Kiosk, Kneipe, Kaffee-Roller: Das eigene Business für Apple Pay und Google Pay aufrüsten

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Mobile Payment mit Google Pay / Apple Pay im Café
Bildquelle: Adobe Stock
Mobiles Bezahlen per Smartphone – via Apple Pay oder Google Pay – ist auf dem Vormarsch. Große Supermarkt- und Discounterketten haben ihre Kassen- und Kartenlese-Systeme längst umgestellt. Kleinere Läden stoßen aber schnell an ihre Grenzen. Das muss nicht sein: inside handy zeigt, wie man auch das kleinste Geschäft mit Kontaktlos-Terminals aufrüstet.

Kontaktlos zahlen: Längst sind Kredit- und EC-Karten (Maestro, V Pay, Girocard) mit der Technologie bestückt, die man an dem WLAN-ähnlichen Zeichen erkennt. Dahinter steckt NFC (Near Field Communication) und damit eine aus Smartphones längst bekannte Technik. Schnelle Datenübertragung durch Kontakt beziehungsweise Nähe zwischen Sender und Empfänger. Der Sender ist die Karte – im Falle von Mobile Payment das Smartphone. Der Empfänger ist das Kartenterminal – angeschlossen an ein großes, fest installiertes Kassensystem. Teuer, schwer in der Handhabung, komplette Systemumstellung notwendig. Schnell sind Argumente gegen eine Aufrüstung auf Mobile-Payment-konforme Kassensysteme gefunden.

Kleinunternehmer, Händler und Ladeninhaber sind abgeneigt und fallen auf der digitalen Überholspur noch weiter zurück. Wie es auch kleinere Ladeninhaber und Geschäftsleiter schaffen, ihr Business für Apple Pay und Google Pay fit zu machen? Hier sind einige Lösungen und Dinge, die man wissen sollte.

SumUp und iZettle: Das Smartphone als Kassensystem – fast

Die bekanntesten Anbieter sind Sumup und iZettle. Beide Firmen werben damit, dass jedes noch so kleine Ladenlokal mit einfachen Mitteln und zu geringen Preisen mobiles und kontaktloses Bezahlen anbieten kann. SumUp und iZettle bieten ähnliche Geschäftssysteme. Der Ladeninhaber erhält einen Kartenleser der – je nach Modell – die Daten via Smartphone-App übermittelt und verarbeitet. Es ist also kein großer Kassenapparat und eine Infrastruktur für die Abrechnungen notwendig.

SumUp und iZettle im Vergleich

 SumUpiZettle
Kartenlesegerät für kontaktloses Bezahlen oder Mobile Payment von SumUpQuelle: SumUp
Kartenlesegerät für kontaktloses Bezahlen oder Mobile Payment von iZettleQuelle: iZettle
Aktuelle VersionSumUp Air
SumUp 3G Kartenterminal
iZettle 2
Preis
(einmalig)
SumUp Air : 29 Euro
SumUp 3G: 89 Euro
iZettle 2: 29 Euro
Monatliche Grundgebühr------
TransaktionsgebührenEC/Girocard (auch Maestro/V Pay): 0,95 Prozent
Kreditkarte: 2,75 Prozent
EC/Girocard (auch Maestro/V Pay): 0,95 Prozent
Kreditkarte: 2,75 Prozent
TechnikKartenleser mit
Bluetooth und NFC;
Smartphone-App mit WLAN / 3G / LTE Zugang
Kartenleser mit Bluetooth und NFC;
Smartphone-App mit WLAN / 3G / LTE Zugang
KartenleserChip, kontaktlos, (Magnetstreifen)Chip, kontaktlos, Magnetstreifen
Akzeptierte KartenVisa, V Pay, Mastercard, EC/Girocard, Maestro, American Express, Diners Club, Discover, China UnionPayVisa, V Pay, Visa Electron (Prepaid) Mastercard, EC/Girocard, Maestro, American Express, Diners Club, Discover, China UnionPay, UCB
Kontaktlos Bezahlen viaKontaktlos per Karte
Apple Pay
Google Pay
Kontaktlos per Karte
Apple Pay
Google Pay
Samsung Pay
ZahlungsbelegeMail, SMS, Ausdruck (Bon)Mail, SMS, Ausdruck (Bon)

Es zeigt sich: Die Unterschiede zwischen iZettle und SumUp sind marginal. Hier wird eine Kreditkarte mehr akzeptiert oder sogar Samsung Pay wird unterstützt. Dafür gibt es dort mehr Möglichkeiten im internationalen und mobilen Gebrauch. Für das mobile Bezahlen „Mobile Payment“ per Smartphone (Google Pay oder Apple Pay) oder kontaktlos per Karte sind beide Systeme passend. Auch bei den Kosten tun sich beide Anbieter nichts. Zumindest in dieser Basisversion.

