Von Nachfrage erdrückt: Dieser VW ist nicht mehr bestellbar

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Gigantischer Erfolg für Volkswagen. Die E-Kleinwagen des Automobilkonzerns sind so erfolgreich, dass sie nicht mehr bestellbar sind. Neben dem VW e-Up! betrifft das noch zwei weitere Modelle der Tochtermarken Skoda und Seat.
Bestellstopp für den Volkswagen e-Up!
Der Volkswagen e-Up! ist erst einmal nicht mehr bestellbar.Bildquelle: Volkswagen

Manchmal kann der Erfolg eines Produkts so groß sein, dass der Hersteller nicht mehr in der Lage ist, die Nachfrage zu bedienen. Genau ein solches Szenario erlebt in diesen Tagen der Wolfsburger Automobilhersteller Volkswagen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge ist der VW e-up! aktuell vorübergehend nicht mehr bestellbar. Zu viele Kunden hatten den Kleinwagen in den zurückliegenden Wochen bestellt.

Günstiger Volkswagen e-Up! vorerst nicht mehr erhältlich

Ursache für das hohe Interesse an dem kleinen E-Auto ist die Kaufprämie für Elektroautos. Bis zu 9.000 Euro kannst du dir aktuell an Zuschuss sichern, wenn du dich für einen Stromer entscheidest. Und das ist natürlich vor allem dann interessant, wenn du dich für ein ohnehin schon vergleichsweise preiswertes Auto wie eben den Volkswagen e-Up! entscheidest. Effektiv kostet(e) der kleine Stadtflitzer nach Abzug der Innovationsprämie in der günstigsten Ausführung weniger als 12.000 Euro.

Ein Angebot, das offenbar das Interesse vieler E-Mobilitäts-Interessenten und Pendler nach sich zog. Zu vieler um genau zu sein. Denn Volkswagen sah sich jetzt gezwungen, die Notbremse zu ziehen. Weitere Bestellungen des Volkswagen e-Up! sind bis auf Weiteres nicht mehr möglich. Gegenüber dem Fachmagazin electrive.net erklärte ein Sprecher von VW: „Aufgrund der sprunghaft gestiegenen Anfrage nach E-Fahrzeugen haben wir uns entschieden, unser Angebot in Deutschland anzupassen und den Kleinwagen e-Up! mit aktuellen Lieferzeiten von 16 Monaten vorübergehend aus dem Bestellangebot zu nehmen.“

Allein im Juli hatte Volkswagen nach eigenen Angaben so viele e-Up!-Modelle verkauft wie sonst in neun Monaten. Dass der Automobilhersteller bei einem solch hohen Order-Volumen recht schnell an seine Kapazitätsgrenzen stößt, ist verständlich.

VW e-Up!
Wenn du den VW e-Up! kaufen willst, musst du dich aktuell auf Einschränkungen einstellen.

Auch andere E-Kleinwagen stark nachgefragt

Die nahezu baugleichen und noch etwas preiswerteren Schwestermodelle des e-Up!, der Seat Mii electric und der Skoda Citigo e iV, sind ebenfalls von dem Bestellstopp betroffen. Von der Skoda-Homepage ist der Citigo e iV schon komplett verschwunden. Bei Seat ist eine Online-Konfiguration des Mii electric aktuell nicht mehr möglich. Zudem erscheint in der Modell-Übersicht des Autos ein deutlicher Hinweis, wonach es „für das Jahr 2020 nicht mehr verfügbar sein“ werde. Ab 2021 soll der kleinste aktuell verfügbare Seat aber wieder angeboten werden.

Ob es allerdings jemals möglich sein wird, die elektrifizierten Kleinwagen in der aktuellen Fahrzeug-Generation als Neuwagen zu bestellen, bleibt abzuwarten. Denn voraussichtlich 2023 ist von Volkswagen schon die Einführung des neuen Stromers Volkswagen ID.1 geplant. Und der dürfte dann im Vergleich zu den drei aktuellen Elektro-Kleinwagen aus dem Volkswagen-Konzern die deutlich modernere Alternative sein. Wahrscheinlich aber auch eine spürbar teurere.

Möglich ist aber auch, dass der VW ID.1 später in den Handel kommt. Und das wäre dann mit der Möglichkeit verbunden, den e-Up! (und den Seat Mii electric) doch noch länger anzubieten; möglicherweise in Form einer aktualisierten Version. Auf den Skoda Citigo e iV wird man hingegen wohl dauerhaft verzichten müssen. Die tschechische VW-Tochter will sich in Zukunft auf größere Fahrzeuge konzentrieren.

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4 KOMMENTARE

  1. Das hat reichlich wenig mit Erfolg zu tun. Zum einen ist das für die Einhaltung der Flottenemissionen nötige Kontingent voll, zum anderen fehlt es an Akkuzellen. VW behauptet ja, bei allen nicht-ID-Modellen draufzahlen zu müssen. Somit ist einfach auch kein Anreiz da, die Produktion zu forcieren.

  2. Diess hat doch ganz klar gesagt , dass VW 5000€ pro Auto draufzahlt. Und das machen die NUR -weil sie den Flottenverbrauch und die darausresultierenden Strafzahlungen drücken wollen. Dazu brauchen die eine gewisse Anzahl von Autos, sonst setzt es hohe Strafen. Und da ist es billiger diese E-Autos zu bauen – freiwillig nicht eines mehr als notwendig. Die Kunden interressieren VW hier wirklich nur peripher. Wie immer – Lügen sind eben manchmal sehr praktisch.

  3. Ich habe meinen e-up! bereits im März bestellt. Da gabe es noch nicht die erhöhte Fördersumme von 9000 €. Da wurde ein unverbindlicher Liefertermin September angegeben. Der Bestellboom, der nach Anheben der Fördersumme eingetreten ist, dürfte auf frühere Bestellungen keinen Einfluss haben. Trotzdem hat VW jetzt den unverbindlichen Liefertermin auf März 2021 angehoben.

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