WhatsApp-Nutzer fürchten sich davor, Telegram macht es einfach

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Zwar haben in den vergangenen Monaten viele Nutzer WhatsApp den Rücken gekehrt und bei Telegram, Signal und Co. ein neues Messenger-Zuhause gefunden. Trotzdem ist und bleibt WhatsApp der beliebteste Messenger der Deutschen. Und bald könnten die Wechsler sogar wieder zurückkommen.
WhatsApp-Nutzer fürchten sich davor, Telegram macht es einfach
WhatsApp-Nutzer fürchten sich davor, Telegram macht es einfachBildquelle: Blasius Kawalkowski / inside digital

Nach den Skandalen rund um neue Nutzungsbedingungen und Datenweitergaben an Konzernmutter Facebook, suchten viele Nutzer von Messengern nach Alternativen zu WhatsApp. Insbesondere Signal und Telegram verzeichneten hohe Zuwächse und erlebten nach vielen Jahren der Co-Existenz einen bis heute anhaltenden Frühling. Nun versucht Telegram daraus Profit zu schlagen. Viele, die vor Kurzem erst von WhatsApp zu Telegram gewechselt sind, könnten deshalb bald zurückkehren.

Telegram setzt um, wovor WhatsApp-Nutzer schon lange Angst haben

Seit vielen Jahren gibt es Spekulationen darüber, dass WhatsApp Werbung im Messengern einbinden könnte. Diese Pläne hat Facebook nach wie vor. Wann und wie man sie umsetzen will, ist aber nach wie vor unbekannt. Telegram hingegen macht Nägel mit Köpfen und wird demnächst Werbung in seinem Messenger platzieren. Zwar haben die Betreiber des Messengers das bereits vergangenes Jahr angekündigt. Erst jetzt aber hat man eine Werbe-Plattform vorgestellt. Mit dieser geht man nun auf Kundenfang. Die Zahlen für potenzielle Unternehmen, die auf Telegram werben, klingen vielversprechend. So nutzen weltweit 500 Millionen Nutzer den Messenger. Zum Vergleich: WhatsApp erreicht derzeit mit 2 Milliarden Nutzer viermal so viele Menschen.

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Das sind die Pläne

Telegram will Werbung in großen Kanälen mit mehr als 1.000 Abonnenten schalten. Zudem sollen Werbenachrichten nicht länger als 160 Zeichen sein. Des Weiteren hat der Messenger eine Liste herausgegeben, wofür nicht geworben werden darf. Verboten sind demnach Inhalte, die mit Gewalt, Sex oder politischen Themen zu tun haben. Ob Glücksspiel, medizinische Produkte, Alkohol und Tabak oder Waffen: Telegram verbietet es für solche Produkte zu werben. Selbst McDonalds und Co. dürfen keine Werbung schalten, da Telegram Anzeigen zu Fast Food verbietet. In privaten Chats mit deinen Kontakten oder in Gruppenchats soll es hingegen vorerst keine Werbung geben.

Von WhatsApp zu Telegram wechseln und Chat-Verlauf mitnehmen: So einfach geht’s

Noch befinden sich die Werbeanzeigen in der Testphase. In Zukunft will der Messenger die Einnahmen, die man mit Werbung in den jeweiligen Kanälen verdient, mit den Kanalbetreibern teilen. Fraglich ist, ob es bei dieser moderaten Art von Werbung bleiben wird oder ob das nur der Anfang ist. Telegram entstehen, ebenso wie WhatsApp, enorme Kosten. Sie mit Werbung auszugleichen, ist durchaus verständlich, sind beide Messenger ansonsten kostenlos. Dennoch fürchten sich genau davor viele WhatsApp-Nutzer schon seit Jahren. Es ist aber wohl nur eine Frage der Zeit, bis Facebook Werbung, ebenso wie schon bei Instagram und Facebook selbst, auch in WhatsApp schalten wird.

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3 KOMMENTARE

  1. Cino

    Werbung wird erst in Gruppen über 1000 Mitglieder geschaltet. Solche Gruppen muss man erstmal haben.

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  2. Paul

    Lieber mit bisschen Werbung verdienen, anstatt damit, dass Whatsapp sämtliche Nutzerdaten mit Facebook teilt. Und außerdem ist eine Gruppe mit Tausend Teilnehmern eher ein Forum und soziales Netzwerk, als eine Messenger-Funktion. Löblich, dass Telegram viele ’schädliche‘ Firmen und Branchen ausschließt.

    Signal & Telegram, dann braucht man kein Whatsapp mehr von der Datenkrake Facebook/Meta.

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  3. Esjot

    Bei max. 256 Teilnehmern in WhatsApp Gruppen, werden vermutlich wenige Gruppen von über 1000 Teilnehmern von Telegram zu WhatsApp wechseln. :/

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