Feuerwerk mit dem Smartphone fotografieren: Zündende Tipps für Silvester

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Mit dem Smartphone ein Feuerwerk zu fotografieren war noch vor wenigen Jahren eine Utopie. Mittlerweile sind die Kameras jedoch so gut, dass es sich lohnt das Handy an Silvester auch mal gegen den Himmel zu richten und nicht nur Partybilder und Selfies aufzunehmen. Wir zeigen dir, wie du ein Feuerwerk mit dem Smartphone am besten fotografierst.
Xiaomi redmi Note 8 Pro
Die Kamera des Redmi Note 8 Pro in Nahaufnahme.Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside digital

Das Smartphone ist das denkbar schlechteste Mittel ein Feuerwerk fotografisch festzuhalten. Doch der alte Spruch „die beste Kamera ist die, die man dabei hat“ gilt auch an Silvester und damit auch beim Fotografieren von Feuerwerk. Doch du kannst mit ein paar Tricks die Bilder drastisch verbessern. Hier kommen also die fünf Tipps für bessere Fotos beim Fotografieren von Feuerwerk mit dem Smartphone.

Tipp 1: Die richtige Kamera-App

Viele Hersteller von Smartphones liefern schon beeindruckende Kamera-Software mit. Beim Fotografieren von Silvester-Feuerwerk ist das auch bitter nötig. Die Automatiken sind in den meisten Fällen schlicht überfordert und deshalb ist Handarbeit gefragt. Somit heißt es schon vor dem Feuerwerk zu schauen, ob die native App einen manuellen Modus besitzt. Wenn ja, kann es schon fast losgehen. Wenn nein, ist ein Blick in den PlayStore oder den Apple App-Store ratsam. Dort gibt es auch kostenlos Apps, die einen manuellen Modus auf das Smartphone zaubern.

Tipp 2: Der Standort beim Feuerwerk fotografieren

Willst du mit dem Smartphone ein Feuerwerk aufnehmen ist der Standort sehr wichtig. Hat man eine große Spiegelreflex-Kamera oder eine spiegellose Systemkamera mit Wechselobjektiven kann man zur Not ein Feuerwerk oder Ausschnitte daraus gut heranzoomen. Optische Zooms sind hier der Trumpf der Spezialisten. Den gibt es beim Smartphone nur bedingt. Selbst die besten Kameras am Smartphone-Markt bieten maximal drei Brennweiten und errechnen die Zoomstufen dazwischen aus diesen. Dadurch ist man weniger flexibel. Deshalb ist der Standort beim Fotografieren eines Feuerwerks mit dem Smartphone entscheidend. Überlege dir also schon vorher, ob du ein ganzes Ensemble an Raketen, Sternenvorhängen und Lichtbögen aufnehmen willst, oder ob dir Ausschnitte reichen und du weit näher an das Geschehen herantreten kannst.

Tipp 3: Lange Belichtungszeiten, niedriger ISO-Wert, manueller Fokus

Die manuellen Einstellungen sind beim Fotografieren von Feuerwerk entscheidend. Grundlegend arbeiten viele Profis hierbei mit etwas längeren Belichtungszeiten, als du es von der Tagesfotografie gewohnt bist. Das hat zwei Gründe: Einerseits kannst du mit einer längeren Belichtungszeit die ISO-Werte niedrig halten, was dem Rauschverhalten zugutekommt. Andererseits wirken Feuerwerke mit längeren (zwischen 2 und 10 Sekunden) Belichtungszeiten lebendiger. Das liegt auch an den Lichtspuren, die so zutage treten und so Dynamik ins Bild bringen.

Den Autofokus kannst du schlicht deaktivieren. In der Regel schafft er es nicht schnell genug eine explodierende Rakete zu fokussieren. Wenn gerade kein Feuer am Himmel zu sehen ist, wird er die meiste Zeit im Dunkeln herumstochern und keine vernünftigen Ergebnisse produzieren. Deshalb gilt: Autofokus aus, manueller Fokus an. Stell den Fokus bei den ersten Explosionen auf die Ebene, in der diese liegen. Dann kannst du dich auf die Belichtungszeit und den ISO-Wert kümmern und sicher sein, dass die darauffolgenden Böller trotzdem scharf abgebildet werden.

Tipp 4: Stative, Gimbals oder das Verkehrsschild

Wir wollen mit einer recht langen Belichtungszeit aufnehmen. Damit schließt sich sofort der nächste Tipp an. Denn zwei Sekunden oder mehr, kann niemand sein Smartphone so ruhig halten, dass es keine Verwackler gibt. Damit ist klar, dass wir das Handy stabilisieren müssen. Der Königsweg ist ein Dreibeinstativ mit einem Handyhalter. Solche Konstruktionen versprechen die maximale Stabilität. Bei viel Wind kannst du viele Stative noch mit einem Gewicht beschweren, damit auch der Einfluss minimiert wird.

Wer keine Lust hat, ein Stativ mit in die kalte Silvesternacht zu schleppen, muss sich anders behelfen. Ablageflächen wie Mauern, Geländer oder auch Tische und Stühle bieten einige gute Alternativen zum Tripod. Doch auch ein Straßenschild kann zum Stabilisieren genutzt werden. Drückt dabei das Smartphone seitlich an das Bein des Schildes und bringt so Ruhe in die Kamera.

Extra-Tipp: Gimbals sind tolle Alternativen zu statischen Stabilisatoren. Mit winzigen Motoren gleichen die intelligenten Schwebestative das Zittern oder ganze Bewegungen aus. Dazu haben viele der elektronischen Helfer einen eingebauten Fernauslöser, womit das wackelige Touchen auf dem Display entfällt. Ein weiterer Vorteil von Gimbals ist, dass sie sich neben dem ruhigstellen von Fotos auch hervorragend für flüssige Videofahrten eignen. Damit schlägt man mit einem solchen Gimbal zwei Fliegen mit einer Klappe.

Tipp 5: Viele Fotos, viel Energie

Beim Fotografieren eines Feuerwerks ist oftmals eine ganze Portion Glück dabei, wenn man eine Reihe schicker Bilder herausbekommt. Schnell ändern sich die Motive und man kann kauf auf ein Ereignis im einzelnen Reagieren. Deshalb gilt hier nicht Geduld und Besonnenheit, sondern Geschwindigkeit als ausschlaggebend. Also lieber ein paar Bilder nach der Show löschen, als 5 Bilder zu haben, die knapp am Ereignis vorbei sind.

Das Ganze kostet eine Menge Energie und das Smartphone wird in der Silvesternacht sicher noch für andere Dinge gebraucht. Deshalb empfiehlt es sich, eine Powerbank für die Zeit nach dem Feuerwerk parat zu haben. Vielen Smartphones reichen schon 20 Minuten Ladezeit, um wieder genug Energie für die restliche Nacht zu haben. Eine kompakte Powerbank ist also der Energieriegel, den das Smartphone nach der harten Arbeit beim Feuerwerk braucht.

Extratipp: Augen auf und Handy weg

Aufnahmen von Feuerwerk sind sicher spektakuläre Bilder und machen sich gut zu Hause an der Wand. Doch oftmals gibt es professionelle Fotografen und viele andere begeisterte Knipser vor allem rund um die großen zentralen Feuerwerke in den deutschen Städten. Wer sich also das Feuerwerk in Erinnerung rufen will, kann sich bei diesen Fotografen bedienen. Man selbst kann in der Zeit das Feuerwerk live und ohne Display zwischen Auge und dem Spektakel genießen. Dann hast du vielleicht auch ein bisschen mehr, an das du dich in der Silvesternacht erinnern kannst.

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