3G-Version zur Nutzung ohne Smartphone

Neben dem SumUp Air bietet SumUp beispielsweise noch das teurere SumUp 3G Kartenterminal an. Hier ist kein Handy mitsamt App mehr für die Hintergrundsteuerung und Datenverarbeitung mehr von Nöten. Mit einer eigenen SIM-Karte funktioniert diese Lösung quasi autark im Mobilfunknetz. Selbst ein WLAN-Netzwerk wird hier nicht benötigt.

iZettle bietet „nur“ das aktuelle Kartenlese-Modell iZettle 2 an, das mit per Bluetooth verbundenem Smartphone und App betrieben wird. Um dieses Gadget herum bietet iZettle aber einiges an Zubehör an, wodurch das Kassensystem wächst und für den Einsatz im Laden oder sogar unterwegs (zum Beispiel für Lieferdienste) fix gemacht wird.

Der Zubehörshop von SumUp bietet ein ähnliches Sortiment, mit dem das Kassensystem mit Bondruckern, Tablet-Haltern oder Lade-Docks für Kartenlesern aufgepeppt werden kann. Ein Blick auf die Preisstruktur in den Zubehör-Shops gibt zudem Aufschluss darüber, wie die Unternehmen weiter Geld verdienen wollen. Aber: Hier steckt keine Kaufpflicht.

Die fixen Kosten sind sowohl bei SumUp als auch bei iZettle transparent und human. Großer Vorteil beider Systeme: Es gibt keinen monatlichen oder jährlichen Mindestumsatz, an den die Nutzung eines der beiden System gebunden ist.

Zusammengefasst: Das braucht man für Mobiles Bezahlen und kontaktloses Bezahlen im eigenen Laden:

  • Kartenlesegerät (zum Beispiel iZettle oder SumUp)
  • Smartphone mit Internetverbindung (3G /4G / WLAN; Verbindung mit dem Kartenleser via Bluetooth)
  • Smartphone-App des jeweiligen Anbieters

Die Alternative: Concardis Optipay

Die deutsche Firma Concardis ist unbekannter, bietet aber ein ähnliches System wie zum Beispiel iZettle und SumUp. Neben fest installierten Kassen- und Bezahlsystemen, bietet das Unternehmen auch die mobile Lösung an. Kompatibel mit Apple Pay und Google Pay, bietet Concardis ebenfalls die Zwei-Geräte-Lösung an: Ein Lesegerät und ein Smartphone mitsamt App reichen aus, um Zahlungen per Karte, kontaktlos oder per Handy, zu akzeptieren.

Mobile Payment mit einem Kartenleser von ConcardisQuelle: Concardis

Dabei ist Concardis sogar der günstigere Anbieter bei den laufenden Kosten. Anstelle der 2,75 Prozent bei Kreditkarten-Zahlungen, berechnet Concardis „nur“ 2,6 Prozent des Zahlungswertes. Bei EC-Karten bleibt das Level mit 0,95 Prozent gleich.

Das Lesegerät kostet einmalig 79 Euro – genauso teuer wie der iZettle-Konkurrent, wenn keine Preisaktion stattfindet. Auch das Concardis-Terminal akzeptiert alle gängigen Kreditkarten – darunter auch American Express, UnionPay oder Diners Club – natürlich nebst den verbreiteten Visa und Mastercard.

Außerdem können Kunden am Concardis Optipay Terminal auch mit der QR-Code-Zahlungsmethode Alipay bezahlen.

Concardis bietet zusätzlich weitere Zahlungssysteme an. Auch ein mobiles Kartenlesegerät – etwa für Taxifahrer oder Handwerker ist im Portfolio. Dieses kostet aber eine monatliche Grundgebühr und hat ähnliche Wirkungsgrade wie das 3G-Terminal von SumUp.

Concardis, SumUp und iZettle – die feinen Unterschiede im Dreier-Vergleich

Bei den Kosten tun sich die Anbieter wenig. Wer hohe Umsätze mit Kartenzahlungen erwartet, der muss bei Concardis letztendlich am wenigsten davon abgeben. Da es sich nicht um Abo-Modelle handelt, ist Kostentransparenz gegeben und die Systeme funktionieren sogar in saisonalen Betrieben oder solchen mit saisonalen Schwankungen.

