Deutsche Bahn: Diese Tricks musst du zur Weihnachtszeit kennen

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Über Weihnachten will jeder nach Hause zu seinen Liebsten. Neben dem Auto bietet die Deutsche Bahn die beste Alternative, um zu verreisen. Doch neben Ausfällen und Störungen kommt nun auch noch die Coronakrise als Faktor zur Zugreise hinzu. Wie du trotzdem entspannt mit dem Zug fährst, wissen wir.
Ein Zug fährt an verschneiten Häusern vorbei
Bildquelle: Pixabay

Die Deutsche Bahn wirbt zu jeder Zeit damit, dass Bahnfahren mehr Zeit für schöne Dinge bereithält – beispielsweise lesen, Zeit mit Freunden und Familie. Doch nicht nur geübte Bahnfahrer werden die Realität kennen: Die Reise per Zug ist meistens stressig. Verspätungen, Zugausfälle oder Überfüllungen machen die Fahrt zur nervenaufreibenden Sache.

Gerade zu Hauptverkehrszeiten wie Schulferien oder zu Weihnachten ist die Deutsche Bahn gefragt und die Züge überlastet. In diesem Jahr spielt außerdem die Corona-Pandemie mit in die Fahrt nach Hause ein, sodass es hier einige neue Regeln zu beachten gibt. Zum Beispiel: Die Maskenpflicht in Bahnhöfen und während der gesamten Zugfahrt. Doch trotz allem gibt es ein paar Kniffe, wie du trotzdem entspannt – und günstig – mit der Bahn an dein Ziel kommst.

Reisen mit der Deutschen Bahn: Tipps zur Buchung

Günstige Bahntickets

Generell gilt: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Das heißt, wenn du schon mindestens drei Monate oder früher im Voraus weißt, dass du eine Bahnfahrt antrittst, buche lieber sofort als auf ein besseres Angebot zu hoffen. Das Sparpreis-Kontingent ist zudem begrenzt und ein halbes Jahr vorher verfügbar. Gut, der Zug ist aber mittlerweile abgefahren.

Verreist du nun relativ kurzfristig, ist die Hoffnung auf ein günstiges Ticket aber auch nicht vergebens. Im Idealfall buchst du ein Sparpreis-Ticket der Deutschen Bahn zwei Wochen im Voraus – und das am besten morgens vor 6 Uhr oder abends nach 20 Uhr. Laut dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) fallen die Rabatte auf die Zugtickets freitags sowie sonntags geringer aus.

  • Übrigens: Ab dem 13. Dezember erhöht die Deutsche Bahn die Deutschlandtaktung und setzt 100 Sonderzüge zur Weihnachtszeit ein. Auf bestimmten Strecken fahren teilweise Züge im Halbstundentakt. Die Tickets sind schon jetzt buchbar.

Vor allem bei Fernverkehrsreisen lohnt sich ein Blick in die Sparpreise der Bahn. Wenn du Glück hast, reist du hier mit dem Super-Sparpreis bereits ab 17,50 Euro nach Hause. Inkludiert sind hier Fahrten im ICE, IC beziehungsweise EC. Günstige Tickets kannst du ebenfalls ergattern, wenn du zeitlich flexibel und nicht an einen spezifischen Tag gebunden bist. Der normale Sparpreis-Finder zeigt dir für den gewünschten Zeitraum dann die besten Preise samt Uhrzeit und Verbindung an.

Noch mehr sparen mit der Bahncard

Leute, die die Deutsche Bahn öfters im Jahr beanspruchen, lohnt sich in vielen Fällen eine Bahncard. Kunden, die sich nicht direkt entscheiden möchten, können alle drei Bahncard-Modelle auch probeweise testen. Die Preise sind in dieser Zeit günstiger. Allerdings verlängert sich das Abo automatisch, wenn du nicht rechtzeitig wieder kündigst.

