Wärmepumpen nur für Neubau geeignet? Dieses 117 Jahre alte Haus beweist das Gegenteil

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Wärmepumpen werden häufig als Heizlösung Nummer eins für Neubauten betrachtet. Dabei muss das Heizsystem keineswegs in neue Gebäude eingesetzt werden. Ein 117 Jahre altes Haus beweist, dass auch im Altbau eine immense Kostenersparnis mit Wärmepumpen möglich ist.
Wärmepumpen nur für Neubau - Dieses 117 Jahre alte Haus beweist das Gegenteil

Wärmepumpen nur für Neubau - Dieses 117 Jahre alte Haus beweist das Gegenteil

Würde man einen Hausbesitzer heute fragen, ob er gern seine Heizkosten halbieren möchte, würden die meisten Menschen wohl mit „Ja“ antworten. Und trotzdem bleibt der Absatz von Wärmepumpen in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern gering. Viele schrecken vor den hohen Investitionskosten für die nachhaltigen Heizsysteme zurück. Denn obgleich man über viele Jahre kräftig bei der Verwendung einer Wärmepumpe spart, die Anschaffung und Installation ist teuer. Ein Hausbesitzer eines alten Gebäudes beweist nun jedoch, dass Wärmepumpen nicht nur für den Neubau geeignet sind. Nach über einem Jahr mit seiner neuen Wärmepumpe kann er eine eindeutige Heizbilanz ziehen.

Wärmepumpe nur für Neubau? Auch im Altbau lassen sich Heizkosten reduzieren

Ein Besitzer eines Altbaus aus dem Jahr 1906 hat sich für die Installation einer Wärmepumpe entschieden. Mittlerweile läuft die Wärmepumpe seit gut einem Jahr in dem alten Gebäude. Eine aufwendige Sanierung hat das Wohnhaus dabei jedoch nicht erfahren. Lediglich die zweifach verglasten Fenster sind neu, der Rest des Gebäudes wurde vor dem Einbau der Wärmepumpe nicht energetisch saniert. Das Wohngebäude beheizt eine Wärmepumpe mit einer Leistung von 13 Kilowatt, die zwei separate Heizkreisläufe für die obere und untere Etage unterstützt. Im unteren Stock des alten Hauses finden sich elf Fußbodenheizkreise, die mit dem ersten Heizkreislauf verbunden sind. Die obere Etage wird über sechs Heizkörper aufgewärmt, die mit dem zweiten Heizkreislauf der Wärmepumpe gesteuert werden. Zusätzlich installierte der Hausbesitzer smarte Thermostate, wodurch eine Einzelraumregelung möglich ist. Neben der Außeneinheit für die Wärmepumpe installierte man ebenso eine Inneneinheit und einen Warmwasserspeicher.

Das Heizsystem erreicht eine solide Jahresarbeitszahl von 4,35, wie der Hausbesitzer Thorsten den Haustechnik-Experten von „SHK Info“ verrät. Für jede Einheit Strom, die die Wärmepumpe bezieht, generiert sie folglich 4,35 Einheiten Wärme. Übliche Jahresarbeitszahlen von Wärmepumpen liegen zwischen 3 und 5, sodass dieses System bereits besonders effizient arbeitet. So ist es nicht verwunderlich, dass die Heizkosten in dem 117 Jahre alten Gebäude mit der Wärmepumpe kräftig reduziert werden konnten. Von ursprünglich 2.300 Euro belaufen sie sich mit der Wärmepumpe nur noch auf 1.000 Euro pro Jahr. Im Falle dieses Beispiels kommt es sogar noch besser. Da Thorsten zusätzlich eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach besitzt und seinen eigenen Strom erzeugt, halbieren sich diese Kosten zusätzlich auf 500 Euro. Innerhalb eines Jahres hat er rund 1.800 Euro Kosten im Vergleich zu seinem alten Heizsystem eingespart. Und das, obwohl sein Haus selbst keine aufwendigen Sanierungsmaßnahmen durchlaufen hat.

Teurer Einbau langfristig günstig heizen

Eigentümer, die sich für eine Wärmepumpe interessieren, sollten sich vor dem Kauf ausführlich beraten lassen. Der Einbau einer Wärmepumpe ist eine teure Investition, die danach auch über Jahrzehnte das Haus mit Wärme versorgen soll. Die Wärmepumpen-Arten auf dem Markt sind zahlreich, nicht alle von ihnen erreichen die gleichen Jahresarbeitszahlen. Am effizientesten arbeiten Solewärmepumpen oder Grundwasserwärmepumpen. Luftwärmepumpen büßen im Vergleich zu ihren Geschwistertechnologien häufig an Effizienz ein. Grund dafür ist der größere Temperaturunterschied der im Winter kälter werdenden Luft, während die Erdwärme, derer sich die anderen Wärmepumpen-Arten bedienen, über das Jahr konstant bleibt.

Dafür sind Luftwärmepumpen häufig jedoch günstiger im Einbau, da keine tiefen Bohrarbeiten notwendig sind. Um möglichst kostengünstig in deinem Wohngebäude zu heizen, kann es sinnvoll sein, zuerst in eine zusätzliche Sanierung oder Dämmung zu investieren. Da innerhalb der nächsten Jahre dank zunehmender CO₂-Bepreisung jedoch alle fossilen Energieträger teurer werden, lohnt sich die Investition in eine Wärmepumpe langfristig. Auf 20 Jahre betrachtet wird Thorsten mit seiner neuen Heizanlage geschätzt 36.000 Euro an Heizkosten einsparen. Trotz eines mehr als 100 Jahre alten Gebäudes.

1 Kommentar

  1. Karsten Frei
    Der Hausbesitzer wird GESCHÄTZT 36.000 Euro an Heizkosten einsparen. Und er hat eine Solaranlage auf dem Dach, rein zufällig. Und er kann 500 € pro Jahr damit sparen, sodass er nur noch 500 € pro Jahr für Heizung ausgibt. Und eine 13kW Wärmepumpe verbraucht nicht ca. 4000 € an Strom (wenn man mit 30 Cent pro kW/h rechnet). Die Gebrüder Grimm werden blau vor Neid. Solche Märchen über die Wärmepumpen lassen alles verblasen.
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