Abofalle: Die miesen Tricks von Drittanbietern und was man dagegen tun kann

24 Minuten
"Vielen Dank für die Anmeldung bei XY zu 6,99 Euro pro Woche im Abonnement." Wer eine solche SMS liest, ist im ersten Moment schockiert. Denn meistens ist man sich gar nicht bewusst, ein Abo abgeschlossen zu haben. Diese Abzock-Methode ist jedoch bekannt und wird Kunden über die Handyrechnung in Zahlung gestellt. Wer dahinter steckt, wer daran verdient und was man dagegen tun kann, steht in diesem Artikel.
Abofallen
Bildquelle: Artem Sandler / inside handy

Obwohl das Smartphone viele Vorteile bietet, birgt es auch einige Gefahren. So können Mobiltelefone gehackt und persönliche Daten entwendet werden. Noch gefährlicher ist es, wenn eine Banking-Anwendung involviert ist – wobei unterschiedliche Schutzmaßnahmen das Risiko minimieren können. Doch auch weniger bedeutsame Zwischenfälle können die Nerven strapazieren. Dazu zählen insbesondere sogenannte Abo-Fallen, mit deren Hilfe Dritte wie unter anderem Mocopay, Dimoco, Pink Mobile, My Doo, Ojom und Jamba Smartphone-Nutzern das Geld aus den Taschen ziehen. Mobilfunkanbieter unternehmen derweil nur halbherzige Versuche dies zu unterbinden, denn sie verdienen mit.

Betroffene, die beispielsweise eine Forderung von Mocopay auf dem Tisch haben, obwohl Sie kein Abo abschlossen und die darin enthaltenen kostenpflichtigen Dienste nicht nutzten, sollten das ungewollte Abo natürlich widerrufen. Damit dies möglichst reibungslos funktioniert, müssen allerdings einige Dinge beachtet werden. Weiterhin lassen sich Abofallen mithilfe von Drittanbietersperren prophylaktisch bekämpfen. Diese Möglichkeit hat jedoch auch ihre Nachteile.

Der folgende Artikel enthält alle Informationen zu Handy-Abofallen im Allgemeinen und dazu, wie sich Betroffene verhalten sollten.

Alle Hintergründe zu Abofallen

Jeder, der ungefragt eine SMS mit einem solchen Inhalt bekommt, ist verärgert und wundert sich. Schließlich habe man doch nirgendwo im Internet – egal ob auf dem Handy, Tablet oder Computer – auf „Abonnieren“ oder „Zahlungspflichtig bestellen“ geklickt. Es sind sogenannte Drittanbieter, die mithilfe von Pop-Ups und Java-Scripten Handy-Nutzern per SMS ein Abonnement unterjubeln und die ersten 6,99 Euro direkt über die Handyrechnung oder das Prepaid-Konto abbuchen. Doch wer steckt dahinter? Und wie kommt es, dass Drittanbieter einfach so nach dem Versand einer kleinen SMS, Geld über den eigenen Mobilfunkanbieter verlangen können und dieser es einfach vom Konto seines Kunden einzieht?

Es sind Firmen wie zum Beispiel CloudCover Mobile, BA Bound oder die Net Mobile AG mit Sitz in Rumänien, dem US-Bundesstaat Kalifornien, der Schweiz oder sogar in Deutschland, die den Weg als Drittanbieter nutzen. Sie versuchen Mobilfunkkunden ein Abonnement anzudrehen und sich das Geld über den Netzbetreiber wie Vodafone, Telefónica Deutschland oder Deutsche Telekom vom angeblichen Abonnenten zu holen. Der Inhalt des Premiumdienstes ist meist irrelevant, wobei es sich häufig um sogenannte Entertainment-Pakete handelt, die mit dem Handy-Vertrag genutzt werden sollen.

Vorgehen der Abofallen-Betreiber

Das Vorgehen ist immer das Gleiche: Die Drittanbieter stellen dem Nutzer ein nicht abgeschlossenes Abo in Rechnung und informieren ihn darüber per SMS auf das Handy. Zeitgleich bekommt man eine SMS von seinem Mobilfunkbetreiber, der das Handy-Abo noch einmal bestätigt. Die Kurzmitteilung des Drittanbieters enthält meist eine Telefonnummer oder Hotline und einen Link zu einer Seite im Internet, auf der man mehr Infos findet. Sowohl per Hotline als auch über den Klick auf die URL lässt sich die Abofalle normalerweise direkt über das Handy relativ einfach wieder kündigen.

Abo-Bestätigung per SMS bei CloudCover Mobile

Viele Nutzer werden froh sein, das Abo schnell wieder los zu sein und sehen beispielsweise die 6,99 Euro, wie im Falle von CloudCover, als eine Art Lehrgeld oder einen vernachlässigbaren Betrag an. Denn hätte man das Abonnement nicht gekündigt, wären hohe Kosten von über 360 Euro pro Jahr entstanden. Ein solches Rechenbeispiel mag in den Köpfen der Nutzer von der im Vergleich geringen Einmalzahlung von 6,99 Euro dazu führen, dass man auf weitere Schritte, um sein Geld zurückzubekommen, verzichtet. Schnell bezahlen, Kündigung der Abofalle wirksam werden lassen und das war’s dann. Der Plan des Drittanbieters geht häufig mit dem massenhaften Versand der Abos über SMS auf.

Wie viel jede der drei Parteien an so einem Handy-Abo verdient, ist nicht klar. Schätzungen zufolge sollen Mobilfunkanbieter zwischen 30 und 50 Prozent des Betrages, der durch die Abos auf dem Handy generiert wird, für sich beanspruchen. Das würde erklären, warum man solche Drittanbieter gewähren lässt. Frei nach dem Motto: Schnell kündigen können die Nutzer ja immer noch und wenn sie einmal bezahlen, ist der Schaden ja ohnehin nicht so groß.

