Kein WhatsApp mehr bei Huawei? Das steckt dahinter

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Nächstes Kapitel im Huawei-Streit: Facebook macht ernst und sperrt seine Apps - darunter WhatsApp und Instagram - für Huawei-Smartphones. Ein starker Satz - jedoch mit weniger Substanz als der Schein vermuten lässt.
Huawei-schriftzug auf einem P30 lite

Erst die (vermeintliche) Wende, dann der nächste Rückschlag. So schien es zumindest am Freitag. Zunächst machte sich Google gewissermaßen stark für Huawei, bat die US-Regierung darum, den Bann zu lockern – verklausuliert in einem Sicherheitsrisiko des alternativen Huawei-Betriebssystems ArkOS.

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Am Freitagabend meldeten zahlreiche Medien dann, dass es an anderer Stelle wieder klemmt. Schon in den ersten Tagen der Huawei-Krise hieß es, dass Facebook-Apps, wie WhatsApp, Instagram und Facebook selbst künftig nicht mehr auf Huawei-Smartphones funktionieren.

Kein WhatsApp mehr auf Huawei-Smartphones?

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass der Facebook-Konzern Huawei verboten hat, die eigenen Apps – darunter WhatsApp, Instagram und Facebook – vorzuinstallieren. Angesichts des kleinen „vor-“ viel Lärm um wenig. Denn in dem Statement von Facebook heißt es auch klar, dass die Apps auf Huawei-Smartphones funktionieren. Sprich: Selbst wenn WhatsApp und Facebook auf einem Huawei-Smartphone der nächsten Generation nicht vorinstalliert sind, können die Apps einfach über den üblichen Weg installiert und genutzt werden.

Das sagt Huawei

Die Angst, dass WhatsApp schon in Kürze auf keinem Huawei- Smartphone mehr funktioniert, ist also unbegründet. Aus diesem Anlass fühle sich auch Huawei zur Aufklärung genötigt. Via Twitter weist Huawei eindringlich darauf hin, dass die Apps auf allen verkauften und im Lager befindlichen Geräten funktionieren. Kein Wort allerdings zu künftigen Smartphone-Generationen.

Huaweis Kampf an vielen Fronten geht also weiter. Auch im Hinblick auf Bauteile, Zertifizierungen und Markenrechten kommt der „Huawei-Bann“ der US-Regierung dem chinesischen Hersteller ungelegen. Stichworte: SD-Karten, WiFi-Zertifikate und ARM-Chips.

Vorinstallierte Apps – Facebook ist nicht alleine

Vorinstallierte Apps sind für die vertreibenden Unternehmen perfekte Werbeplätze. Der Smartphone-Kunden findet direkt eine App vor, die kurzfristige Probleme löst – und die ansonsten ordentlich mit Konkurrenz zu kämpfen hätte. Vormachtstellungen werden somit gefestigt. Neben Facebook und WhatsApp sind auch Apps wie Twitter, Amazon-Shopping oder Booking.com häufig schon auf dem Handy vorinstalliert. Gerade Huawei muss sich diese Kritik oft gefallen lassen.

Die einen sprechen dabei von Service, andere wiederum von sogenannter Bloatware. Der Hersteller – also auch Huawei – nehme dem Kunden damit ein Stück Selbstbestimmung weg. Oft lassen sich die vorinstallierten Apps auch nicht ohne weiteres vom Smartphone entfernen.

Twitter und Booking.com – ebenfalls amerikanische Unternehmen – äußerten sich auf Nachfrage bisher nicht zu eigenen Konsequenzen im Zuge der Huawei-Debatte.

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10 KOMMENTARE

  1. Ich fände es super, wenn das ganze Ausspähsystem nicht mehr auf allen Smartphones vorinstalliert wäre. Dann könnte man sich als Nutzer frei entscheiden.

    • Guten Tag,
      wie wahr.
      Aber das wäre dann eine „Arbeit“, die man mit Hirn und Hand zu leisten hätte.
      MfG

  2. Zitat:
    „… Der Hersteller – also auch Huawei – nehme dem Kunden damit ein Stück Selbstbestimmung weg. Oft lassen sich die vorinstallierten Apps auch nicht ohne weiteres vom Smartphone entfernen. …“
    Das stimmt. – Wird es jedoch auch von den Anwendern so empfunden?
    Kaum.
    Denn Vorgekautes, Bequemes, das eigene Denken und Handeln überflüssig Machende wird gern genutzt.

    Man könnte eigene separate Diskussion anzetteln, was sich die WWW-Nutzer mit Facebook, Twitter, Whatsapp, Instagram oder YouTube selber „antun“. Man könnte einen „Teufelskreis“ unterstellen, in den sie mit der Nutzung solcher Apps geraten sein mögen. Vor allem könnte man fragen, ob diese Apps nicht zu einem sehr großen Teil für gesellschaftliche Veränderungen gesorgt haben, die sich eher wie „Verwerfungen“ anfühlen und der individuellen Psyche nicht guttun könnten.

    Aber findet man entsprechende Fragestellungen und Diskussionen?
    Wenn, dann nur marginal, unbedeutend, vielleicht bei hirnakrobatischen Wissenschaftlern.

