Vodafone darf Unitymedia übernehmen – das bedeutet es für die Kunden

3 Minuten
Vodafone darf Unitymedia schlucken und so ein bundesweites Kabelnetz aufbauen. So kann Vodafone künftig in ganz Deutschland Bundle-Angebote und Gigabit-Datenraten anbieten. Doch es gibt Auflagen für den Deal. Und was bedeutet die Übernahme für die Kunden?
Zentrale von Unitymedia
Bildquelle: Unitymedia

„Es ist geschafft: Wir haben grünes Licht aus Brüssel“, sagte Vodafone-Deutschland-Ab heute können wir uns mit Unitymedia zusammenschließen. Ab heute wächst zusammen, was zusammengehört“, so Vodafone Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter. Jetzt könne VAlle Newsodafone sein Versprechen einlösen und in den nächsten drei Jahren insgesamt 25 Millionen Haushalte mit Gigabit-Geschwindigkeit versorgen. Er sieht in der Übernahme „einen noch nie dagewesenen Infrastruktur-Schub“ für Deutschland.

Insgesamt 272 Tage prüfte die EU-Kommission die geplante Übernahme. Doch sie hatte Bedenken. Zwischenzeitlich schien es sogar so, als stünde ein Verbot ins Haus. Nach Angaben von Vodafone habe es am Ende in zwei Punkten Bedenken gegeben, die Vodafone aber durch ein Auflagenpaket gelöst hat.

Das sind die Übernahme-Auflagen

Diese Auflagen sehen vor, dass Vodafone sein Kabelnetz für Telefónica öffnet. Telefónica kann damit künftig Kabel-Internet anbieten, ohne selber Kabelnetze zu betreiben. Hintergrund dieses Schrittes sind Bedenken der EU durch Wegfall des DSL-Angebots von Vodafone im Unitymedia-Vermarktungsgebiet. In einem zweiten Punkt ging es um die größere Verhandlungsmacht im Fernsehmarkt. Hier wolle Vodafone mehr Qualität, Flexibilität und Unabhängigkeit für TV-Sender bieten. Auf die EU-Genehmigung wird jetzt das sogenannte Closing (Vollzug des Kaufvertrags) zum Monatsende erwartet. Damit kann die Integration beginnen, erklärt Vodafone.

Was bedeutet die Übernahme für die Kunden?

Wie Vodafone betont, ändert sich im ersten Schritt für die Kunden nichts. „Du hast weiter dieselben Vertrags- und Ansprechpartner für Deine Fragen und Aufträge.“ Fragen von Vodafone-Kunden werden weiterhin vom Vodafone-Kundenservice beantwortet und Fragen von Unitymedia-Kunden weiter vom Unitymedia-Kundenservice. Auch die Ansprechpartner für Geschäftskunden ändern sich nicht. Ein Sonderkündigungsrecht gebe es durch die Übernahme von Vodafone nicht. „Alle Verträge, Tarife und Ansprechpartner im Service bleiben bis auf Weiteres bestehen.“

Telekom prüft Klage gegen Übernahme-Genehmigung

Die Telekom hatte sich stets gegen die Übernahme ausgesprochen. In einer Stellungnahme des Konzerns, die inside handy vorliegt, heißt es auch heute, dass man die Entscheidung der Wettbewerbsbehörde intensiv analysieren werde. Danach werde dann entscheiden, „ob eine gerichtliche Überprüfung zum Schutz des Wettbewerbs geboten ist“.

Nach Ansicht der Telekom zeigen die Auflagen, dass die Fusion in der ursprünglich geplanten Form nicht genehmigungsfähig war. „Die Freigabeentscheidung nur unter Auflagen zeigt zudem, dass Vodafone durch den Merger eine kritische Größe erlangt.
Durch diese Fusion werde kein einziger zusätzlicher Breitbandanschluss geschaffen, „schon gar nicht im ländlichen Raum.“ Auch der Glasfaserausbau (FTTB/FTTH) werde in Deutschland durch den Zusammenschluss zusätzlich erschwert, heißt es von den Bonnern.

„Mit unseren Bedenken gegen die Fusion stehen wir nicht allein. Fast die gesamte Branche hat gegenüber der EU-Kommission deutlich gemacht, dass die Fusion den ohnehin schon schwierigen Glasfaserausbau in Deutschland nicht voranbringt, sondern im Gegenteil noch erschwert.“ Man sei überzeugt, dass die Auflagen nicht ausreichen, negative Auswirkungen im Bereich der Medien- und Programmvielfalt abzuwenden.

Deine Technik. Deine Meinung.

2 KOMMENTARE

  1. Natürlich sieht da die Telekom wieder den Ausbau gefärdet…
    Das die größte Gefärdung aber sie selbst sind,wollen die da nicht wissen.

    Irgendwie hat die T-Com doch nur angst das ihnen die Kunden wegschwimmen.
    Es hindert sie ja niemand daran in den Gebieten dennoch auszubauen, und den Kunden da Ihrerseits was zu bieten, wenn die Kabel D so schlimm finden.
    Zudem hat ja auch o2 Zugang zum Netz, was bedeutet das man den Anbieter da wählen kann.

  2. Das Problem das die Telekom sieht ist schon richtig weil damit ein Marktmonopol entstanden ist. Die Telekom hat damals die Kabelnetze freiwillig abgegeben.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen

VERWANDTE ARTIKEL