Unterschiedliche Fälle

Einen anderen schwerwiegenden Fall beschreibt ein Leser von inside handy: Dessen Tochter tappte in eine Abofalle beim Mobilfunkanbieter Klarmobil. Ihr wurden dreimal in Folge 4,99 Euro in Rechnung gestellt. Die Familie widersprach dem angeblichen Abonnement ausdrücklich, da keinerlei Dienstleistungen in Anspruch genommen wurden. Die Folge der Abofalle ist mittlerweile ein drohender Rechtsstreit, dem mehrere Mahnungen voraus gehen. Klarmobil in der Rolle des Anbieters sieht sich indes nicht dazu berufen, den Fall aufzuklären, sondern sendet der Kundin lediglich eine vermeintliche Bestätigung der Inanspruchnahme der Drittanbieter-Services zu.

Im Falle des Lesers von inside handy stehen hinter den vermeintlichen Abonnements die Anbieter Pink Mobile, Liberty Mobile und Vascom, die ihre Sitze jeweils im Ausland haben. Sämtliche Anbieter sind keine unbeschriebenen Blätter, sondern vielmehr für ihre Abo-Fallen bekannt.

Des Öfteren findet sich auf der Handy-Abrechnung auch das Unternehmen Domoco GmbH. Die in Düsseldorf sitzende Firma ist allerdings lediglich der Dienstleister, der es ermöglicht, Geldbeträge von einer Rechnung abzubuchen. Den entsprechenden Abonnement-Vertrag hat man aber nicht mit der Domoco GmbH, sondern mit einem weiteren Drittanbieter abgeschlossen. Demnach gilt es für Verbraucher, herauszufinden, mit wem der Vertrag abgeschlossen wurde. Da der Dienstanbieter in der Regel aber auch auf der Rechnung vermerkt ist, sollte dies leicht ersichtlich sein. Alternativ steht Domoco oder das Mobile Payment Service Center (MPSC) für Rückfragen zur Verfügung.

Phänomen Ping-Anrufe und Fake-Profile bei Facebook

Ein neuzeitliches Phänomen sind Ping-Anrufe aus dem Ausland. Seit Herbst 2017 wurden solche Anrufe verstärkt beobachtet, die aus ganz unterschiedlichen Ländern ausgingen – unter anderem aus Weißrussland und Aserbaidschan. Ziel der meist betrügerischen Anrufe ist es, dass die Angerufenen die Nummer zurückrufen und in die Falle tappen. Meist in ausländischer Sprache werden Gewinnspiele, Erotikangebote oder Ähnliches angesagt und Verbraucher so für viel Geld in ein Gespräch verwickelt. Teilweise wurden Fälle bekannt, in denen Nutzer horrende Rechnungen zahlen mussten. Die Bundesnetzagentur appelliert an Verbraucher, die Ping-Anrufe zu melden und vor allem, die Nummern nicht anzurufen.

Ähnlich verhält es sich mit dem Vorgehen der gefälschten Facebook-Profile: Die Täter klauen Bilder und Daten von Freunden, um bestimmten Personen über das soziale Netzwerk eine Freundschaftseinladung zu senden. Wird diese angenommen, erhalten die Betroffenen Nachrichten der vermeintlichen Bekannten oder werden sogar angerufen. In den meisten Fällen sollte der Inhalt der jeweiligen Nachricht an Freunde weitergeleitet werden, wodurch sich nach einiger Zeit ein Gutschein-Code offenbarte. Der Link dient ebenfalls zu dem Zweck, sensible Daten zu sammeln oder Nutzer in Abofallen zu locken.

Neuer Trend: Streaming-Abzocke

Mit dem Aufstieg der Video-on-Demand- und Streaming-Dienste wie Amazon Prime Video und Netflix gibt es auch immer mehr unseriöse Anbieter und Betrüger, die auf den Trend aufspringen wollen. Die Verbraucherzentrale Brandenburg gab zuletzt bekannt, mittlerweile 200 nahezu identische, unseriöse Streaming-Anbieter an die Behörden gemeldet zu haben.

Die Masche der Abzocker ist dabei einfach: Sie werben damit, dass Nutzer nach einer Registrierung fünf Tage kostenlos Videos streamen können. „Tatsächlich funktionieren die Videos dann häufig nicht“, berichtet die Verbraucherzentrale. Dafür erhalten registrierte Nutzer dann nach kurzer Zeit hohe Rechnungen. Die Forderungen leiten die Anbieter von einem automatisch abgeschlossenem Jahres-Abonnement ab, das sich an die füntägige Testphase anschließt.

Wenn Nutzer nicht bezahlen, erhalten sie außerdem Inkassoforderungen. In diesen kündigt man den Besuch eines Gerichtsvollziehers an. „In den Schreiben steht, dass ein Vollstreckungstitel beim zuständigen Amtsgericht erwirkt worden sei. Der Verbraucherzentrale Brandenburg ist aber kein Fall bekannt, in dem die Abzocker wirklich einen Titel erwirkt haben“. Besonders perfide: Die Betrüger haben scheinbar fragwürdige Videos bei YouTube hochgeladen. In diesen wird die Forderung des Anbieters als rechtens dargestellt.

Abofalle: Gebühren ohne Gegenleistung

In vielen Fällen werden Drittanbieter immer dreister. Die Abos, in deren Falle die Verbraucher durch die Nutzung ihres Handys geraten, bieten oftmals noch nicht einmal eine Gegenleistung für die Gebühr, die zu zahlen ist. Ein gutes Beispiel ist der Download von Smileys für verschiedene Online-Messenger-Dienste wie unter anderem WhatsApp: Drittanbieter bieten dabei vermeintlich animierte Smileys an, die mit den Diensten auf dem Handy jedoch nicht kompatibel waren. Der Verbraucher soll zahlen, ohne jemals einen animierten Smiley versenden zu können – eine arglistige Täuschung also. Eine solche Abofalle schnell zu kündigen und gegebenenfalls sogar Geld umgehend zurückzuverlangen, ist umso wichtiger.

