Wegen Telekom: Preiserhöhung bei Vodafone DSL für alle

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Zahlreiche rote Schlüsselbänder mit Vodafone-Logo
Bildquelle: Vodafone
Vodafone wird die Preise für seine DSL-Leitungen zum 1. September erhöhen. Das betrifft alle Anschlüsse. Vodafone schiebt den Schwarzen Peter dafür der Telekom zu. Was steckt dahinter und was können Kunden tun?

In diesen Tagen informiert der Mobilfunk- und Festnetzanbieter Vodafone seine Kunden darüber, dass sich die Kosten für deren Anschlüsse ab September erhöhen werden. Dabei geht es ausschließlich um Anschlüsse, die per DSL geschaltet sind. Einen DSL-Anschluss erkennt man daran, dass das Kabel für das DSL-Modem in die Telefon-Dose geht. Befindet sich das Modem an der TV-Kabelbuchse, kommt das Internet von Vodafone über die Kabelleitung. Hier gibt es zumindest aktuell keine Preiserhöhung.

Die Preise für alle DSL-Anschlüsse steigen einheitlich um 1,39 Euro monatlich – egal welchen Tarif der Kunde gebucht hat. Vodafone begründet die Preiserhöhung mit höheren Kosten, die die Deutsche Telekom seit 1. Juli von Vodafone verlangt. Zur Erklärung: Bei DSL-Anschlüssen müssen alle Anbieter ein Teil der alten Telefonleitung der Deutschen Telekom mieten, um die Kunden zu versorgen. Je nachdem, wie weit der DSL-Anbieter die Technik in seinem eigenen Netz ausgebaut hat und ob er DSL oder das schnellere VDSL schaltet, ist diese Telekom-Leitung mal länger und mal kürzer. Pauschal gesagt: Je länger der Telekom-Anteil ist, desto teurer ist die monatliche Miete.

Bereits im April hatte inside handy über die Pläne der Telekom berichtet, die Preise zu erhöhen. Bei klassischen DSL-Anschlüssen greifen die Anbieter auf die klassische Letzte Meile der Telekom zurück. Dabei handelt es sich um die Kupferleitung von der Vermittlungsstelle der Telekom bis zur Wohnung des Kunden. Diese Leitung (Fachbegriff Hvt-TAL) kostet seit 1. Juli 11,19 Euro monatlich netto. Somit muss Vodafone von den monatlichen Grundkosten, die der Kunde zahlt, monatlich 13,32 Euro (inklusive Mehrwertsteuer) an die Telekom zahlen. Das sind 1,39 Euro monatlich mehr als zuvor. Genau um diese 1,39 Euro erhöht Vodafone nun die Preise.

Zuschlag Leitungsmiete – Was bedeutet das?

Dabei erhöht Vodafone aber nicht die eigentliche Grundgebühr, sondern preist diesen Zuschlag auf der Vodafone Rechnung getrennt aus. Unter dem Posten Zuschlag Leitungsmiete will Vodafone deutlich machen, dass man hier nur Kosten weiterreicht.

Was können Kunden gegen die Vodafone-Preiserhöhung machen?

Wer mit der Preiserhöhung nicht einverstanden ist, hat bis zum 31. August ein außerordentliches Kündigungsrecht – auch oft als Sonderkündigung bezeichnet. Wichtig dabei: Wer in diesem Zug zu einem anderen Anbieter wechseln will, sollte keinesfalls direkt bei Vodafone kündigen, sondern die Kündigung dem neuen Anbieter überlassen. Es besteht sonst die Gefahr, längere Zeit ohne DSL-Anschluss zu sein und die Telefonnummern zu verlieren.

Vodafone selbst empfiehlt, dort wo möglich, zum Vodafone Kabelnetz zu wechseln. Hier entsteht der Zuschlag nicht. Da Vodafone hier keine Miete an die Telekom zahlen muss, ist der Gewinn für Vodafone sogar noch deutlich größer. Vor einem Wechsel zum Kabelnetz ist es aber ratsam, sich bei den direkten Nachbarn umzuhören, ob sie das Kabelnetz für den Internetzugang nutzen und ob sie zufrieden sind. In einigen Regionen Deutschlands ist das Netz überlastet. Der günstigste Vodafone-Kabel-Anschluss kostet für zwei Jahre 19,99 Euro monatlich, danach 29,99 Euro. Mit bis zu 50 Mbit/s ist er deutlich schneller als ein DSL-Anschluss mit 16 Mbit/s.

In Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg ist Vodafone noch nicht als Kabelnetzanbieter tätig. Hier ist Unitymedia tätig. Unitymedia wird in den kommenden Monaten nach und nach von Vodafone übernommen.

Übrigens: Auch die Deutsche Telekom hat für einen Teil ihrer Kunden unlängst angekündigt, die Preise zu erhöhen.

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Quellen:

Bildquellen:

  • Vodafone Schlüsselbänder: Vodafone
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Thorsten Neuhetzki
Thorsten liebt Technik und ist seit 2018 als Redakteur an Bord. Als "alter Hase" in der Branche schreibt Thorsten am liebsten über alles, was mit Breitband, Netzen und Tarifen zu tun hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Super Vectoring, DOCSIS 3.1 oder 5G geht - schnelles Internet ist für Thorsten und seine Berichterstattung das A und O. Abseits des Newsdesks ist Thorsten mit großer Begeisterung auf seinem Tourenrad unterwegs. Vor allem Schweden hat es dem in Berlin wohnhaften Ostwestfalen angetan.

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