Internationale Geschäfte

Wer international agiert, muss aufpassen. Tatsächlich bietet derzeit nur SumUp seine Dienste und Systeme für das Ausland an. Allerdings nur in ausgewählen Ländern. Dabei gelten verschiedene Auflagen und Gebühren. Dazu bietet SumUp einen stets aktualisierten Plan für den bevorstehenden Brexit an.

Wann überweist mir der Anbieter mein Geld?

Die Zahlungsdienstleister überweisen das Geld in der Regel schnell weiter. SumUp gibt einen Zeitraum von 2 bis 3 Werktagen an, gleiches gilt für Concardis Optipay. iZettle verspricht den Geldeingang sogar nach 1 bis 2 Tagen. Je nachdem steht eine gesammelte Auszahlung pro Woche oder pro Monat zur Auswahl.

Verwaltung von Rechnungen und Transaktionen

Die verbundenen Smartphone-Apps stellen die Abrechnungen, Transaktionen und Statistiken cloudbasiert dar. Für den Überblick auf größeren Bildschirmen gibt es die Darstellung auch auf in den Konto-Bereichen auf den Anbieter-Webseiten im sogenannten Online-Dashboard. iZettle bietet obendrein die Integration der Buchhaltungssoftware Xero oder debitoor. Importlösungen bietet hier aber auch SumUp an.

So läuft die Bezahlung

Der Kunde möchte bezahlen? Kein Problem. Das Kartenlesegerät ist schnell gezückt, der Betrag wird in der Smartphone-App eingegeben und schon geht es los. Bei Chip&PIN steckt der Kunde seine Bank- oder Kreditkarte in das Lesegerät und gibt seine PIN ein. Kontaktlos hält der Kunde seine Karte knapp über die Vorderseite des Geräts und mit Google Pay und Apple Pay sein Android-Smartphone oder iPhone. Das Lesegerät empfängt die Daten entweder via Chip oder NFC. Per Bluetooth ist der Kartenleser mit dem Handy verbunden, das die Verbindung zum Internet und damit zu den PCI-DSS-gesicherten Servern (siehe nächster Absatz) herstellt.

Wenn der Kunde bezahlt hat, kann der Beleg entweder digital ausgestellt werden oder wird ebenfalls per kabelloser Übertragung an den Bondrucker gesendet und ausgedruckt.

Datenschutz und Sicherheit

Alle drei hier genannten Unternehmen geben an, den Sicherheitsanforderungen der Europäischen Kreditkartenindustrie voll zu entsprechen. Alle Daten werden für die Übermittlung verschlüsselt. Gerade das Thema Zahlungs- oder Kundendaten auf dem Handy ist ein heikles. Hier versprechen alle drei Anbieter, dass die verschlüsselten Daten niemals direkt auf dem Smartphone gespeichert werden und gar nicht erst mit diesem in Kontakt geraten.

iZettle, SumUp und Concardis sichern die Zahlungsdaten auf PCI-DSS-zertifizierten Servern. Dahinter verbirgt sich ein einheitlicher, von der gesamten Kreditkartenindustire vorgegebener und verwendeter Standard zur Übertragung und Speicherung von Daten.

Voraussetzungen für die Zertifizierung sind zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen, wie das ständige Pflegen einer Firewall, die verschlüsselte Übertragung jeglicher Kreditkartendaten und auch die Beschränkung des physischen Zugangs auf Daten. Es handelt sich also nicht nur um rein virtuelle Sicherheitsmaßnahmen.

Fazit: Dieses Zahlungssystem ist das richtige für meinen Laden

Die Unterschiede sind marginal, aber unter Umständen wichtig. Die Basislösung mit den einfachsten, aber wichtigsten Inhalten, die auf die Nachkommastelle sogar am günstigsten ist, lautet Concardis Optipay. Die App ist allerdings weniger vielseitig und bietet weniger Funktionen als die der Konkurrenten.

Angebot bei Concardis OptiPay einholen

Wer international agiert und auf Mobilität setzt, greift zu SumUp. Hier gibt es mit dem 3G-Kartenleser außerdem die Möglichkeit, Zahlungen komplett autark und ohne Smartphone entgegen zu nehmen. SumUp ist die mobilste Lösung des Mobile Payments.