Netzbetreiber haben kaum Kontrolle über Drittanbieter

inside handy hat bei Telefónica, Telekom und Vodafone nachgefragt, wie die Beziehung zwischen den Netzbetreibern und Drittanbietern ist. Vodafone erklärt, dass man die Art des Bezahlens über die Handy-Rechnung sowie Kurzwahlnummern Partnerunternehmen zur Verfügung stelle. „In der Regel sind die technischen Partnerunternehmen in einem B2B-Geschäftsmodell tätig. Das bedeutet, sie stellen die Kurzwahlen weiteren Inhalteanbietern oder Medienunternehmen zur Verfügung“, so ein Vodafone-Sprecher. Man gibt also indirekt zu, dass man keine direkte Kontrolle über Drittanbieter habe, die Abos für Dienste auf dem Handy abrechnen.

Telefónica (O2 und E-Plus) lässt eigenen Angaben zufolge nur Services mit Gegenbestätigung, dem sogenannten Handshake-Verfahren, in ihrem Netz zu. „Wir verpflichten Drittanbieter ein von uns hierfür speziell entwickeltes Verfahren zu nutzen, sodass die Transparenz für den Kunden sichergestellt ist“, sagte ein Telefónica-Sprecher gegenüber der Redaktion. Der Nutzer müsse so noch einmal ausdrücklich – beispielsweise per SMS – bestätigen, ob er einen Service auf dem Handy in Anspruch nehmen oder doch lieber wieder kündigen wolle. Weiter heißt es seitens Telefónica / O2: „Darüber hinaus führen wir regelmäßige Stichproben durch, um den ordnungsgemäßen Umgang mit diesen Diensten sicher zu stellen. Ist ein Dienst nicht mit unseren Leitlinien konform, behalten wir uns vor, diesen vom Netz zu nehmen.“ In diversen Foren stößt man jedoch schnell auf Nutzer, die keine Bestätigungs-SMS über ihr Handy versenden mussten, um ein Abonnement abzuschließen. Offenbar können also auch hier Drittanbieter ein solches Verfahren für ihre Abos umgehen.

Beim Verbraucherschutzverein Antispam e.V. sieht man den Umstand, es fehle an Kontrollmöglichkeiten, allerdings ein wenig anders. Der zweite Vorsitzende Andreas Klisch sagte gegenüber inside handy, dass die Mobilfunk-Netzbetreiber sogenannte Fakturierungsverträge mit den abzockenden Verbindungsnetzbetreibern schließen, obwohl dies gar nicht notwendig sei. „Der Abschluss dieser Verträge erfolgt vielmehr rein aus Profitzwecken, weil die Provider hierfür eine Gebühr einbehalten“, so Klisch.

Weiter führt der Verbraucherschützer aus, dass die Berechnung nicht TK-gestützter Leistungen über die Telefonrechnung vertragswidrig sei und eigentlich von den gängigen Mobilfunkverträgen nicht abgedeckt werde. Bei Abonnementgebühren oder Kosten für Premium-SMS handele es sich vielmehr „um einen eklatanten Verstoß gegen das Umgehungsverbot aus § 66m TKG.“ Die Abrechnung von Diensten der Abo-Abzocker ist nach Ansicht von Klisch „völlig vertragsfremd“, da es sich nicht um klassische Telekommunikationsleistungen handele. Bezahlen sollte diese Dienste also niemand.

Abofallen als Einnahmequelle: Mobilfunkanbieter verdienen mit

Dass Kunden von ihrem Mobilfunkanbieter über Drittanbieter und deren Abos nicht informiert werden, ist kein Geheimnis. Das man Drittanbieter sperren kann, wissen viele Kunden nicht und ziehen die Sperre erst in Betracht, wenn sie schon in eine Abofalle getappt sind. Ein Grund für diese mangelhafte Informationspolitik in Bezug auf das Einrichten von Drittanbietersperren ist wohl auch der, dass Mobilfunkanbieter an den Abos der Drittanbieter mitverdienen. Das bedeutet, dass Mobilfunkanbieter die Dienste dem Drittanbieter oftmals abkaufen und das Abo dann zu einem deutlich höheren Preis ihren Kunden in Rechnung stellen. Letztlich verdienen Drittanbieter und Mobilfunkanbieter meist zu gleichen Teilen an den Handy-Abos, die die Kunden unfreiwillig abschließen und zum Teil nicht wieder kündigen. Da ergibt es unter Umständen wenig Sinn, auf die Vorteile einer Drittanbietersperre aufmerksam zu machen.

Datenschutz: Button-Gesetz wird umgangen

Ein Sprecher der Telekom weist darauf hin, dass man es nicht dulde, wenn Kunden durch Drittanbieter im Internet über eine Abofalle abgezockt werden. „Diensteanbieter, die ihre Leistungen über unsere Mobilfunkrechnung abrechnen wollen, haben wir dazu verpflichtet, ihre Preise für Kunden transparent nach den Maßgaben des Gesetzgebers (§312 BGB – Button Law) darzustellen.“

Das seit 2012 bestehende Gesetz besagt, dass man entstehende Kosten deutlich kenntlich machen muss. Ein Bestellknopf mit der Aufschrift „Bestätigen“ oder „Los“ reicht dabei inzwischen nicht mehr aus. Auch das Wort „Kaufen“ auf dem Bestell-Button online im Internet reicht laut eines Urteils des Amtsgerichtes Köln nicht mehr aus. „Kaufen“ sei dem Urteil aus dem vergangenen Jahr nicht immer mit einer Zahlungspflicht verbunden, wie zum Beispiel beim „Kauf auf Probe“ deutlich werde. Fehlt eine solche „Button-Lösung“ im Bestellvorgang, kommt kein wirksamer Vertrag zustande. So verhält es sich auch bei den Drittanbietern und ihren Abos, die bei ihrer Abo-Abzocke keinen Bestätigungs-Button eingebaut haben und Geld einziehen, das ihnen eigentlich gar nicht gehört.

