deckenlampe denkt, der sorgt zwar im Raum selbst für genügend Helligkeit. Auf dem Schreibtisch wirft sie aber schnell Schatten.

Die ausgewählte Schreibtischlampe sollte dem Kind somit einerseits optisch gefallen. Andererseits muss sie aber auch den gesamten Schreibtisch ausleuchten. Praktisch sind in diesem Punkt vor allem flexible Lampen, die sich bewegen lassen. Tageslichtlampen oder Glühlampen mit warmem Licht simulieren außerdem Tageslicht und bieten sich in dunkleren Räumen besonders an.

Helles Kinderzimmer mit Schreibtisch
  • Tipp für Nachteulen: Im Winter dämmert es mancherorts bereits ab 16 Uhr. Manche können am besten abends lernen, sodass Schüler noch vor dem Computer sitzen, wenn es draußen schon dunkel ist. Aktivierst du man den Blaulichtfilter auf dem Laptop respektive Computer und auf dem Handy, schont das die Augen zusätzlich.

Schritt 4: Die Technik muss stimmen

In puncto Homeschooling nützt der beste Schreibtisch nichts, wenn die Technik nicht stimmt. Ohne guten Laptop, einer Tastatur und Maus und einer ausgezeichneten WLAN-Verbindung kann der Lehrer seine Schüler nicht erreichen. Deswegen sollte vor allem bei Jugendlichen ein guter Laptop oder Stand-PC her. Gute Laptop-Modelle gibt es bereits ab 400 Euro. Stand-PCs sind ebenfalls oft im Angebot, zum Beispiel bei Aldi. Diejenigen, die neben den Videotelefonaten mit der Klasse parallel Online-Tools zum Lernen nutzen, sollten auch über den Kauf eines weiteren Monitors nachdenken. Das entzerrt und erleichtert das Arbeiten am Bildschirm. Alternativ bietet sich auch ein Tablet an, um Lerntools zu öffnen oder die Videokonferenz auf dem kleineren Bildschirm ablaufen zu lassen.

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Zum Equipment gehört außerdem eine Maus dazu, die das Lernen am Computer bequemer gestaltet. Die Maus sollte ergonomisch geformt sein. Ergänzend dazu gibt es ebenfalls ergonomisch gestaltete Mauspads, auf denen das Handgelenk abgelegt werden kann. Je nachdem, wie alt der Laptop ist, brauchen Kinder für den digitalen Unterricht auch eine externe Webcam, die sich einfach per USB-Anschluss an den Laptop anschließen lässt. Damit du deinen Lehrer und deine Mitschüler gut verstehst, sollten Kopfhörer her. Entweder große Over-Ear-Kopfhörer oder kleinere In-Ear-Kopfhörer – je nachdem, mit welchem Modell du besser zurechtkommst.

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Schlussendlich muss auch die Internetverbindung stabil sein – von Störungen seitens des Anbieters mal abgesehen. Rasante Internetzugänge bieten vor allem DSL-Anschlüsse, über die du deine Geräte mit dem WLAN verbinden kannst. Wie der WLAN-Empfang in der gesamten Wohnung verbessert wird, zeigen wir dir in diesem Ratgeber. Übrigens: Drahtlose Netzwerke bieten sich für Lernphasen nur bedingt an. Sie arbeiten weniger zuverlässig, sodass du unter Umständen aus der Videokonferenz fliegst oder Hausaufgaben nicht hochladen kannst.

Homeschooling Tipps für Schüler

1. Was für ein Typ bist du?

Homeschooling stellt jeden vor eine Herausforderung, egal wie alt oder selbstständig du bist. Du solltest dich allerdings fragen, welcher Typ du bist: Kannst du deinen Tag gut selbst organisieren und strukturieren? Oder fällt dir das schwer? Hast du bei Tagesstrukturen keine Hilfe nötig: herzlichen Glückwunsch! Wenn du allerdings eher dazu neigst, zu verschlafen und bei Langeweile abzuschweifen, kommen hier ein paar Tipps, wie du deinen Schulalltag von zu Hause rockst:

