WhatsApp vor dem Aus? Gericht verbietet Instagram, Facebook und Co.

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Das Landgericht München hat WhatsApp, Instagram, Facebook und den Facebook Messenger in Deutschland verboten. Schuld daran ist der ehemalige Handyhersteller Blackberry. Wir sagen dir, was das für dich bedeutet und wie es mit Facebook weitergeht.
Instagram ohne Likes?Bildquelle: Blasius Kawalkowski

Das Münchner Landgericht hat am 6. Dezember geurteilt: WhatsApp, Instagram, Facebook und der Facebook Messenger verstoßen in ihrer derzeitigen Form gegen Patente, die Blackberry hält. Das meldet die Süddeutsche Zeitung (SZ). Doch worum geht es eigentlich? Blackberry wirft Facebook beziehungsweise WhatsApp vor, beim Verschicken des gesamten Chat-Verlaufs per Mail an Dritte eine Technik zu nutzen, auf die Blackberry ein Patent hält. Facebook hingegen ist der Meinung, dass nicht alle Teile dieses Vorgangs zulasten des Social-Media-Riesen gehen, sondern mit dem Apple-Betriebssystem iOS zusammenhängen. Darüber hinaus wurde, so die SZ, über Freundschaftsvorschläge in der Facebook-App und das Umsteigen von einem Chat zum anderen in Messenger-Apps gestritten.

WhatsApp- und Facebook-Verbot: Wie geht es weiter?

Das Landgericht München hat entschieden, dass Facebook seine Apps hierzulande nicht mehr anbieten darf – zumindest in ihrer derzeitigen Form. Im Urteil heißt es, dass Teile der Software gegen Patente verstoßen, die das kanadische Unternehmen Blackberry hält. Facebook hat also die Wahl: Entweder der Zuckerberg-Konzern kommt dem Verbot nach und bietet seine Apps in Deutschland nicht mehr an. Oder aber, und das erscheint deutlich wahrscheinlicher, Facebook verändert seine Apps so, dass sie nicht mehr gegen die Blackberry-Patente verstoßen. Ein Facebook-Sprecher erklärt gegenüber der SZ: „Wir planen, unsere Produkte entsprechend anzupassen, um sie weiterhin in Deutschland anbieten zu können.“

Zudem ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Facebook erwägt Berufung einzulegen. Jedoch: das Urteil ist „vorläufig vollstreckbar“. Sollte Blackberry einen Geldbetrag bei der Justizkasse hinterlegen oder Facebook eine Bürgschaft als Sicherheit übergeben, muss Facebook das Verbot umsetzen, heißt es. Die Sicherheitsleistung, die die Kanadier hinterlegen müssten, beläuft sich auf eine bis 1,6 Millionen Euro. Unklar ist, ob Blackberry diese Summe überhaupt aufbringen kann.

Das bedeutet das WhatsApp- und Instagram-Aus für dich

Facebook wird alles daran setzen, die Apps so zu verändern, dass man sie weiterhin in Deutschland anbieten kann. Wie sich WhatsApp, Instagram und Co. aber verändern werden, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch völlig unklar. Ebenfalls ist fraglich, ob du als Nutzer dieser Apps irgendeine Auswirkung spüren wirst.

Der kanadische Hersteller Blackberry war einst als Research In Motion (RIM) ziemlich erfolgreich und zählte zu den Top 5 der Handy-Hersteller der Welt. Man verschlief aber den Smartphone-Trend und fand sich im Niemandsland wieder. Blackberry musste in den vergangenen Jahren viele Niederlagen einstecken. Letztlich erlaubte man chinesischen Unternehmen, auf beliebige Smartphones einen Blackberry-Aufkleber aufzukleben. Hinzu kommt: Die Kanadier halten bis heute viele Patente, die andere Smartphone-Hersteller nutzen. Statt sich auf die eigene Entwicklung zu konzentrieren, verklagt Blackberry lieber andere Unternehmen weltweit. Was sich die Kanadier dadurch erhoffen? Das andere Unternehmen gerichtlich dazu gezwungen werden, teure Lizenzdeals abzuschließen.

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4 KOMMENTARE

  1. Ich wäre sogar dafür, dann hätte man Mal wieder Ruhe muss sich nicht mit diesen ganzen Sozialen Müll bewerfen lassen,SMS und MMS reichen doch auch, dieses Ständige erreibar sein müssen und ständige geposte, und irgendein Müll hochladen was keinen interessiert.

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