„Sollten sich Diensteanbieter nicht an diese Vorgaben halten, gehen wir dagegen vor“, so der Telekom-Sprecher weiter. Die Anbieter CloudCover und BA Bound seien bei der Telekom Deutschland ordnungsgemäß angemeldet. Die Angebote beider Anbieter lägen im Bereich der Erwachsenenunterhaltung. „Der Anbieter CloudCover hat unseren internen Freigabeprozess noch nicht abgeschlossen. Contentbezug oder ein ABO-Abschluss sind daher bei diesem Anbieter für Telekom-Kunden nicht möglich“, erklärt der Telekom-Sprecher. Speziell bei Erotik-Abos habe man den Bestellprozess geändert: Diese können eigenen Aussagen zufolge nur noch über ein Telekom-Infrastrukturelement realisiert werden. Der Kunde werde auf die hauseigene Infrastruktur umgeleitet und muss dort die Buchung eines Abos mit dem Button „Zahlungspflichtig bestellen“ bestätigen. Nur dann sei die Abrechnung der Abos über die Handyrechnung der Telekom möglich. Ein versehentliches Bestellen eines Abos, etwa durch Klicken eines Werbebanners im Internet, soll dadurch verhindert werden.

Drittanbieter schweigen

Die Redaktion hat auch Drittanbieter wie CloudCover Mobile oder die Net Mobile AG um eine Stellungnahme gebeten – ohne Erfolg. Fragen bezüglich einer Abo-Bestätigung per Button oder SMS oder weshalb man den Drittanbieter-Status ausnutze und Kunden abzocke, bleiben unbeantwortet. Auch Erklärungen dazu, wie man unrechtmäßig oder irrtümlich eingezogenes Geld zurückfordern kann oder an wen genau man eine sofortige Kündigung der Abofalle aussprechen kann, gab es keine.

Abofallen: Das können Betroffene machen

Doch was ist, wenn man nun versehentlich in diese Abofalle getappt ist? Wenn die SMS des Drittanbieters keine weiteren Angaben enthält, lassen sich die Kontaktdaten beim Mobilfunkanbieter erfragen. Im Normalfall sind diese auch auf der Handyrechnung des Anbieters zu sehen. „Die Daten der Anbieter sind auf der Mobilfunkrechnung aufgeführt“, teilte ein Telekom-Sprecher auf Nachfrage mit. Telefónica, Muttergesellschaft von Marken wie O2 oder Base, unterstütze Kunden im individuellen Fall auch über die Hotline. Anderenfalls muss dieser die Daten auf Nachfrage herausgeben. Adressen und Telefonnummern diverser Drittanbieter, die für das Kündigen von einem Vertrag von Relevanz sein können, hat die Redaktion weiter unten aufgelistet.

Generell sollte man sich per E-Mail über das Internet an den Drittanbieter wenden und eine schriftliche Kündigung des Abos verschicken. Verbraucherschützer und Fach-Anwälte sind zum Teil aber auch der Meinung, dass in vielen Fällen kein rechtswirksamer Vertrag zustande gekommen ist und deswegen gar nicht erst mit den Abzockern verhandelt werden sollte, um Geld zurückzuverlangen. Andreas Kalisch vom Antispam e.V. geht noch weiter, indem er sagt, die TK-Provider seien herausgabepflichtig aus widerrechtlichter Bereicherung. Mit Verweis auf § 404 BGB handele es sich bei den Abzocker-Beträgen um abgetretene Leistungen. „Folglich ist der TK-Provider gegenüber dem Endkunden a) darlegungspflichtig hinsichtlich der Beweisantretung bezüglich des Zustandekommens eines angeblichen ‚Abos‘ und b) ist der auch herausgabepflichtig aus § 812 BGB. Ausschließlicher Ansprechpartner für den Endkunden ist nicht der Drittanbieter, sondern der Provider.“ Einen entsprechenden Musterbrief für die Kündigung einer Abofalle finden Betroffene online und ohne langes Warten auf der Antispam-Homepage im Internet.

Kündigung bei Dimoco

Wap-Abo bei CloudCover auf der Website verwalten

Tipp 1: Raus aus der Abofalle – kündigen und widerrufen

Hat man eine solche Abofalle auf seiner Handyrechnung entdeckt, so ist schnelles Handeln in Bezug auf eine Kündigung gefragt. Es ist nicht von Belang, ob der Kunde die Rechnung in Briefform oder nur online über das Internet, also per Mail oder über die Servicewelt des Mobilfunkanbieters, erhält. Der Kunde sollte direkt mit dem Drittanbieter in Kontakt treten und die Handyrechnung widerrufen beziehungsweise das Abo kündigen. Nach Eingang der Handyrechnung hat der Verbraucher in der Regel zwei Wochen Zeit, um einen Widerruf einzulegen – da im Vorhinein zumeist aber keine Information zum Widerrufsrecht seitens des Drittanbieters an den Kunden weitergeleitet werden, entpuppt sich dies hier als Vorteil, da dem Kunden nun eine längere Widerrufsfrist zugute kommt.

Beim Mobilfunkanbieter lässt sich die Handyrechnung bis zu acht Wochen nach der Rechnungszustellung beanstanden. Beim zuständigen Mobilfunkanbieter sollte der Widerspruch gegen diesen Posten schriftlich einlegt werden (Musterbrief der Verbraucherzentrale). Zwar kann die Anfechtung und das Aussprechen einer unmittelbaren Abo-Kündigung auch über das Internet erfolgen; wird die Beanstandung allerdings per Post mit Rückschein versendet, kann der Verbraucher sicher sein, dass der Brief beim Empfänger eingegangen ist. Ohne Rückschein kann es des Öfteren passieren, dass der Widerruf seitens des Mobilfunkanbieters nicht weiter beachtet wird und somit in „Vergessenheit“ gerät. Wenn der Kunde sich entscheidet, die Beanstandung über das Internet zu versenden, sollte ebenfalls darauf geachtet werden, dass die Mail tatsächlich empfangen wurde. Zum Beispiel durch eine Lesebestätigung. Ob eine einfache Lesebestätigung allerdings juristisch ausreicht, um Abofallen zu kündigen, ist fraglich.