    Überhaupt nicht beleuchtet wird, was nur ganz am Rande und dennoch nicht unwichtig auf Googles Seite ganz allmählich erkennbar wird: Googles Angstzustände.

    Einerseits will Google es sich nicht mit der US-Regierung verderben, stösst aber dadurch bereits bei nicht US-Nutzern auf wenig Verständnis.
    Andererseits hat Google Angst davor, dass HUAWEI ein eigenes (zunächst voll kompatibles und plattformübergreifendes) OS in den Markt drücken und damit zunächst den asiatischen Raum aufrollen könnte.
    Drittens aber – und da liegt die Gefahr – könnte HUAWEI sein OS der Welt „schenken“ und eine überragende Software-Pflege einbeziehen. Einen konkurrierenden „Gegner“ könnte HUAWEI nicht in Google sehen, sondern in Apple. Dessen komfortablem iOS etwas Ebenbürtiges und noch Komfortableres gegenüber zu stellen und damit auch Android schmerzhaft zu treffen, ist HUAWEI durchaus kompetent und handlungsfähig genug. (Was im „OFF“ anvertraut wird, muss man ja nicht ausplaudern, zumal versierte Experten es sich denken können.)

    Sehr global denkende Beobachter unterstellen TRUMPs Regierung, dass sie nach dem Muster der „kreativen Zerstörung“ auf „disruptive Veränderungen“ ziele. Kann sein – oder auch nicht. Es würde ja außer „America first“ eine Plan voraussetzen. Jedenfalls ist entsprechende Wirkung sichtbar. Und da könnte es eine Folge werden, dass sich bei den „Wearables“, bei den Herumschleppbaren neben iOS und Android ein weiteres Betriebssystem etabliert, das eine neue Fan-Gemeinde findet, wenn es überragend funktioniert und vielleicht sogar – letzten Endes – plattform- und systemübergreifend arbeitet.
    Nicht ist unmöglich.
    Und davor mag auch Google Angst haben.
    Deshalb mag man davon ausgehen, dass Google sich zur Zeit eher zähneknirschend dem „Notstand“ beugt, obgleich Google selbst den nicht sieht. – Im Gegenteil: Der Schuss auf den chinesischen Drachen könnte durchaus nach hinten losgehen. HUAWEI ist nicht irgendwer, sondern tatsächlich ein Stück China, dem einfach ohne bislang jeden Beweis unlautere Absichten unterstellt werden. China ist zu besonnen, als dass es gleich zurückschlägt. Nicht auszudenken, welche Folgen das hätte, wenn der Staatsapparat anordnet, dass Produktionen für US-Firmen zunächst eingestellt werden und auch bereits für US-Firmen gefertigte Produkte nicht verschifft werden dürfen. Darüber wurde bereits nachgedacht, aber nicht geredet. Zu heikel. Viel zu heikel…

    Aber: Nichts ist unmöglich, politisch und gegen jede kaufmännische Vernunft.
    – mlskbh –

  3. Herr Schuermann hat es auf den Punkt gebracht.Man stelle sich vor die Apple Produktion wird eingestellt!!!!Sämtliche PC,s werden eingestellt für USA.Aber das allerschlimmste wäre,das China seine Schuldscheine von der USA auf den freien Markt wirft,oder das Geld zurückverlangt.Aber sicher wird sein das Huawei ein eigenes Betriebssystem entwickelt,oder sogar schon in der Schublade griffbereit hat.Und dann werden sich die Machtverhältnisse in diesen Bereich ganz,ganz drastisch ändern.Die alten Leute bei uns haben früher immer gesagt:Hütet euch vor der gelben Gefahr.So Unrecht hatten die nicht,siehe die neue Seidenstrasse in Richtung Duisburg.

    • Jetzt muss ich vorsichtig formulieren, damit es nicht so aussieht, als würde ich „im OFF“-Informationen ausplaudern.
      Also, mal einfach so daher geplappert:
      Wie wäre es wenn HUAWEI ein voll kompatibles, plattformübergreifendes und sogar überragendes, iOS-ebenbürtiges OS parat hätte?

      Man vergesse bitte nicht:
            Zum OS gehört auch ein GUI, und das von HUAWEI hat wirklich was! In einigen Punkten ist HUAWEI sogar besser und komfortabler als Apple.
      Hinzu kommen die wirklich überragenden Leistungen bei Foto und Video.

  4. Ich stehe sowieso mehr zu dem Vernunft, d.h. Russen und Chinesen. Kaufe seit längerem keine Ami Sachen. Trump ist einfach ein Idiot.

  5. Das die Amerikaner die Chinesen der Spionage bezichtiegen ist schon der Brüller schlecht hin. Mein armes Zwerchfell. Ich kauf in Zukunft nur noch Huawei.
    Kein WhatsApp und Facebook. Man sollte Trump auf Knien dafür danken.

  6. ….. finde ich super, habe kein Facebook, und das auf meinem Samsung kann ich nur pausieren aber nicht ganz löschen, und WhatsApp da kommt 2020 ja die Werbung, vielleicht ist ein Huawei doch ne gute Wahl, auch soll der Akku vom 30er länger als der vom s10er halten ….

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