Vodafone schaltet UMTS ab - jetzt steht das Datum fest

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Es ist erst rund zwei Wochen her, da kündigte Vodafone an, den LTE- und 5G-Ausbau in Deutschland zu forcieren. Im Parallelbetrieb - in der Fachsprache als Dynamic Spectrum Sharing bezeichnet - schickt der Düsseldorfer Netzbetreiber überall dort LTE an den Start, wo auch 5G-Basisstationen entstehen. Jetzt ist zudem klar, dass demnächst auch das UMTS-Netz von Vodafone abgeschaltet wird. Wir verraten dir die Details.
Vodafone UMTS Abschaltung
Bildquelle: Vodafone

Im Jahr 2019 standen bei Vodafone rund 8.000 LTE-Ausbauprojekte auf der Agenda. Dabei ging es nicht nur darum, LTE (4G) in mehr Regionen anbieten zu können, sondern auch darum, dem LTE-Netz mehr Kapazität zu spendieren. Vor zwei Wochen verkündete Vodafone zudem, 5G auf Basis des 700-MHz-Spektrums in die Fläche zu bringen – parallel zum LTE-Ausbau. Denn täglich rauschen 2,6 Millionen GB an Daten durch das Mobilfunknetz von Vodafone in Deutschland. Tendenz steigend. Nun schaltet Vodafone UMTS Schritt für Schritt ab.

Vodafone: Das UMTS-Netz stirbt

Um das eigene Netz fit für die Zukunft zu machen, will Vodafone vorhandene UMTS-Frequenzen in Zukunft ersatzweise für LTE nutzen. Und das hat unmittelbare Auswirkungen auf die eingesetzte Technologie im Vodafone-Netz. Denn jetzt steht unwiderruflich fest: UMTS hat im Netz von Vodafone keine Zukunft mehr. Am 30. Juni 2021 wird Vodafone sein UMTS-Netz, das erstmals das mobile Internet auf Handys brachte, in Deutschland abschalten. Dabei werden aber keine Antennen-Standorte zurückgebaut, sondern UMTS-Antennen in LTE-Stationen umgewandelt. Dafür ist nicht einmal ein Hardware-Tausch notwendig, da die Antennentechnik technologieneutral arbeitet.

Nackte Zahlen unterstreichen, warum dieser Schritt aus Sicht von Vodafone notwendig ist. Mit UMTS, eingeführt im Jahr 2001, sind Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 42 Mbit/s im Downstream möglich. Mit LTE kannst du hingegen bis zu 500 Mbit/s im Download nutzen, per 5G sind es sogar bis zu 1 Gbit/s. UMTS dient also streng genommen schon heute mehr als Fallback-Lösung, als tatsächlich dienlich für die Nutzung zu sein. Hinzu kommt: Ein LTE- und 5G-Netz arbeitet deutlich energieeffizienter als es mit einem UMTS-Netz möglich wäre. Nicht zu vergessen ist darüber hinaus, dass das LTE-Netz von Vodafone eine höhere Netzabdeckung als das UMTS-Netz hat. Vodafone erreicht nach eigenen Angaben schon heute 98,6 Prozent der deutschen Haushalte mit 4G.

UMTS ist kaum noch nachgefragt

Vodafone selbst sagt, dass weniger als drei Prozent aller Kunden, die heute das D2-Netz nutzen, überhaupt noch UMTS verwenden. Alle anderen surfen schon mit LTE oder gar 5G und damit deutlich schneller. Der 3G-Datenverkehr liegt nach Angaben des Netzbetreibers bei nur noch fünf Prozent des Gesamt-Datenverkehrs im Vodafone-Mobilfunknetz – und ist laut Vodafone weiter rückläufig. 

Diejenigen, die jetzt noch UMTS nutzen, sollen im Laufe der kommenden 14 Monate ausführlich über die bevorstehende Abschaltung der in die Jahre gekommenen Mobilfunktechnologie informiert werden. Wer noch eine alte 3G-SIM-Karte nutzt, wird sie kostenlos bei Vodafone in eine LTE-SIM umtauschen können. Zudem startet bald ein neuer Online-Shop, in dem LTE-Hardware für zum Teil deutlich unter 100 Euro erworben werden kann. Neben etablierten Smartphone-Herstellern bieten darin auch neue Anbieter wie Oppo ihre Endgeräte an, verspricht Vodafone.

Vodafone schaltet UMTS ab: 3 x 5 MHz wandern ins LTE-Lager

Aus technischer Sicht werden schon jetzt die UMTS-Ressourcen schrittweise in das LTE-Netz von Vodafone übertragen. Ein erster Schritt ist schon abgeschlossen. Einen Teilbereich des bisherigen 3G-Frequenzspektrums (5 MHz) setzt Vodafone schon heute für die LTE-Versorgung ein. Einen weiteren 5-MHz-Block verlagert Vodafone aktuell in einem zweiten, schon angelaufenen Schritt in das LTE-Netz. Die verbliebenen UMTS-Ressourcen (nochmals ein 5 MHz-Block) nutzt Vodafone schließlich ab dem 30. Juni 2021 für sein LTE-Netz. UMTS geht dann im deutschen Vodafone-Netz in den Ruhestand.