  • Stell dir einen Wecker und räum dir einen Puffer ein, sodass du nicht innerhalb von fünf Minuten aufstehen, frühstücken und vor dem Laptop sitzen musst. Starte deinen Tag in Ruhe und lass dir Zeit für dein Frühstück.
  • Ja, Jogginghosen sind bequem. Aber sie lassen dich auch vergessen, dass du eigentlich gerade in der Schule bist. Wenn du dich also ganz normal anziehst, als würdest du zur Schule gehen, hast du direkt eine andere Einstellung, wenn dein digitaler Unterricht beginnt.
  • Mach dir einen Wochenplan mit den Schulstunden, die dich erwarten und hänge ihn gut sichtbar über deinem Schreibtisch auf. Hausaufgabenhefte oder To-Do-Listen (egal ob in Papierform oder digital auf dem Handy) helfen dir außerdem dabei, Aufgaben fristgerecht abzugeben. Du hast eine Hausaufgabe fertig? Prima, dann hake sie ab oder streiche sie auf deinem Zettel durch.

2. Arbeitsplatz schön einrichten

Zu Hause zu lernen ist vermutlich schwieriger, als du denkst. Auch wenn du im Frühjahr 2020 schon Erfahrungen sammeln konntest, wie die Schule von zu Hause aus funktioniert, lauern jetzt die gleichen Schwierigkeiten wieder auf dich. Überall gibt es Ablenkungen – sei es durch Spielsachen, Geschwister oder Eltern, die ebenfalls im Homeoffice arbeiten.

Wichtig ist, dass du dir deinen Arbeitsplatz einrichtest, sodass du gut arbeiten kannst. Neben den oben genannten Kriterien, die wichtig für den Schreibtisch und Stuhl sind, solltest du dich an deinem Lernplatz auch wohlfühlen. Er sollte dich zum Lernen anregen. Brauchst du also ein wenig Grün, also Pflanzen, ein Foto von deinen Freunden oder viele Stifte, um richtig durchzustarten? Dann besorge dir alle nötigen Büroartikel, die dich beim Lernen unterstützen.

3. Bleib nicht auf der Strecke

Der persönliche Kontakt zu deinen Lehrern, Freunden und anderen Mitschülern fehlt. Deswegen ist es umso wichtiger, mit ihnen trotz des Lockdowns in Kontakt zu bleiben. Wichtig wird das vor allem, wenn du Schwierigkeiten hast, beim Unterricht mitzukommen. Wenn du Fragen hast, dann scheue dich nicht, sie zu stellen – ein gewohntes Umfeld und die Distanz zu den anderen Menschen kann dir dabei helfen, die Schüchternheit zu überwinden. Wenn nicht, dann frag deinen Lehrer im Anschluss, ob du allein mit ihm sprechen kannst. Er wird dir sicher helfen und deine Fragen beantworten können. Alternativ können dir auch deine Mitschüler beim Verstehen des Lernstoffs helfen.

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Darüber hinaus gibt es unzählige Nachhilfeangebote im Internet. Mathestudenten, die bei Youtube den komplizierten Stoff an der Tafel erklären oder Muttersprachler, die beispielsweise mit dir Englisch oder Spanisch lernen. Daneben gibt es viele Lernplattformen, die Lerninhalte unterschiedlichster Klassen aufbereiten. Sprich dich hier am besten mit deinem Lehrer oder deinen Eltern ab, welche Plattform sinnvoll ist – vor allem dann, wenn sie nicht kostenlos ist.

  • Tipp: Du hast ältere Geschwister? Dann beziehe sie in deinen Unterricht mit ein und bitte sie um Hilfe.

4. Freunde und Pausen sind wichtig

In der Schule klingelt es mindestens zwei Mal am Tag zur Pause. Diese solltest du auch zu Hause nicht vergessen. Niemand kann acht Stunden lernen, ohne die Konzentration zu verlieren. Plane somit in deinen Lerntag mindestens zwei Pausen ein und orientiere dich dabei an deinem Stundenplan. Deine Freunde kannst du in der Pause trotz Lockdown sehen: Verabredet euch zum Telefonat oder zur eigenen Videokonferenz und esst gemeinsam zu Mittag. Doch genauso wichtig wie Kontakte und Essen ist die frische Luft in der Pause. Lüfte deinen Raum kräftig durch und gehe für ein paar Minuten auf den Balkon, in den Garten, in den Hinterhof oder einfach mit Abstand vor die Haustür.

5. Snacks und Getränke

Stichwort Mittagessen: Trinken ist wichtig und solltest du zu Hause nicht vergessen. Stell dir eine Flasche Wasser und ein Glas auf den Schreibtisch, so wirst du immer wieder an das kühle Nass erinnert. Wenn du technikaffin bist, helfen dir auch Apps, die dich an das Trinken zu erinnern.

