Zeiss-Chef Kaschke kritisiert Pixelrennen auf dem Handymarkt

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Das Megapixel-Rennen auf dem Smartphone-Markt ist in vollem Gange. Samsung hat mit dem neuen Isocell Bright HMX gerade einen Kamerasensor vorgestellt, der mit über 100.000.000 Pixeln auflöst. Der Chef des traditionsreichen deutschen Optik-Unternehmen Zeiss kritisiert diese Entwicklung und findet „40 Megapixel sind mehr als genug“.

Mit 40 Megapixel löste das Lumia 1020 auf. Die Kamera des Nokia-Smartphones war das vorläufige Ende des Pixelrennens im Handybereich. Danach haben sich Hersteller von Apple über Samsung bis hin zu Sony mit neuen Pixelrekorden zurückgehalten. Größere Pixel statt mehr Auflösung war das Motto.

Jetzt startete das Rennen erneut. Mit Sonys IMX586 und dem Samsung Isocell Bright GW1 hat man die 41 Megapixel des Nokia Lumia 1020 schon lange hinter sich gelassen.

Michael Kaschke, Chef des deutschen Optikunternehmens Carl Zeiss, äußerte sich bei der Eröffnung eines Kameramuseums in Indien zu den neuen Entwicklungen am Smartphone-Kamera-Markt. Dabei stellte er klar, dass 40 Megapixel aus seiner Sicht mehr als genug und mehr Pixel nicht unbedingt besser seien.

Die Erklärung folgt auf dem Fuße. Die Pixel werden kleiner, wenn man mehr und mehr in einem Sensor unterbringt. Solange der nicht mitwächst, wird es durch die geringere Pixelgröße zu Problemen kommen. Diese konkretisiert Kaschke wie folgt: „Es gibt eine Grenze bei der Rechenleistung, beim Rauschen und beim Verhältnis Signal und Rauschen.“

Gerade mit dem ersten Problem hat Zeiss in gewisser Weise leidvolle Erfahrungen gemacht. Als Partner von HMD Global hat Zeiss die Kamera des Nokia 9 Pureview mitentwickelt. Sie macht jedoch Probleme und blieb von Anfang an hinter den Erwartungen zurück. Insgesamt fünf Sensoren sollten es richten.

Raschke verteidigt die eigene Leistung bei der Entwicklung der Kamera: „Die optische Qualität des Handys ist wohl eine der besten am Markt.“ Die Probleme liegen dem Zeiss-Chef zufolge woanders: „Die Objektive, das Smartphone und die Software müssen perfekt zusammenarbeiten. Computergestützte Bilderstellung ist jedoch noch in einem frühen Stadium.“

Damit ist auch seine Prognose geklärt. Kaschke ist der Meinung, dass „computational imaging“ die Zukunft am Handymarkt ist. Die Branche darf sich also auf noch mehr Kameras und noch mehr Software in Smartphones freuen.

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