Chemikalien und Co. in Alltagsprodukten: Diese Apps zeigen, was du dir wirklich kaufst

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Der Einkauf ruft. Lebensmittel, Kosmetika und mehr – die Regale sind voll und du hast die Qual der Wahl. Was kaufst du ein? Und vor allem nach welchen Kriterien? In vielen Produkten sind lebensgefährliche Inhaltsstoffe. Wie du diese herausfindest, zeigen wir dir mit diesen Apps.
Frau mit Handy in der Hand vor einem Supermarktregal
Welche Inhaltsstoffe stecken wirklich in Lebensmitteln? Apps zeigen es dir.Bildquelle: Viki Mohamad/Unsplash

Nylon in Wimperntusche, Mikroplastik in Zahnpasta, Chemikalien im Rasierschaum. Würdest du dir diese Stoffe freiwillig zuführen? Nein – obwohl du es wahrscheinlich täglich machst. Bedenkliche Stoffe sind in vielen Produkten enthalten. Und die Industrie trickst – zumindest in der Hinsicht, dass nur die Angaben auf der Liste mit Inhaltsstoffen landen, die auch wirklich genannt werden müssen. Alles Weitere bleibt das Geheimnis des Herstellers. E-Nummern, Polyethylen, Acrylates Copolymer – die sichtbaren Inhaltsstoffe sind zu allem Übel auch noch in komplizierten Fachwörtern verpackt. Wer blickt da schon durch? Zumindest bei genannten Inhaltsstoffen können Apps Abhilfe schaffen und dir per Scan verraten, was wirklich in deinem Wunschprodukt steckt.

Inhaltsstoffe in Lebensmitteln und Kosmetika: Diese Apps zeigen es dir

CodeCheck

Die App CodeCheck zeigt dir nicht nur für Kosmetika, sondern auch bei Lebensmitteln an, was sich hinter dem Produkt verbirgt. Die Handhabung der App ist simpel: Hast du sie einmal auf dein Smartphone geladen, brauchst du beim nächsten Einkauf einfach nur noch den Barcode des jeweiligen Produktes zu scannen.

Hat die App den Code erfasst, generiert sie eine Liste mit Inhaltsstoffen (INCI), die in verschiedene Kategorien unterteilt sind: unbedenklich, bedenklich und schwer abbaubar. Damit du direkt erkennst, ob ein Stoff bedenklich oder unbedenklich ist, sind die Kategorien farblich eindeutig nach dem Ampelsystem markiert. Zusätzlich kannst du dir in der App selbst weitere Details zu den gefundenen Inhaltsstoffen, zum Produkt selbst sowie zum Preis anschauen. Dabei sind die Hintergrundinformationen nicht aus der Luft gegriffen, sondern fundieren laut CodeCheck auf wissenschaftlichen Daten. Je nachdem sind auch Nutzerkommentare zu den einzelnen Produkten verfügbar, ebenso wie Alternativen.

‎CodeCheck: Produkt Scanner
‎CodeCheck: Produkt Scanner
Entwickler: Codecheck.info
Preis: Kostenlos+

Das gleiche Prinzip sowie Ampelsystem – nur mit Nährwerten – verfolgt CodeCheck auch bei Lebensmitteln. Die App zeigt an, ob das jeweilige Produkt beispielsweise laktose- und glutenfrei ist, ob es Mikroplastik enthält oder Palmöl. Für Vegetarier und Veganer gibt es außerdem Hinweise darauf, ob sich tierische Inhaltsstoffe im Produkt verstecken. In den weiterführenden Details sind darüber hinaus Einschätzungen von Experten hinterlegt, wie der Nährstoffgehalt (Fette, Zucker, Salz) des jeweiligen Produkts ist. CodeCheck lässt sich darüber hinaus auch andersherum gebrauchen: Du kannst in der App nach Produkten jeglicher Lebensmittel-, Kosmetik- und Haushaltsbereichen filtern und so dein Wunschprodukt suchen.

ToxFox

ToxFox ist die hauseigene, auf Spenden basierende App des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Spezialisierung: Hormonell wirksame Inhaltsstoffe in Kosmetika, zum Beispiel Parabene. Zu finden sind die Chemikalien prinzipiell in täglich genutzten Produkten, wie Zahnpasta, Shampoos, Lippenstiften oder Rasierschaum. Im schlimmsten Fall können diese Chemikalien Gesundheitsprobleme wie (hormonbedingten) Krebs oder auch den Rückgang der Spermienqualität hervorrufen.

