Wright 1: So sieht das erste E-Flugzeug von Easyjet aus

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Ein Elektro-Flieger so groß wie ein Airbus A320. Easyjet und das kalifornische Start-Up Wright Electric planen genau das. Es wäre eine technische Revolution. Denn bisher fliegen E-Flugzeuge nur, wenn Personen an Bord sind, die man an einer Hand abzählen kann. Die beiden Partner planen hingegen bis zu 186 Passagiere emissionsfrei zu befördern.
Wright 1 von Wright Electric
Bildquelle: Easyjet

Der britische Billigflieger Easyjet schwingt sich in diesen Wochen auf, zu einem Pionier in Sachen E-Mobilität im Luftverkehr zu werden. Erst kürzlich präsentierte das Unternehmen Pläne, wonach ab dem Jahr 2030 ein Plug-in-Hybrid-Flugzeug auf der Strecke zwischen Amsterdam und London fliegen soll. Jetzt geht man aber noch einen Schritt weiter. Ein Elektro-Flugzeug, das konventionellen Maschinen in nichts nachsteht, soll in ferner Zukunft abheben. 

E-Flugzeug von Easyjet: Der Weg ist noch lang

Ziel von Easyjet ist es, in rund 20 Jahren – wir sprechen also vom Jahr 2040 – Flugzeuge in der eigenen Flotte zu haben, die statt mit Kerosin mit Strom fliegen. Ob man diesen Zeitplan halten oder vielleicht sogar eher einen Elektroflieger abheben lassen kann? Derzeit völlig offen. Denn so oder so sind die Pläne von Easyjet und Wright Electric ambitioniert. Gleichwohl sind sie keinesfalls unrealistisch, denn der technische Fortschritt ist nicht aufzuhalten. 

Beachtlich ist das Vorhaben vor allem vor dem Hintergrund, dass ein völlig neuer Flugzeugantrieb entwickelt werden muss. Doch nicht nur das. Das Flugzeug selbst muss auf diesen neuen Antrieb von Grund auf neu abgestimmt werden. Und nebenbei bemerkt: Stand heute sind die für das Mittelstrecken-Flugzeug notwendigen Akkus schlicht und ergreifend noch nicht verfügbar. Ob die Flugzeugakku-Technologie in Zukunft auf dem selten verfügbaren Lithium basiert, ist auch noch nicht final geklärt. Auch eine Brennstoffzellen-Technologie wäre für den Antrieb vorstellbar. 

Bodentests sollen 2021 starten

Nun präsentierte Pläne sehen vor, dass das Konzeptflugzeug Wright 1 mit einem 1,5 Megawatt-Elektroantrieb ausgestattet ist und über einen 3-Kilovolt-Wechselrichter verfügt. Insgesamt zwölf E-Motoren sollen in den Tragflächen integriert sein. Auffällig auch: Auf ein flugzeugtypisches Leitwerk wird in aktuellen Plänen komplett verzichtet. Wright Electric plant in Zusammenarbeit bei BAE Systems ab 2021 Bodentests seines neuen Antriebs durchzuführen. Erste Flugtests sind ab 2023 vorgesehen.

Easyjet-Chef Johan Lundgren zeigt sich zuversichtlich, dass die E-Mobilität auch in der Luftfahrt nicht aufzuhalten ist. „Die Batterietechnologie schreitet mithilfe zahlreicher US-Behörden, die die Erforschung der elektrischen Luftfahrt finanzieren, voran.“ Und Jeffrey Engler, Chef von Wright Electric, sagt: „Unsere Mission ist es, die kommerzielle Luftfahrt umweltfreundlicher zu gestalten. Unser Megawatt-Triebwerksprogramm ist der nächste Schritt, um unsere Mission Wirklichkeit werden zu lassen.“ 

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