Wolf im Schafspelz: WhatsApp-Update entpuppt sich als Banking-Trojaner

3 Minuten
WhatsApp-Icon auf dem Handy-Display neben vielen anderen Apps
Aktuell macht wieder eine gefährliche WhatsApp-Nachricht die Runde. Im Gegensatz zu den üblichen Kettenbriefen enthält diese jedoch ein Schadprogramm, das im schlimmsten Fall das Bankkonto leerräumen könnte. Wer sich schützen will, muss jedoch lediglich eine gesunde Portion Aufmerksamkeit und Misstrauen an den Tag legen.

Es ist wieder einmal soweit: Wie das Portal Onlinewarnungen.de berichtet, wird auf dem populären Messaging-Dienst WhatsApp derzeit eine neue Phishing-Nachricht verbreitet. Darin fordern Dritte den Nutzer dazu auf, ein Update zu installieren. Angeblicher Grund: Die aktuelle WhatsApp-Version wurde gehackt. Anbei wird ein Link vorgelegt, der zur eigentlichen Virus-Datei führt. Die Nachricht selbst wird zumindest unter anderem von einer russischen Nummer verschickt (+79257191762) und sieht wie folgt aus:

„ACHTUNG! Ihre WhatsApp-Version wurde gehackt!
Installieren Sie das Update SOFORT!
Andernfalls ist WhatsApp nicht für Ihre Daten verantwortlich.
Link zur Aktualisierungsdatei: https://**********
Geben Sie OK ein, um den Link zu aktivieren.“ WhatsApp-Nachricht

Sobald der Nutzer den angegebenen Link betätigt, wird eine APK-Datei mit der Bezeichnung „Security_Update.apk“ heruntergeladen, die unter Android installiert werden kann. Danach fordert die Anwendung einige Rechte ein, wobei die Aufforderung immer wieder im Vordergrund erscheint. Laut Angaben von Onlinewarnungen.de handelt es sich bei der Software um einen Banking-Trojaner (Andr/BankSpy-AH), der nach der Rechte-Freigabe das Onlinebanking auf dem Smartphone unter seine Kontrolle bringen und beispielsweise im Hintergrund eigenständig Überweisungen tätigen kann.

Wie kann man sich schützen?

Es existieren zahlreiche Möglichkeiten sich vor Viren jeglicher Art zu schützen. Ein guter Antivirus könnte die APK-Datei noch vor der Installation als Schädling enttarnen und entschädigen. Eine Portion Misstrauen und gesunden Menschenverstands können allerdings noch mehr zur Sicherheit des Smartphones beitragen. So sollten Nutzer Links aus unbekannten Quellen stets kritisch betrachten und nur falls unbedingt nötig betätigen. Auch die Quelle selbst kann eine große Bedeutung haben. So ist es im aktuellen Fall eher unwahrscheinlich, dass sich der weltweit aktive und zum US-Unternehmen Facebook gehörende Messenger WhatsApp einer russischen Rufnummer bedient, um eine Nachricht in deutscher Sprache zu verbreiten.

WhatsApp-Update: So wird’s gemacht

Es existiert tatsächlich eine Möglichkeit, WhatsApp über eine APK zu aktualisieren. Nutzer können die Datei auf der offiziellen WhatsApp-Website herunterladen und auf dem Smartphone installieren. Die Option ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn die neuste Version des Messengers noch nicht über den Play Store heruntergeladen werden kann. Ansonsten stellt dieser die erste Anlaufstelle dar. Per WhatsApp-Nachricht und Link spielt das Unternehmen Aktualisierungen hingegen nicht aus.

Installierten Trojaner wieder loswerden

Falls sich die Schadsoftware bereits auf dem Handy befindet, gibt es nach dem Abschalten des Internetzugangs nicht mehr viel, was man machen kann. Betroffene könnten lediglich ein früheres Backup wiederherstellen oder den Stecker ziehen und das Handy auf den Werkszustand zurücksetzen. Wer sich für die zweite Option entscheidet, vorher allerdings noch einige Dateien sichern will, sollte zudem aufpassen. Es kann nämlich sein, dass der Nutzer den Virus ebenfalls sichert und nach dem Zurücksetzen erneut auf das Smartphone lädt.

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Artem liebt Technik und deshalb studiert er sie auch in Form seines Technikjournalismus-Studiums an der H-BRS. Wenn er nicht gerade asketisch die News-Maschine gibt, zeigt er seine Talente gerne ohne große Worte und lässt eher Taten in Form von hohen Paintball-Abschussraten für sich sprechen. Warum er bei seinem staubtrockenen Humor eine wasserdichte Galaxy Gear S3 Frontier trägt erschließt sich dem Beobachter nicht, jedoch ist das nicht das einzige Geheimnis, das Artem umgibt.

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