Im Fall, dass der Mobilfunkanbieter wie Telekom, Vodafone oder O2 lediglich mit einem Standardschreiben auf den Widerruf reagiert, sollten seitens des Verbrauchers weitere Schritte eingeleitet werden. Ein Standardschreiben ist es, wenn die Unternehmen den Kunde an eine weitere Person verwiesen oder die Abofalle beziehungsweise die Abbuchung als rechtmäßig einstufen. Hartnäckigkeit zahlt sich bei jedem zu Unrecht abgeschlossenen Vertrag bei dem zuweilen viel Geld einkassiert wurde aus. Im Zweifel bietet auch die Verbraucherzentrale Hilfestellungen bei Kündigungen.

Tipp 2: Wie bekomme ich mein Geld zurück?

An wen soll man sich aber wenden, wenn man das Abo gekündigt hat und sein Geld für die erste Abbuchung von einem unrechtmäßig abgeschlossenen Vertrag zurückfordern möchte? Vielleicht an den Netzbetreiber beziehungsweise seinen Mobilfunkanbieter, der sich das Geld über die Handyrechnung holt? An den Drittanbieter, der oftmals irgendwo im Ausland sitzt oder doch die Vermittlungsfirma, die zwischen Netzbetreibern und Drittanbietern sitzt und für die Transaktionen zuständig ist? Eines ist klar: Lange warten sollte niemand.

Zunächst ist es ein guter Schritt, seinen Mobilfunkanbieter als auch den Drittanbieter schriftlich kontaktieren und sein Geld für die zu Unrecht in Rechnung gestellten Abos zurückverlangen. Häufig lenkt der Mobilfunkanbieter ein und erstattet das Geld – „aus Kulanz“, wie es oft heißt. Wenn man erst auf der Handyrechnung sieht, dass man unter dem Punkt „Leistungen anderer Anbieter“ eine Position wie ein laufendes Abo hat und mit diesem nicht einverstanden ist, sollte man die Abbuchung bei der Bank rückgängig machen und den Anbieter informieren, dass man den Rechnungsbetrag um den strittigen Teil kürzt. Danach sollte man umgehend den unbeanstandeten Teilbetrag überweisen. Lässt man Letzteres unbeachtet, droht eine Sperre der SIM-Karte, wie ein Sprecher der Verbraucherzentrale Bundesverband gegenüber inside handy erklärte.

Dabei ist dieser Schritt seitens der Mobilfunkanbieter nicht rechtmäßig. Das Telekommunikationsgesetz (§ 45k TKG) sieht vor, dass der Anbieter eine Sperre wegen Zahlungsverzugs erst durchführen darf, wenn der Kunde nach Abzug etwaiger Anzahlungen mit Zahlungsverpflichtungen von mindestens 75 Euro in Verzug ist und der Anbieter das Sperren mindestens zwei Wochen zuvor schriftlich angedroht hat. Dabei zählen Forderungen Dritter, wie in diesem Fall der Abo-Abzocker, nicht in diesen Mindestbetrag, womit eine SIM-Karten-Sperre aufgrund ausbleibender Zahlung unzulässig ist.

Tipp 3: Abofallen in Zukunft vermeiden

Egal ob auf dem Computer, Laptop, Smartphone oder Tablet – wer online im Internet unterwegs ist, sollte immer aufmerksam sein. Um Abofallen per SMS in Zukunft vermeiden zu können, sollten Verbraucher trotz aller Mühe immer das Kleingedruckte sowie auch die AGB im Auge behalten. Gelangt man auf entsprechende Seiten im Internet, die an Drittanbieter weiterleiten, genügt der Klick auf „Ok“ oder „Weiter“, um erneut in eine Abofalle im Internet zu geraten. Dann ist es abermals notwendig, das Abo oder den entsprechenden Vertrag zu kündigen, um kein Geld zum Fenster herauszuwerfen.

Drittanbietersperre einrichten: Vor- und Nachteile

Ist man einmal in die Abofalle getappt und möchte das in Zukunft verhindern, kann man Drittanbieter mit einer sogenannten Drittanbietersperre sperren lassen. Diese richtet man beim Provider ein. Das funktioniert per Anruf bei der jeweiligen Kunden-Hotline und ist kostenlos. Die Redaktion hat bei den Anbietern nachgefragt, warum sie die Drittanbietersperre nicht von vorneherein einrichten. Der Kunde könnte sie bei Bedarf deaktivieren. Die Verbraucherzentrale würde ein solches Vorgehen begrüßen. Telefónica sagt dazu: „Es handelt sich hierbei um eine bestimmte Form des Bezahlens von Diensten, Services und Apps wie zum Beispiel auch Parken, Ticketing etc., die der Kunde so dann nicht mehr nutzen könnte.“ Auch die Telekom, die auch für ihre eigene Discount-Tochter Congstar steht, und Vodafone beziehungsweise deren Tochter Otelo sind der Meinung, dass man seinen Kunden mit einer automatischen Drittanbietersperre den Zugang zu „sinnvollen“ Diensten, die zum Teil auch in Form eines Abos abgerechnet werden, nimmt.

Die Verbrauchzentrale Bundesverband schlägt als mögliche Lösung vor, dass ein Vertrag erst auf Grundlage einer vom Verbraucher selbst zurückgeschickten Bestätigungs-SMS in Kraft treten sollte, sodass der Provider vorher keine Abrechnung vornehmen dürfte. Außerdem gäbe es, so der Sprecher der Verbraucherzentrale, genügend Alternativen zu der Abrechnung über die Handyrechnung: „Es gibt andere Bezahlmöglichkeiten, zum Beispiel über Micropayment-Bezahldienste, bei denen der Kunde mehr Kontrolle über die Zahlungen hat als bei WAP-Billing.“

Sobald die Drittanbietersperre eingerichtet ist, könnten sich aber auch Nachteile für den Verbraucher ergeben. Sofern seriöse Anbieter mit dem sogenannten WAP-Billing arbeiten, können diese Dienste auf dem Handy meist nicht mehr in Anspruch genommen werden. Kunden, die beispielsweise ihr Ticket des öffentlichen Nahverkehrs über das mobile Internet kaufen und auf ihrem Smartphone speichern, können den Dienst nach dem Einrichten einer Drittanbietersperre nicht mehr über ihren Vertrag nutzen.