Snacks sind ebenfalls erlaubt – an dieser Stelle kommt aber der klassische Elternspruch: „Iss mehr Obst, Kind!“ Tatsächlich sind Vitamine und Co. Futter für dein Hirn und helfen dir letztlich somit beim Lernen.

Homeschooling Tipps für Eltern

1. Den richtigen Platz finden

Neben dem eigenen Homeoffice ist es eine Herausforderung, auch einen Lernplatz für das Kind einzurichten. Jugendliche können sich zwar meistens auch gut selbst darum kümmern. Aber ein Auge auf einen effektiven und ruhigen Platz ist auch hier wichtig. Anders sieht es bei Grundschülern aus. Sie können oft besser in Gesellschaft lernen und sich konzentrieren – ganz ähnlich, wie es auch in der Klassengemeinschaft ist. Hier ist es je nachdem hilfreich, den Schreibtisch des Kindes neben den eigenen Arbeitsplatz zu stellen und mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Alternativ kann man auch den Kompromiss eingehen, gemeinsam mit dem Kind am Ess- oder Küchentisch zu arbeiten.

  • Tipp: Lern- und Spielraum voneinander trennen. Lässt es der Raum oder der Schreibtisch zu, dann sollten die schulischen Pflichten auch räumlich vom kreativen Spiel getrennt sein.

2. Tag strukturieren und gemeinsam Pausen festlegen

Nicht jedes Kind kann seinen Tag selbstständig organisieren. Hilfe ist hierbei absolut notwendig, damit das Lernen effektiv stattfinden kann. Es bieten sich beispielsweise ein gemeinsames Frühstück, aber auch Pausen beziehungsweise Mittagessen an. Ein Spaziergang an der frischen Luft oder eine Spielpause fördern die Kreativität und neue Gedanken für die nächste Lernphase. Wichtig ist, dass man das Kind bei der Planung des Tages mit einbezieht und auch seine Regeln befolgt. Im schlimmsten Fall fühlt sich das Kind sonst unverstanden und versteht das Lernen als Drill.

Um nach einem Tag oder der Woche einen Überblick zu bekommen, was die Kinder gelernt haben oder wo sie Probleme haben, ist es hilfreich, den Unterricht zu besprechen und das Homeschooling so nachzubereiten.

Vater und Tochter am Spülbecken

3. Fragen über Fragen

Eltern müssen im Homeschooling zum großen Teil den Part des Lehrers ersetzen. Fragen zu Lerninhalten gehören ebenfalls dazu. Für diese muss man nicht immer eine Antwort parat haben, man sollte allerdings für die Fragen offen sein – auch wenn man gerade selbst gestresst ist. Auch die generelle Pandemie-Situation könnte den Kindern Sorge bereiten, weswegen man es ihnen ehrlich erklären sollte.

In puncto Lerntools und Co. ist es wichtig, sich an die Vorgaben der Schule zu halten. Im Zweifelsfall sollte man einen Austausch mit den jeweiligen Lehrern ebenfalls nicht scheuen, um herauszufinden, ob das eigene Kind Probleme hat.

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4. Lob nicht vergessen

So gern, wie man selbst für anständige Arbeit vom Chef gelobt wird, so ist es auch bei Kindern Balsam für die Seele. Vor allem in diesen schwierigen Zeiten. Wird es für Lernerfolge oder eine konzentrierte Lerneinheit gelobt, motiviert das mitunter, am nächsten Tag genauso weiterzulernen. Denn man darf nicht vergessen: Für Kinder ist das eine genauso anstrengende Situation wie für Erwachsene auch.

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1 KOMMENTAR

  1. Guten Abend,
    Na das hört sich doch einfach an😂
    Nur die Realität sieht bei vielen anders aus. Bei mir so:
    Von 7 Jungs habe ich noch 5 auf der Schule. Ich selbst bin Kinderpflegerin und mache gerade in Vollzeitschule die Ausbildung zur Erzieherin.

    Wie sind hier Ihre Tipps für ein gelungenes Homeschooling?
    Habe das schon alles durchgemacht im Frühjahr.
    Es klappt, aber dazu gehört es mehr, als ihre Tipps. Denn nebenher läuft auch der normale Alltag einer Alleinerziehenden mit Hausht, kochen, einkaufen usw…

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