  • Tipps:
    • Teilweise sind Tickets der ersten Klasse nur wenige Euro teurer oder im Gesamtpreis lohnenswerter als Tickets der zweiten Klasse. Vor allem bei Reisen mit dem ICE oder IC/EC ist die 1. Klasse deutlich komfortabler und bietet mehr Services.
    • Verreist du mit Kindern unter 15 Jahren, reisen sie kostenlos mit – vorausgesetzt, du bist ein Eltern- oder Großelternteil. Außerdem musst du die Kinder bei der Buchung des Bahntickets angeben.

Deutsche Bahn an Weihnachten: Den richtigen Tag wählen

Egal, ob in der Regionalbahn oder im ICE: Zu Hauptverkehrszeiten sind die Züge überfüllt. Muss man mit leben? Nein, auch hier gibt es ein paar Kniffe, um dem größten Ansturm ein wenig zu entgehen.

In der Regel fahren die meisten Menschen Montagmorgens, Freitagnachmittag oder Sonntagabend. Wenn du Puffer zwischen den Feiertagen und dem Arbeitsbeginn einplanst, kannst du flexibler agieren und eine weniger überfüllte Verbindung aussuchen. Apropos: Ist eine spezifische Strecke gefragt, zeigt die Bahn das an – beispielsweise mit dem Satz „hohe Auslastung“ oder durch ein Symbol mit kleinen Männchen.

Sitzplatzreservierung bei der Bahn

Erwischst du trotzdem eine Zugfahrt mit hoher Auslastung, empfiehlt sich eine Sitzplatzreservierung. Sie spart Zeit, vor allem aber Nerven. Allerdings kostet ein reservierter Platz zusätzlich zum Ticketpreis pro Fahrt nochmal 4 beziehungsweise 5,30 Euro. Ein Preis, den man oft nur ungern bezahlt. Ein Hinweis: Die Sitzplatzreservierung gilt nur bis fünfzehn Minuten nach Abfahrt des Zuges, danach verfällt sie.

In Coronazeiten sehen die Regeln hier allerdings ein wenig anders aus: Du kannst zwar einen Sitzplatz buchen, das Kontingent ist allerdings begrenzt. Der Grund: Der Zug soll nur maximal 60 Prozent ausgelastet sein. So kannst du in einem Doppelsitz nur einen Platz buchen; in einem Viererabteil sind nur die Plätze schräg gegenüber buchbar. Eine kostenlose Stornierung ist aktuell nicht möglich.

  • Schon gewusst? In Fernverkehrszügen wird die Platzreservierung auf den Sitzen oder an der Gepäckleiste angezeigt. Teilweise ist dort aber auch nur „BahnComfort“ vermerkt. Dabei handelt es sich um keine direkte Reservierung. Die Deutsche Bahn merkt hier nur Plätze für Vielfahrer vor, die mit dem Bonus-Programm Statuspunkte sammeln. Allerdings kann im Prinzip jeder Reisende hier Platz nehmen – allerdings darf ein Kunde mit BahnComfort-Status den Platz einfordern.

Möchtest du dir das Geld sparen, kannst du dich schon am Bahnsteig an den Menschenmassen orientieren. Wenn du einen Waggon erwischst, in den nur wenige Menschen einsteigen, könntest du noch einen freien Platz ergattern. Ansonsten ist auch das Bordbistro im ICE oder IC eine Alternative – zumindest bei kürzeren Strecken. Bei starker Überfüllung öffnet die Bahn zudem oft die 1. Klasse – sofern diese nicht auch schon voll ist. Bist du in der Nähe, könnte auch hier noch spontan ein Sitzplatz für dich herausspringen. Ansonsten hilft es, sich möglichst weit weg vom Bordrestaurant nach einem Sitzplatz umzuschauen. Automatische Reservierungen werden zuerst in der Nähe des Speisewagens vergeben.