Es zeigt sich also: Eine automatische Drittanbietersperre hätte Nachteile. Sie wäre aber, um zu Unrecht per Abzocke eingezogenes Geld zu sichern, trotzdem durchaus sinnvoll. Vor allem Kinder sollten vor Abofallen durch eine Drittanbietersperre geschützt werden. Denn Kinder bezahlen ihre Prepaid-Rechnung oft ohne genaueres Lesen des Einzelverbindungsnachweises und eine SMS ist schnell verschickt. Ist das Geld auf der Prepaid-Karte einmal weg, wird ein zusätzlicher Betrag nachgebucht – bis wieder eine Abofalle in einer App oder online im mobilen Internet lauert.

Verbraucherschützer Klisch entkräftet das Gerücht, dass durch das Einrichten einer Drittanbietersperre das mobile Bezahlen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nicht mehr möglich ist: „Die wichtigsten, derzeit in Deutschland im Einsatz befindlichen Ticketing-Systeme rechnen nicht über die Provider ab.“ Bei der Verrechnung würden vielmehr externe Finanzdienstleister eingesetzt. Eine Mobilfunk-Verbindung werde allenfalls für die Identifikation des Kunden benötigt. „Beim gesamten Abrechnungsvorgang ist jedoch der Provider beziehungsweise die Mobilfunkrechnung völlig außen vor.“ Andere Systeme würden tatsächlich über die Handyrechnung abrechnen, aber alternativ nach einer Registrierung auch die Abrechnung über einen Finanzdienstleister ermöglichen. Eine Drittanbietersperre ist also von Vertrag zu Vertrag und von Nutzer zu Nutzer ein durchaus wirksames Instrument, um sich vor unrechtmäßig eingezogenem Geld zu schützen. Warten und Zögern kann sich vor allem mit Blick auf den eigenen Geldbeutel negativ auswirken.

Hilfe: Nützliche Links, Hotline Nummern und Kontaktadressen

My Doo Abo kündigen:

Cellfish GmbH
Website: mydoo-international.com/de
Standort: Heinrichstraße 24, 40239 Düsseldorf
E-Mail-Adresse: info@mydoo-international.com
Hotline: 0211-210 908 08

Mocopay Abo kündigen:

Mocopay GmbH
Website: mocopay.de
Standort: Kaiserswerther Str. 115, 40880 Ratingen
E-Mail-Adresse: info@mocopay.de
Hotline: 0800-5060599 (kostenfrei)

CloudCover Mobile Abo kündigen:

Cloudcover SRL
Website: cloudcovermobile.com
E-Mail-Adresse: Supportrt@cloudcovermobile.com
Hotline: 0800-100 3805 (kostenfrei)

BA Bound Abo kündigen:

BA Bound LLC
Website: babound.com
Standort: 9665 Wilshire Boulevard, Beverly Hills, California 90212

Dimoco Abo kündigen:

Dimoco Germany GmbH
Website: dimoco.eu/contact/for-consumers
Standort: Fritz-Vomfelde-Straße 12, 40547 Düsseldorf
E-Mail-Adresse: MPSC: info@mobile-info.cc
Hotline MPSC: 0800-0000 557 (kostenfrei)

Vascom Abo kündigen:

Vascom (Schweiz) AG
Website: vascom.ch
Standort: Schluechtstraße 7, 6330 Cham, Schweiz
E-Mail-Adresse: customer@vascom.ch
Hotline: 044-5816730

Pink Mobile Abo kündigen:

Pink Mobile BV
E-Mail-Adresse: info@mobileinfo.biz
Hotline: 0800-0000557

Ojom Abo kündigen:

freenet digital GmbH
Website: ojom.com
Standort: Karl-Liebknecht-Str. 32, 10178 Berlin
E-Mail-Adresse: kundenservice@ojom.com
Hotline: 030 32500114

Jamba Abo kündigen:

freenet digital GmbH
Website: jamba.de
Standort: Karl-Liebknecht-Str. 32, 10178 Berlin
E-Mail-Adresse: info@jamba.de
Hotline: 030 32500110

Bill-Info Abo kündigen:

Docomo Digital Germany GmbH
Website: bill-info.com
Standort: Fritz-Vomfelde-Str. 26-30, 40547 Düsseldorf
E-Mail-Adresse: service@bill-info.com
Hotline: 0211 962 99 222

Zed Abo kündigen:

Zed Germany GmbH
Standort: Fasanenstr. 12, 10623 Berlin
E-Mail-Adresse: info@zed.de
Hotline: 0800 2001015

Ausführlich hat sich auch Rechtsanwalt Thomas Hollweck aus Berlin mit dem Thema Abofallen auseinandergesetzt. Er befasst sich in seiner Kanzlei mit dem Schwerpunkt Verbraucherrecht. Auf seiner Homepage sind nicht nur Tipps zum Umgang mit Abofallen im Internet und Tipps zur richtigen Kündigung einer Abofalle zu finden, sondern es gibt auch eine Liste an Firmen samt Hotline, die in der jüngsten Vergangenheit durch eine vermeintliche Vertragsfalle oder eine mögliche Abofalle in Erscheinung getreten sind. Dort finden sich unter anderem folgende Namen: Content 4U GmbH, Dailyflirts.de (webstate GmbH), Media Work GmbH, NetDebit GmbH oder Webbilling aus den Niederlanden oder Interdate S.A. aus Luxemburg. Weitere Firmen, die vermutlich unberechtigte Rechnungen verschicken, sind unter anderem die Habibi Media GmbH, die ODV Online Contet Ltd., die Frontline Digital GmbH, die Net Mobile AG, die Mobile Payments Service Center AG (mobile-info.cc) und Eurowin Deutschland.

