Vodafone oder Telekom: Welcher Festnetz-Anbieter ist schneller?

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Wenn es um schnelle Internetanschlüsse geht, ist es immer wieder eine Glaubensfrage: Ist die Telekom oder Vodafone besser? Eine Auswertung offenbart nun die Wahrheit – zumindest scheinbar. Wir zeigen dir, was die Daten aussagen.
Arbeiten am Rechner - am besten mit schnellem Internet
Arbeiten am Rechner - am besten mit schnellem InternetBildquelle: OleksandrPidvalnyi / Pixabay

Die Auswertung des Speedtest-Anbieters Ookla kennt einen ganz klaren Gewinner der Analyse: Vodafone. Der Anbieter ist demnach in Deutschland im vierten Quartal 2023 fast doppelt so schnell wie die Telekom und liefert seinen Nutzern durchschnittlich 116 Mbit/s im Downstream. Doch es lohnt sich, die Analyse zu hinterfragen oder zumindest zu hinterfragen, welche Zahlen die Ookla-Studie tatsächlich liefert. Ookla ist die Firma, die hinter der Speedtest-Seite speedtest.net mit zahlreichen Testservern steckt. Die Speedtests werden dabei von Nutzern wie dir durchgeführt. Je nach Situation erfolgt der Test dabei per Rechner über WLAN oder Netzwerkkabel sowie per Smartphone im WLAN. Gerade ein Speedtest per WLAN kann jedoch sehr unzuverlässig sein.

Speedtest: Vodafone schneller als Telekom

Die Messungen im Netz der Telekom kamen auf einen durchschnittlichen Wert von 58,21 Mbit/s. Gemessen wurde hier von allen Nutzern mit einem Anschluss der Telekom. Das heißt, auch jene Nutzer, die noch mit langsamen DSL-Anschlüssen mit 16 Mbit/s im Downstream oder weniger im Netz surfen, fließen in diese Statistik ein. Sie haben möglicherweise gar keinen Bedarf an einem schnelleren Anschluss. Gleichzeitig kann zumindest das VDSL-Netz der Telekom nur maximal 250 Mbit/s liefern.

Umgekehrt ist die Mindestgeschwindigkeit im Kabelnetz von Vodafone schon seit vielen Jahren deutlich höher und das Netz liefert bis zu 1 Gbit/s. Durch Marketingaktionen seitens Vodafone dürfte diese Anschlussklasse auch stark in seiner Kundschaft verbreitet haben. Dass die durchschnittliche Datenrate somit höher ist als bei der Telekom, verwundert so kaum. Das Glasfaser-Netz der Telekom befindet sich erst im Ausbau. Die Telekom erreicht technisch derzeit etwas mehr als 5 Millionen Haushalte mit Glasfaser.

Telekom bietet die bessere Latenz

Gleichzeitig schneidet Vodafone bei der Latenz schlechter ab. Das heißt, die Signallaufzeit im Netz von Vodafone liegt bei 24 Millisekunden, bei der Telekom bei 19 Millisekunden. In der Praxis dürfte dieser Unterschied kaum ein Nutzer im Alltag merken.

Vodafone steht immer wieder im Verruf, dass das eigene Kabelnetz überlastet ist und Nutzer nicht die Datenrate bekommen, die sie gebucht haben. Dieser Effekt des Shared Mediums ist aufgrund der Funktionsweise des Kabelnetzes hier besonders deutlich, tritt aber auch bei VDSL und theoretisch auch bei Glasfaser-Anschlüssen auf. Um den Effekt abzumildern, muss Vodafone den Kupferanteil in seinem Netz deutlich zurückfahren und durch Glasfaserleitungen ersetzen. Allein im vergangenen Jahr habe man 1.500 dieser Maßnahmen durch geführt, teilte Vodafone Ende vergangenen Jahres mit.

Welcher Anbieter nun wirklich der schnellere in Deutschland ist, lässt sich zumindest aufgrund der Ookla-Daten nicht sagen. Lediglich die Aussage, dass Speedtest-Nutzer im Vodafone-Netz im Durchschnitt höhere Downstreams haben, ist möglich. Das sagt aber nicht unmittelbar etwas über die Qualität der Netze aus, da Kunden mit langsamen Anschlüssen die Statistik verfälschen können.

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