Mit der Bahn an Weihnachten nach Hause: Parken, einsteigen, losfahren

Mit dem Auto zum Bahnhof

Die Anreise zum Bahnhof kann mit öffentliche Verkehrsmitteln wie Bussen oder Straßenbahnen vollbracht werden. Wichtig: Mehr Zeit einplanen. Wer flexibel und vielleicht schneller anreisen will, kann dies natürlich auch mit dem Auto. Um Zeit zu sparen und anderen Autofahrern ein Schnippchen zu schlagen, empfiehlt es sich, vorher nach Parkmöglichkeiten am Bahnhof zu gucken. Viele Bahnhöfe haben Parkhäuser, andere haben ihren Parkplatz online zur Verfügung gestellt. Teils lassen sich Parkplätze auch reservieren.

Am Gleis: Entspannt in den Zug einsteigen

Man sieht sie immer wieder am Gleis: Verwirrte Reisende, die verzweifelt das richtige Gleis und den passenden Abschnitt suchen, in dem der Zug hält. Tipp: Auf dem Ticket ist die Zugnummer und bei einer Sitzplatzreservierung auch die Nummer des Wagens vermerkt. Auf allen Gleisen ist ein Wagenstandsanzeiger aufgestellt. Hier kannst du also schon sehen, welcher Waggon in welchem Gleisabschnitt hält. Bevor der Zug einfährt, kannst du dich also schon richtig platzieren und dann entspannt einsteigen. Bei ICEs findest du diese Infos auch im DB Navigator, der App der Bahn.

Wer keine Reservierung hat, steigt am besten ganz vorne oder hinten ein. Hier ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass Sitzplätze frei sind und weniger Menschen einsteigen.

In Sachen Gepäck

Große Gepäckstücke sind immer ein Störfaktor. Sowohl für dich, da du das schwere Gepäckstück hin und her tragen musst, als auch für andere Reisende. Fernverkehrszüge wie der ICE sind recht schmal gebaut, sodass für Koffer nur wenig Platz bleibt.

Zwar gibt es in jedem Waggon ein Stauraum für Gepäck. Dieser ist allerdings klein und schnell erschöpft. Meistens messen die Gepäckregale nur 70 x 50 x 30 Zentimeter. Um entspannt reisen zu können, ist es hilfreich, nur kleine Gepäckstücke mitzunehmen, die sich leicht und im Notfall auch unter dem Sitz verstauen lassen.

Wer sich gar keine Gedanken um sein Gepäck machen möchte, nutzt den Gepäckversand der Deutschen Bahn. Du kannst deinen Koffer so von Haustür zu Haustür transportieren lassen. Kostenpunkt: ab 17,90 Euro. Das funktioniert mit dem Paketdienstleister Hermes – aktuell auch kontaktlos.

Essen und Getränke

ICEs, ICs und ECs bieten in der Regel ein Bordbistro. Dort warten nicht nur kalte wie warme Getränke, sondern auch verschiedene kleine Speisen. Oft sind die Vorräte in vollen Zügen schnell ausverkauft. Doch die Corona-Regeln machen auch vor dem Bordbistro nicht halt: Auch das Restaurant im Zug hat weiterhin geschlossen. Speisen und Getränke werden nicht ausgegeben. Das gilt auch für die DB Lounges in den Bahnhöfen. Die haben aber seit dem 1. Dezember für Reisende wieder geöffnet.

Wer vor allem auf langen Reisen ist, packt sich somit am besten vor der Zugfahrt ein paar Brote und Getränke ein. Auf kurzen Strecken solltest du das Essen und Trinken versuchen zu vermeiden – Stichwort: Ansteckungsgefahr. Hast du dennoch hunger oder durst, darfst du die Maske für die Essenszeit abnehmen.

Netflix, Spotify und Co.: WLAN und Unterhaltung im Zug

Egal ob alte IC-Waggons oder moderne ICE-Züge: Steckdosen sind immer vorhanden. Dein Smartphone, Tablet oder deinen Laptop kannst du also stets aufladen, damit du Nachrichten verschicken oder Filme während der Fahrt anschauen kannst.