Zusammenfassung: Ungewolltes Abo kündigen oder verhindern

Wenn man auf seiner Mobilfunk-Rechnung ein Abonnement entdeckt, welches man nicht abgeschlossen hat, muss man schnell handeln. Besonders bei Drittanbietern wie beispielsweise Mocopay, Dimoco, Pink Mobile, My Doo, Ojom und Jamba sollte man aufpassen und gegebenenfalls eingreifen.

So sollten sich betroffene verhalten:

  • Schriftliche Kündigung an den Drittanbieter schicken (Adressen sind oben aufgeführt).
  • Schriftlichen Widerspruch gegen den Posten (auf der Handyrechnung) beim Mobilfunkanbieter einlegen.
  • Den bereits abgebuchten Betrag beim Mobilfunkanbieter/Drittanbieter zurückverlangen.
  • Auch möglich: Abbuchung bei der Bank rückgängig machen und nur den unbeanstandeten Teilbetrag überweisen. Hierbei muss der Anbieter ebenfalls auf jeden Fall informiert werden. Es können jedoch Probleme mit dem Provider entstehen.
  • Drittanbieter sperren: Nutzer können eine Drittanbietersperre einrichten. Abhängig vom Nutzungsverhalten kann dies jedoch zu gewissen Einschränkungen führen.

 

Deine Technik. Deine Meinung.

13 KOMMENTARE

  1. Auch ich wurde auf der Urlaubsreise in den Süden parallel mit der Roamingeinwahl bei Grenzübertritt, wo man ja ständig SMS der regionalen Telefonnetzbetreiber erhält, mit einer „Abofallen SMS“ von VASCOM in Höhe von 4.99 € wöchentlich, beglückt. Da, wie gesagt, ständig SMS bei Roamingverbindungen eintreffen, habe ich auch nicht bemerkt, dass man mir ein „SpieleAbo“ untergejubelt hat.(Das scheint der Trick zu sein, bei Roamingeinwahl infolge Grenzübertritt, werden solche SMS versteckt, da die Chance dies zu bemerken,-wie auch in meinem Fall,für die versender gering scheint.
    – Munter wurden 4 Wochen lang je 4,99 € berechnet für angebliche Spieleabos. Erst mit der Rechnung von KLARMOBIL entdeckte ich die Drittanbieterkosten. Ich habe sofort gekündigt, was telefonisch und per Email, auch gleich möglich war. Den unberechtigten Betrag von 19,96 € habe ich per Lastschriftrückforderung zurückgeholt. Seither werde ich aber von KLARMOBIL mit Mahnungen und Androhungen von Kündigung und hohen Kosten infolge eines beabsichtigten Inkassoverfahren quasi bombardiert. Sämtlicher Schriftverkehr mit KLARMOBIL bleibt von deren Seiten oberflächlich, mit den bekannten Behauptungen, man hätte mit diesem Drittanbieter nichts zu tun und müsse nur deren Geld einziehen!? Ich solle mich an die Firma VASCOM wenden. -Habe ich auch gemacht, jedoch nicht mal eine Antwort erhalten! – Ich werde jedenfalls nicht bezahlen, nötigenfalls muß ich meine Rechtschutzversicherung bemühen und das Ganze dem Anwalt übergeben.
    Traurig so was!!

  2. Ich möchte eine weitere Methode melden, die solche unseriöse Firmen nutzen, um Abos zu starten.
    Ich habe lange für eine solche Firma gearbeitet und dann auf ethischen Gründen gekündigt. Ich kann sagen, dass früher alle Abos wirklich durch Oberflächlichkeit von Kunden gestartet wurden, die auf dubiose Werbungen klickten oder aktiv SMS-Bestellungen betätigten. Obwohl sie stritten nichts getan zu haben, hatte die Firma immer Beweise durch SMS-Bestätigungen, oder Internet-Protokolle.
    In den letzten Zeiten hat man aber angefangen miese Tricks zu nutzen. Es war schon Gewohnheit, dass diese Abos über Werbungsfirmen beworben werden: Sie zeigen z.B. verlockenden Werbungen von Abos in Internet, Zeitungen, Teletext, und die Kunde aktivierten sie aktiv. Aber jetzt es geht einen Schritt weiter (und zu weit): Einige Werbungsfirmen bewerben der Handynutzern Apps, die unschuldig scheinen, aber die SELBST Abo abschließen, ohne keine Interaktion von Kunden. Unsere Support wurde einmal von einem Kunden kontaktiert, der behauptete (wie immer und wie allen), gar nichts getan zu haben, nur eine App aus einem zuverlässigen App Store herunterladen zu haben und plötzlich ein Premium-SMS von uns bekommen zu haben. Es klang unglaublich und komisch aus und wir wollten es testen: Wir haben die App herunterladen und tatsächlich wurde nach wenigen Sekunden ein Abo nicht nur durch unserer Firma gestartet, sondern von vielen anderen Anbietern. Bis zur schnellen Deinstallation des Apps waren schon 20 Euro weg. Selbstverständlich werden solche Apps durch App-Stores-Betreiber schnell identifiziert und gesperrt, aber immer neue werden hochgeladen.

  3. Ein Drittanbieter namens Buzz1Media Limited für angebl. Videostreaming ist hinzugekommen. Er schickt eine SMS und ohne Bestätigung ist man mit 4,99€/Woche dabei. Auf der ersten Handyrechnung sind wie z.B. bei mir dann 24,95€ drauf und 4,99€ in der folgenden Rechng. aufgelaufen. Über den Premium-Service (Mobigo) lässt sich eine Kündigung und Rückforderung unter 08000000557 unter Angabe einer Mailadresse veranlassen. Ob das genügt hat, werde ich sehen.

  4. Ich hoffe das ließt einer und kann mir weiterhelfen. Schonmal danke im vorraus. Habe heute eine SMS bekommen von einem Abo in Höhe von 4,99€ dabei nicht klar ob wöchentlich oder monatlich. Das ganze von einer Firma Firstdemand D.O.O aus Kroatien. Ich habe ebenfalls nie ein Abo zugestimmt und wundere mich woher das kommt. Habe bei meinem Anbieter mobilcom-debitel angerufen und Drittanbieter sperren lassen. Nun meine Frage: Reicht das aus oder muss ich weitere Schritte einleiten. Muss ich die Firma kontaktieren und extra Kündigen bzw wiederrufen? Dann muss ich aber dennen bestimmt meine Daten Preisgeben, wo ich Angst habe das so weitere Abos folgen. Was soll ich tun? Bitte um Hilfe.

