WhatsApp greift Apple und Google an - und könnte gewinnen

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Seitdem Facebook WhatsApp gekauft hat, wird der Messenger immer weiter aufgebohrt. Nun wagt der Social-Media-Konzern aus den USA einen weiteren großen Schritt. Und mit der neuen Funktion in WhatsApp greift man Apple und Google an.
WhatsApp Pay
WhatsApp PayBildquelle: WhatsApp

In Zeiten von Corona sind sie beliebt wie nie: die mobilen Bezahlsysteme von Apple und Google. Das Prinzip ist so simpel wie clever: An der Supermarktkasse hältst du dein Smartphone an das Kartenlesegerät und bezahlst deinen Einkauf. Und nicht nur bei Aldi, Lidl und Rewe kann man heutzutage mit Google Pay oder Apple Pay via Handy bezahlen. Auch an Tankstellen, in Bäckereien oder am Kiosk ist das immer häufiger möglich. Nun springt auch Facebook auf diesen Zug auf und startet WhatsApp Pay.

Du wirst in dem Messenger schon bald also nicht mehr nur Nachrichten, Fotos und lustige GIFs verschicken können, sondern auch Geld. Einerseits kann WhatsApp Pay an der Kasse im Geschäft als digitaler Geldbeutel eingesetzt werden. Andererseits bekommst du auch die Möglichkeit, Geld via WhatsApp an Freunde und Verwandte zu senden. Und das alles kostenlos.

WhatsApp ist nur der Anfang

Das neue Geschäftsmodell von Facebook soll aber nicht bei WhatsApp aufhören. „Da Zahlungen per WhatsApp auf Facebook Pay basieren, möchten wir in Zukunft sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen ermöglichen, dieselben Kartendaten in der gesamten App-Familie von Facebook zu verwenden“, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens. Der nächste Schritt ist also, den Bezahldienst auf Facebook und den Facebook Messenger auszuweiten.

Das Großaufgebot zeigt, dass Facebook es auf Apple und Google abgesehen hat. Die Pioniere im Geschäft des mobilen Bezahlens müssen sich warm anziehen. Denn hierzulande etwa nutzen mehr Menschen WhatsApp als eine Zahnbürste. Was einerseits erschreckend ist, zeigt andererseits, wie beliebt der Messenger ist. Warum also nicht auch WhatsApp zum Bezahlen an der Kasse nutzen, wenn man ohnehin schon in der Schlange stehend die App auf dem Handy geöffnet hat?

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Erst Brasilien, dann die ganze Welt

WhatsApp Pay ist bereits in Brasilien gestartet. Dort können Nutzer also ab sofort per Messenger bezahlen. „Und wir freuen uns schon darauf, diese Funktion für alle Menschen verfügbar zu machen“ heißt es seitens der Macher.

Zur Sicherheit beim Bezahlen und Geld verschicken sagt WhatsApp: „Bei der Entwicklung unserer Zahlungsfunktion hatte der Sicherheitsaspekt höchste Priorität. Zur Vermeidung nicht autorisierter Transaktionen ist eine spezielle sechsstellige PIN oder ein Fingerabdruck erforderlich.“

Wer sich abschließend noch fragt, wie Facebook mit WhatsApp Geld verdient: Das Senden von Zahlungen und das Bezahlen von Einkäufen per WhatsApp ist für Privatpersonen zwar kostenlos. Unternehmen müssen aber eine Bearbeitungsgebühr für den Empfang von Kundenzahlungen entrichten.

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3 KOMMENTARE

  1. Solange Apple sein NFC nicht öffnet, wird sich das Whatsapp und Facebook Pay nie und nimmer durchsetzen!
    Ich hoffe Apple bleibt stur und lässt sein NFC geschlossen!

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