Filme und Serien während der Zugfahrt

Stellt die Deutsche Bahn in ICEs immer WLAN zur Verfügung, ist das bei ICs bisher nur selten der Fall. Wenn du also Kunde bei Netflix, Amazon Prime Video oder einem anderen Streaming-Dienst bist, lädst du dir im Idealfall Inhalte vorab herunter. So kannst du deinen Lieblingsfilm oder -serie auch offline anschauen.

Alternativ kannst du dich kostenlos ins WLAN des ICEs einloggen. Was bis Mitte des Jahres noch „maxdome onboard“ war, ist mittlerweile „Joyn Selection„. Und dahinter steckt tatsächlich das Angebot von ProSiebenSat.1 Media und Discovery, sodass du als Joyn+-Kunde immerhin aus 600 Inhalten während der Zugfahrt auswählen kannst. Anders als bei Maxdome musst du keine App installieren, sondern kannst einfach über das ICE-Portal oder joynselection.de gehen. Insgesamt stehen Reisenden, die keine Joyn-Kunden sind, dann 100 Inhalte zur Verfügung – und das querbeet durch alle Genre.

Tipps für Musik-Streaming in der Bahn

Gleiches gilt für Musik-Streaming: Hast du einen Premium-Account bei Spotify, Deezer und Co., lade dir am besten schon vorher Musik herunter, damit du sie im Notfall auch ohne Internetzugang hören kannst. Das geht natürlich auch auf die altmodische Tour: Die Lieblingsmusik einfach vom PC auf das Smartphone ziehen. Eine vorher ausgewählte Playlist entspannt dich nicht nur, sondern bringt dich sogar in Weihnachtsstimmung.

Um andere Menschen und Geräusche aus deiner Welt auszusperren, helfen Noise-Cancelling-Kopfhörer, zum Beispiel die Huawei FreeBuds Pro, Apple AirPods Pro oder die Bose Headphones 700 und Sony WH-1000XM3.

Entspannt an Weihnachten mit der Bahn nach Hause

Sitzt du gemütlich im Zug, hast dich mit Getränken und Essen sowie einem Unterhaltungsprogramm eingedeckt, dann heißt es: entspannen und sich nicht aufregen. Und strandet der Zug außerplanmäßig doch vor Ende der Fahrt?

Kein Problem: Schnapp dir dein Ticket und geh zum nächsten Schalter im Bahnhof. Verpasst du einen Anschluss oder musst aus unverschuldeten Gründen den Zug wechseln, wird die Fahrkartenbindung aufgehoben. Die Mitarbeiter der Deutschen Bahn geben dir dann in der Regel eine neue Verbindung raus, ohne das du draufzahlen musst.

Außerdem kannst du einen gewissen Prozentsatz von deinem Geld zurückverlangen, wenn…

  • …du mit 60 Minuten Verspätung im Zielbahnhof ankommst; die Erstattung liegt bei 25 Prozent des Fahrpreises.
  • …du mit 120 Minuten Verspätung im Zielbahnhof ankommst; die Erstattung liegt bei 50 Prozent des Fahrpreises.

Um das Geld zurückzuverlangen, musst du das Fahrgastrechteformular ausfüllen. Das bekommst du am Schalter oder aber online auf bahn.de. Die Deutsche Bahn ist hier mittlerweile kulant – auch wenn die Rückzahlung bis zu drei Monate dauern kann.

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Bildquellen

  • Zug in Schneelandschaft: Pixabay
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1 KOMMENTAR

  1. Ich fahre schon seit ca 10 Jahren Fernverkehr mit der Bahn, gewöhnlich in überfüllten Zügen und habe noch nie erlebt, dass die DB das 1.Klasse Abteil für alle anderen geöffnet hat.

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