Der Netzbetreiber betont, dass nach der UMTS-Abschaltung Sprach- und SMS-Dienste weiter funktionieren. Gleiches gelte für den Auto-Notruf eCall. Im Zweifel sei eine Verfügbarkeit auch über das nach wie vor nutzbare 2G-Netz (GSM) gewährleistet. Ziel sei aber, alle Dienste mindestens im ausgebauten LTE-Netz laufen zu lassen. Und das nicht nur mit Blick auf Daten-, sondern auch bei Sprachdiensten. So strebt Vodafone zum Beispiel an, Voice over LTE (VoLTE) ab Sommer auch seinen Prepaid-Kunden (CallYa) anbieten zu können. Der Sprachverkehr funktioniert dann auch über das LTE-Netz von Vodafone.

VoLTE auch bei Discount-Marken

Und was ist mit Prepaid-Discountern, die das Vodafone-Netz für eigene Tarife nutzen? Auch ihnen soll spätestens Ende Juni 2021 VoLTE zur Verfügung stehen. Man befinde sich mit den Partnern wie 1&1, freenet oder auch der eigenen Discountmarke otelo in Gesprächen und gehe davon aus, mit allen im Laufe der kommenden 14 Monate entsprechende Einigungen erzielen zu können. Der genaue Startzeitpunkt von VoLTE obliege aber dem jeweiligen Partner, heißt es seitens Vodafone.

Wichtig: Vor allem in älteren Smartphones ist es notwendig, VoLTE in den Einstellungen manuell zu aktivieren. Wer damit Schwierigkeiten hat, kann sich auch an Mitarbeiter in Vodafone-Shops wenden, die ab sofort entsprechende Schulungen erhalten sollen. Zudem hat Vodafone auf seiner Homepage einen Hintergrundbereich erstellt, der über die Abschaltung des UMTS-Netzes informiert.

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10 KOMMENTARE

  1. Solange 4G oder später auch 5G problemlos funktioniert, kann es von mir aus gerne abgeschaltet werden. Wenn dann aber, wie bei mir auf Arbeit im Gewerbegebiet ständig das 4G wegbricht und schlicht weg einfach nix mehr geladen wird, dann bin ich froh das man auf andere Netze wie 3G oder H+ zurückgreifen kann. Ist zwar deutlich langsamer aber so kann man das Internet trotzdem nutzen.

  2. Naja ich habe Vodafone aber wenn ich im Sauerland unterwegs bin lfd. Funklöcher also das mit den 98 Prozent Abdeckung glaub ich nicht mal.

    • Die Provider erreichen 98% der Bevölkerung.
      Der Gesetzgeber müsste ihnen aber bei der Lizenzvergabe vorschreiben 98% der Fläche abzudecken. Dann wären Funklöcher Geschichte…

  3. Ich will bei 4G bleiben 5g braucht man gar nicht das können sie sich diese dreckige Pädophile kannibalische Dreckschweine im Reichstag oder Bundestag rein installieren
    Und dann kann sie sich gut durchbraten und durchrosten wir brauchen Diesen Dreck hier nicht,WWG1 WGA.Q

  4. Braucht kein MENSCH!!! Alles für die neue Digitalisierung und wir werden alle wie in die Mikrowelle geschoben schön aufkochenm….!!

  5. Lieber überall und flächendeckend 4 G anbieten & ausbauen, vielleicht auch mit mehr Datenvolumen zum gleichen Preis, als mehr Speed durch 5 G mit evtl höheren Preisen und weiterhin mickrigen Volumen und gleichbleibenden Funklöchern.

  6. Mann muss nicht alles abschalten was funktioniert aber die Netz Mogule machen eh was sie wollen ich komme mit dem alten Netz besser klar hab zwar auch schon ein LTE Handy aber das geht auch nicht schneller als vorher

  7. Na ja, habe schon deswegen bei Vodafone angerufen, da ich Zuhause, in Frankfurt/Main Stadtgebiet, miserablen LTE Empfang habe (seit Jahren) und deswegen 3G benutzt habe .. Und da 3G deutlich besseren Empfang hat, durchaus auch bessere Internet Geschwindigkeit erreiche, als mit LTE. Deswegen hatte ich mein Smartphone absichtlich nur auf 2G/3G gestellt, statt es auf Auto zu lassen. Jetzt habe ich’s doch auf Auto umgestellt, damit sie zumindest mal sehen, dass da einer mit LTE Vertrag wohnt, der miserablen Empfang hat.. Alternativen gibt’s hier nicht wirklich – Ich hatte auch schon O2 und Telekom Verträge in den letzten Paar Jahren, mit noch schlechterem Empfang..

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