    • Servus Ewald,
      die Drittanbietersperre dürfte nur für folgende Aufträge gelten und sich nicht auf das bereits abgeschlossene Abo auswirken. Sie sollten in jedem Fall das Abo kündigen, auch wenn sie es nicht abgeschlossen haben. Ansonsten könnte das Unternehmen weiterhin Geld abbuchen.

    • Bei mir hat ein Anruf beim Mobilfunkanbieter ausgereicht. Es wurden alle drei Abbuchungen à 4,99 Euro wieder zurückgebucht. Eine Kündigung beim Drittanbieter sehe ich – wegen des Firmensitzes im Ausland – als eher problematisch.

  5. Ich habe leider auch so ein Problem. 4,99€ wurden auf der Rechnung für Februar abgezogen. Eine Firma namens Comunialia Marketing aus Spanien. Ich hab bei klarmobil angerufen und wollte wissen was das ist. Leider war nur eine Ausländer in am Telefon die sehr schlecht deutsch sprechen konnte. Sie sagte, das klarmobil nichts machen könnte. Hat mir ein Formular für die Kündigung per Mail geschickt, welches ich dann an die Firma per Mail geschickt habe. Klarmobil hat mir dann eine Drittanbietersperre eingerichtet, welche kostenlos ist.
    Nach einiger Zeit hat sich die Firma gemeldet. Es wäre alles richtig, es würde auf ein Banner geklickt, dann auf WEITER und dann auf KAUFEN. Nur leider weiß ich trotzdem nicht was es sein soll. Ich hätte, wenn es so wäre, ja eine Bestätigung geben müssen. Ich weiß nicht ob es einmalig oder regelmäßig abgezogen wird. Hab dann heute nochmal hingeschrieben und um genaue Aufklärung gebeten. Wenn die Kündigung nicht akzeptiert wird, schalte ich einen Anwalt ein. Mal sehen was jetzt noch kommt.

  6. Achtung:
    Brandii Media mit angeblichen FunniestVideos2 bucht auch ab ohne das ich je was gemacht habe. ich weis noch nichtmal wie die das geschafft haben: Laut Email aussage soll ich angeblich bewusst auf den link geklickt haben da stand der preis und disclaimer und ich habe auf ja geklickt was überhaupt nicht stimmt. Das solche Abzocker Firmen überhaupt bestehen bleiben können und niemand was machen kann dagegen ist eine frechheit….
    Ich hasse solche Menschen mögen Sie vom Blitz getroffen werden

  7. Ich hatte eine Abbuchung von Shellfisch watch it. Die Kündigung wurde schnell bearbeitet, die behaupteten Fakten stimmen jedoch mit den mir vorliegenden Beweismitteln nicht überein. Eine Sammelklage wg. gewerbsmäßigen Betruges erschiene aussichtsreich. Warum wird gegen diese Art der Kriminalität nicht von Rechts wegen vorgegangen?

  8. „…Vodafone beziehungsweise deren Tochter Otelo sind der Meinung, dass man seinen Kunden mit einer automatischen Drittanbietersperre den Zugang zu „sinnvollen“ Diensten, die zum Teil auch in Form eines Abos abgerechnet werden, nimmt.“

    Und wieder habt ihr ganz schlecht recherchiert. Otelo hat von vornherein eine Drittanbietersperre bei allen Laufzeitverträgen eingerichtet.

    • Hallo Dieter,

      danke für deinen Kommentar. Und du hast Recht, Otelo bietet die Drittanbieter-Sperre mittlerweile von sich aus an. Das war aber auch mal anders.

      Der Artikel ist nicht neu. Dementsprechend kann es schon vorkommen, dass Anbieter ihre Haltung gegenüber der Drittanbieter-Sperre ändern. Wir können das aber nicht jeden Tag überprüfen und sind deshalb froh über Hinweise aus der Leserschaft.

      Viele Grüße aus der Redaktion

  9. Gleiches Problem wie H.-J. K. weiter oben.
    Watch It! Cellfish: nach Rechnungserhalt inkl. Abrechnung Drittanbieterkosten gestern sofort gekündigt. Als Antwort bekommen „Sie haben am 12.6. um 16:33 Uhr ‚Kostenpflichtig bestellen‘ angeklickt“, totaler Humbug. Habe lediglich ein Werbebanner weggeklickt, behauptet wird aber, ich hätte zweimal auf einer Bestellseite auf ‚Weiter‘ geklickt und final auf ‚Bestellen‘. Die zwei Bestätigungs-SMS kamen bei mir auch nicht an, sonst hätte ich das schon eher bemerkt! Ich hatte nur eine SMS im Postfach, dass ich die App Watch It runterladen soll, was ich als Werbe-SMS interpretiert und dementsprechend ignoriert habe.
    Abzocke pur!!!

  10. Ich bin ebenfalls auf warch-it reingefallen. Habe auf meinem Smart Phone lediglich mal eroieren wollen, was denn bei keinem normalen TV-Empfang moglich ist, und bin voll und unbewusst in die Kostenfalle gelaufen. Vermutlich habe ich eine unbekannte Taste aus Versehen gedrückt, aber das scheint deren Ziel zu sein. Mir war der Abrechnungsmodus schon bekannt, aber nicht, dass ich ohne expliziete Anmeldung dafür zahlen müsste, und so habe ich 14 Euro für keine geleisteten Dienste bezahlt. Meines Erachtens ist das Betrügerei und sollte vor einem Anwalt landen.
    Mein Fazit: HALTET EUCH FERN VON watch-it.
    Alles Gute und mit freundlichen Grüssen an die watch-it gepeinigten
    Peter Ortel

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen