Vodafone: Huawei-Verbot bedeutet Verzögerungen bei 5G

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Die Netzbetreiber warnen eindringlich vor einem Verbot von Huawei-Technik beim 5G-Ausbau. Jetzt hat sich Vodafone-Konzernchef Nick Read zu Wort gemeldet. Bemerkenswert dabei: Vodafone setzt – anders als die Deutsche Telekom – gar nicht vornehmlich auf Huawei-Technik.
Ein 5G-Logo von Vodafone an einem Mast
Bildquelle: Vodafone

Es will keine Ruhe in das Thema 5G und ein mögliches Verbot von Technik des chinesischen Ausrüsters Huawei kommen. Vor genau so einem Verbot warnt nun aber der Konzernchef von Vodafone, Nick Read. Würde es dazu kommen, dass Netzbetreiber auf den chinesischen Ausrüster verzichten müssten, so käme es nach seiner Einschätzung zu Verzögerungen beim Netzausbau von zwei Jahren.

Dazu komme es, weil ein Verzicht auf Huawei beim 5G-Ausbau für viele Netzbetreiber Arbeiten am bestehenden Netz bedeute. Dieser Austausch von zentraler Technik benötige Zeit. Zudem gebe es nicht mehr viele Hersteller, die überhaupt entsprechende Technik liefern. Faktisch blieben nur noch Nokia und Ericsson übrig. Offen bleibt, ob diese in der Lage sind, entsprechende Nachfragen zu bewältigen.

Im deutschen Netz hat Vodafone die Huawei-Technik bereits ersetzt. Das sei allerdings schon vor zwei Jahren beschlossen worden – aus rein wirtschaftlichen Gründen.

Deutsche Wirtschaft: Huawei im Zweifel ausschließen

Unterdessen mahnt die deutsche Wirtschaft in der Debatte zur Vorsicht. „Es ist ohne Frage, dass wir bei 5G eine Vernetzung von Daten und physischer Infrastruktur haben, die es noch nie gegeben hat“, warnte Hubert Lienhard, scheidender Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (APA), im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Wenn jemand dort Daten absaugen kann, dann wäre das für die deutsche Wirtschaft absolut kritisch.“

Das chinesische Gesetz schreibe ganz klar vor, dass chinesische Unternehmen dem Staat Daten liefern müssten, so Lienhard. Im Fall Huawei solle man daher im Zweifel lieber Vorsicht als Nachsicht walten lassen und wenn sich die Bedenken bewahrheiten, die chinesischen Anbieter von Kerntechnologien bei 5G ausschließen. Eine mögliche Verzögerung des 5G-Ausbaus, vor dem Telekommunikationsunternehmen bei einem Ausschluss Huaweis warnen, könne kein Argument sein. „Als Industrie und auch als Regierung muss ich doch aufs große Ganze schauen“, sagte er. „Ob der Ausbau ein Jahr früher oder später kommt, kann für mich kein Grund sein, um unsichere Technik zuzulassen.“ Bis zu einem Ausschluss gebe es aber noch Schritte, die man gehen könne. Man könne etwa von der chinesischen Regierung verlangen, dass sie ein Abkommen unterschreiben, mit dem sie sich verpflichten, dass keine Daten abfließen. Huawei selbst ist unterdessen um Transparenz und Öffentlichkeit bemüht.

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