Nutzt du ToxFox beim Einkauf, kannst du gezielt die Produkte heraussuchen, die weitestgehend auf hormonell wirkende Inhaltsstoffe verzichten. Die App funktioniert vom Prinzip her wie CodeCheck und greift sogar auf dessen Datenbank zurück. Du scannst einfach den Barcode eines Produktes und dir wird eine Liste mit Inhaltsstoffen ausgespuckt. Finden sich die entsprechenden Stoffe, gibt ToxFox eine Warnung ab. Über die App hast du dann bei einem Treffer die Möglichkeit, dich direkt beim Hersteller darüber zu beschweren oder eine Anfrage zu stellen, wenn keine verdächtigen Inhaltsstoffe in der App-Datenbank hinterlegt sind. Der Hersteller ist gesetzlich dazu verpflichtet, innerhalb von 45 Tagen eine Antwort darauf zu geben. Darüber hinaus kannst du dich direkt bei ToxFox selbst über die gefundenen Chemikalien informieren.

Giftfrei einkaufen

Die App „Giftfrei einkaufen“ stammt vom Projekt Nestbau und der Organisation WECF. Wie der Name bereits verrät, soll dir zu einem möglichst unbedenklichen Einkauf verholfen werden. Die App ermittelt giftige Zusätze, im speziellen Chemikalien, Bakterizide, Fungizide oder Farbstoffe. Dabei musst du dich nicht auf Kosmetika beschränken, sondern kannst „Giftfrei einkaufen“ auch bei Reinigungsmittel, Babypflege, Renovierungsbedarf, Spielsachen und Textilien anwenden.

Die App gibt dir Tipps und Hinweise, wenn du beispielsweise ein schadstofffreies Shampoo kaufen willst. Alle Produkte sind in Listen eingeteilt, damit du sie einfacher finden kannst.

Nestbau - Giftfrei einkaufen
Nestbau - Giftfrei einkaufen
Entwickler: WECF
Preis: Kostenlos
‎Nestbau - Giftfrei einkaufen
‎Nestbau - Giftfrei einkaufen
Entwickler: WECF Germany
Preis: Kostenlos

Nabu Siegel Check

Nicht nur die Inhaltsstoffe sind beim Einkauf von Belang. Zertifizierte Siegel zeigen dir auf den ersten Blick, ob ein Produkt frei von Tierversuchen, tierischen Inhaltsstoffen oder Ähnlichem ist. Siehst du ein Siegel auf einem Produkt, kannst du es mit der Nabu-App Siegel Check einfach abfotografieren und dir die Empfehlungen beziehungsweise Einschätzungen, ob das Siegel sinnvoll ist oder nicht, ansehen. Auch hier wird auf das Ampelsystem gesetzt. Alternativ kannst du in der Datenbank nach Siegeln suchen und Produkte danach filtern. Der Nabu Siegel Check liefert dir zusätzlich Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Siegeln.

‎NABU Siegel-Check
‎NABU Siegel-Check

Das Problem: Viele Hersteller schreiben lediglich auf die Verpackung, dass ihr Produkt beispielsweise frei von Tierversuchen ist. Manche kreieren auch ein eigenes Siegel und setzen dieses prominent auf die Verpackung. Ist das hauseigene Siegel jedoch nicht zertifiziert, bleibt für den Verbraucher ein Restrisiko. Denn nur zertifizierte Siegel – unter anderem vom Deutschen Tierschutzbund, Leaping Bunny oder der Vegan Society – garantieren, dass das Produkt unter dem Leitfaden des Siegels produziert wurde und hält, was es verspricht.

Weiterführende Hinweise

Wer sich noch intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte und weitere Hilfestellungen sucht, findet sie bei einigen offiziellen Stellen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND) stellt beispielsweise Ratgeber zu Inhaltsstoffen in Kosmetik zur Verfügung. Der BUND bietet, neben der App, einen Einkaufsratgeber, in dem Produkte mit Kunststoffen und Mikroplastik übersichtlich aufgelistet sind. Auch die Verbraucherzentrale gibt im Netz einen Überblick über kritische Inhaltsstoffe in Kosmetik.

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