Werbung in PlayStation-Spielen: Was genau hat Sony vor?

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Der virtuelle Raum von Konsolen und PC-Spielen ist bisher von Werbung recht unangetastet geblieben. Doch was passiert, wenn Konsolen-Spiele bald wie Mobile Games monetarisiert werden? Sony überlegt, Werbung in seine Spiele zu integrieren.
PlayStation 5 Controller mit FIFA 21
Könnte bald Werbung in PlayStation-Spiele kommen?Bildquelle: Miguel Lagoa/Shutterstock.com

Werbung ist ein geladenes Thema. Es gibt viele verschiedene Meinungen und Ansätze, wenn es um die Integration von Werbung geht. Mittlerweile findet sich Werbung jedoch überall. Ob im Fernsehen, auf YouTube oder in großen Filmproduktionen, Werbung verfolgt uns, wohin wir gehen. Ein Bereich, welcher bislang großteils werbefrei war, sind Videospiele an Konsolen und PC.

Sony und die Werbung

Warum Sony nun überlegt Werbung in PlayStation-Spiele zu integrieren ist wohl jedem klar. Es geht hier natürlich um zusätzliche Einnahmen von sonst kostenlosen Spielen. Daraus lässt sich bereits ableiten, dass in aktuellen Überlegungen der Firma nur kostenlose Spiele von der neuen Werbe-Regelung betroffen sind. Titel, für die Spieler bereits beim Kauf bezahlt haben, sollen auch weiterhin werbefrei bleiben. Damit fällt wohl vielen Gamern ein Stein vom Herzen, denn Werbung kann ein Videospiel schnell zerstören. Vermutlich kennt jeder mindestens ein Mobile Game, in dem die Werbung so invasiv ist, dass sie das Spielerlebnis massiv beeinflusst. Doch wie soll die Werbung in kostenlosen Spielen auf der PlayStation aussehen? 

Insider reden hier von einem Konzept, welches Werbung wie eine Werbetafel ins Videospiel implementieren soll. Dies klingt sehr wage und ist es bisher auch. Wie die Werbung im Spiel letzten Endes aussieht, hängt tatsächlich ganz vom Entwickler hinter den einzelnen Spielen ab. Denn das neue System soll nicht universal sein und die Verwendung wird zwar empfohlen, ist aber nicht verpflichtend. Im Detail bedeutet dies, dass Sony lediglich ein System zur Implementierung von Werbung anbietet. Es ist Entwicklern selbst überlassen, ob und wie sie es nutzen. Die Entwickler hinter free-to-play Games hätten so eine weitere Möglichkeit, Geld an ihren Werken zu verdienen. Bisher bieten sich ihnen oft nur Microtransactions, welche Spieler oft als genauso, oder gar noch schlimmer als Werbung empfinden. 

Das Geld aus der Werbung geht laut Sony direkt an die Entwickler. Jedoch ist noch nicht zu 100 Prozent sicher, ob Sony nicht vielleicht doch einen geringen Anteil für sich behält. Was jedoch definitiv bei Sony bleibt, sind Werbedaten, welche sie dann an Entwickler und Dritte verkaufen können.

Die Zukunft von Free-to-Play

Free-to-Play Games erfreuen sich seit jeher großer Beliebtheit. Aktuelle Beispiele für immens populäre, kostenlose Games sind Genshin Impact und Fortnite. Doch auch große Marken wie Call of Duty bieten immer öfter kostenlose Versionen ihrer Spiele an. Natürlich ist die Entwicklung solcher Games nicht kostenlos und Entwickler möchten, wie jeder andere auch, für ihre Arbeit fair bezahlt werden. Meistens bringen Spiele wie Fortnite und Genshin Impact daher große Summen an Geld durch Microtransactions ein. Microtransactions sind optionale In-Game Käufe, welche mit echtem Geld funktionieren. Meist kann das Spiel auch ohne die besonderen Gegenstände aus Microtransactions gespielt werden, doch bringt alles, was mit echtem Geld gekauft wurden, oft Vorteile mit sich.

Kazuha aus Genshin Impact zieht ein Schwert im Kampf.
Genshin Impact ist kostenlos, aber viele Spieler geben trotzdem viel Geld im Spiel aus.

Ein Beispiel ist Genshin Impact, welches auf den ersten Blick komplett kostenfrei ist. Sogar die exklusive Währung des Spiels kann auch ohne den Einsatz von echtem Geld erarbeitet werden. Dies ist jedoch immens Zeitintensiv. Wer also gerne einen bestimmten Charakter hätte, oder einfach schneller im Spiel vorankommen will, der greift in den eigenen Geldbeutel. Oft handelt es sich bei den Käufen um geringe Summen zwischen fünf und 50 Euro. Mit der Zeit summieren sich diese Ausgaben jedoch und Spieler geben mehr Geld für ein kostenloses Spiel aus, als sie für ein normales Spiel bezahlen würden. Viele empfinden dies allerdings als fair, denn die Microtransactions sind optional. Niemand muss etwas kaufen.

Problematisch wird es dann, wenn ein gekauftes Spiel trotz eines hohen Kaufpreises auch Microtransactions enthält. Besonders, wenn sie Spielern einen Vorteil verschaffen. Viele empfinden dies als unfair und regen sich berechtigterweise darüber auf. Werbung in Free-to-Play Games könnte Entwicklern einen Ausweg aus den Microtransactions erlauben. Ob Spieler Werbung den Microtransactions am Ende vorziehen, ist noch ungewiss. Es ist jedoch klar, dass Werbung und Microtransactions fester Bestandteil der Zukunft von Free-to-Play Games sind.

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1 KOMMENTAR

  1. Karsten Frei

    Ich kann mir sehr gut Werbetafeln, die ins Spiel integriert sind, sehr gut vorstellen.
    Need for Speed, FIFA und viele andere Spiele, haben Werbetafeln wie im echten Leben, und wenn da Werbung angezeigt wird, die aus dem Internet eingespeist wird, warum auch nicht. Es soll keine aggressive Werbung sein.
    Aber am besten, die Hersteller sollen ihre Finger vom Zweitmarkt weg lassen, damit Spiele ungehindert weiterverkauft werden können, dann wird auch die Popularität von Konsolen steigen.

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