Netflix schränkt die Streaming-Qualität ein

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Wenn Deutschland zu Hause sitzt, steigt der Internettraffic. Experten sagen, etwa 60 Prozent des Internet-Traffics geht auf Video-Streaming zurück. Um diesen in Krisenzeiten zu reduzierten, senkt Netflix in ganz Europa seine Streaming-Qualität.
Bildquelle: David Gillengerten / inside digital

Grundsätzlich gilt in Deutschland wie im Rest Europas die Netzneutralität. Das heißt, dass kein Dienst benachteiligt oder übervorteilt werde darf, nur weil er beispielsweise mehr zahlt oder einen Vertrag mit einem Anbieter geschlossen hat. Deswegen musste beispielsweise die Telekom ihre Reduzierung beim Stream-On-Video-Streaming auf SD-Inhalte aufgeben. Einschränkungen bei Diensten wie Netflix scheinen also erst einmal schwierig.

Wenn jedoch ein Dienst von sich aus seine Qualität reduziert, ist das kein Eingriff in die Netzneutralität. Und genau das macht ab sofort Netflix in ganz Europa – wenngleich wohl nicht komplett freiwillig.

In den vergangenen Tagen war beispielsweise in der Schweiz gar die zeitweise Abschaltung von Netflix ins Spiel gebracht worden. Und auch EU-Kommissar Thierry Breton hatte Medienberichten zufolge gleich mehrfach das Gespräch mit Netflix-Chef Reed Hastings gesucht. Dabei stand beispielsweise ein genereller Verzicht auf das HD-Signal zu Spitzenzeiten im Raum. Stattdessen wird Netflix jetzt generell in den kommenden 30 Tagen seine Streams um 25 Prozent zurückschrauben – auch außerhalb der Spitzenzeiten.

Ein HD-Stream von Netflix benötigt normalerweise 5-8 Mbit/s, ein SD-Stream 3 MBit/s. Nutzer, die in der besonders hochauflösenden UHD-Qualität streamen, benötigen eine Leitung mit mindestens 25 Mbit/s.

Deutsche Netzbetreiber sehen noch keine Engpässe

Nach Angaben der Netzbetreiber in Deutschland gibt es derzeit aber noch keine Netzengpässe. O2 beispielsweise teilt mit, dass man eine Verlagerung und eine Zunahme der Datennutzung im Festnetz- und DSL-Bereich insbesondere während der Arbeitszeit von 8 bis 17 Uhr beobachte. „Denn durch die eingeschränkte bundesweite Mobilität halten sich unsere Kunden vorwiegend zu Hause auf, um von dort zu arbeiten oder etwa ihre Kinder zu betreuen.“ Bei der Datennutzung in den Abendstunden sehe O2 hingegen „noch keinen nennenswerten Effekt im Vergleich zu früheren Tagen“.

Die Nutzungssituation ließe sich insgesamt mit einem Tag am Wochenende vergleichen. Bei Vodafone steigt der Datenverkehr im Festnetz um etwa 15 bis 20 Prozent. Probleme sieht Vodafone nach eigenem Bekunden ebenfalls noch nicht. Gegenüber normal nahm die Datennutzung im Festnetz am Mittwoch beispielsweise rund 30 Prozent zu, im Mobilfunk zeigte sie sich weiterhin rückläufig. In beiden Netzen blieb die Anzahl der vereinzelten Störungen auf normalem Niveau.

Die Telekom nennt bei der Datennutzung im Festnetz keine Zahlen. Die Bonner verzeichnen aber insbesondere im Festnetz „eine deutliche Zunahme im Bereich des Datenverkehrs und der Menge und Dauer an Telefonaten“. Nahezu gebetsmühlenartig heißt es weiter: „Diese sind aber für das Netz nicht kritisch.

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4 KOMMENTARE

  1. Das bleibt jedem selbst überlassen, ob man kündigt oder nicht. Ich persönlich bin jedenfalls der Meinung, dass es momentan wichtigere Themen gibt, als die Streaming-Qualität von Netflix & Co. Davon abgesehen werden weitere Plattformen nachziehen und die Qualität ebenfalls drosseln (müssen). Folgt man der Logik, einfach zu einem anderen Anbieter zu wechseln, bringt das mittelfristig also rein gar nichts.

  2. Da sieht man wieder den Durchschnittsmenschen. Krise muss überwunden werden, aber Einschränken lassen will ich mich auf gar keinen Fall. Einfach mal mitdenken und sich nicht immer wie etwas besonderes Verhalten. Ich finde keine UHD Filme für die nächsten paar monate sind momentan wirklich die kleinste Sorge die wir haben. Schade das andere gleich mit Kündigung rumheulen.

  3. Es gibt keine Engpässe? Komischerweise gibts seit 10 Tagen JEDEN Tag Probleme mit dem Internet in FFM. Es ist zu jeder Stunde bei mir mindestens 2x ausgefallen für 3-5 Minuten. Ich kann absolut keine Arbeit betreiben.. Jetzt muss wohl der Anwalt ran für Schadensersatz.

    Diese rückständige Land ist wirklich das allerletzte. Wenn der Scheiß vorbei ist c’est la vie Deutschland du Drecksland mit deiner Lobbypolitik und den Bürgern die für nichts auf die Straße gehen würden.

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