Bei SumUp registrieren

iZettle ist hingegen die Lösung für Bürokraten. Wer die Ordnung liebt und gleichzeitig die höchste Funktions- und Kompatibilität wertschätzt, ist hier richtig. Dazu ist das Geld am schnellsten da. Manko: iZettle funktioniert nur in dem Land, in dem man das System bestellt. Wer für sein Café in Deutschland bestellt, kann das System nur in Deutschland und mit Euro-Währung nutzen.

bei iZettle registrieren

Die Währungsbeschränkung gilt auch für Concardis und SumUp. SumUp erklärt hierzu:

„Wenn Ihr Kunde etwa ein amerikanisches Bankkonto hat und sich Ihr Geschäft in Deutschland befindet, wird die Zahlung in EUR ausgeführt, aber in USD vom Konto Ihres Kunden abgebucht.“ SumUp

Die wichtigsten Daten in Kürze

  • Nur Anschaffungskosten, keine Laufzeitkosten
  • Schnelle Ausstiegsmöglichkeiten
  • Kein Mindestumsatz
  • Einfache Handhabung auch für Einsteiger
  • Google Pay / Apple Pay und kontaktlos per Karte zahlen möglich

Square, PayPal here und Payleven: Der Blick zurück und über den Tellerrand

Wer sich mit der Materie schon etwas länger befasst hat, wird auch schon über die Namen PayPal here oder Square gestolpert sein. Insbesondere Square gilt in der Branche als Innovationsmotor und wurde schon 2009 von Twitter-Gründer Jack Dorsey gegründet. Das Start-Up hat es über die halbe Welt von San Francisco bis nach Großbritannien geschafft, nicht aber nach Kontinentaleuropa. Für eine weitere Expansion dürfte die Geschäfts- und Konkurrenzlage mittlerweile zu unbequem sein.

Die Frage nach dem Deutschland-Start von PayPal here ist noch leichter zu beantworten: iZettle gehört nämlich ebenfalls zum PayPal-Konzern und ist die deutlich weiterentwickelte Plattform.

Vor einigen Jahren hat sich zudem ein Anbieter namens Payleven als Fintech-Start-Up versucht. 2016 übernahm SumUp Payleven und galt nach dem Zusammenschluss als „Square-Klon“ in Europa.

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Bildquellen:

  • Google Pay im Geschäft: Paypal
  • Kartenleser SumUp Air: SumUp
  • Kartenlesegerät von iZettle: iZettle
  • Kreditkartenterminal von Concardis: Concardis
  • Mobiles bezahlen im Café: Adobe Stock
Mann mit Smartphone
Kampfansage von freenetmobile: Alle Handytarife ohne Anschlusspreis
Beim Mobilfunk-Discounter Freenetmobile wird ein weiteres Mal das Angebot an Allnet-Flatrates angepasst. Allerdings nicht auf breiter Front, sondern nur punktuell. Und trotzdem ist es eine Kampfansage an die Konkurrenz. Denn noch bis zum 28. August entfällt in allen Tarifen der einmalige Anschlusspreis. Damit sparen Kunden je nach Tarif bis zu 29,99 Euro.
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Michael liebt Technik und hat schon 2012 bei inside handy angefangen. Seitdem hat er gefühlt alles einmal ausprobiert - News, Tests, Magazinartikel. Bei inside digital kümmert er sich insbesondere um neue Formate, Deals und insgesamt um das Content Marketing außerdem ist er immer für eine Fußball-Fachsimpelei zu haben. Seine Freude an der Technik wird nämlich von seiner Liebe für das runde Leder übertroffen – besonders für den Verein seines Herzens, den 1. FC Köln. Er spielt aktiv im Verein und digital an der PlayStation. Wenn er nicht mit Ballsport oder Schreiben beschäftigt ist, verreist er gerne und hofft still und heimlich auf die Unabhängigkeit des Rheinlands.

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7 KOMMENTARE

  1. Hallo,
    „EC“ gibt es seit zig Jahren nicht mehr. Der Nachfolger heißt „girocard“, wird aber weder von SumUp noch von iZettle akzeptiert, die Zahlungen laufen hier über die jeweiligen Co-Brandings Maestro oder VPAY. Das merkt man u.A. daran, dass die meisten girocards dort nicht kontaktlos funktionieren.

    • Tatsächlich geben die Anbier „EC“ mit dem altbekannten Logo aber noch an. Die Vermutung liegt nahe, dass hiermit auch der grundsätzlich fesstehende Überbegriff „Electronic Cash“ gemeint ist, ohne die – wie du sagst – veraltete Technologie als solche zu meinen. Das kann ich natürlich in der Tabelle noch etwas schärfer qusdrücken. Danke für den Hinweis!

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