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9-Euro-Ticket ausreizen: Die längsten Regionalexpress-Strecken in Deutschland

3 Minuten
Der Regionalverkehr in Deutschland bekommt in diesem Sommer wohl so etwas wie eine Renaissance. Denn mit dem ab Juni gültigen 9-Euro-Ticket für den Nahverkehr sollst du alle RE- und RB-Linien Deutschlands befahren können. Und die Strecken sind teils länger als man denkt.
Ein Zug der ODEG - Ostdeutsche Eisenbahn
Ein Zug der ODEG - Ostdeutsche EisenbahnBildquelle: jonasreichard / pixabay

Schon mit dem Schönes-Wochenende-Ticket in den 1990er Jahren war der Regionalverkehr extrem beliebt. Für gerade einmal 15 D-Mark konntest du mit bis zu fünf Leuten quer durch Deutschland fahren. Doch das Ticket war zu erfolgreich, die Züge zu voll – die Bahn schaffte das Ticket ab. Jetzt kommt eine ähnliche Bahn-Flatrate für den Sommer zurück. Mit dem 9-für-90-Ticket kannst du 90 Tage lang für je 9 Euro pro Monat den kompletten Nahverkehr in Deutschland nutzen.

Dabei ist der Regionalverkehr in Deutschland längst mehr als nur die reine Verbindung zwischen zwei Nachbarstädten. Denn manche Bahnlinie ist länger, als man zunächst glauben mag. Einige der längsten Regionalexpress-Linien haben wir für dich zusammengestellt.

Nur wenige lange Regio-Linien verlaufen in Ost-West-Richtung

Auffällig: Nur wenige der längsten RE-Linien in Deutschland verlaufen maßgeblich in Ost-West-Richtung. Dabei handelt es sich um den RE11 in Nordrhein-Westfalen und Hessen sowie den RE 4, der hauptsächlich in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs ist. Mit ihm kannst du von Lübeck in Schleswig-Holstein bis nach Stettin in Polen fahren. Über Bad Kleinen, Güstrow, Mölln und Neubrandenburg beträgt die Fahrtdauer für die knapp 300 Kilometer Strecke stolze 4:54 Stunden. Der RE11 wiederum fährt von Düsseldorf über Duisburg, Essen und Paderborn bis nach Kassel. Er benötigt dafür 3:20 Stunden. Die Linie ist Bestandteil des künftigen RRX2, dem Rhein-Ruhr-Express. Sie soll bis 2030 bis Aachen durchgebunden werden und wäre dann noch einmal deutlich länger.

Ebenfalls in Ost-West-Richtung verbindet der RE1 Göttingen in Niedersachsen mit Glauchau in Sachsen. Während der 3:41 Stunden langen Fahrt verbindet der Regionalzug auch Gotha, Weimar, Gera und Schmölln miteinander. Auch diese Linie ist grob 300 Kilometer lang. Das trifft auch auf zwei weitere Linien zu: Der RE 42 verbindet Sachsen mit Bayern – oder Leipzig mit Nürnberg. Er fährt auf der alten ICE-Trasse zwischen Berlin und München und verbindet mit stolzen 35 Halten auch Jena, Saalfeld, Lichtenfels, Bamberg und Fürth miteinander. Ebenfalls im Süden Deutschlands findet sich ein Regionalexpress der Alex-Länderbahn. Mit nur 8 Halten fährt sie in 3:39 Stunden von München nach Hof – oder umgekehrt.

Eine nette Rundfahrt durch Rheinland-Pfalz und das Saarland kannst du mit einer Regional-Expresslinie zwischen Mannheim und Koblenz machen. Mit 330 Kilometern absoluter Fahrstrecke verbindet sie die beiden Städte miteinander, macht aber einen Umweg über Saarbrücken und Trier und fährt die Mosel entlang über Cochem.

Die drei längsten Regio-Linien führen durch Brandenburg und Berlin

Die drei längsten Regio-Linien Deutschlands finden sich übrigens allesamt im Osten Deutschlands und auch durch Berlin. Und alle drei führen zum Meer. Der RE 3 führt von Stralsund über Berlin nach Lutherstadt Wittenberg oder Falkenberg Elster. Letztere Verbindung ist etwa 360 Kilometer lang und dauert fast fünf Stunden. Der RE2 verbindet die Hansestadt Wismar mit Cottbus im Südosten Brandenburgs. Die Fahrt dauert 4:36 Stunden und ist 367 Kilometer lang. Auf dem Weg liegen Bad Kleinen, Schwerin, Wittenberge und der Spreewald.

Die längste Linie eines Regional-Express in Deutschland aber ist der RE5. Er verbindet Elsterwerda im Süden Brandenburgs und fährt abwechselnd nach Stralsund oder Rostock. Der Weg nach Rostock ist dabei mit knapp 390 Kilometern die längste Strecke, die du am Stück mit einem Regionalexpress zurücklegen kannst. Erstaunlicherweise dauert die Fahrt dennoch nur 4:44 Stunden.

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14 KOMMENTARE

  1. BOE

    9 für 90??
    Wohl eher 9 für 30!!

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  2. Martin Wegner

    Wenn es sinnvoll ist die Ressourcen für 50 Mil. PKW, die derzeit zum größten Teil nur rumstehen einzusparen, sollte der Regiionalverkehr schnellstens ausgebaut und Fahrtüchtig gemacht werden.

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    • J. A. E. von Nabercord

      Dem kann ich nur zustimmen

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    • GehtDichEinScheißDreckAn

      👍👍👍👍

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  3. Joa Falken

    Niedrigere Preise und unkomplizierter nutzbare Tickets im Fernverkehr würden mehr dazu beitragen, autofahrende Menschen in den Zug zu locken und somit Ölimporte von Putin & Co zu mindern

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  4. Mario

    Wo soll denn dieses ominöse „Elsterwerder“ liegen? Peinlich!

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    • Simone Warnke inside digital Team

      Ob man das schon als peinlich bezeichnen kann, sei dahingestellt – so oder so haben wir diesen Fehler ausgebügelt.
      Danke für den Hinweis, lieber Mario!

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      • Thomy

        Es ist peinlich wenn man nicht in der Lage ist den Namen der Stadt Elsterwerda richtig zu schreiben.

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        • Thorsten Neuhetzki inside digital Team

          Schön, dass du noch nie Tippfehler gemacht hast und auch alle Kommata in deinem Posting richtig gesetzt hast. Ironie aus.

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    • Christian

      Peinlich ist es auf solchen Kleinigkeiten zu reiten.

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  5. Ron

    Nein Christiane, denke nicht, dass ein Name eine Kleinigkeit ist.

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  6. Michaela

    Ich freue mich immer, wenn Menschen keine Probleme haben😱

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  7. Gregor

    Das das attraktiv ist beweist Nachbarland Polen mit der PolregioFlat. Auch auf andere Regionalbahnbetreiber ausweitbar und grenzüberschreitendem Anschluss in Tschechien oder Litauen.

    Für ca. 4,80€ Tagesflat an 3 frei wählbaren Tagen binnen 2 Monaten. Gültig ab Angermünde in Deutschland oder allen Grenzbahnhöfen in DE.

    Und auch eine Wochenendflat (Freitag ab 18:00 bis Montag 12:00) einschl. Brückenfeiertage für nur ca. 8€.

    WiFi, Klima, Steckdosen und 120km/h sind fast immer Standard. Meist Elektrifiziert.

    Es geht also.

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    • Annette Weckenmann

      Super.Danke für den Tipp

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